Donnerstag, 10. Januar 2013

Einmal Kommunikationstraining, bitte!

Da steh ich nun, Sprachberufler mit halbpädagogischer Abstammung, und schimpfe schon mal prophylaktisch auf Elektrospielzeug aller Art. 
Immerhin bin ich das Resultat von liebevoll gefiltertem Pädagogiklehrbuchwissen und jahrelanger Praxis am fremden Kind (wer's nicht weiß, meine Mama war Erzieherin, eine gestrenge zwar, aber eine, bei der man was lernen konnte)
Groß geworden bin ich mit wertvollen Holz- und auch ein paar Plastebausteinen, vielen Blei- und Buntstiften, einem ferngesteuerten Auto, das noch existiert, aber in seiner gesamten Lebenszeit ganze dreißig Minuten funktioniert hat. 
Computerberührung hatte ich zeitalterbedingt mit süßen 19 im zweiten Unisemester. 
Als Filtrat aus Theorie und sinnvoll verbrachter Spielkindheit sträubte ich mich vehement gegen den Einzug von Computersuchtvorbereitern im Miniformat. 
Mit Stolz darf ich verkünden, dass ich mich drei Jahre lang durchsetzen konnte.
Nun aber hat mich der Weihnachtsmann (du oller Verräter, du!) einfach überrollt. 
Ich frag mich zwar, wo der die Kohle hergenommen hat, aber irgendwie landete unter dem Weihnachtsbaum so'n eckiges Ding mit zwei Displays, eins davon ein Touchscreen, und links und rechts so Knöpfen, die sich prima mit den Daumen bedienen lassen. 
Während ich immer noch wie der Ochs vorm neuen Tor stehe und keine Ahnung habe, wie das Dings mit den vielen Features überhaupt funktioniert, startet Sohnemann voll zeitgemäß durch. Klar, heimliches Training am fremden Gerät in Kindergarten und Hort ist ein absoluter Garant, um die Eltern noch älter und unmoderner aussehen zu lassen. 
Da haben wir also den Kabelsalat ...
Mit schlafwandlerischer Sicherheit überwindet das Kind die Kindersicherungen in den Steckdosen, um sein Suchtobjekt aufzuladen. 
Wer hat ihm doch gleich das mit dem Kabel und dem Stecker erklärt? 
Irgendwie war ich da abwesend ... 
Überall schleppt mein Fleisch und Blut, zu dem ich langsam die Verwandschaft leugnen möchte, so wenig hat das Kind von mir, das Dingens mit hin. 
Kein Raum der Wohnung ist vor ihm und der nervigen Mario-Levelmucke, die immer wieder voll aufgedreht wird, wenn ich nicht mehr in Hörweite bin, sicher. 
In fremden Welten nach Goldstücken (oder so) suchend versunken schleicht mein Nachwuchs durch den Haushalt, schleift das Kabel mit. Sogar bis ins stille Örtchen
Und ich stehe daneben und bewege den Mund wie ein Karpfen, der am Teichufer sein Sterbchen machen will.   
Ganz ehrlich? Noch nie bin ich mir so uncool vorgekommen. Der olle Verräterweihnachtsmann, der hat nämlich mit dem Kind einen Deal gemacht, und weil ich ja seit Weihnachten der Karpfen bin, ist bisher kein konstruktives Wort aus mir herausgeschlüpft.
Doch bevor ich mein ergrauendes Haar in Wasserwellen legen kann, wittere ich meine Chance für mütterliches Eingreifen. 
Wieder zieht der Kabelzieher nämlich an mir vorbei - Mario ist jetzt wohl in Ägypten, wie die Musik vermuten lässt - und schlendert gameversessen zum WC, wo er ungewöhnlich lang versackt. 
So schleiche ich denn hinterher und gewahre das Kabel auf den malachitfarbenen Fliesen. Die Pädagogenstimme in mir ruft zur Ordnung. Nun reicht's aber mit dem Kabelsalat. 
Wer auch immer das mit dem Kabel und dem Stecker erklärt hat, hat was falsch gemacht.
"Warum liegt das Kabel auf dem Fußboden?", schnarre ich mit bedeutungsschwangerem Unterton, der a) bei Kindern und b) bei Männern und solchen, die es mal werden wollen/sollen, sowieso nicht funktioniert.  
Er nimmt sich nicht mal die Zeit, hochzuschauen. Die gestreifte Unterhose schlackert um seine Füße, während die Daumen zielstrebig die Knöpfe bearbeiten. Ach ja, und hatte ich die Musik erwähnt? 
"Warum liegt das Kabel auf dem Fußboden?", will ich noch einmal wissen. Der strenge Gesichtsausdruck, den ich zusammenzimmere, macht nur Falten, ist ansonsten aber recht wirkungslos. 
"Weil ich es dort hingelegt habe", bekomme ich zur Antwort. 
Völlig unschuldig und wertfrei. Natürlich. 
Die Erkenntnis trifft mich tief in meiner Sprachmittlerehre. 
Mit eingezogenen Schultern ziehe ich von dannen, kann nicht mal das doofe graue Kabel aufheben. 
Kabelsalat macht mich sprachlos. 
Ich bin dann mal weg. Nein, nicht mit dem Dingens spielen, wenn's Kind schläft. Sondern die Sache mit der mütterlichen Kommunikation bedarf dringend einer Überarbeitung. 
Also geh ich denn mal arbeiten ...
An mir!     

Mittwoch, 9. Januar 2013

Medienwechsel #14 - Der Jubibär

Sohnemann hat mich in den Weihnachtsferien zu allerlei Zeichenaktionen angestachelt. Unter anderem ging es auch an den Jubibär. Als mein Sohn knapp fünf Monate alt war, bin ich mit ihm und Kinderwagen in den Zug geklettert, um den Imker in der Nachbarstadt auf dem Markt zu überraschen. Da man aber nun nicht den lieben langen Tag mit Kinderwagen über einen Bauernmarkt tigern kann (na gut, kann schon, aber wollen nicht, insbesondere wenn man sich einen grauen Nieseltag im Oktober ausgesucht hat), habe ich einen Abstecher ins Kaufhaus unternommen. Bekommt man Kinder, sind Plüschtiere selbstverständlich höchst selten unter den zahlreichen Willkommensgeschenken von Freunden, Verwandten, Bekannten und anderen Hilflosen, die sich zu Geschenken verpflichtet fühlen, und selbstverständlich hat kein Mensch plüschtierige Altlasten aus der eigenen Kindheit. Nein, ganz gewiss nicht. Deshalb rollte ich mein kariertes Wäglein durch das Warenhaus, das in jenem Jahr just sein - ich weiß nicht, wievieltes - Jubiläum beging, und wurde von einem Plüschbären buchstäblich angesprungen. Natürlich war mein Sohn mit seinen fünf Monaten absolut aus dem Häuschen, denn ein Plüschbär in seiner Größe war schon immer sein Traum (= der Zwerg hat im Wagen gepennt und konnte meinem mütterlichen Kuschelkaufanfall ohnehin nicht widersprechen), weshalb ich ihn mitnehmen musste. Hat ja nur zehn Euro gekostet, und wer kann so was Knuffigem schon widerstehen? Nach Jahren plüschiger Gehirnwäsche sitzt der Bär heute - nach regelmäßigen Waschmaschinenaufenthalten - noch immer putzmunter in Sohnemanns Bett, und seit ich ihm die Geschichte vom Kaufhausbesuch mit Einkauf zum Jubiläumspreis erzählt habe, heißt der sympathische Teddy "Jubibär". Voilà, und so sieht er aus. Ungefähr jedenfalls.

Montag, 7. Januar 2013

Auf Englisch lesen?

Wie viele andere Blogger auch habe ich gestern auf Yvonnes Bücherecke ein paar interessante Fragen zum Thema "fremdsprachige Bücher lesen" (hier speziell englische) gefunden und beschlossen, einfach mal mitzumachen.
 
1. Seit wann liest du englische Bücher?
Seit gut 20 Jahren (Do the math! :-)), allerdings auch mit längeren Unterbrechungen.
 

2. Wie bist du dazu gekommen englische Bücher zu lesen?
Da ich auf einer fremdsprachig orientierten Schule war, war ich - leider - erst einmal gezwungen. Wir mussten uns zunächst vor allem in Russisch und in Englisch (weil wir diese Sprachen am längsten hatten) durch die üblichen Schulheftchen quälen. Quälen deshalb, weil diese Heftchen in etwa genauso viel Spaß machten wie die übliche Schullektüre in Deutsch. 
Freiwillig gelesen habe ich ein englisches Buch erst, als wir in der Theatergruppe Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" aufführten. Tatsächlich fand ich die Übersetzung manchmal so altertümlich kompliziert, dass ich das Bedürfnis hatte, mit dem Original zu vergleichen. Die Laienschauspielerin in mir wollte in den Originaltext eintauchen und sich davon anspornen lassen. Ha! Nicht, dass das Original super einfach gewesen wäre *hust*. 
Während des Studiums habe ich eher Fachbücher in anderen Sprachen gelesen, hauptsächlich auf Französisch, seltener auf Russisch und noch seltener auf Englisch (weil ich kein Englisch studiert habe).
Belletristik lese ich erst seit etwa 8 Jahren wieder auf Englisch, seit ich schon ein paar Jahre zuvor auf den Geschmack gekommen war, Filme und TV-Serien im englischen Original zu verschlingen (btw, thanks Buffy!)
Wieder angefangen mit dem englischen Lesen habe ich in erster Linie, weil es mir zu lange dauerte, bis die Fortsetzung von Reihen im Deutschen erschien. Meistens habe ich dann der Einheitlichkeit im Regal halber auf Englisch weitergelesen (und auch Geld bei den Taschenbüchern gespart). Dieses Phänomen verspürte ich allerdings nur bei Reihen, bei denen ich die ersten Bände in sehr schneller Folge hintereinander gelesen hatte. Mit zunehmendem Lesestoff komme ich inzwischen mit den Reihen nicht mehr nach, sodass sich langsam aber sicher auch die ungelesenen englischen Bände häufen. 
Zur Zeit lese ich aber fast nur Biografien auf Englisch, weil es die seltener in einer deutschen Übersetzung gibt. Zu Unterhaltungsliteratur greife ich auch in der Übersetzung, und das Argument, dass beim Übersetzen etwas verloren geht, ist für mich nur bedingt ein Argument, weil ich das bei Sprachen, die ich selber nicht spreche, schließlich auch nicht beurteilen kann und da auf Erfahrung und Gespür der Übersetzerkollegen vertraue und grundsätzlich der Meinung bin, dass selbst in einer globalisierten Welt nicht von allen Menschen verlangt werden kann, fremde Sprachen zu beherrschen, um ihr Kulturinteresse zu befriedigen.
Da ich selbst meinen Lebensunterhalt mit Übersetzen verdiene, bin ich in der Tat ganz froh, wenn ich im Lesealltag nicht von fremden Sprachen umgeben bin. 
Daher würde ich bei Englisch-Lesechallenges auch gnadenlos versagen. 
Auf Französisch und Russisch lese ich übrigens überhaupt nichts mehr.    
 
3. Was war dein erstes englisches Buch?
 

An die Pflichtlektüre in der Schule erinnere ich mich nicht mehr. Außer an den Ausschnitt, den wir aus "Herr der Ringe" lesen mussten, was mich bis heute so verfolgt, dass ich HdR nicht mehr angerührt habe.
Das erste freiwillige Buch war, wie oben erwähnt, "Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare, bevor ich dann nach einer langen Pause mit Christine Feehans "Dark Prince" wieder in die englischsprachige Unterhaltungsliteratur eingestiegen bin. 
 
4. Was machst du, wenn du etwas nicht verstehst? Nachschlagen? Einfach weiterlesen?
 

Ich glaube, dass ich die Stellen, die ich potenziell nicht verstehe, sehr oft einfach überlese. 
Beim Lesen ist es sehr ähnlich wie beim Filmeschauen. 
In einer fremden Sprache verstehe ich zwangsläufig nicht jedes Wort, und meistens ist das auch nicht notwendig, weil sich vieles im Kontext erschließt.
Grundsätzlich empfinde ich Unterhaltungsliteratur nicht als übermäßig schwierig, und ich merke, dass mein Leseverständnis wächst, je mehr ich zusätzlich auch Serien im Original sehe bzw. Hörbücher höre. 
Schwierigkeiten bereiten mir eher regionale Färbungen, da tue ich mich beim Hören und Lesen gleich schwer.  
Wirklich Probleme habe ich mit britischem Englisch, was daran liegt, dass ich (als DDR-Kind) zum einen erst ab der 7. Englisch hatte und dann in der 11. und 12. Klasse die USA das große Thema waren und wir entsprechend tief in amerikanisches Englisch eintauchen mussten, der Vergleich Britisch/Amerikanisch aber zu kurz kam.
Wiederkehrende Wörter, die ich nicht verstehe, aber eine gewisse stilistische Bedeutung haben, schaue ich schon mal nach, aber prinzipiell mache ich mich nicht zum Wörterbuchsklaven. 

5. Nenne 3 englische Bücher, die dir besonders gut gefallen haben.
Sehr gerne gelesen habe ich zum Beispiel First Drop of Crimson (Night Huntress World) von Jeaniene Frost. Eine meiner Lieblingsautobiografien ist There Really Was a Hollywood von Janet Leigh, und Daphne du Mauriers "Rebecca" gefiel mir sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch sehr gut.
 
6. Nenne 3 englische Bücher, die du einem Anfänger empfehlen würdest.

Wenn ich ehrlich bin, empfehle ich "Leseanfängern" eher kürzere Texte für den Einstieg, beispielsweise in Zeitschriften. Zusätzlich kann es nicht schaden, Filme und Serien im Original zu schauen, um sich in eine fremdsprachige Stimmung zu bringen. Mit meiner Englisch-Nachhilfeschülerin habe ich Shiver von Maggie Stiefvater gelesen. Sie mochte das Buch zwar nicht, aber sie hatte beim Lesen wider Erwarten recht wenig Verständnisprobleme. 
Natürlich kann man sich auch an Kinderbüchern versuchen, denn der Wortschatz, den man so landläufig im Lernprozess erwirbt, entspricht häufig nicht dem, den man in seiner Muttersprache hat. Je nach Spracherfahrung im Alltag wird man feststellen, dass man unter Umständen einen gewissen themenbezogenen Wortschatz pflegen, normalen Alltagsgesprächen aber vielleicht nicht folgen kann. (Es ist mir selbst schon passiert, dass ich als Studentin bei einem Aufenthalt in Frankreich den lieben langen Tag dolmetschte, unter anderem über die Gewinnung ätherischer Öle, und dann meinen Gastvater anschaute, wie die Kuh ins Uhrwerk guckt, und ihn nicht verstanden habe, als er mir vorschlug, im Falle eines nächtlichen Durstanfalls Leitungswasser zu trinken. Ich habe bis dahin das Wort "Wasserhahn" weder gehört noch benutzt :-)). 
Anyways ... speaking of Kinderbücher: Mit meinem Sohn, der noch kein Englisch hat, aber mich mit sanfter Nervigkeit immer wieder zum Vorlesen und Vom-Blatt-Übersetzen zwingt, blättere ich sehr gerne in Büchern von Nathaniel P. Jensen, von dem wir Life in the Slow Lane: A Desert Tortoise Tale, Don't Ever Cross That Road!: An Armadillo Story und Desert Night Shift: A Pack Rat Story besitzen. Aber ganz so einfach sind die auch nicht, denn die Geschichten um die possierlichen Wüstenbewohner sind in Reimform geschrieben (aber sehr informativ und wunderschön illustriert). 
  
7. Nenne 3 englische Bücher, die du nur Profis empfehlen würdest.

Na ja, Anglistikstudenten werden sicherlich Freude (und Leid) an der Weltliteratur im Original haben
Für mich ist es schwierig, zu entscheiden, was ich als laien- oder profitauglich empfinde, denn ich gehe eher den Weg des geringsten Widerstandes und lese auf Englisch Bücher, die in mein Beuteschema passen. 
Jugendbücher empfinde ich beispielsweise nicht immer als einfacher, weil sie vor allem in Dialogen eine Sprache reflektieren (können), die ich im Deutschen nicht nutze und in einer Fremdsprache ebenfalls nicht pflege.
Andererseits schafft es aber auch J.R. Ward, einen mit Abkürzungen in den Wahnsinn zu treiben (glücklicherweise sind ihre Fans aber sehr emsig und stellen ganze Abkürzungslisten online). 
Während ich beispielsweise an Tom Hollands The Vampyre: Being the True Pilgrimage of George Gordon, Sixth Lord Byron gescheitert bin, tue ich mich unter anderem mit Arthur Miller weniger schwer. 
Wichtig finde ich grundsätzlich, dass man sich, wenn man nicht gerade irgendetwas unbedingt lesen muss, weil eine Schulnote davon abhängt, nicht zwingt und liest, worauf man Lust hat, denn ansonsten macht auch Englisch-Lesen sicher keinen Spaß
Man sollte es einfach mal ausprobieren, um zu sehen, ob einem das Originallesen überhaupt liegt. Das ist heutzutage gar nicht mehr so schwierig, denn zu den meisten Büchern gibt es ja Leseproben, sodass man nicht die Katze im Sack kaufen muss und sich dann ärgert, Geld ausgegeben zu haben.
Vor Sprachen muss man keine Angst haben und manchmal reicht es, nur den inneren Schweinehund zu überwinden und loszulegen.
Man muss aber auch nicht traurig sein, wenn es nicht klappt. Vielleicht sollten die Erwartungen niedrig gehalten werden und die Sache mit Spaß in Angriff genommen werden. Man kann nicht alle Idiome kennen und sprachlichen und kulturellen Eigenheiten erspüren. Auch wenn die Leidenschaft für das geschriebene Wort noch so groß ist, muss einem noch lange kein Sprachtalent in die Wiege gelegt worden sein. 
Und für den Fall gibt es immer noch Übersetzungen. 

Samstag, 5. Januar 2013

Fremde Federn

Dieses Foto habe ich nämlich nicht selbst geschossen, sondern mein Mann. Wir waren heute im Reptilienzoo in Nordhausen, um unserem kleinen Echsen- und Schlangenfan ein Wochenendereignis zu bieten. Und ich war gaaaaaaanz tapfer, denn ich bin nun wirklich kein Reptilienfreund. Als Belohnung bekam ich dann im Außenbereich ein freilaufendes Lama zum Streicheln. Obwohl ich allerlei Allergien, inkl. Tierhaarallergie, pflege und derzeit so wunderbares Frühlingswetter herrscht, wurde ich nicht von Schnief und Trän geplagt, und somit darf ich diesen Samstag als netten Familientag verbuchen.

... über "Schattenfangen" von Louise Erdrich

Louise Erdrich 

Ein Paar in einer Spirale aus Liebe, Hass und dem schönen Schein, den es für Gesellschaft und Kinder zu wahren gilt. Mit überspitzt tragischer Konsequenz. 

Zum Inhalt: 
Irene und Gil sind schon lange verheiratet. Beide zum Teil indianischer Abstammung, beide trinkfest, beide auf ihre Weise vom anderen fasziniert, haben sie vor Jahren zueinander gefunden, und Irene wurde zu Gils immerwährender Muse. Selbst als sie längst verheiratet sind, drei Kinder haben, ist sie noch immer das einträchtigste Motiv des Malers. Er malt sie in allen erdenklichen Posen, von verträumt bis pornografisch erniedrigend. Seine Bilder von Irene machen ihn zum indianischen Edward Hopper. Irene lässt ihn gewähren. Doch während sie in Kunstkreisen weiterhin als die rühmliche Ausnahme gelten, stimmt in ihrer Beziehung schon lange nichts mehr. Irene hat ihre eigene wissenschaftliche Karriere, nebst Dissertation, auf Eis gelegt, um ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ausüben zu können. Was ihr nicht gelingt, denn sie ist die Unentschlossene, die scheinbar nichts zu Ende bringen kann, Bücher über Bücher stapelt, nie zu Ende liest und ihnen nur Passagen entnimmt, die sie für ihre Dissertation benötigt, die sie vermutlich ohnehin nie fertigstellen wird. Was sie beschäftigt, quält, hält sie in einem Tagebuch fest, das sie, so glaubt sie, gut versteckt. Gil, dem krankhaft Eifersüchtigen, bleibt es jedoch nicht verborgen. Als er Irenes Aufzeichnungen findet, ist er der festen Überzeugung, dass sie ihn hintergeht. Sie hingegen weiß längst, dass er ihr indiskret nachspioniert. Verärgert beschließt Irene, ein Tagebuch nur für Gil zu verfassen, während sie die wahren Ereignisse in einem anderen Tagebuch dokumentiert, das sie in einem Bankschließfach aufbewahrt und sogar in der Bank schreibt. Ihr kleiner Racheakt manifestiert jedoch nur umso stärker, wie weit ihre Beziehung bereits zerbrochen ist. Man liebt sich, man hasst sich, Intimitäten sind längst nicht mehr liebevoll, sondern von Verzweiflung und Gewalt geprägt. Verzweifelt tragen Gil, der die Einsamkeit ohne Irene und die Kinder fürchtet wie eine tödliche Krankheit, und Irene, die ihre eigene Unzulänglichkeit bald ganztags und vor Kinderaugen im Wein ertränkt, einen erbitterten Kampf aus, um eine zerrüttete Familie zu retten. Der Kinder wegen? Um den Schein zu wahren? Einen Kampf, dem das schwächste Glied unterliegen wird. 

Meine Meinung: 
In ihrem nur 239 Seiten starken Roman schildert Louise Erdrich die Komplikationen einer Beziehung, die von Liebe geprägt sein will, letztendlich aber nur von Abhängigkeiten gefährlich fragil zusammengehalten wird. 
Die Paarung von Künstler und Muse schabt bereits am Klischee des irren Künstlers, für den es zwangsläufig keine Normalität gibt. Gil ist ein Maler, der all seine Inspiration in Irene findet. Selbst wenn er es leugnet, so nährt er seine künstlerische Ader ganz und gar von ihr, während sie ihm überdies das vollkommene Familienbild verschafft, sich als die Frau an seiner Seite präsentiert und ihm zwei Söhne und eine Tochter gebiert, deren Zusammenhalt er mit aller Macht bewahren will. In erstickender Absolutheit umgibt er sich mit ihr, besitzt sie und erdrückt sie doch mit vollkommen abwegiger Eifersucht. 
Irene wiederum hat sich mit einer Absolutheit der Familie verschrieben, dass sie selbst irgendwo auf der Strecke verloren gegangen ist, den Familienalltag aber im Grunde nicht meistern kann und an sich selbst verzweifelt.
Beide haben in ihrer Beziehung einen Punkt erreicht, an dem selbst Kleinigkeiten zur Eskalation führen. Lächerliche Banalitäten zu endlosen Verletzungen führen und keiner nur einen Millimeter mehr von seinem Standpunkt abrücken kann.  
Mutet Irenes Tagebuchschreiberei zunächst nach kindischem Piesacken an, hat sie doch das Ausmaß von Gils Besitzsucht einigermaßen unterschätzt. Gemeinheiten werden zum Spiel, wo doch eine Scheidung so viel einfacher scheint.
Über den gesamten Roman hinweg ist die Beziehung dieser beiden zentralen Figuren von übertriebenen Animositäten und einem unentschlossenen Vor- und Zurückrudern geprägt, und dazwischen stehen immer wieder die Kinder, eingebettet in ein Konstrukt aus Belang- und Ereignislosigkeit. 
Die Autorin hat mit "Schattenfangen" ein trotz seiner Kürze einigermaßen kompliziertes Werk geschaffen, das mit seiner Eigenwilligkeit nicht jedem Leser liegen wird. 
In kursiv gedruckten Tagebuchaufzeichnungen, die zwischen dem blauen - dem echten - und dem roten - dem falschen - Tagebuch wechseln, lässt sie Irene zu Wort kommen, während ein (vermeintlich) allwissender Erzähler die Passagen mit Zwischenbetrachtungen zusammenhält. Dialoge sind nicht als solche gekennzeichnet und fügen sich in das Plätschern der Handlung ein. 
Die einzelnen Erzählebenen lesen sich nicht immer leicht, und ich hatte insbesondere in den Tagebuchpassagen, obwohl diese immer gekennzeichnet sind, meine Schwierigkeiten, auseinanderzuhalten, was sich Irene denn nun für Gil ausgedacht hat und was ihre Realität ist. Die Schilderungen des auktorialen Erzählers, dessen Identität sich erst auf den letzten Seiten des Buches enthüllt, wodurch ihm seine Allwissenheit wieder genommen wird, sind oft quälend uninteressant und kaum handlungsrelevant und vermitteln doch gewissermaßen die Schlichtheit und Alternativlosigkeit des Lebens, das um die Familienblase herumdümpelt. 
Ethnische Be- und Empfindlichkeiten klingen hier und da an, fühlen sich aber erzwungen an, weil nun mal dummerweise Protagonisten halbindianischer Abstammung gewählt wurden, einer Herkunft, die den Kindern nur halbherzig vermittelt wird. Blass bleibt zudem Gils Kunst, die kaum bildlich greifbar wird und ihm, bewusst oder unabsichtlich, einen Hauch von Überschätztsein wie auch Selbstüberschätzung anheftet. Selbst Irene hält seine angebliche politische Botschaft für scheinheilig und würdigt seine Bilder selten eines Blickes, die Bilder, die sie darstellen, wie Gil sie sehen will, Irene sich aber nicht erkennt.
Nicht selten schüttelt man den Kopf angesichts der absurden Blüten, die Gils und Irenes Reibereien ausschlagen, und doch erschreckt die Einfachheit des Beziehungsdramas, das sich in vermeintlich illustren Kreisen abspielt. Beide Partner sind erwachsen und doch unfähig, die notwendigen Schritte zu gehen. Kommunikation scheitert und wird unter Hinzuziehung professioneller Hilfe nahezu lächerlich. Anstatt einfach zu gehen, spielt Irene ein Spiel mit Gils unbezähmbarem Temperament, das ihr sehr wohl bewusst ist. Und unweigerlich zieht sie die vielversprechenden Kinder mit hinein, Florian, der unter so manchem Ausbruch des ach so anerkannten Malers Gil LaRose zu leiden hat, die still beobachtende Riel, die nach ihren indianischen Wurzeln sucht und sich wohl nie von der Wut auf ihre Mutter erholen wird, und der kleine Stoney, der am verhängnisvollen 11. September zur Welt kam, einem Tag, an dem das freudige Ereignis seiner Geburt für Gil hinter die nationale Tragödie rückte, was Irene ihm nie verzeihen konnte.
Obwohl die Partner, die ohne einander nicht sein können, irrational und überzogen reagieren, bleibt "Schattenfangen" leise und wirkt stellenweise so ungeklärt und unfertig wie die festgefahrene Beziehung, die der Roman erzählt. Der Erzähler bekommt Gelegenheit, Partei zu ergreifen, und mit ihm auch der Leser. Sympathien und Verständnisbereitschaft wechseln, bis man angesichts des radikalen Endes einer radikalen Liebesgeschichte, die so voller Besessenheit war, dass sie nur verglühen konnte, schockiert zurückbleibt

Fazit: 
Die Geschichte einer Liebe, die an fast schon profanen Machtspielen und Besessenheit zerbricht und doch mit tragischer Konsequenz überdauert. Mehrere Erzählebenen schildern die Verwirrungen von Liebe und Hass einigermaßen komplex und verlangen vom Leser Geduld und Bereitschaft, zwischen den den leisen Zeilen zu lesen und Banalitäten zu überwinden, um tiefer zu blicken, weshalb für "Schattenfangen" nur eine vorsichtige, nicht allgemeingültige Leseempfehlung auszusprechen ist. 

Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen





Buchdaten
  • Gebundene Ausgabe: 239 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (20. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch, übersetzt von Chris Hirte
  • ISBN-10: 3518422235
  • ISBN-13: 978-3518422236
 
 
  

Freitag, 4. Januar 2013

... über "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour

Nina LaCour 

Eine Freundschaft, die dir alles gibt und das Leben weitergehen lässt

Zum Inhalt: 
Caitlins Welt ist zusammengestürzt. Von einem Tag zum nächsten. Ihre beste Freundin Ingrid, mit der sie durch dick und dünn gegangen war und die sie genau zu kennen geglaubt hatte, hat sich das Leben genommen. Ein Mensch mit einer besonderen Wahrnehmung, voller Gespür für Bilder und voller Träume ist mit nur sechzehn Jahren endgültig am Leben gescheitert, und auch die innigste Freundschaft konnte ihn nicht retten. Caitlin versteht die Welt nicht mehr. Ihre Fragen verpuffen unbeantwortet, und sie muss versuchen, ihr Leben ohne Ingrid weiterzuleben. Dann findet sie eines Tages unter ihrem Bett Ingrids Tagebuch, das diese wohl kurz vor ihrem Tod dort platziert hat. Mit jeder Seite erfährt Caitlin nun mehr über ihre Freundin und mit jeder Seite, die nicht nur Erinnerungen wach werden lassen, sondern auch tiefen Schmerz bereiten, gelingt es ihr mehr, sich zu verabschieden. Nach und nach kann sie sich einer neuen Freundschaft zu ihrer neuen Schulkameradin Dylan öffnen und sogar erste romantische Gefühle zulassen, bis sie Ingrid gehen lassen kann und sie mit einem Lächeln tief im Herzen bewahrt. 

Meine Meinung: 
Rein zufällig stand Nina LaCours Jugendroman über Verlust, Trauer und Abschied in meinem Regal gleich neben Laurie Halse Andersons "Wintermädchen", das nur im Hinblick auf den Verlust einer Freundin Ähnlichkeiten aufweist. Im ersten Augenblick wollte ich den Roman wieder beiseite legen, weil ich fürchtete, zwei schwer verdauliche Bücher in so kurzer Zeit könnten mich überfordern. Nachdem ich nun aber "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" beendet habe, blicke ich auf das Buch und lächle, denn anstatt mich in Trauer zu erdrücken, spendet es Hoffnungsfünkchen. Schritt für Schritt. 
Nina LaCours Geschichte beginnt mit der vollendeten Tatsache, die jedoch zunächst nicht direkt ausgesprochen wird, sondern sich häppchenweise auf den ersten Seiten erschließt. 
Die sechzehnjährige Caitlin befindet sich noch mit ihrer Mutter im Sommerurlaub. Eine lange Auszeit, denn Caitlin muss sich von etwas erholen. Sie muss verarbeiten. Erst dann erfahren wir, dass ihre beste Freundin tot ist. Sich das Leben genommen hat.
Und dann ist der Sommer vorbei. Caitlin muss zurück in die Schule. Spießrutenlaufen zwischen mitleidigen Blicken und Getuschel. Allein muss sie zurück in den Fotografiekurs, in dem die begabte Ingrid im vergangenen Schuljahr der Star war und Caitlin sich geduldet vorkam. 
Das Mädchen jammert nicht. Sie schweigt. Doch in ihr arbeitet es. Sie leidet unendlich. Verloren in Fragen und tiefer Melancholie kann sie sich nicht aufraffen zu ihren Hausaufgaben, schleicht sich nachts auf den Rücksitz ihres Autos, das sie noch nicht fahren darf, weil sie die Führerscheinprüfung im letzten Schuljahr nicht abgelegt hat. In ihrem Auto hört sie The Cure und erinnert sich an Ingrid, und dort schläft sie schlussendlich auch ein. 
Ihre Eltern zeigen sich hilflos, üben jedoch weder Zwang noch Kritik. Sie akzeptieren die Trauer ihres Kindes, unterstützen Caitlin auf eher vorsichtige Weise, was diese durchaus wahrnimmt und gelegentlich in ihrer Ich-Erzählung mit einem leicht sarkastischen Anflug kommentiert. Neben einem Menschen zu stehen, der vermeintlich einsam alle Phasen der Trauer durchwandert, kann aufreibend sein und durchaus zu Konflikten führen. Nina LaCour umschifft solche allerdings, indem sie Caitlin in ein solides Zuhause hineinschreibt, das sie zu einem grundsätzlich gefestigten Charakter macht, dem man nur die notwendige Zeit geben muss, um seinen eigenen Weg wiederzufinden. Dies geschieht in "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" auf eine angemessen gemächliche Weise, nicht zu knapp und nicht in die Länge gezogen. 
Caitlins Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis ihrer Freundin und dem Neuen in ihrem eigenen Leben erhält ähnlich viel Raum, sodass das Hier und Jetzt bei aller Trauer nicht untergeht.  
Mit der Neuen, Dylan, kommt nicht nur neuer Tuschelstoff in Caitlins Schule, sondern auch eine neue Freundin in ihr Leben. Die Lesbe mit einem Faible für Physik und poetischem Textgespür kann zuhören, ohne unqualifizierte Kommentare abzugeben, und sie packt Caitlin nicht in Watte. Sie macht ihr klar, dass sie weder Ersatz noch Lückenbüßer sein will. Und je mehr Caitlin in Ingrids Tagebuch liest, desto mehr erfasst sie den Begriff Freundschaft. 
Ingrids Tagebuch ist etwas Besonderes. Es fällt nicht in die Kategorie: "Mein liebes Tagebuch, heute ist der dritte März und ich muss dir was erzählen", sondern es ist in Briefform gestaltet. Briefe, die jeweils einen bestimmten Adressaten haben, mal die Eltern, mal Caitlin, dann wieder Jayson, in den Ingrid heimlich verliebt war, ein anderes Mal wiederum ist das Heute oder die Regenwolken der Empfänger. Außerdem sind die Briefe typografisch hervorgehoben, in anderer Schriftart und mit grauem Hintergrund. Damit stechen sie hervor und verleihen so Ingrid, die Caitlin in Worten und mit unzähligen Fotos begleitet, zusätzliche Präsenz und Sichtbarkeit. 
Nachdem ich zu Beginn der Lektüre eine gewisse Schwere verspürt habe und um einige Tränen nicht umhin kam, hellte sich meine Stimmung während des Lesens Schritt für Schritt auf. Einmal, weil Nina LaCour sich nicht in unzähligen psychologischen Ergründungsversuchen ergeht. Sie spricht Caitlin die Fragen nach dem Warum zwar nicht ab, konzentriert sich jedoch vordergründig auf das Akzeptieren von Fakten und das Abschiednehmen, was im Grunde wichtiger ist als lückenloses Wissen und Verständnis. So sehr Ingrid am Leben gescheitert sein mag, so sehr wird sie es wohl verstanden haben, dass es für Caitlin ein Danach geben muss. Auch wenn sie Caitlin selbst auffordert, sie zu vergessen, sorgt sie selbst dafür, dass Caitlin genau das nicht tut, wohl aber in der Lage ist, sie gehen zu lassen. Ingrid überlässt Caitlin ihr Tagebuch, weil sie ihr all die Sorgen, die sie im Alltag heimsuchten, nicht mündlich kommunizieren konnte. Auch wenn sie zunächst Caitlin damit eine kaum zu stemmende Bürde auferlegt, will sie letztendlich kein Verständnis erheischen, sondern mitteilen, dass sie niemanden mit ihrer Entscheidung verletzen wollte. "Die Sonne scheint nicht mehr für mich, das ist alles", schreibt sie (Seite 253 der gebundenen Ausgabe) und bricht damit auch Caitlins Suche nach Gründen ab. 
Im Verlauf dieses ersten Schuljahres ohne Ingrid lernt Caitlin, dass sie mit ihrem Schmerz nicht allein ist, und sie erfährt, wie andere Ingrid sahen. 
Als roter Faden zieht sich dabei das Thema Fotografie durch den Roman, Ingrids wichtigstes Hobby, das sie träumen lässt und schlussendlich auch Caitlin hilft, sich weiterzuentwickeln, menschlich wie künstlerisch. Auf diese Weise erhält Nina LaCours Geschichte einen visuellen Touch, der in tiefgründigen, nicht ausgelutschten Bildern die Protagonistin durch ihre Trauer begleitet. Mit Plätzen, die Caitlin mit neuen Menschen zu teilen lernt. Hin zu neuen Freundschaften und erwachsenen Entscheidungen. Hin zu einem Leben, das ohne Ingrid funktioniert, in dem Ingrid aber dennoch stets dabei sein wird. 

Fazit: 
Jugendroman über Verlust und Freundschaft, der mit feinsinnigen Bildern Emotionen zulässt und zu längerem Nachdenken einlädt, aber trotz traurig-melancholischen Grundtons für das Leben plädiert und leise Hoffnung spendet. 

Gesamteindruck: 
5 von 5 Weißdornzweigen





Buchdaten
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Fischer Schatzinsel; Auflage: 1 (3. März 2011)
  • Sprache: Deutsch, übersetzt von Nina Schindler
  • Umschlaggestaltung: Buchholz / Hinsch / Hensinger
  • Umschlagabbildung: Nina Rose Hardy
  • ISBN-10: 359685413X
  • ISBN-13: 978-3596854134
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre

Erhältlich als: 






Gebundene AusgabeKindle E-Book
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