Sonntag, 28. April 2013

Donnerstag, 25. April 2013

So schnell ... ...

... kommt und geht der Frühling. In diesem Jahr geht es richtig flott. Letzte Woche guckten die Weidenkätzchen noch vorsichtig in die Sonne, diese Woche fallen sie schon vom Baum. Und irgendwie komme ich nicht nach mit Fotografieren :-)

Mittwoch, 24. April 2013

... über "Pyromantische Affäre" von Laura Lay

Laura Lay

Zwei subtil-erotische Geschichten in einer - mit viel Raum für Fantasien

(c) Laura Lay / Bildlink zu Amazon

Zum Inhalt: 
Lila ist spät dran. Mit fliegenden Zöpfen, die nicht so recht halten wollen, eilt sie zum Flughafen, denn Joe kommt. Joe, der sie in tadellosem Aufzug erwartet und sie nun wahrscheinlich bestrafen wird.  Joe, den sie liebt. 
Die fragenden Blicke, die die anderen auf sie werfen, kann sie förmlich spüren. Ein seltsames Bild bietet Lila, und keiner weiß, dass sie und Joe ein erotisches Rollenspiel spielen, das bereits begonnen hat, noch bevor sie Joe am Flughafen gegenübersteht
Während Lila und Joe ihr Spiel in den eigenen vier Wänden fortsetzen, gibt sich Berit an einem anderen Schauplatz der Schaffenskraft hin. 
Auf einem Vierseithof auf dem Lande nimmt die Malerin an einem Künstlercamp teil und genießt es, die stickige Großstadt einmal hinter sich zu lassen. Nur Yui, die Kunst mit Feuerwerken kreiert, grenzt sich von der kleinen Künstlergruppe ab und erregt Berits Aufmerksamkeit. Auf sanft-dominante Art umgarnt und elektrisiert sie Berit. Aber wird die sich auf das Spiel mit dem Feuer einlassen? 

Meine Meinung: 
Laura Lay hat nun nach "Das Geheimnis der Flamingofrau" eine weitere Geschichte in einer Geschichte als E-Book veröffentlicht. 
"Pyromantische Affäre" folgt ganz der - wenn man es schon so nennen kann - Tradition von Laura Lays Reihe erotischer Erzählungen und verbindet geschickt Romantik, BDSM, Rollenspiel und hetero- und homosexuelle Liebe. 
Ich muss sagen, dass ich momentan an chronischer Übersättigung in Sachen sogenannter erotischer Literatur leide. Nach den gehypten Machwerken der letzten Monate, die mich fieser Weise in ihren Sog hineingezogen haben, habe ich keine Lust mehr auf ausgewalzte Beschreibungen aller erdenklichen Liebesspielarten in einem einzigen Roman.
Laura Lays "Pyromantische Affäre" bildet hingegen eine willkommene Abwechslung und macht Lust auf mehr.  
Auf ca. vierzig Seiten gelingt es der Autorin, in 14 Kapiteln so viel Atmosphäre zu erschaffen, wofür andere vierhundert Seiten benötigen.
Ihre Geschichten zeugen von viel Erzählerfahrung und beweisen, dass nicht immer alles bis zum bitteren Ende erzählt werden muss, um Wirkung zu erzielen. 
Laura Lay versteht es, zu zeigen, ohne den Leser mit der Nase auf die Dinge zu stoßen. Szenerien und Gesichter entstehen nach und nach vor dem geistigen Auge und bilden ein subtiles Geflecht, das von einer sehr gepflegten Sprache zusammengehalten wird und die Leserfantasien nicht unterdrückt, sondern durchaus über die Geschichten hinaus entfacht. 
Als Leser findet man sich auf ganz unterschiedlichen Seiten wieder, man beobachtet Lila genauso verstohlen, wie es die Menschen im Flughafen-Shuttle tun, blickt Yui interessiert nach wie Berit, nur, um im nächsten Augenblick in eine dominantere Rolle zu schlüpfen und mit ihnen zu spielen. 
Laura Lay hat unverkennbar Spaß am Erzählen, weshalb mich bereits "Das Geheimnis der Flamingofrau" (als E-Book erschienen 2012) überzeugen konnte, denn ihre Freude am Erzählen verwandelt sich rasch in Freude am Lesen.  
Sie spielt mit den vielen Facetten der Erotik, die nicht zwangsläufig offensichtlich und explizit sein muss. Natürlich gefällt das nicht jedem Leser gleichermaßen, ich aber liebe Geschichten, die nicht um der Erotik willen erotisch sind, Figuren lebendig machen, anstatt sie in aneinandergereihten Liebesakten zu entpersonalisieren, und auf Überflüssiges verzichten, um Empfindungen und Wahrnehmungen in den Vordergrund zu stellen. 
Besonders gut gefallen hat mir, dass die 2-in-1-Geschichte in "Pyromantische Affäre" nicht ganz so offensichtlich war. Beide Handlungsstränge werden von einem auktorialen Erzähler präsentiert und stehen in recht großem Kontrast. Bei Lila und Joe herrscht eine sauber-sterile, urban-moderne Atmosphäre, die von Lilas Schulmädchenlook und Joes leicht androgynem Vibe zusätzlich unterstützt wird. Bei Berit und Yui, deren Körperlichkeiten bewusst reduziert werden, dominiert romantisch-ländliches Ambiente mit Blicken und dem berühmten Prickeln, das in der Luft liegt. Beide Schauplätze wechseln sich ab, und erst im Nachhinein erhalten geschickt eingeflochtene Hinweise mit einen gewissen Aha-Effekt, der für großen Unterhaltungswert steht.
Als Bonus bietet dieses E-Book mit "Mister Wonderful" eine weitere erotische Erzählung über einen Mann, der sich mit einer nagenden Sorge an eine Therapeutin wendet: Er wird die Frauen einfach nicht los. 
Auch hier spielt die Autorin gekonnt mit Fantasie und Realität und präsentiert damit ein gelungenes Extra für alle, die gern zwischen den Zeilen lesen.
Ein E-Book, das die Wartezeit wert war.  

Mein Fazit ist beschämend unkreativ, denn ich kann nur mein Urteil zu Laura Lays "Das Geheimnis der Flamingofrau" unverändert wiederholen
Geschickt erzählte 2-in-1-Geschichte mit gut dosierter Erotik und ungekünstelten Charakteren.
Ideal für Liebhaber erotischer Erzählungen, die ohne Plattitüden und laut-explizite Handlungen Sinnlichkeit entfalten. 
Wer Wert auf Stil, natürliche, unübertriebene Figuren und sanfte Erzählweise legt, ist hier genau richtig. 

Gesamteindruck 
5 von 5 Weißdornzweigen

 




Buchdaten:
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 145 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 42 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00BISD3YI
 

... über "Alles zurück auf Anfang" von Edna Schuchardt

Edna Schuchardt
(Ednor Mier)

Wenn sich ein Nachzügler ankündigt ...

(c) Klarant
Über die Autorin:
Mehr Informationen über die Schriftstellerin Edna Schuchardt (auch bekannt als Ednor Mier) gibt es auf ihrer Website: http://www.ednor-mier.de/.

Zum Inhalt: 
Alexandra ist Ende Dreißig, sie lebt in einer glücklichen Ehe, und ihre beiden Kinder sind bald aus dem Gröbsten raus. Zu Alexandras großer Freude kommt ihre Schriftstellerei endlich in Gang, denn ihre Agentin übermittelt ihr die freudige Nachricht, dass ihr Herzblutmanuskript von einem Verlag angenommen wurde. Alexandra erwarten Termine über Termine, und sie hat die Chance, groß rauszukommen. Aber irgendwas stimmt nicht mit ihr, denn seit geraumer Zeit bekommt sie ihren Appetit einfach nicht in den Griff. Vielleicht kommen die Wechseljahre ja doch früher als gedacht? Aber Edgar, Alexandras Frauenarzt und Freund der Familie, hat eine ganz andere Überraschung parat ... 

Meine Meinung: 
Nachdem mir Edna Schuchardts "Jetlag" schon gut gefallen hatte, habe ich zuletzt, als sich wieder einmal Gelegenheit zu einer Bahnreise bot, erneut zu einem ihrer Kurzromane als E-Book gegriffen. Ich brauche auf längeren Fahrten im öffentlichen Verkehr immer etwas zu lesen, will aber meistens kein dickes Buch mit mir herumschleppen. Da liegen die Vorteile eines E-Readers mit einer umfangreichen Auswahl an kurzen Geschichten natürlich klar auf der Hand.
Wieder ist es der Autorin gelungen, mich gut zu unterhalten. 
"Alles zurück auf Anfang" hat mir sogar noch besser gefallen als "Jetlag", was vermutlich daran lag, dass ich mich mit der Protagonistin Alexandra in vieler Hinsicht identifizieren konnte. 
Auf nicht einmal einhundert Seiten wird deren "Dilemma" ziemlich gut deutlich. 
Alexandra fühlt sich noch jung und, vermutlich, auch relativ befreit, denn ihre Jungs sind im Pubertätsalter und hängen der Mutter nicht mehr dauernd am Rockzipfel. Sie findet mehr Freiräume und kann eigene Träume wieder mehr in den Vordergrund rücken.
Ihr Mann Ingo macht einen recht ruhigen Eindruck und trägt insgesamt zu einem recht harmonischen Familienbild bei.  
Da ist erfreulicherweise mal nichts zerrüttet oder sorgenzerfressen, nein, hier geht es recht normal zu. Nur, dass sich für Alexandra, die recht freigeistig dargestellt wird, gern Motorrad fährt und nicht die klassisch-gluckige Ehefrau und Mutter gibt, nun ein neues Kapitel in ihrem Leben öffnet. Ihre Leidenschaft für das Schreiben, die ihr bisher nur ein kleines Zubrot eingebracht hat, könnte ihr komplettes Leben umwerfen. 
Was sie aber umwirft, ist die Nachricht, dass sie ihr drittes Kind erwartet, wie man auch dem Buchumschlag unschwer entnehmen kann.
Und genau dieser Part der Lebensplanung war für Alexandra längst abgeschlossen. Vorsorglich hatte sie sich nämlich bereits vor Jahren sterilisieren lassen. 
Eine große Überraschung auch für ihren Gynäkologen Edgar, der Ingos bester Freund ist und erst einmal Alexandras ganzen Unmut abbekommt. Dass der gute Edgar dabei auf Hütchengröße zusammenschrumpft, lässt zwar wenig Professionalität vermuten, sich aber mit wohlwollendem Augenzudrücken mit seiner persönlichen Beziehung zur Familie entschuldigen. 
Angesichts Alexandras rigoroser Entscheidung, die Familienplanung operativ abzuschließen, verwundert es nicht, dass sie dieses Kind nicht will.  
Auch wenn bei Edna Schuchardt die turbulenten Aspekte der Geschichte im Vordergrund stehen, die mir sehr oft ein Grinsen ins Gesicht malen und mich zu einem lauten Kommentar veranlassen (der dann schräge Blicke der Mitreisenden erntet), fand ich es gut, dass die Autorin hier die Option des Schwangerschaftsabbruchs anspricht. 
Genrebedingt erahnt man, dass es nicht soweit kommen wird, überrascht hat mich allerdings, von wem die Gegenentscheidung dann aber ausging. 
Auch damit hat die Autorin gezeigt, dass sie es sehr gut versteht, Sympathien für ihre Charaktere zu wecken. 
Neben dem Baby-Plot bzw. harmonisch eingebettet in diesen erlebt die Protagonistin auch beruflich einiges Neues, und beides endet in einem leicht überspitzten Happy End, das einen das Buch mit einem Lächeln zuklappen/ausschalten lässt.
Edna Schuchardts Kurzromane "nur für Frauen" bieten zwar kaum Überraschungsmomente, spielen dafür aber geschickt mit Bekanntem und versprühen ordentlich Dynamik, sodass sie sich wunderbar für unterwegs oder zwischendurch eignen, wenn man mal wieder Lust auf schnörkellos erzählte Unterhaltung ohne herzzerreißendes Drama hat und das Herz nach raschem Happy End schreit. 
Manchmal vermisse ich zwar mehr Graustufen bei den Charakteren, so ist mir Ehemann Ingo hier schon fast zu gut, um wahr zu sein (ähnlich wie David in "Jetlag" oder - als Antiheld - Bertram, der so abhängig und verknöchert wirkte, dass ich ihn vorbehaltlos ablehnte), während Edgar sich für meine Begriffe für einen Arzt, der täglich mit vielen Menschen zu tun hat, zu schnell einschüchtern ließ
Dennoch fühlte ich mich rundum gut unterhalten, und darauf kommt es an.
Auf meinem E-Reader hat Edna Schuchardt jedenfalls einen festen Platz gefunden. 

Fazit: 
Liebenswerte Geschichte um eine überraschende, späte Schwangerschaft, mit sympathischen Charakteren und erheiternden Momenten. 
Für Frauen, die sich übers Kinderkriegen amüsieren können und kurzweilige Lektüre fürs Herz mögen.
 
5 von 5 Weißdornzweigen




Buchdaten:
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 241 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 77 Seiten
  • Verlag: Klarant UG (haftungsbeschränkt) (8. Februar 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00BDOKLZQ
 

Dienstag, 23. April 2013

... über "Jetlag" von Edna Schuchardt

Edna Schuchardt
(Ednor Mier)

Leichte Unterwegs-Lektüre mit Schmunzel- und Herzmomenten

(c) Klarant
Über die Autorin:
Edna Schuchardt, vielen Leserinnen und Lesern besser als Ednor Mier bekannt, geboren in Berlin, wollte eigentlich Sängerin werden. Um ihr Studium zu finanzieren, schrieb sie Kurzgeschichten für verschiedene Illustrierte und eine große Berliner Tageszeitung. Nach einem turbulenten Jahr in London, diversen Auftritten mit einer Band und einigen Jahren als ‚Familienmanagerin’ wandte sie sich ganz dem Schreiben zu. Seit 1986 arbeitet sie als freie Autorin für verschiedene deutschsprachige Verlage und hat in dieser Zeit über 400 Romane, Kurzgeschichten und Reportagen veröffentlicht.
In Zusammenarbeit mit dem Verlag Klarant, siehe http://www.klarant.de/ebooks, sind weitere spannende E-Books vom Edna Schuchardt erschienen. Weitere Informationen über die Schriftstellerin: http://www.ednor-mier.de/
(Quelle: Klarant) 

Zum Inhalt:
Claires Auszeit ist vorbei. Nach einem Vierteljahr in Colorado, wo die junge Boutique-Inhaberin nicht nur den American Way of Life genossen, sondern sich auch noch in den smarten David verliebt hat, erwartet sie wieder der Alltag. Und dazu gehört ihr Verlobter Bertram, den Claire auf einmal mit ganz anderen Augen sieht. Überhaupt will es ihr nicht so recht gelingen, sich wieder in Deutschland einzuleben, denn sie kann David nicht vergessen. Außerdem mietet sich ihre Freundin Melanie bei ihr ein, die gerade erst ihren Mann verlassen hat und nun mit ihren Beziehungssorgen und Eskapaden Claires Alltag einigermaßen durcheinander bringt. Und dieser blöde Jetlag will auch partout nicht verschwinden ...

Meine Meinung:
Noch kann ich mich mit meinem E-Reader nicht vollkommen anfreunden, vor allem umfangreichere Werke stellen eine Lesehürde dar. Unterwegs weiß ich ihn allerdings inzwischen zu schätzen, und gerade kürzere Werke können hier punkten. 
"Jetlag" ist solch ein Kurzroman für unterwegs und sorgt mit nicht einmal einhundert Seiten für vergnügliche Lesemomente, vornehmlich für die LeserIN
Edna Schuchardts Geschichte beginnt mit der Rückkehr der Protagonistin aus den USA
Mit dieser Reise hat sie sich einen Traum erfüllt und kehrt demnach um eine wertvolle Lebenserfahrung reicher zurück. Wie das Leben aber manchmal so spielt, sieht nach einer solchen Auszeit das Leben, das man zurückgelassen hat, gerne mal anders aus. 
So erlebt Claire vor allem beziehungstechnisch einen kleinen Kulturschock bzw. wird sich bewusst, warum sie unterbewusst die Eheschließung mit Bertram immer wieder auf die lange Bank geschoben hat. 
Unterstützt wird dieser Verlust der rosaroten Brille durch die recht amüsante, klischeehafte Zeichnung des Verlobten, der von vornherein auf dem besten Weg ist, zum Ex zu werden. 
Er hat einen ordentlichen Stock im Allerwertesten und zu allem Überfluss auch noch die typische Schwiegermutter namens Hilde-Marie im Schlepptau, die man wahrscheinlich auch mit florierendem Geschäft als Mitgift nicht geschenkt haben möchte.  
Beide Charaktere vermitteln den Eindruck, sie seien direkt aus einer Daily Soap entsprungen, wodurch Claires Colorado-Erfahrungen, die bereits zurückliegen und nur als Erinnerungen thematisiert werden, wesentlich authentischer wirken und die Sympathien ganz und gar nicht subtil dem anderen Mann zugespielt werden.
Claires und Bertrams Beziehung wird von Anfang an nicht als perfekt dargestellt. 
Als Claire von ihrer Freundin vom Flughafen abgeholt wird, ist der Verlobte, den der Leser noch kennenlernen muss, Gegenstand von Sticheleien und Trennungsgedanken. Dass der allwissende Erzähler Claire darüber nachsinnen lässt, wie oder wann er so geworden ist und warum sie sich überhaupt in ihn verliebt hat, kündigt zwar unmissverständlich an, dass in ihrem Leben Veränderungen anstehen, zeigt aber auch, dass sie nicht leichtfertig entscheiden will. Auch wenn sie in Colorado ihre leidenschaftliche Seite auslebte, scheint ein im Grunde ein recht bodenständiger Charakter durch, dem im Leben viel an Sicherheit gelegen ist.
Dort empfand ich einen Widerspruch, bei dem ich mir nicht sicher war, ob ich ihn als typisch weiblich hysterisch einstufen sollte. Zum einen ist Claire kein sprunghaftes Mädchen mehr, sondern hat eine Wohnung mit Gästezimmer, führt eine eigene Boutique, beschäftigt eine Mitarbeiterin und war in der Lage, dieses Geschäft ein Vierteljahr allein zu lassen. Zum anderen aber wird sie angesichts ihres hartnäckigen Jetlags plötzlich von Existenzängsten geplagt. 
Während es mich in anderen Roman häufig stört, wenn die Charaktere so offensichtlich auf der Leitung stehen, fand ich das in "Jetlag" wirklich amüsant. Dort wird Claire nämlich immer wieder von tausend Dingen davon abgelenkt, auf ihren Körper zu hören. 
Da ist die Boutique, in der die neue Winterkollektion ausgepackt werden muss.  
Da ist auch Freundin Melanie, die nach nur einem Jahr Ehe ihren Mann verlassen hat und jetzt mit Anfang Zwanzig einen drauf macht, in Claires Gästezimmer, und dafür sorgt, dass Claire hübsch zwischen den Stühlen sitzt. 
Und natürlich sind da Pantoffelheld Bertram und seine Mutter. Insbesondere letztere drängt auf baldige Entscheidung in Sachen Heirat und plant allerlei, bei dem Claire natürlich rasend gern dabei sein möchte, während Bertram fein der Frau Mama nach dem Mund redet. 
Nicht zu vergessen ist auch David, der täglich bei Claire anruft und ihre leidenschaftlichen Gefühle wachhält. 
Da kann man schon mal übersehen, dass ein Jetlag normalerweise kaum länger als eine Woche dauert ... 
Auch wenn mir "Jetlag" zum Ende hin etwas zu schnell war und die Figuren gern mehr Nuancen hätten haben dürfen, fühlte ich mich sehr gut unterhalten. 
Mehr von Edna Schuchardt wartet bereits auf meinem E-Reader. 
Die nächste Zugreise kommt bestimmt. 

Fazit: 
Routiniert erzählter Frauenroman, der trotz seiner Kürze mit allerlei Turbulenzen aufwartet, die zwar nicht unbekannt und durchaus vorhersehbar sind, aber für amüsante Lesemomente sorgen, und den Wunsch nach Happy End befriedigt.
Empfehlenswert, wenn die Lesezeit begrenzt ist und man sich noch vor Erreichen des Reiseziels zum glücklichen Ausgang schmökern möchte. 

Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen 





Buchdaten:
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 240 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 84 Seiten
  • Verlag: Klarant UG (haftungsbeschränkt) (21. Januar 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00B4IHP9Q
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