Dienstag, 24. März 2015

... über "Die Knickerbocker-Bande 1: Rätsel um das Schneemonster" von Thomas Brezina

Thomas Brezina

Spannender Reihenauftakt

(c) Ravensburger, Bildlink zu amazon

Zum Inhalt: 
Axel Klingmeier, Lieselotte "Lilo" Schroll, Dominik Kascha und Paula "Poppi" Monowitsch haben einen Wettbewerb gewonnen. Fetzige Knickerbocker haben sie entworfen und wurden nun nach Innsbruck zur Preisverleihung eingeladen. Dass die Firma, die den Wettbewerb auslobte, diese Lederkniebundhosen aber auch tatsächlich nähen lässt, damit haben die vier nicht gerechnet. Zu allem Überfluss dürfen sie ihre Designs auch noch selbst vorführen. Als würde diese Peinlichkeit nicht genügen, wird die Gewinnerreise urplötzlich nach Kitzbühel verlegt. Ausgerechnet im angesagten Skiort soll ein Schneemonster sein Unwesen treiben. Und nichtsahnend geraten die vier Kids in ein gefährliches Abenteuer. Die Knickerbocker-Bande ist geboren. 

Meine Meinung: 
Die Knickerbocker-Bande gibt es nicht erst seit gestern. Ravensburger legt die Reihe nun aber neu auf und startet, wie es sich gehört, mit dem Band, in dem die "Bande" ins Leben gerufen wurde. In stabilem Festeinband mit spannendem, farbenfrohem Coverbild und geprägtem Titel für ein zusätzliches haptisches Erlebnis. Band 2 bis 6 sind ebenfalls schon in neuer Aufmachung zu haben.
Vier österreichische Kids, die sich bis dato nicht kannten, treffen anlässlich eines Knickerbocker-Designwettbewerbs aufeinander und dürfen schon bald ihr erstes Abenteuer erleben. Ihren "Banden"-Namen verdanken sie dem mopsigen Werbechef, der sich wütend der Aufmüpfigkeit der Kinder geschlagen geben und widerwillig einen Schuhplattler hinlegen musste. Schnell zeigen sich die Kinder als starke Charaktere, die sich, so unterschiedlich sie auch sind, wunderbar ergänzen und viel Freundespotential bieten. Wie es häufig bei Kinderbanden-Geschichten der Fall ist, sind die vier Knickerbocker ebenfalls zwar von Erwachsenen umgeben und werden von diesen in Machenschaften verwickelt, die eigentlichen Erziehungsberechtigten sind am Geschehen unbeteiligt und werden höchstens erwähnt. Lilo und Axel dürfen im Schneemonster-Auftakt bereits ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und mit guter Auffassungsgabe und flinken Beinen glänzen. Die ruhigere Poppi, die gute Seele, kommt hier schon mal unter die Räder, während Schauspieler und Computerfreak Dominik meinem Sohn in diesem Band noch zu kurz kam.
Das in Titel und Titelbild thematisierte Schneemonster wird für die Kinder in Kitzbühel Realität. Das "Rätsel um das Schneemonster" verwandelt sich rasch in einen spannenden Kinderkrimi, den mein Sohn stellenweise "ganz schön gefährlich" fand. Das ging sogar teilweise so weit, dass er das Buch lieber tagsüber lesen wollte und eine andere Geschichte als Bettlektüre vorzog. Schlussendlich war ihm die Auflösung dann aber doch etwas zu abstrakt, da er mit einem Spionage-Plot, auch wenn er ins anvisierte Lesealter zwischen 8 und 10 Jahren fällt, noch nicht wirklich viel anfangen kann. Obwohl ihn der Roman grundsätzlich angesprochen hat, sodass er immer wieder danach griff und ihn auch unbedingt zu Ende lesen wollte, war er der Meinung, die Knickerbocker seien doch eher etwas für echte Lesedetektive.
Die Kinder selbst gefielen ihm aber gut, da sie keinen gekünstelten Eindruck machen und in ihrem Handeln und Denken wie auch in ihrer Sprache als Kinder angelegt sind und dementsprechend frech sein, aber auch Angst haben und ab und an auch einmal unbedacht handeln dürfen. Die Erwachsenencharaktere, die weitestgehend aus der Perspektive der Kinder zu erleben sind, wirken zwangsläufig oft recht undurchsichtig und in Bezug auf die Kinder (und wahrscheinlich ist das gar nicht so unrealistisch, immerhin haben wir es mit Verbrechern zu tun) sehr rücksichtslos. Dadurch entsteht aber auch unweigerlich Spannung, die zudem durch Cliffhanger an den Kapitelenden noch verstärkt wird. 
Behutsam schweißt Thomas Brezina seine Charaktere zusammen und ebnet den Weg für Fortsetzungen. Auch wenn mein Sohn den Lesedetektiv noch in sich sucht, hat er die Reihe auf seine Wunschliste gesetzt, unter anderem auch, weil ihm das lokale Flair des Romans gefallen hat und er gerne wissen möchte, wohin es die Knickerbocker-Bande das nächste Mal verschlägt.
Besonders angetan haben es uns außerdem Max Meinzolds Illustrationen, die sehr realistisch gehalten sind und damit eine gute visuelle Vorstellung der Charaktere vermitteln und den Text liebevoll ergänzen. 

Fazit: 
Stimmungsvoller Auftakt zu einer Kinderbuchreihe, der mit ehrlichen Kindercharakteren und einem aufregenden Fall im winterlichen Österreich besticht. Liebevoll illustriert bietet die Knickerbocker-Bande ein gelungenes Gesamtpaket, ist für in Kinderdetektivgeschichten noch nicht bewanderte Leser aber vielleicht einen Hauch zu spannend.

Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen




Buchdaten:
  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten, illustriert von Max Meinzold
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (17. Januar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473471763
  • ISBN-13: 978-3473471768
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
  • Ladenpreis: 8,99 € (D)

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