Dienstag, 31. Dezember 2013

Leserückblick 2013

Da ich mit Interesse die Rückblicke meiner Blognachbarn lese, habe ich mich kurzfristig entschlossen, mein Lesejahr 2013 noch einmal ausführlicher Revue passieren zu lassen. 
Es hatte sich schon im letzten Jahr als gute Entscheidung herausgestellt, eine private Statistik zu führen. Ich stelle nämlich fest, dass ich mir die Büchermenge übers Jahr gar nicht mehr merken kann. 
2013 habe ich gut 20 Bücher weniger als 2012 konsumiert, und weil in diesem Jahr auch noch viele recht dünne Bücher dabei waren, fällt die Seitenzahl noch geringer aus. Drei Monate waren sogar dabei, in denen ich überhaupt kein einziges Buch gelesen oder gehört habe.
Zu wenig? Nein. Genau richtig.
Insgesamt gesehen habe ich mehr Bücher gelesen, die ich gerne aufhebe (inzwischen gebe ich viele Bücher an die Bücherei ab) und an die ich mich auch nach Monaten noch erinnern kann. 
Mein Fazit in Sachen E-Books und Hörbüchern ist ernüchternd, denn meine Konsumbilanz in diesen Medien fällt extrem spärlich aus. Obwohl ich 2013 häufig für Weiterbildungen unterwegs war, habe ich tatsächlich nur 3 E-Books gelesen, und die auch noch zu Hause. Vielmehr stelle ich fest, dass ich auf meinen Weiterbildungsfahrten auf der Hinreise gar nichts lese (früh um 8 Uhr im Zug ist mir dann doch eher nach einem Extrastündchen Schlaf) und auf der Rückreise meistens ein Buch in der Bahnhofsbuchhandlung kaufe und dann auch direkt zu lesen beginne. Unser Kindle verstaubt also immer noch. Für 2014 habe ich mir aber vorgenommen, den E-Book-Versuch für unterwegs noch einmal zu wagen, da bereits ein paar mehrtägige Schulungsreisen anstehen. 
Das Medium Hörbuch wurde mir ein wenig verhagelt. Wahrscheinlich bin ich auch noch selbst dran schuld. Ich kaufe nämlich meistens die Hörbuchversionen von Büchern, die mich interessieren, aber nicht unbedingt als Papierbuch mein Regal bevölkern müssen. In den meisten Fällen sind das aber Serien, sodass ich wochenlang in den Genuss eines und desselben Sprechers komme. Nun stelle ich fest, dass es mir eher auf die Nerven geht, immerzu einen Erzähler im Ohr zu haben und ich auch bei der abendlichen Hausarbeit, die sonst immer Anlass für Hörbücher war, lieber meine Ruhe habe. Dazu kommt meine großartige technische Begabung, denn seit dem letzten iTunes-Update passt auf meinen iPod trotz manueller Verwaltung nur noch ein Bruchteil dessen, was er vorher fasste, sodass ich jedes Mal einen Kampf mit der Software austrage, um überhaupt ein Hörbuch draufzubekommen. So habe ich mittlerweile einen Stapel ungehörter Bücher, den ich 2014 gerne in Angriff nehmen möchte, ohne mir das als echten Vorsatz festnageln zu wollen.
Außerdem nehme ich mir vor, Bücher nur noch dann zu kaufen, wenn ich sie gleich lesen möchte. Das hat 2013 schon ganz gut geklappt. Ich habe nur wenige Bücher gekauft, die noch immer ungelesen im Regal stehen. Die meisten davon sind Fortsetzungen, die ich unbedingt schon mal im Regal haben wollte. (Blödes Hamsterverhalten!) Tja, da stehen sie halt immer noch, denn plötzlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf diese Geschichten. Im Nachhinein ärgert mich die Geldausgabe, deshalb werde ich mich 2014 noch mehr zusammenreißen und auch wieder das eine oder andere Mängelexemplar kaufen, anstatt zum ladenneuen Hardcover zu greifen. 
Inzwischen ist es mir ein Bedürfnis, mehr querbeet zu lesen und auch mal Genres auszuprobieren, die mir sonst nicht liegen. Für Ermittlerkrimis aber kann ich mich noch immer nicht erwärmen, weshalb ich künftig wohl doch einen Bogen darum machen werde. Trotzdem waren diese Bücher für mich kein echter Flop. Überhaupt gab es für mich 2013 kaum Leseenttäuschungen - einmal empfinde ich nach wie vor jedes Buch als Bereicherung und andererseits habe ich mich durch keines durchquälen müssen. Klar, Enttäuschungen waren dabei, aber das liegt ja oft an den hohen Erwartungen, die man sich selbst setzt, weil gerade jeder ein bestimmtes Buch zu lesen und zu bejubeln scheint. Das wird es auch im nächsten Jahr wieder geben.
Entdeckt habe ich eine Schwäche für Coming-of-Age-Romane und Geschichten, die von der Suche nach dem Ich erzählen. Marjorie Celonas "Hier könnte ich zur Welt kommen" war solch ein Roman. Auch "Morgen vielleicht" von Jessica Soffer konnte mich berühren und sogar zu Tränen rühren, und Nickolas Butlers "Shotgun Lovesongs" ist mit seinen Klängen ohnehin eines meiner Jahreshighlights. 
2013 stand sehr wenig Fantastisches und Paranormales auf meinem Leseplan. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich darauf keine Lust hatte. Aber selbst wenn ich mehr in diesem Genre gelesen hätte, bliebe "Sturmherz" von Britta Strauß mein unangefochtener Favorit. Ich liebe einfach Geschichten, die mich mit ihrer poetischen Sprache verzaubern und nachhallen, wenn das Buch längst seinen Platz im Regal gefunden hat. 
Neben "Sturmherz" standen 2013 auch  noch andere Jugendbücher auf meinem Leseplan. Dabei habe ich festgestellt, dass mir das Genre Jugendthriller durchaus zusagt. 
Auch Auswandererromane konnten in diesem Jahr mein Interesse wecken. Gerne würde ich auch da mehr lesen. 
Für 2014 will ich mir aber trotzdem nur pauschal vornehmen, weiter querbeet und das zu lesen, worauf ich Lust habe, ganz gleich, ob es sich um eine Neuerscheinung oder ein älteres Buch aus meinem SuB handelt. Ich werde weiterhin meine private Statistik führen, um für mich selbst einen Leseüberblick zu behalten. Unter Druck setzen werde ich mich allerdings nicht. Und wenn ich 2014 nur drei Bücher lesen sollte, ist das auch gut. 

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Ich mag Jahresrückblicke auch, aber nur die mit Text, die bloßen Statistiken sagen eigentlich kaum etwas aus.
E-Books habe ich seltsamerweise auch weniger gelesen, als ich es dachte und wollte. Aber das lag auch oft daran, dass a)ältere Titel nicht als E-Book zu haben sind und b) ich irrigerweiser Angst um den Reader hatte, wenn es zu kalt oder zu warm war oder ich in der stark besetzten Bahn stand.
Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr besser ;-)
Ich wünsche Dir auch für 2014 immer die rechte Lektüre!

Sinje hat gesagt…

Ja, ich denke auch, dass Statistiken Außenstehenden wenig sagen.
Mir ist es auch schon aufgefallen, dass Älteres nicht als E-Book erhältlich ist. Eigentlich schade, denn ich würde vielleicht doch das eine oder andere Buch elektronisch lesen, denn auf Neues bin ich nun wahrlich nicht festgelegt.
Ich erinnere mich, dass Du das Warm-/Kaltproblem schon mal gesprochen hattest. Ich hatte noch im Hinterkopf, dass ich das mal ausprobieren wollte, aber dann war das eh hinfällig, da ich den Kindle so gerne verlege und im Winter nur zur Buchmesse gefahren bin, wo ich die Bücher nicht auch noch hinschleppen wollte.
Ich wünsche dir ein entspanntes Lesejahr 2014.

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