Montag, 31. Dezember 2012

Einen guten Rutsch

Ich möchte allen meinen Leser ganz herzlich für Eure Treue, Eure Kommentare und Eure Anregungen im Jahr 2012 danken! Natürlich hoffe ich, dass Ihr auch im neuen Jahr weiter bei mir vorbeischaut. Ich wünsche Euch und Euren Lieben einen guten Rutsch und einen unfallfreien Start in ein wunderbares 2013!

... über "Am Horizont das rote Land" von Kylie Fitzpatrick

Kylie Fitzpatrick 

Eine kluge Protagonistin gefangen in einem Geflecht aus intriganten Fäden, die sich um allerlei historische Detailverliebheit winden und sich der Spannung in den Weg legen

Zum Inhalt: 
Mit ihren achtundzwanzig Jahren sollte die Irin Rhiannon Mahoney schon längst verheiratet sein. Gerade erst hat sie mit ihrer ehrlichen, direkten Art einen potenziellen Kandidaten in die Flucht geschlagen und damit ihren Vater einigermaßen verärgert. Wie sehr ihm die Heirat mit dem Teehändler tatsächlich zu Passe gekommen wäre, geht Rhiannon, die alle Rhia nennen, erst auf, als das Textillager ihres Vaters in Flammen aufgeht und ihr Vater bei dem Brand nur knapp mit dem Leben davonkommt. 1840 stehen die Zeichen bereits auf Industrialisierung und die noch von Hand gewebten Stoffe aus Irland finden immer weniger Absatz, denn man führt Baumwolle aus Amerika ein, um sie, in England gesponnen, schließlich in Indien weben zu lassen, sodass der Familienbetrieb der Mahoneys, nachdem auch das Lager längst nicht mehr versichert war, ein Scherbenhaufen ist. Glücklicherweise erhält Rhia, die eigentlich eine begabte Zeichnerin ist und im Stillen Muster für Stoffe entwirft, von ihrem Onkel Ryan, einem Tuchhändler, das Angebot, zu ihm nach London zu kommen. Er besorgt ihr eine Unterkunft bei der Quäker-Witwe Antonia Blake, und Rhia soll sich eine Stelle als Gouvernante suchen, um ihrer Familie finanziell unter die Arme greifen zu können. Auch wenn Rhia nicht sonderlich erpicht auf London ist, denn sie ist zu sehr mit ihrer irischen Heimat, deren Traditionen und Glauben, verbunden, nimmt sie das Angebot an. Von ihrem Onkel hat sie allerdings nicht lange etwas, denn schon bald wird er tot aufgefunden. Man geht von einem Selbstmord aus. Rhia aber hegt starke Zweifel. Nicht nur sie, auch Laurence Blake und der Journalist Dillon sind skeptisch. Bereits Antonia Blakes Ehemann, ein Geschäftspartner von Ryan Mahoney, hatte auf einer Überfahrt von Indien einen ungeklärten Tod gefunden. Rhia kann nicht aufhören, bei jeder Gelegenheit Fragen zu stelle. Anstatt der geplanten Suche nach einer Stelle als Gouvernante findet sie in der Zwischenzeit eine Anstellung im Laden des Stoffhändlers Montgomery. Doch eines Tages wird sie aus heiterem Himmel des Diebstahls bezichtigt, und da sie ihre Unschuld nicht beweisen kann und zudem die schlechte finanzielle Lage ihrer Familie zu ihren Ungunsten ins Gewicht fällt, wird sie schließlich verurteilt und bald zur Sträflingskolonie Australien ausgeschifft. Aber Rhia ist nicht allein, denn ihre neuen Freunde in London sind ebenso um Klärung der Umstände bemüht wie auch ein alter Bekannter am anderen Ende der Welt ... 

Meine Meinung: 
"Am Horizont das rote Land" leitet zunächst in seiner Verpackung fehl und hat in mir Erwartungen geweckt, die der Roman nicht halten konnte. 
Für die Umschlaggestaltung zeichnet die Münchner Agentur Zero verantwortlich, der es durchaus gelungen ist, eine für Australienromane übliche Stimmung zu erzeugen. Nur ist "Am Horizont das rote Land" kein echter Australienroman.
Da ich mir rein äußerlich immer einen gewissen inhaltlichen Bezug wünsche, bin ich recht enttäuscht von der optischen Verpackung. Zum einen steht dort am Ufer eine junge Dame in recht modernem Abendkleid, während der Roman aber einen Zeitraum von 1840 bis 1842 abdeckt, in dem die Protagonistin viel Zeit im Gefängnis und auf einem Sträflingsschiff verbringt, in Wollröcken und mit geschorenem Kopf, was vermutlich kein anheimelndes Coverbild abgegeben hätte. Zum anderen spielt der geringste Teil der Handlung tatsächlich in Australien, das zwar das Ziel des Sträflingstransports ist, das aber auch nur, weil damals nun mal Verurteilte dorthin deportiert wurden. In diesem Zusammenhang ist auch der englische Originaltitel "The Silver Thread" stimmiger, da er einen thematischen Bezug zu den Kapitelüberschriften, die stets etwas mit Geweben und Farben zu tun haben, wie auch, im Nachhinein vielleicht etwas spoilerisch, zur fotogenen Zeichnung darstellt und weniger romantisiert als der deutsche. 
Aufmachung und Klappentext suggerieren einen Frauenroman, was "Am Horizont das rote Land" nicht in erster Linie ist. Es handelt sich nämlich um einen historischen Roman, der einen ausgezeichnet recherchierten Eindruck macht und vordergründig eine ordentlich verstrickte Kriminalgeschichte zu bieten hat. Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte bleibt im Handlungsverlauf ebenfalls nur angedeutet und spielt im Grunde bis kurz vor Romanende gar keine Rolle.
Positiv fällt auf, dass es der Autorin sehr gut gelingt, ein sehr authentisches Bild von der Branche der Weberei und des Handels allgemein zu zeichnen. Wie der Danksagung zu entnehmen ist, gab es das Schiff Rajah, auf dem die Protagonistin Rhia nach Australien verschifft wird, wirklich, ebenso wie den Quilt, den die verurteilten Frauen anfertigten. Besondere Sorgfalt verwandte sie außerdem auf die Thematik der fotogenen Zeichnung, einer Vorläuferin der Fotografie, der sie sich so eingehend widmet, dass sie im Handlungsverlauf eine entscheidende Rolle spielen muss. Dieses Thema war in der Tat für mich so interessant, dass es mich bei der Stange hielt, denn die Lektüre konnte mich stellenweise nicht vollends vereinnahmen.
Auch Protagonistin Rhia ist ein Pluspunkt in dieser historischen Kriminalgeschichte. Sie ist nicht mehr blutjung und widerspricht dem traditionellen Frauenbild. Voller Fantasien und Ideen würde sie sich gern selbstverwirklichen, wird aber von ihrer Zeit ausgebremst. Auch wenn sie im Geschäft nicht die Verantwortung tragen muss, die sie gern übernehmen würde, hat sie viel nebenbei mitgenommen, sodass es absehbar ist, dass sie, unter den richtigen Umständen, in der Lage sein wird, ihr Glück selbst zu schmieden. Dafür ist sie auch bereit, auf den richtigen Mann zu warten und auf eine Zweckheirat zu verzichten. Leider wurde mein Unterhaltungsgefühl gemindert, da Rhia ein Stolperstein nach dem anderen in den Weg gelegt wurde, was mir schon ein wenig zu viel des Guten war. Erst verliert sie fast den Vater, dann muss sie nach London, weg von ihrer Heimat, hinein in eine Welt, der sie nicht traut. Kaum angekommen, ist Onkel Ryan tot, und kaum hat sie sich bei Mrs. Blake eingelebt und einen halbwegs akzeptablen Job gefunden (auch wenn sie sich insgeheim eine Design-Anstellung erhofft hatte), kommt mit der Diebstahlsbezichtigung der nächste große Hammer (und auf dem Schiff geht es dann weiter - intrigante Fäden überall, Todesfälle nicht ausgeschlossen). Nun möchte man meinen, dass dies Schlag auf Schlag geschieht, aber ganz so gestaltet sich die Lage nicht, denn die im Klappentext beschriebene Handlung, die der ungewollten Australienreise vorausgeht, belegt gut die Hälfte des Romans. Für gewisse Abwechslung sorgen eingestreute Briefe, die Rhia aus London schreibt, sowie Perspektivwechsel, die dafür sorgen, dass der allwissende Erzähler nicht nur Rhia beobachtet, sondern dem Leser Michael, den vor Jahren nach Australien deportierten Vater von Rhias Jugendfreund, wie auch die Witwe Blake, die sich schon sehr früh dem Abenteuer der fotogenen Zeichnung verschreibt, näherbringt. Dennoch empfand ich die erste Hälfte bzw. sogar zwei Drittel des Buches eher als zäh. Zweifellos war das Geschehen interessant und Rhias Leidenschaft für das Gewerbe ihrer Familie einnehmend, dennoch vermisste ich trotz des Kriminalfalls Spannung. Die Handlung schritt chronologisch fort und verlief einer monatelangen Schiffsreise beinahe schon angemessen vergleichsweise langsam. Ich hatte leider deutlich Mühe, die vielen Personen auseinander zu halten, sowohl am Schauplatz London als auch am Schauplatz Sträflingsschiff, wo Rhia weitere Steine in den Weg gelegt werden, auch wenn es ihr auf den ersten Blick besser geht und sie mehr Annehmlichkeiten eingeräumt bekommt als die anderen Frauen. So fiel es mir schwer, Sympathien für andere Charaktere aufzubauen. Neben Rhia konnte nur Michael, der ähnlich Mrs. Blake, in den Genuss eines eigenen - wenn auch abgespeckten - Handlungsstrangs kommt, einen nachhaltigeren Eindruck bei mir hinterlassen, wenngleich noch wesentlich mehr Personen ihre Fäden am großen Gewebe dieses Romans am großen Gewebe dieses Romans in das Gesamtgewebe dieses Romans einbrachten. 
Erst auf den letzten einhundert Seiten laufen die Fäden - nach sehr kurzem australischen Intermezzo - wieder in England zusammen und überraschen mit Dynamik und Spannung. Bis dahin wollte es mir nämlich nicht gelingen, mit detektivischem Spürsinn 1 und 1 zusammenzuzählen. Erfreulicherweise war die Protagonistin selbst maßgeblich an der Aufklärung der Verstrickungen, in die sie aufgrund ihrer hartnäckigen Fragen selbst hineingeschliddert war, beteiligt und sie darf zusätzlich, und das erschien mir ein wenig aufgesetzt, noch einen Liebeserfolg davontragen. 
Trotz starker Protagonistin, die schon schon 1840 kein Heimchen am Herd sein will, und trotz interessanter Thematik, die mich zu weitergehender Lektüre reizt, konnte mich "Am Horizont das rote Land" leider nur bedingt fesseln. Mir war der Roman etwas zu lang und ich habe zwischenzeitlich hin und wieder den Faden verloren, sodass ich zurückblättern musste. Der durchdachten Übersetzung, die Rhias Gefühlswelt, die in ihren Briefen (die im übrigen typografisch nicht gesondert hervorgehoben sind) stärker zum Ausdruck kommt als in den in dritter Person erzählten Passagen, wie auch das von umsorgt zu beklemmend rauh wechselnde Ambiente angenehm lesbar transportiert, ist es aber gelungen, die streckenweise Zähigkeit der Handlung nicht auch noch sprachlich nachzuahmen, sodass die Lesetage dennoch recht unterhaltsam waren  und ich mich um neue Themen reicher fühle, auch wenn ich diesen Roman selbst vermutlich schnell vergessen haben werde.

Fazit: 
Ein Roman, der es gut versteht, historisch belegte Fakten mit Fiktion über verschiedene Schauplätze hinweg zu verknüpfen, und mit einer Protagonistin besticht, die Feingeist und Geschäftssinn in sich vereint und sich nicht in das traditionelle Frauenbild pressen lässt, aber von einer beinahe unerträglichen Vielzahl von Widrigkeiten gebeutelt wird. Leider zieht die Liebe zum authentischen Detail einige Längen nach sich, die der eingeflochtenen Kriminalgeschichte die Spannung rauben. Wer auf der Suche nach einem mitreißenden Liebesroman ist, ist mit "Am Horizont das rote Land" weniger beraten als Leser, die sich für das England der ersten Hälfte des 19. Jh.s. und die Nebenwirkungen von Textilbranche und Tuchhandel interessieren. 

Gesamteindruck: 
3 von 5 Weißdornzweigen 





Buchdaten:
  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (14. Dezember 2012)
  • Sprache: Deutsch, übersetzt von Julia Walther
  • Gestaltung: Agentur Zero, München
  • ISBN-10: 354828504X
  • ISBN-13: 978-3548285047

 



  

Samstag, 29. Dezember 2012

2012 im kreativen Tief?

2012 - jeden Tag ein Bild
Auch wenn ich normalerweise aus allem einen Tropfen Positives herausquetschen kann, muss ich leider einräumen: 2012 war und ist aus privater Sicht für mich ein schlechtes Jahr.
Was mit einem Todesfall begann, verwandelte sich in eine Achterbahnfahrt, die ich, ganz gleich, wie sehr man das liebe Leben auch so nehmen sollte, wie es kommt, gerne aus dem Kalender streichen möchte. 
Frei nach dem Motto: "Im nächsten Jahr wird alles anders oder besser" hatte ich 2012 viel vor, vor allem beruflich, denn, auch wenn hier grundsätzlich kein Umbruch angezeigt ist, kann ich mich auf dreizehn Jahren Berufserfahrung nicht ausruhen. Umsetzen konnte ich nichts davon, denn es stellte sich heraus, dass sich Ziele nicht auf Biegen und Brechen durchboxen lassen, wenn sich Prioritäten unerwartet ändern. 

Erinnerung an Schreibanfänge
Weil meine Kreativität absolut musenabhängig ist, sah mein Schreibjahr entsprechend mau aus. Immer wieder habe ich den Stift angesetzt, notiert, geplottet, drei Zeilchen geschrieben, während der Buchmesse, dem einzigen Event, das ich auf der Plan-Haben-Seite verbuchen kann, einen wahren Schreibflash und Inspirationsschub erlebt ... aber fertiggestellt habe ich nichts. Während ich in fremde Geschichten abtauchte und viel mehr gelesen habe als für mich üblich, stagnierten die Geschichten aus meiner eigenen Feder. 
Monatelang habe ich allen die Ohren darüber vollgejammert, ziehe aber heute die Bilanz, dass das, was ich als vermeintlichen Kreativitätsmangel wahrgenommen hatte, überhaupt nicht schlimm ist. Zum einen, weil meine Kreativität nicht dazu angedacht ist, zu verhindern, dass wir Fensterkitt mampfen müssen, denn dafür habe ich einen Brotjob, der mir trotz aller Widrigkeiten noch immer Spaß macht. Zum anderen, weil meine Kreativität noch nie ohne Leidenschaft funktioniert hat. Wenn sich Leib und Seele nicht vereint einbringen können, das Herz nicht aufgeregt hüpft und kein Lächeln auf meine Lippen treten kann, dann kann ich nicht kreativ sein. Und ich konnte mich noch nie zwingen, täglich tausend Wörter zu schreiben, nur um zu schreiben. Schon alleine deshalb nicht, weil ich täglich mindestens das Dreifache übersetzen muss, um eine dreiköpfige Familie über Wasser zu halten. 
So betrachte ich mein schreiberisch unkreatives 2012 als Schreiberholungsjahr, denn in den Vorjahren habe ich gezielt so viel geschrieben, dass mir eine Pause tatsächlich gut tut. 2013 mehr zu schreiben oder gar etwas zu veröffentlichen, nehme ich mir absichtlich nicht vor. Ich habe in dieser Hinsicht zu oft Versprechen gegeben, die ich nicht halten konnte, und das werde ich künftig nicht mehr tun. Natürlich tut es gut, am Ende Projekte und Ziele abhaken zu können, aber 2012 hat mir gezeigt, dass man Traumsplitter manchmal auch beiseitefegen muss, um in der Realität gesund zu bleiben. Mehrere Baustellen mit voller Kraft funktionieren einfach nicht.


Natürlich freue ich mich, dass 2012 nicht ohne Veröffentlichungen geblieben ist. 
Kurzgeschichten habe ich zu den Anthologien LeseBlüten Band 7 - Ruf der Freiheit 2012 und zu den LeseBlüten Weihnachtszauber 2012 beigetragen, während in Gedichte, Gedichte, Gedichte zwei Gedichte nebst Illustrationen erschienen. 
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war natürlich das Erscheinen meiner Anthologie Mittendrin: Der Laubkönig erzählt
Beinahe als Geburtstagsüberraschung für mich erschien unsere Geschichtensammlung im Mai, und ich bin unheimlich stolz, dass wir nun alle dieses bezaubernde Büchlein in den Händen halten dürfen. Es ist nicht nur mein zweites Herzensbaby, sondern auch das Ergebnis einer wertvollen Zusammenarbeit mit wunderbaren Autoren, die fantasievolle, bunte Geschichten erschufen und viel Geduld bewiesen, bis unser Buch endlich erscheinen konnte. Im Juli veranstalteten wir noch recht zeitnah eine kleine Leserunde auf Lovelybooks, die sich reger Beteiligung von Lesern und Autoren erfreute. Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele der beteiligten Autoren Rede und Antwort gestanden haben. Dadurch wurde meine erste eigene Leserunde auf Lovelybooks zu einem sehr abwechslungsreichen Ereignis, bei dem wir uns und unsere Geschichten noch besser kennenlernen durften. 
Freundlicherweise wurde mir von Lovelybooks ein Social-Reading-Widget zur Verfügung gestellt, das ich umgehend hier auf dem Blog eingebaut habe. Damit hat man die Möglichkeit, sowohl nachträglich in der Leserunde zu schmökern als auch die Rezensionen zu lesen (klick). 
Die Leserstimmen zeigen, dass Jury und Verlag/Verlegerinnen eine abwechslungsreiche Wahl getroffen haben, die für jeden etwas bereithält. Natürlich hoffe ich, dass Mittendrin: Der Laubkönig erzählt auch in den kommenden Jahren seine Leser finden wird. 

Mehr Gemaltes gibt es 2013 zu sehen.
An der Schreibfront kürzer zu treten, ermöglichte mir, mich anderem zu widmen, das längere Zeit brach lag. Mein Sohn, der in Kindergartenzeiten kaum Interesse an bildender Kunst zeigte, entwickelte sich 2012 zu einem leidenschaftlichen Zeichner, und er steckte mich erfreulicherweise wieder mit dem Zeichenvirus an. Zu jeder freien Gelegenheit kann man uns den Bleistift schwingend antreffen. Mitte des Jahres hatten wir zusätzlich noch einen Malflash, und genau diese Momente und Aktivitäten lassen mich ebenfalls meine ursprüngliche Jammerei, in welch unkreativem Jahr ich doch versackt bin, wieder revidieren. Meine (unsere) Kreativität war 2012 schlichtweg verlagert, äußerte sich eher visuell, denn Texte hatte ich ja genug. 
Ich bin sehr froh über die Rückkehr des Visuellen zusätzlich zur Fotografie, denn vor allem Zeichnen gehörte schon immer zu meinem Leben wie das Schreiben auch. Fest vorgenommen habe ich mir, beides nie wieder versanden zu lassen, Kreativpausen sind aber erlaubt. 

Da 2012 noch mit all seinen Turbulenzen im Gange ist, deren Nachwehen nicht absehbar sind, nehme ich mir für das neue Jahr nichts vor. 
Keine berühmten guten Vorsätze, keine Etappenziele auf dem Weg zum großen Ganzen. 
Nur das reale Leben mit den Prioritäten, die es uns in den Weg streut. 
Wenn die Schreibmuse mich knutschen will, werde ich mich nicht streuben.  
Hat sie keinen Bock, werde ich bei der Musengewerkschaft keinen Ersatz beantragen.
Vielleicht gönnt sie sich einen Urlaub oder sie mit einer Kollegin aus einer anderen Kreativabteilung getauscht.
Komm halt einfach, du 2013, dann schau'n wir mal, was wir draus machen. 
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...