Mittwoch, 3. Juli 2013

Neulich ...

... bei McDonald's

Bei McDonald's gibt's was Neues - zumindest für uns vom Lande, die es vielleicht einmal im Quartal dorthin verschlägt, wenn's mit dem Food wirklich mal fast gehen muss. 
So drohte das Kind neulich nach einem ausufernden Baumarktbesuch, die extra mitgeschleppte Magnumflasche Mineralwasser verweigernd, zu verdursten und ließ uns mitsamt Lavendel- und Farbtöpfen in die nächstgelegene Filiale einreiten. 
Und dank umfangreicher Werbebepflasterung war der Durstlöscher schnell angepeilt. 
Bunt. 
Süß. 
Kalt. 
So soll er sein, der Slush. 
Mit garantierter Brainfreeze-Nebenwirkung. 
Während wir längst auf einem der abgewetzten Kunstledersessel lümmelten, uns ärgerten, dass wir nun doch was in dem Baumarkt, der sich laut Werbebeschilderung immer sehr freut, dass er uns helfen konnte, vergessen haben, und meine Gehirnwindungen garantiert schmerzhaft zufroren, reihten sich vor der Theke des McCafé Kinder auf. 
Vier, die sich anhörten wie zehn.
Das Kinn hätten sie bequem auf der Arbeitsplatte ablegen können, und doch schrumpfte der dem schicken Bereich zugewiesene Mitarbeiter in seinem Hemd mit noblem Schriftzug prophylaktisch auf Oh-Gott-Kinder!-Größe.
Noch bevor er sich fing und nach den Wünschen fragen konnte, tönte es unisono aus allen Kindermündern: 
"Ich will 'nen Släsch!"
Trotz jahrelanger Gewöhnung an gekräschtes Eis und Co. knackten das Eis in meinem Kopf bedrohlich. 
(By the way - wer mit Brainfreeze-Effekt Werbung macht, kann in seinem Leben noch nie echte Kopfschmerzen gehabt haben!) 
"Ja, 'nen Släsch mit Kirsche!", flötete ein Mädchen. 
"Ich Apfel", bestellte der Zwerg mit den zwei Haarfarben. 
Die anderen zwei bekam ich nicht mehr mit - Brainfreeze und so. 
Der Mitarbeiter, der mir zuvor noch sehr freundlich einen Bagel verkauft hatte, verlor jedoch sukzessive an Gesichtsfarbe.
Mit hektischem Blick suchte er nach seiner Kollegin im McCafé-Outfit. 
"Karin*!", rief er schwach. "Übernimm du doch mal den Slusch hier!"
Dann war er weg. 
Mein Sohn zutschte genüsslich an seinem Sorbet-Getränk und schaute mich mit großen Augen an. 
Von Brainfreeze war beim ihm nichts zu sehen. 
Und kopfschmerzgepeinigt fragte ich mich, was uns wohl besser täte: 
Mehr Längwitsch-Training oder doch Kinder-Antipanik-Seminare?


*Name nicht redaktionell geändert.

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