Mittwoch, 31. Oktober 2012

... über "Abgeschnitten" von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos [Hörbuch]

Sebastian Fitzek und Michael Tsokos
Thriller

Schnitzeljagd für standhafte Mägen 

Zum Inhalt: 
Als Rechtsmediziner Paul Herzfeld eines Morgens zur Arbeit beim BKA erscheint, hat er schon keinen besonders guten Tag. Nicht nur, dass er am Vorabend in eine Prügelei geraten war, die ein Nachspiel haben wird, nein, der Sohn des Innensenators darf ihm auch noch als Praktikant im ansonsten für niemanden zugänglichen Sektionssaal bei der Arbeit über die Schulter schauen. In der an diesem Tag eingelieferten, entsetzlich zugerichteten Leiche verbirgt sich jedoch ein wahrer Albtraum für den Professor. Während der Autopsie findet er im Kopf der Toten die Telefonnummer seiner Tochter Hannah. Als er sie anruft, erwartet ihn auf der Mailbox eine Nachricht von ihr. Sie sei verschleppt worden und Herzfeld solle unter keinen Umständen seine Kontakte einsetzen. Weitere Informationen erhalte er von einem Erik Zu diesem Zeitpunkt ahnt Herzfeld noch nicht, dass genau dieser quasi zeitgleich auf Helgoland an Land gespült wird. Tot. Wenig später hat er die unglückliche Finderin am Telefon. Als Comiczeichnerin hat Linda mit dem Tod nur auf dem Papier zu tun und ist auf Helgoland auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Deshalb ist sie, neben wenigen anderen, auch noch dort, während die Insel aufgrund eines drohenden Orkans bereits evakuiert wurde. Am liebsten will sie ihre Ruhe haben und sich verschanzen, doch sie traut ihren Ohren kaum, was Herzfeld da von ihr verlangt. Mithilfe des Hausmeisters des örtlichen Krankenhauses soll sie den Leichnam in die Leichenhalle des Krankenhauses bringen und ihn dort untersuchen. Während Herzfeld, da der öffentliche Verkehr wegen Schneetreibens zum Erliegen kam, widerwillig in den teuren Flitzer des aufdringlichen Praktikanten Ingolf klettert, um sich gemeinsam mit ihm auf den Weg nach Helgoland zu machen, gibt er Linda genaue Anweisungen, was sie zu tun hat, um eventuelle Hinweise zu finden. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn Hannah leidet unter schwerem Asthma ... 

Meine Meinung:
Ich habe schon sehr lange keinen Thriller mehr gelesen und noch nie einen gehört. Da mein Lesejahr 2012 aber nicht ganz so einseitig werden sollte, haben bereits verschiedene Titel den Weg in mein Regal gefunden, die nicht meinem üblichen Beuteschema entsprechen. Also durfte auch ruhig mal wieder ein Thriller dabei sein. "Abgeschnitten" ist mein erster Fitzek überhaupt und, sobald ich mich wieder erholt habe, mit Sicherheit nicht mein letzter.
Um die Augen zu schonen, greife ich in letzter Zeit vermehrt zu Hörbüchern, und die beiden Top-Sprecher Simon Jäger, dem ich bislang bei Lara Adrians Midnight-Breed-Reihe an den Lippen hing, und David Nathan, der Buffys Spike seine Stimme verlieh, machten die Entscheidung für die Hörversion besonders leicht. 
Was mich an (Psycho)thrillern häufig stört, ist, dass mit einem Prolog ins Haus gepoltert wird, der auf den ersten Blick nichts mit dem Rest zu tun hat. So ist das auch hier, und über die sich anschließenden ersten Hörkapitel hatte ich, das muss ich zugeben, leichte Durchhänger, weil dort bereits unheimlich viele Informationen verbreitet werden. So erfahren wir jede Menge über Paul Herzfeld, der nach seiner Scheidung von seiner erfolgreichen Ehefrau kaum noch Kontakt zu seiner Tochter hat, an der er trotzdem hängt, und quasi mit seiner Arbeit verheiratet ist. Außerdem werden seine Kollegen, mit denen er im Sektionssaal eng zusammenarbeitet, für meine Begriffe zu nah eingeführt, wenngleich sie im weiteren Handlungsverlauf keine Rolle mehr spielen. Ebenso detailliert gestaltet sich unmittelbar die Sektion der ersten Leiche. Obwohl hier sehr nüchtern und professionell vorgegangen wird - ein Part, zu dem Rechtsmediziner Michael Tsokos zweifelsohne hervorragend beigetragen hat - empfiehlt sich das Hörbuch nicht unbedingt für lapidare Hausarbeiten, wie die Zubereitung der Mahlzeiten. 
Um die beiden Schauplätze - Berlin und Helgoland - voneinander abzugrenzen, wurden für "Abgeschnitten" zwei Sprecher gewählt. Während Simon Jäger Professor Herzfeld und dem sich als Chauffeur aufdrängenden Yuppie-Praktikant Ingolf auf der Fahrt von Berlin nach Helgoland mit all ihren Unterbrechungen und Widrigkeiten folgt, liest David Nathan die auktoriale Erzählung der Geschehnisse auf Helgoland, aber auch die beklemmenden Szenen, in denen ein junges Mädchen seinem Peiniger ausgeliefert ist und man lange Zeit im Dunkeln bleibt, wer dieses Mädchen überhaupt ist.
Nach den Startschwierigkeiten konnte mich "Abgeschnitten" vor allem mit dem Charakter der Linda überzeugen. Sie ist nun nicht gerade ein verhuschtes Weibchen, das in eine prekäre Situation gerät, sondern hat schon einiges durchgemacht. In jeder ihrer Handlungen liest man, wie sehr sie zwischen Selbstschutz (und Furcht vor ihrer Vergangenheit) und dem Bedürfnis, dem Professor helfen zu müssen, hadert. Auch wenn Herzfeld sie nicht zum Pathologen macht und sie auch nicht bis zur bittersten Konsequenz am Leichnam herumschneiden lässt, wird sie doch mit Gegebenheiten konfrontiert, die sie vielleicht bisher mit ordentlicher Distanz aufs Comicpapier brachte, die im Alltag aber für den Nichtprofi absolut verzichtbar sind. Immer wieder ist sie gezwungen, über sich hinauszuwachsen, unter anderem auch, weil sie vor dem türkischen Krankenhaus-Hausmeister, der ziemlich schnell den Hasenfuß herauskehrt, nicht als Memme dastehen will. 
Während Linda auf Helgoland mit sich selbst, unappetitlichen Leichen und den klassischen angsteinflößenden Auswirkungen des Sturms kämpft, hat es auch Professor Herzfeld nicht leicht. Immer wieder wechseln die Schauplätze. Linda sitzt auf Helgoland fest, aber Herzfeld und sein Fahrer bewegen sich im Schneegestöber langsam von Berlin weg und auf Helgoland zu. Dass Herzfeld dabei dem nervigen Praktikanten, der spricht, als habe er einen "Stock im Arsch", ausgeliefert ist, macht es nicht einfach. Niemand soll von Hannahs Entführung erfahren, und nun spielt ausgerechnet der Sohn des Innensenators den Retter in der Not, indem er sich als Chauffeur anbiedert. Und der ist schließlich weder taub noch dumm und bekommt sehr wohl mit, was Herzfeld da die ganze Zeit am Telefon tut. Bald müssen Herzfeld und auch der Leser feststellen, dass die Reisebegleitung ziemlich patent ist und außerdem in der Handlung, die streckenweise recht atemlos macht, ab und an für einen kleinen Schmunzelfaktor sorgt. Dabei ist Herzfeld selbst kein aalglatter Charakter, weder Übervater noch Überprofessor, sondern jemand, der instinktiv versucht, das Richtige zu tun, dabei aber auch mal etwas schief geht. Dadurch werden die Charaktere authentisch, und man folgt ihrer Geschichte gern. Hoffend, bangend, Nägel kauend.
Im Gegensatz dazu sind die "Bösen" in diesem Psychothriller erschreckend perfide, schon beinahe "too much", sodass mich manches Mal ein Schauer überlief, wenn ich mir vorstellte, dass es solche "kranken" Geschöpfe wirklich geben soll. 
"Abgeschnitten" besticht zudem mit sehr anschaulichen Schilderungen, die zarten Gemütern wahrscheinlich schlaflose Nächte bereiten. Vor allem die Misshandlung des Opfers verlangte von mir als weibliche Leserin Einiges ab. David Nathan interpretiert so manchen Dialog mit so bedrohlichem Ton, dass Gefahr und Schmerz unerträglich greifbar werden. Ich war ehrlich froh, dass ich das Hörbuch tagsüber und nicht kurz vor dem Schlafengehen gehört habe. In Bezug auf handfeste Qualen und Schockmomente bin ich nur bedingt sattelfest.
Nachdem Prof. Herzfeld dem Täter recht flott auf die Spur kommt, wird "Abgeschnitten" noch längst nicht langweilig, denn die Autoren bauen einige Fallen und Wendungen ein, die die Spannung bis zum Schluss aufrechthalten. 
Für mein thrillerunerfahrenes Empfinden ist "Abgeschnitten" ein solider Psychothriller, in dem die Charaktere vermeintlichen Fehlern ihrer eigenen Vergangenheit nicht entkommen können und immer wieder aufgefordert sind, über ihren eigenen Schatten zu springen. Mein schreckhaftes weibliches Wesen, das sich bei Mediziner-Dokus gern hinter dem Fernsehsessel versteckt, muss allerdings gestehen, dass ich das nächste Mal wohl eher zu einem etwas milderen Ladythriller greifen werde

Fazit: 
Spannender Psychothriller, der mit kantigen Charakteren, dynamischen Schauplatzwechseln, anschaulicher Sprache und einer guten Portion Ekel und Schauder besticht. Die Hörbuchversion bietet mit zwei bekannten Sprechern einen zusätzlichen Unterhaltungsfaktor. Nichts für schwache Gemüter.

Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen





Buchdaten
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Droemer (26. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426199262
  • ISBN-13: 978-3426199268
Hörbuch
  • Audio CD
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio); Auflage: 1 (21. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785747497
  • ISBN-13: 978-3785747490

      

Medienwechsel #4 - Happy Halloween!


Dienstag, 30. Oktober 2012

... über "Shades of Grey - Befreite Lust" von E. L. James [Hörbuch]

E. L. James

Kitschgetrimmter, langatmiger Trilogie-Abschluss ohne Pepp und Spannung

Zum Inhalt:
(Achtung: Wer die ersten beiden Bände nicht kennt, findet hier zwangsläufig Spoiler!)
Ana sollte im siebten Himmel schweben. Christians ehemalige Sub Leila befindet sich in guten psychiatrischen Händen. Nach dem Party-Eklat sollte Mrs. Robinson kein Thema mehr sein, und Christian hat sich augenscheinlich vom Schreck des Hubschrauberabsturzes erholt. Turbulente kurze Beziehungsmonate liegen hinter Ana und Christian, aber sie sind glücklich in den Ehehafen eingelaufen. Entspannt verbringen sie luxuriöse Flitterwochen in Europa. Sie genießen ihre Liebe, und es gelingt Christian sogar, Ana ein klitzekleines Zentimeterchen von der Leine zu lassen, solange sie sich nicht oben ohne in der Mittelmeersonne räkelt. Unterdessen ermitteln Christians Profis zu Hause weiter, und als die frischgebackenen Eheleute zurückkehren, müssen sie bald feststellen, dass es tatsächlich jemand auf sie abgesehen hat. Doch dass sie eines Tages verfolgt werden und Ana eine wilde Autofahrt hinlegen muss, ist nicht ihr einziges Problem, denn der Ehestart gestaltet sich ebenso turbulent wie der Beginn der Beziehung. Christians Kontrollzwang bietet besten Nährboden für zahlreiche Streits, und beide müssen lernen, was es heißt, miteinander zu leben. Zusätzliche Sorgen entstehen, als Anas Stiefvater einen Autounfall hat, und als Ana herausfindet, wer ihre neue Großfamilie bedroht, setzt sie alles daran, sie zu beschützen. Und dabei bringt sie nicht nur sich selbst in Gefahr ... 

Meine Meinung:

Ja, ich mochte Shades of Grey - Gefährliche Liebe, den zweiten Band der inzwischen bestimmt zu Tode analysierten Porno-oder-doch-nur-Schnulzkram-Trilogie von E. L. James. Das sollte doch eine gute Voraussetzung sein, den abschließenden Band mit gewisser Vorfreude in Angriff zu nehmen. 
Und am Anfang war auch alles noch gut. 
"Oh, Ana ist erwachsen geworden", ging es mir durch den Kopf, als Merete Brettschneider ihren Vortrag begann. Sie klingt fast weniger jugendlich, die Stimme gesetzter. Der leicht schrille Unterton, der vielleicht nicht jedem gefällt, aber doch zu Ana, die längst nicht schüchtern ist, sondern ab und an gehörig aufzumüpfen weiß, passt, weicht dem damenhaften Klang einer Mrs. Grey. Merete Brettschneider gelingt es ausgezeichnet, die unterschiedlichsten Facetten der Charaktere zur Geltung zu bringen und damit zu unterhalten. 
Es ist somit keinesfalls der Sprecherin anzulasten, dass ich nach den ersten Hörkapiteln erst einmal eingeschlafen bin und dann gezwungen war, einen gehörigen Packen der 19 Hörstunden zurückzuspulen.
Im Prolog startet E. L. James zunächst recht vielversprechend mit einem Einblick in Christians Vergangenheit und legt in seinem Albtraum sein traumatisches Kindheitserlebnis dar. Sein Rettungsanker beim Erwachen ist Ana, und die sitzt dann in der nächsten Szene in der mediterranen Sonne und genießt die Flitterwochen. Fast wollte ich erleichtert aufatmen, dass uns der ganze Hochzeitsschnulz erspart wurde. Weit gefehlt, denn die Rückblende folgt auf dem Fuß, Hochzeitsnacht inklusive. Und ihr schließen sich endlose Luxuseskapaden der Honeymooners, nebst Christians Gehabe von wegen "dein Körper gehört mir/du gehörst mir" und Anas endlosen Beteuerungen "ich gehöre dir", an, die die Geduld tüchtig strapazieren und höchst erfolgreich darüber hinwegtäuschen, dass E. L. James im Vorgänger noch einen gewaltigen Spannungsschritt nach vorn unternommen und dort im Epilog dem potenziellen Bösewicht über die Schulter geschaut hat. 
Damit hat sie zwar ihrer Geschichte noch mehr Vorhersehbarkeit verliehen, aber die Frage nach dem Warum blieb unbeantwortet. Leider verliert man in der Zwischenzeit das Interesse an der Aufklärung. 
Zwar schickt die Autorin ihr High-Speed-Pärchen recht authentisch in den beiden unbekannten Ehealltag, in dem Anas Vorstellungen von Zweisamkeit und Christians Beziehungsunerfahrenheit hübsch aufeinanderprallen, doch auch hier löst Sex - und das stellt Ana selbst wiederholt sehr scharfsinnig fest - jedes Problemchen. Während Anas bebrilltes schmökerndes Unterbewusstsein mit ihrer inneren Göttin nach einem Beziehungsvierteljährchen zur alles überblickenden Mrs. Grey, der selbst Christians Psychologe nicht das Wasser reichen kann, verschmolzen ist, wird deren Nervfaktor endgültig von Christians dickem Portemonnaie abgelöst. Zu jeder Gelegenheit braucht Mr. CEO nur mit dem Finger zu schnippen und schon ist alles geregelt. Ana bekommt als Hochzeitsgeschenk einen Verlag zu Füßen gelegt, man baut sich ein Liebesnest in bester Lage und als Geburtstagsgeschenk muss sowieso ein Auto her. Und zwischendrin müpft Anas Unterbewusstsein kleinlaut (letzten Endes aber erfolglos), denn es will sich ein gewisses Maß an Selbstbestimmung bewahren. So wird Mrs. Grey im Designerfummel zur Arbeitsstätte chauffiert, wobei man glatt vergessen möchte, dass die Tinte auf ihrem Abschlusszeugnis noch nicht mal getrocknet ist, während sie nach kurzem Aufbegehren gegen Christians Stalkergetue immer wieder zum emotionalen Teenager mutiert und mit "aufgehendem" Herzen ein "mein Christian" nach dem anderen vor sich hin schmachtet. 
Das Potenzial, das sich im Suspense-Handlungsstrang verbarg, hat E. L. James meines Erachtens gründlich verschenkt, indem sie Christian in ein Imperium hineingeschrieben hat, worin das Sich-Sorgen und das Mitfiebern um die Protagonisten des Romans im Keim erstickt werden. Dabei liegt es keinesfalls am Genre des Liebesromans, in dem glückliche Ausgänge natürlich Pflicht, aber ernsthafte Höhen und Tiefen nicht von vornherein untersagt sind, dass es mir über mehrere Hörtage (immerhin mehr als 1800 Seiten) so gar nicht gelingen wollte, auch nur eine Sekunde Angst um einen der Charaktere zu entwickeln. Weder bangte ich um den Fortbestand der Liebesbeziehung noch ernsthaft um das Leben von Anas Stiefvater (wobei in diesem Falle Christian durchaus mit emotionaler Unterstützung überraschend Sympathiepunkte sammeln konnte). 
"Mrs. Robinson" wurde übertrieben zum Hasscharakter aufgespielt, um dann zur Statistin degradiert zu werden, und auch der im Grunde recht spannende Handlungsstrang um Neid und Intrigen geriet letztendlich doch zu banal, um in E. L. James' fiktionaler Hochglanzwelt ernst genommen zu werden. 
Nach der Lust, die laut Titel befreit wird, kann man tatsächlich suchen, denn im Grunde soll niemandes Lust befreit werden, sondern Ana arbeitet über drei Bände daran, Christians Facetten von seiner traumatischen Vergangenheit zu befreien. Dass dabei jede Menge Lust im Spiele ist, sei natürlich nicht bestritten, aber in dieser Hinsicht wird Shades of Grey wohl auf immer und ewig der erste Roman bleiben, bei dem meine innere Göttin Stoßgebete gen Himmel sendete, mir jede weitere erotische Begegnung der Charaktere zu ersparen. Dass mich da keiner erhört, war ohnehin klar ... Nur gut, dass ich ab und an eingeschlafen bin.
Auch mit ihrem Zweijahressprung am Ende des Romans sowie einem sich anschließenden Ausschnitt, in dem das Kennenlernen der Turteltäubchen aus Christians Sicht in Ich-Perspektive geschildert wird, ist es der Autorin leider nicht gelungen, mir Christian als Traumprinz zu verkaufen, insbesondere jener überflüssige Nachsatz machte eventuell aufkeimende Sympathien wieder zunichte. 
Überhaupt gab es nur eine - wenn auch klischeehafte - Szene, in der ich mich tatsächlich mit Ana identifizieren konnte und ein Tränchen der Rührung verdrücken musste (und auch das ist wohl allein der nuancierten Interpretation Merete Brettschneiders zu verdanken). 
Zusammenfassend bestätigt Shades of Grey - Befreite Lust leider meine anfänglichen Befürchtungen, dass es dem netten Mädchen von nebenan, das keinen blassen Schimmer hat, wie attraktiv es eigentlich ist, im Schnelldurchlauf gelingen wird, den peitscheschwingenden Millionärsfuzzi von seinen abartigen sexuellen Vorlieben größtenteils zu kurieren und mit möglichst unverfänglichem Spielzeug (fast) traditionell KKK(+K)-mäßig (mit einem Extra-K für ein Bisschen Kink) in den Sonnenuntergang zu reiten. 
Damit wir auch alle schön weiter vom reichen Traumprinzen träumen, der sich nicht von der Bettkante schubsen lässt, während das reale Leben ohne Wohlstandsgejammer nebenan im Bett schnarcht ...

Fazit: 
Shades of Grey - Befreite Lust bildet den langgezogenen Abschluss einer Trilogie, die ein unspektakuläres auf Hollywood zurechtgestutztes Pseudomärchen zelebriert und von allem zu viel bietet: 
- Hauptcharaktere, die sich überschätzen, sich gern mal stur im Kreise drehen und mitunter ziemlich weltfremd daherkommen und vor allem kommunikationsunfähig sind und sich nur über neue Medien und erotische Begegnungen annähern, anstatt einmal Auge in Auge miteinander zu reden,
- Nebencharaktere, die liebenswert oder hilfreich sein oder für ordentlich Drama sorgen sollen, aber farblos bleiben, 
- ausgewalzte, allseits potente Erotikszenen 
- und eine High-Society-Welt, in der man sich, Aschenputtel Ana ausgenommen, schön unter sich verkuppelt und Geld (und Sex sowieso) alle Probleme löst.
Leider bleiben dabei erotisches Knistern, Romantik und auch Spannung und eine bitter nötige Prise Humor gehörig auf der Strecke, sodass trotz der professionellen und durchaus gelungenen Hörbuchumsetzung Langeweile und Überdruss aufkommen.
Schade um die viele Arbeit, die zweifelsohne trotzdem in dem Werk steckt. 

Gesamteindruck Story:
2 von 5 Weißdornzweigen 





Gesamteindruck  Hörbuch:
5 von 5 Weißdornzweigen 





Durchschnittsbewertung: 
3 von 5 Weißdornzweigen 
  
 
   



Buchdaten
  • Taschenbuch: 672 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (24. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch, übersetzt von Andrea Brandl und Sonja Hauser
  • ISBN-10: 3442478979
  • ISBN-13: 978-3442478972
Hörbuch
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: ungekürzte Lesung (24. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch, gelesen von Merete Brettschneider
  • ISBN-10: 3867179301
  • ISBN-13: 978-3867179300

Kamillenhimmel


Freitag, 19. Oktober 2012

... über "Tempest: Tochter des Meeres" von Tracy Deebs

Tracy Deebs

Gestaltwandler-Geschichte rund um die Sorgen des Heranwachsens und die geheimnisvollen Wege des Schicksals, die sich leider in den Weiten des Pazifiks verlieren.

Zum Inhalt:
Tempest Maguire weiß schon lange, dass ihr Leben sich ändern wird, sobald sie siebzehn Jahre alt wird. Wie einst ihre Mutter, die vor sechs Jahren ins Meer verschwand und Tempest mit ihrem Vater und ihren beiden Brüdern zurückließ, wird sie vor der Entscheidung stehen, als Mensch oder als Nixe zu leben. Von ihrer Mutter bleibt ihr nichts als Kindheitserinnerungen und ein vager Abschiedsbrief. Schon immer verband Tempest eine besondere Beziehung mit dem Meer, sodass sie zu einer ausgezeichneten Surferin heranwuchs. Doch als ihr siebzehnter Geburtstag bevorsteht, gerät sie ins Wanken. Plötzlich hat sie beim Surfen Unfälle, ertrinkt sogar beinahe. Außerdem setzt ihre Verwandlung ein. Mit einem Mal hat das Mädchen Kiemen und ihren Rücken überzieht ein faszinierendes, schimmerndes Tattoo. Während sie sich einzureden versucht, eine Wahl zu haben, wird der Ruf des Ozeans stärker denn je, und selbst ihre kleinen Brüder und die Beziehung mit Mark können sie nicht darüber hinwegtäuschen. Nur Kona, ein Fremder, der eines Tages unter den Surfern auftaucht und offenbar nirgends dazugehört, scheint Tempests Gefühle zu verstehen. Und um ihn zu retten, stürzt sich Tempest eines Tages ins Meer, wo sie nicht nur erfährt, wer Kona ist, sondern auch, welche Aufgabe das Schicksal ihr zugedacht hat ... 

Meine Meinung: 
"Tempest: Tochter des Meeres" war ein reiner Coverkauf. Der Roman stand verführerisch im Buchhandlungsregel, und ich dachte mir: "Nimm das Buch doch einfach mit". Immerhin hatte ich mir vorgenommen, mehr Meeresromane zu lesen, und die Verbindung der Faszination Ozean mit der Faszination Gestaltwandler/Nixen kann ja im Grunde nicht falsch sein. 
Tatsächlich vermittelt das Äußere dieses paranormalen Jugendromans, der im März 2012 bei Planet Girl (Thienemann-Verlag) in gebundener Ausgabe erschien, eine eher sehnsüchtig-träumerische Geschichte. Wie hierzulande sehr üblich sehen wir wieder einmal ein verträumtes Mädchengesicht, das in die Ferne zu blicken scheint, hier aber glücklicherweise einmal nicht unsäglich grün umrankt ist. Diese gewisse Sehnsucht, die sehr häufig mit dem Ozean assoziiert wird, wurde von den Gestaltern der Agentur Hauptmann & Kompanie sehr treffend eingefangen, passt nur leider nicht ganz zur Handlung von Tracy Deebs' Auftaktband der Trilogie um die Jugendliche Tempest.
Das Mädchen hat mit Sorgen zu kämpfen, die sicherlich recht typisch für Heranwachsende sind, nur, dass die Autorin hier das Nixendasein metaphorisch für die Entscheidungsängste in der Frage, wohin man sich auf dem Wege zum Erwachsenen bewegen will, einsetzt. 
Auf recht angenehme Weise haben wir es hier einmal mit einem Charakter zu tun, der weiß, was aus ihm werden kann, und nicht, wie in anderen Romanen plötzlich von einer Verwandlung heimgesucht wird. Darüber hinaus wähnt sich das Mädchen in einer gewissen Ausweglosigkeit, nämlich, dass sie genauso im Meer verschwinden und ihre Familie und alle, die sie liebt, zurücklassen wird, wie schon ihre Mutter. Durch deren Weggang wurde Tempest nicht nur als Zehnjährige in eine Mutterrolle hineinkatapultiert, sondern sie hat einen regelrechten Groll auf ihre Mutter entwickelt, der sie nicht loslassen will und sie schon gar nicht sehnsüchtig macht. Überhaupt hat Tempest, die Surferin, zwar eine enge Beziehung zum Meer, träumt aber nun nicht unablässig von dessen für den Normalsterblichen unerreichbaren Tiefen. 
Deshalb empfinde ich die etwas neutralere Einbandgestaltung der englischen gebundenen Ausgabe, die 2011 bei Frank R Walker Co (Il) erschien und den Nixenrücken mit Tempests Tattoo zeigt, als stimmiger. Auch die englische Taschenbuchausgabe von Bloomsbury Publishing, die eine schwimmende weibliche Silhouette abbildet und damit durchaus einen Bezug zum Buch herstellt, weil hier der fehlende Fischschwanz thematisiert wird, kann durchaus punkten.
Im Übrigen werten kleine Kapitelillustrationen den Buchblock optisch auf und verleihen ein gewisses Meeresgefühl. 
 
Da wir dank des als Prolog vorangestellten Briefs der Mutter von Beginn an wissen, dass die Ich-Erzählerin Tempest zur Nixe werden wird, ist es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese Verwandlung eintritt und vor allem der Leser erfährt, warum das Meer nach dem Mädchen ruft.  
Zunächst aber lernen wir eine normale Jugendliche kennen, die für ihr Leben gerne mit den Jungs noch vor der Schule surfen geht. Das Motiv des Surfens zieht sich durch das gesamte Buch, das in fünf große Teile untergliedert ist, die allesamt einen Titel aus der Surfer-Sprache tragen. Diesen Surferlebnissen, bei denen schließlich auch Tempests Wandlung eintritt, dürfen wir eine ganze Weile beiwohnen und uns, folgerichtig, an ihren normalsterblichen Freundeskreis gewöhnen. Auf diese Weise entstehen rasch Sympathien für Tempests menschliches Dasein, insbesondere auch für ihren Freund Mark. Er macht den in zahlreichen US-amerikanischen Teenagerserien suggerierten typischen Eindruck des netten Beau von der High-School, der seine Freundin auf Händen trägt, ist aber trotzdem sympathisch. Tempest wird nicht müde, zu beteuern, wie viel sie für Mark empfindet. Auf der Pro-Liste für das Leben an Land steht dieser junge Mann auf jeden Fall ganz weit oben.
Das ändert sich auf vorhersehbare Weise abrupt, als Kona auf einer Welle dahergeritten kommt. Als Inbegriff des Paranormal-Schmachtobjekts mit Opal-Augen (oder war es Onyx?) bringt er Tempest noch zusätzlich durcheinander. Aber anstatt ihr reinen Wein einzuschenken, womit das Buch in Nullkommanichts sein Ende finden würde, lässt die Autorin die Charaktere umeinander herumtänzeln und führt sie schließlich in die Tiefen des Ozeans, wo dann ca. zweihundert Seiten so gut wie nichts passiert. 
Vom in der Kurzbeschreibung erwähnten "geheimnisvollen Erbe" ihrer Mutter, das sich nicht auf den Nixenschwanz beschränkt, der im Übrigen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern verdient werden muss, erfährt Tempest zwar recht früh, doch die Konfrontation mit der großen Gefahr und damit mit ihrer schicksalshaften Bestimmung erfolgt so spät, dass vermutlich so mancher Leser zwischendurch schon ertrunken ist. 
Dann aber geht alles so schnell, dass man glaubt, etwas verpasst zu haben und die komplette Handlung insgesamt einen recht unausgegorenen Eindruck macht. Das liegt unter anderem auch an der Ich-Perspektive, die das Wissen der Protagonistin deutlich einschränkt und den Leser genauso ahnungslos dastehen lässt wie Tempest. Allerdings versucht diese, alles mit sich selbst auszumachen, und stellt erstaunlich wenig Fragen, sodass sie sich zum Ende zu Recht Vorwürfe machen muss. 
Auch muss man feststellen, dass man seine Sympathien für die menschlichen Freunde der Protagonistin buchstäblich verpulvert hat, denn deren Anwesenheit wird tatsächlich zum Gastspiel degradiert. 
Während Tempest nun zunächst etwas unbeholfen durch den Ozean gluckert, ihre Kiemen trainiert, sich so manches Mal verschluckt und die Formen der Kommunikation unter Wasser erst erlernen muss, entsteht leider kaum maritime Atmosphäre, die der Faszination Ozean gerecht werden würde. Obwohl die Wasserwesen von einer bösen Macht bedroht werden, die leider wenig spannend aufgebaut wird und in einem übereilten Showdown nur absaufen kann, leben sie auf seltsame Weise in Saus und Braus. Wenn ich ehrlich bin, erwarte ich mir in einem paranormalen Jugendroman, der in der Gegenwart spielt durchaus eine gewisse Auseinandersetzung mit dem Thema Umwelt. In dieser Beziehung schien mir die Geschichte vor der kalifornischen Küste doch etwas zu glatt gebügelt und märchenhaft aufpoliert. 
Anstatt Tempest in dieser Romanze dem Wasserwesen Kona in die Arme zu spülen, hätte in der Beziehung mit dem Mark sicherlich mehr Konfliktpotenzial gelegen. Nicht unbedingt im Hinblick auf eine ausgeleierte Dreiecksgeschichte, sondern hinsichtlich einer Art Wochenendbeziehung, mit der sich Jugendliche nach dem Schulabschluss  durchaus konfrontiert sehen können. Leider musste die Autorin hier den paranormalen Holzhammer schwingen und wieder mal eine vorherbestimmte Romanze heraufbeschwören. Schade, denn ich konnte hier leider nichts herzerwärmend Romantisches entdecken, möchte aber natürlich nicht ausschließen, dass die Zielgruppe (13 bis 16 Jahre) sich anders angesprochen fühlt.
"Tempest: Tochter des Meeres" liest sich in der Übersetzung recht flüssig und lässt einen jugendlichen Ton anklingen, der nicht übertrieben wirkt. Sehr gestört hat mich allerdings der Ausdruck "Wassernixe". Obwohl schon die Gebrüder Grimm diesen Begriff verwendeten, empfinde ich ihn als tautologisch, denn Nixen sind nun mal Wasserwesen, auch wenn sie nicht zwangsläufig einen Fischschwanz haben. Im Grunde passt auf Tempest mythologisch gesehen weder der Begriff Nixe, da von ihr (noch?) keine Bedrohung für den Menschen ausgeht, noch Meerjungfrau, weil sie nicht erlöst werden muss. Nun gut, irgendeinen Grund wird die Entscheidung für Wassernixe gehabt haben ... 
Aufgrund der langatmigen Vorbereitung der Schicksalserkenntnis, des zum Selbstzerfleischen neigenden Charakters der Tempest, der blassen Zeichnung ihrer Mutter, die eigentlich eine Schlüsselfigur sein sollte, und der sonstigen Familie sowie der konstruierten Romanze zwischen Wasserwesen ist es Tracy Deebs nicht gelungen, mich mit ihrem Auftaktband "Tempest: Tochter des Meeres" soweit zu überzeugen, dass ich freudig zu weiteren Bänden greifen würde. 

Fazit: 
Erster Band einer Meeresgeschichte für jugendliche Leser, der eine ansprechende Idee zugrunde liegt, die leider mit blassen Charakteren und mangelndem Flair wenig mitreißend umgesetzt wurde und Fans der Fernsehserie H2O wohl eher enttäuschen dürfte.

"Tempest: Tochter des Meeres" ist eines der wenigen Bücher, die mich in diesem Jahr wirklich enttäuscht haben, aber da der Roman die Zielgruppe vermutlich anders anspricht als mich, vergebe ich einen Extrazweig und gelange zu einem 

Gesamteindruck von:
3 von 5 Weißdornzweigen
    

 

Buchdaten:
  • Gebundene Ausgabe: 348 Seiten
  • Verlag: Planet Girl; Auflage: 1. (26. März 2012)
  • Einbandgestaltung:  Hauptmann & Kompanie
  • Sprache: Deutsch, übersetzt von: Bettina Münch
  • ISBN-10: 3522502574
  • ISBN-13: 978-3522502573
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Neupreis: 14,95 €

Geb. AusgabeGeb. AusgabeTaschenbuch
DeutschEnglischEnglisch
TaschenbuchKindle-E-BookBand 2 (HC)
EnglischEnglischEnglisch

Feenunterstand


Freitag, 12. Oktober 2012

Schmökern mit Sohnemann #14


Ein Blick in mein Archiv verrät mir, dass meine Kinderschmökerkategorie ein gutes Vierteljahr geruht hat. 

Nicht etwa, weil wir nichts mehr gelesen hätten, sondern weil wir a) inzwischen viele Lesehausaufgaben haben, bei denen das Freizeitlesevergnügen etwas zu kurz kommt und b) eben dieses Freizeitlesevergnügen wochenlang auf Comicberge fiel, deren Vorstellung mir zu mühselig und zeitraubend erschien. 
In den Sommerferien machten wir aber mal wieder die echten Buchläden unsicher und Sohnemann schleppte eine mächtige Ausbeute nach Hause. 
Weil kleine Möchtegernsuperhelden gern über Superhelden lesen möchten, gerieten rasch Weltraumhelden in sein Visier. Die Faszination Weltraum hat bei unserem Nachwuchs offenbar noch nicht nachgelassen, und ich erinnere mich, dass ich als Kind selbst Science Fiction verschlungen habe (nur ist die Faszination bei mir dann auf der Strecke geblieben).
Bei unseren Buchhandlungsstreifzügen erwischte mein Sohn sogar eine Neuerscheinung aus deutscher Geschichtenschmiede und ist seit kurzem ausgemachter Space-Fighters-Fan. 
Im Juni erschien nämlich aus der Feder von David Mars bei Loewe der erste Band um die beiden Jungen Nano und Auros, ein Science-Fiction-Abenteuer, das sich an 7- bis 9-Jährige richtet. 

Inhalt:
Zunächst sind Nano und Auros ganz normale Jungen, nur, dass sie auf der Erde (Terra) des Jahres 2230 leben. 
Inzwischen haben die Menschen entdeckt, dass es auch auf umliegenden Planeten Leben gibt und mit sieben dieser Planeten wurde der Bund der freien Planeten gegründet. Das daraus entstandene politische Konstrukt und die damit verbundenen Fragen interessieren die Großen. Die "Kleinen" hingegen finden die Geschichten um das Black Kingdom, das einst den Bund bedrohte und seine Macht längst verloren haben soll, viel spannender. 
Genau dieses Black Kingdom wird aber schon bald Realität. 
Als Nano und Auros zum Arbeitsplatz ihrer Eltern bestellt werden, weil Auros' Vater etwas Wichtiges mit ihnen besprechen will, geht ein Feuerball auf Terra nieder und die Kinder müssen miterleben, wie ihre Eltern von einem schwarzen Raumschiff mit den Initialen BK entführt werden. 
Erst jetzt erfahren die Jungen von dem Wissenschaftler Vulcanus Nomos, wer ihre Eltern einmal waren und welches Erbe sie ihnen mitgegeben haben. Gemeinsam mit dem Androiden D3 schickt Vulcanus die Jungen auf die Suche nach ihren Eltern.
Erster Zwischenstopp ist der Höhlenplanet Convix, der von eidechsenähnlichen Wesen bewohnt wird, die besondere Schutzschilde herstellen. 
Dort werden sie zum ersten Mal mit einem Angriff der Black-Agenten konfrontiert und müssen ihre Superkräfte, von denen sie eben erst erfahren haben und die noch viel Training benötigen, unter Beweis stellen. 
Mit Nano und Auros startet nun die neue Generation Space Fighters durch. 
"Als Freunde vereint, gegen den Feind." 

Unsere Meinung:
Mein Sohn sagt: "Die Space Fighters sind cool." 
Ich stimme zu. 

Auf 75 Seiten geht es spannend und fantasievoll zu, und technikbegeisterte Jungleser kommen voll auf ihre Kosten.
Auch wenn gekämpft wird, geht es nicht zu brutal oder schlafraubend zu, und die Freundschaft zwischen den Jungen und auch mit den Wesen der anderen Planeten sowie Mut stehen im Mittelpunkt. 
Die Namen sind nicht übermäßig kompliziert und die Schriftgröße für einen Zweitklässler wie meinen Sohn absolut lesefreundlich, weil er diese aus dem Lesebuch gewöhnt ist und noch immer die Angewohnheit hat, ab und an mit dem Finger zu lesen. Im Vergleich mit dem Schulmaterial sind die Sätze ähnlich lang und nicht übermäßig kompliziert, beschränken sich aber längst nicht auf einfache Sätze.
Zur Auflockerung tragen sehr lebendige Farbillustrationen von Steffen Winkler bei.

Leider wird es nie ein Buch geben, das auf den Lese- und Bildungsstand aller Bundesländer abgestimmt ist. So tun sich unsere Kinder, die Englisch erst ab der dritten Klasse als Pflichtfach haben, mit englischen Begriffen (die im Deutschunterricht vermutlich deshalb bewusst nicht vorkommen) beim Lesen unheimlich schwer. Sicher haben sie das eine oder andere Wort schon einmal gehört, aber natürlich noch nicht gelesen. Da Kinderbücher dieser Art ja bereits allein gelesen werden dürfen und sollen, ist hier der Leseerfolg leicht gestört, und mit einigem Frust zwischendurch schaffen wir, wenn wir gemeinsam abwechselnd lesen, ungefähr ein halbes Kapitel pro Leseabend. Das ist wiederum gar nicht so schlecht, denn bislang gibt es erst eine Fortsetzung, sodass man sich ruhig Zeit nehmen sollte. 
Am zweiten Buch, Space Fighters 02. Planet der Feuerkatzen, lesen wir bereits und hoffen, dass wir noch mehr von Nano und Auros zu lesen bekommen. 

Im Übrigen kann man mit den Space Fighters auch auf antolin.de punkten. 
  • Gebundene Ausgabe: 75 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag (1. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785574428
  • ISBN-13: 978-3785574423
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 - 9 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15,4 x 1,2 cm
  • Neupreis: 7,95 €

Der Autor (Quelle: Loewe-Verlag): 
David Mars
David Mars liebte schon als Junge Geschichten von fremden Welten und Reisen zu den Sternen. In der Schule zeichnete er heimlich Roboter und Weltraumschlachten. David Mars ist großer Star-Trek-Fan, macht Rockmusik und baut mit seinen Söhnen Raumschiffmodelle.


Der Illustrator (Quelle: Loewe-Verlag):
Steffen Winkler
Steffen Winkler, geboren in Mainz, arbeitet seit seinem Studium für Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Wiesbaden als freiberuflicher Illustrator. Unter seinen Arbeiten finden sich Illustrationen für Werbung, Tonträger, Bücher, Comics und verschiedene Modelabels. Er lebt in Wiesbaden und verbringt jede freie Minute in fernen Galaxien - manchmal sogar auf Terra.

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