Mittwoch, 20. Februar 2013

Am Sonntag unterwegs

Der Roland
Auch wenn wir bereits die Mitte einer weiteren kapriziösen Winterwoche erreicht haben, will ich heute wieder einmal ein paar - leider etwas trübe - Ausflugsimpressionen mit euch teilen. Meine Facebook-Verfolger werden die Bilder schon gesehen haben, aber da mir Blogger in letzter Zeit immer mal einen Streich spielt, komme ich nun erst dazu, die Kategorie "Regionales" zu füttern.
Am Sonntag hatten wir keine Lust auf den tausendsten Schlechtwetterspaziergang rund ums Dorf
Also sind wir ins Auto gehüpft und so um die zehn Kilometer in ein anderes Spazierdorf gefahren. 
Der Südharz bietet durchaus einige interessante Wanderziele, die außerdem am Wegrand mit ein paar Informationen aufwarten, sodass man an der frischen Luft auch noch etwas lernt. 
Queste
So tuckerte das Auto denn mit Sohnemann und mir ins kleine Questenberg, das wir spätestens im Frühjahr wieder besuchen werden. Der Karstwanderweg führt durch diesen kleinen Ortsteil der Gemeinde Südharz, in der man sich gleich für zwei Aufstiege entscheiden kann. 
Zum einen ist Questenberg bekannt für sein Questenfest, das seinen Namen wiederum der Queste verdankt. Das ist eine Eichensäule, an der jeweils am Pfingstwochenende ein frischer Kranz aus Birken- und Buchengrün mit zwei Quasten angebracht wird. Besagte Säule steht gut sichtbar auf einer Felswand und soll das Dorf schützen und segnen. 
Obwohl Questenberg auch eine Burgruine zu bieten hat, entschied sich mein Sohn für den Aufstieg zur Queste. 
Auf dem Weg dahin begegneten wir der einen oder anderen Infotafel
Unter anderem passierten wir ein Steinkreuz, dem man die Funktion eines Sühnekreuzes zuschreibt. So haben im 14. und 15. Jh. Totschläger ein steinernes Kreuz anfertigen und am Tatort aufstellen müssen, um das Verbrechen zu sühnen.
Gletschertöpfe
Das Internet wusste zu diesem Thema noch hinzuzufügen, dass der Legende nach ein Versetzen des Kreuzes unheilvolle Folgen nach sich ziehen kann. Nebenstehendes Kreuz hat nun wiederum das Schicksal der Umsetzung erlebt. In den 1950ern wurde es nämlich umgefahren und ging kaputt (ich kann mir ja den Kommentar nicht verkneifen, dass die Sachsen-Anhalter wohl schon zu Zeiten, in denen nur wenige Autos unterwegs waren, selbige nicht zu bedienen wussten bzw. rasant durchs Land brausten). Nach der Reparatur erhielt es einen neuen Standort. Über das Schicksal der Urheber dieser Versetzung ist mir nichts bekannt, Stoff für Geschichten lässt sich hier allemal finden. 
Klein auf altem Baumstamm
Wir hatten bald die vermeintliche Krimi-Location hinter uns gelassen und fanden uns bald vor etwas wieder, was mein Sohn als Märchenschlafzimmer mit Toilette für Riesen bezeichnete. Die Karstlandschaft hatte an jener Stelle nämlich etwas ausgebildet, das aussieht wie Gletschertöpfe, aber eigentlich nichts anderes ist als Auflösungsformen und Strudellöcher, die entstanden sind, als das Dorfbächlein Nasse noch etwas höher lag und im Laufe der Zeit den Gips lösen und das Gelände eintiefen konnte. 
Ortsansicht geschrumpft
Vorbei an den steinernen fantasieanregenden Gebilden gelangt man über einen recht naturbelassenen Pfad, den man bei Eisbildung vielleicht nicht unbedingt beschreiten sollte, durch einen Buchenwald hinauf bis zur Queste. Eine Wanderung, die wir bei besserem Wetter unbedingt wiederholen müssen. Vom Felsen, der mit einzelnen Birken und Heidekraut bewachsen ist, aus hat man eine gute Aussicht auf den Ort selbst und auch hinüber zur Burgruine, die, wie gesagt, in naher Zukunft ebenfalls auf dem Ausflugsprogramm steht. 
Im Übrigen befindet sich an der Queste eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel, sodass fleißige Wanderer hier ihren Wanderpass abstempeln lassen können. 
Was von der Burg Questenberg noch übrig ist.
Geschafft. Wir sind oben. Aber auch da war's nur trüb und feucht.
Umgefallen ...
Buchen überall
Der "Topf" von der Seite
Der "Topf" von vorne
    

1 Kommentar:

Claudia und Joachim (Groschi) hat gesagt…

Wirklich sehr schöne Winterfotos!

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