Freitag, 12. Februar 2016

Ausgelesen - Teil 2


 
(c) Fischer,
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Mary Kay Andrews
Mit Liebe gewürzt

Regina Foxton fällt aus allen Wolken: Ihre Kochsendung soll abgesetzt werden. Und noch tiefer fällt sie, als sie den Grund erfährt: Ihr Produzent und Lebensgefährte Scott hat ein Verhältnis mit der Frau des wichtigsten Sponsors. Doch die nächste Chance wartet bereits, denn die passionierte Fernsehköchin könnte es ins nationale TV schaffen. Im Weg steht ihr aber Tate Moody, der junge Wilde unter den TV-Köchen. Ausgerechnet mit ihm darf Gina nun in einem Kochduell auf einer Insel antreten.

"Mit Liebe gewürzt" ist ein kurzweiliger Schlagabtausch zwischen zwei sehr gegensätzlichen Köchen und Menschen, die der Leser aber vom ersten Augenblick an zusammen sehen möchte. Schwungvoll erzählt Mary Kay Andrews Ginas Aufbruch in ein neues Leben vor der rauen, stürmischen Kulisse einer wenig besuchten Insel in Gegenwart von Figuren, die nicht vor Klischees gefeit und vielleicht sogar ganz bewusst einen Hauch überzeichnet sind. Ein Roman fürs Herz, und weil Liebe bekanntlich auch durch den Magen geht, gibt's zusätzlich Südstaaten-Rezepte zum Nachkochen.




 
(c) Blanvalet,
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Cristina Caboni
Die Rosenfrauen

Elena Rossini hat Träume - sie will Matteo nicht nur in seinem Geschäft zur Seite stehen, sondern auch eine Familie mit ihm gründen. Aber ihre Rechnung hat sie ohne ihn gemacht, denn er betrügt sie. Enttäuscht und einigermaßen perspektivlos zieht sie sich in den Florentiner Palazzo ihrer Familie zurück. Ihre Freundin Monique holt sie nach Paris, wo die begnadete Parfümeurin endlich ihre Bestimmung finden soll. Doch bisher hat sich Elena diesem Erbe hartnäckig entzogen. Zu viel Kummer hat die Suche nach dem "Perfekten Parfüm" ihren Ahninnen bereitet. Aber nun beginnt auch Elena, danach zu suchen und die Geschichte der Rossini-Frauen zu erforschen. An ihrer Seite: der stille Rosenzüchter Cail, der sich von Elenas Geheimnissen nicht vertreiben lässt.

Mit "Die Rosenfrauen" ist der Italienerin Cristina Caboni ein wundervolles Debüt gelungen, das die Seele ergreift und das Herz leicht macht. Mit viel Feingefühl bringt sie ihre Figuren einander näher, lässt sie sich weiterentwickeln und beweist zudem ohne lästiges Infodumping profundes Wissen rund um Düfte und Parfüms, die untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden sind und das Band zwischen schwer lastender Vergangenheit und hoffnungsvoller Zukunft spinnen. Eine leidenschaftliche Geschichte über Wendepunkte, Freundschaft und Glück.





(c) Limes,
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Jennifer Niven
All die verdammt perfekten Tage

Seit dem Unfalltod ihrer Schwester existiert Violet nicht mehr. Ihre Leidenschaft, das Schreiben, liegt brach, sie steigt in kein Auto mehr ein, in der Schule hat sie noch Schonzeit. Als sie vom Glockenturm ihrer Schule in die Tiefe blickt, ist es ausgerechnet der freakige (Theodore) Finch, der sie überzeugt, nicht zu springen. Als er sich ihr später als Partner für ein Schulprojekt aufdrängt, ist kaum daran zu denken, dass er es sein wird, der sie zurück ins Leben führt. Auch während sie gemeinsam im Rahmen dieses Projektes ihren Heimatstaat Indiana erkunden, ahnt sie nicht, dass der unkonventionelle Finch sich nach dem Sterben sehnt. 

"All die verdammt perfekten Tage" wandert auf dem schmalen Grat zwischen Lebensbejahung und Ausweglosigkeit. Hineingeboren in eine dysfunktionale Sackgasse, verkörpert Finch bedrückend drastisch jene Menschen, die nicht zu retten sind, weil sie nicht gesehen werden oder sich nicht zu erkennen geben. In tief in die Seele blickenden, klugen Ich-Erzählungen schildert Jennifer Niven, wie die beiden Jugendlichen in Liebe zueinander finden und gleichzeitig fatal auseinander driften. So erzählt sie eine kraftvolle Geschichte voller bezaubernder Augenblicke, die zugleich so voller Schmerz ist, dass die Taschentücher beim Lesen parat liegen sollten. Eine Geschichte, die berührt und appelliert.


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