Samstag, 25. Februar 2012

... über "Navy SEALS. Entführt" von Stephanie Tyler

Stephanie Tyler

Romantische Spannung, bei der das Konfliktpotenzial nicht unter den Teppich gekehrt wird

Zum Inhalt:
Jake Hansen ist ein Navy Seal, wie er nicht besser im Lehrbuch stehen könnte. Immer fokussiert, genau wissend, was er wann zu tun hat, um einen Auftrag zu erledigen, zählen körperliche Wunden wenig und Emotionen werden so weit unterdrückt, dass kein Teilnehmer der Mission gefährdet wird. Deshalb ist er auch der Mann der Stunde, als es darum geht, Dr. Isabelle Markham, Tochter einer Senatorin aus den Fängen ihres Kidnappers im afrikanischen Dschungel zu befreien. Es gelingt Jake und seinen Brüdern Chris und Nick, mit denen er ein eingespieltes Team bildet, die junge Ärztin, die bei Ärzte ohne Grenzen tätig war, aufzuspüren und sie in Sicherheit zu bringen. Vorerst. Denn, auch nachdem Isabelle von ihren körperlichen Verletzungen genesen ist, ist die Gefahr längst nicht gebannt. Admiral Cal Callahan holt sie als Klinikunterstützung auf seinen Stützpunkt, wo sie nicht nur in absehbarer Zeit eine Offiziersausbildung absolvieren soll, sondern auch sein Schützling Jake stationiert ist. Das ist natürlich kein Zufall, denn der Admiral bestellt Jake zum Schutz seiner Patentocher Isabelle. Dabei schenkt er aber beiden nicht reinen Wein ein. Trotz aller Dienstbeflissenheit hat Jake in der relativ kurzen Zeit, die seit der Rettungsaktion vergangen ist, nicht die Erinnerung an die verletzte, entwürdigte Frau, die er auf seinen Armen persönlich aus dem Dschungel tragen musste, abschütteln können. Auch Isabelle erinnert sich an ihren Retter, an seine Behutsamkeit, mit der er versuchte, ihre Würde zu wahren, und auch an seinen Kuss, den sie ihm verzweifelt abgerungen hatte, überzeugt, sie würden sterben. Als sie ihn nun wiedersieht, will sie den Mann, dem sie ihr Leben verdankt, kennenlernen. Dass sie sein Job ist, ahnt sie nicht, aber auch nicht, dass ihre Sicherheit ihm mehr am Herzen liegt, als für einen Job notwendig wäre. Langsam nähern sie sich an, heilen äußere und innere Wunden, ergründen ihre Vergangenheiten und erfahren, dass Isabelles Entführung weiter reichende Beweggründe hatte als Geld oder den Rang ihrer Mutter. Aber der Entführer befindet sich keineswegs hinter Schloss und Riegel ... 

Zweisam

Freitag, 24. Februar 2012

... über "Mortal Kiss: Wem gehört dein Herz" von Alice Moss

Alice Moss

Kurze, nette Fortsetzung, die erst spät in Gang kommt

Achtung, Spoiler zum ersten Band Mortal Kiss: Ist deine Liebe unsterblich? möglich

Zum Inhalt:
Nach den Ereignissen von "Ist deine Liebe unsterblich" ist in Winter Mill wieder Ruhe eingekehrt. Faye und ihre Freunde, sogar Finn, gehen regulär zur Schule und erwarten nichts sehnlicher als die bevorstehenden, langen Sommerferien. Nach diesem Schuljahr, besonders nach diesem Winter, der für Faye und ihre Freunde eine böse übersinnliche Überraschung bereithielt, aber auch Finn an ihre Seite führte, haben sich alle eine Auszeit redlich verdient. Deshalb soll auf dem Morrow-Anwesen, von dem nun keine Gefahr mehr ausgeht, wenn man von den fortbestehenden Eifersüchteleien und Reibereien zwischen den Halbbrüdern Lucas und Finn einmal absieht, zunächst eine Party gefeiert werden. Wer aber nicht auf der Party erscheint, ist Lucas. Während Faye sich sofort Sorgen macht, reagiert Finn mit Gleichgültigkeit und Eifersucht. Faye aber hat ein sehr ungutes Gefühl, denn sie wird von Träumen verfolgt, die sie nicht zu deuten vermag. Sie ahnt, dass vielleicht doch noch nicht alles vorbei ist. Inzwischen plagen Finn ganz andere Sorgen. Nach all den Jahrhunderten, die er nun auf der Welt weilt, ist er zwar am Ort seiner Bestimmung, Faye, angekommen, fragt sich aber, ob das nun alles war. Er wird bei Fayes Tante sesshaft, während seine Biker nach dem Verlust ihres Anführers auf der Stelle treten und auf die Entscheidung, weiterzuziehen, warten. Dann aber tauchen Fremde auf, überfallen die Gang und kidnappen einige Mitglieder. Langsam schwant es Finn, dass Faye mit ihrem unguten Gefühl recht haben könnte. Anstatt also einen gemütlichen Sommer zu verbringen, brechen die Biker, Finn und Faye auf, um die verlorenen Gangmitglieder und Lucas zu suchen. Ihre Reise führt sie in eine alte Bergbaustadt, in der das Silber nicht das Einzige ist, dass sich den Wölfen entgegenstellt ... 

Grün

Mittwoch, 22. Februar 2012

... über "Hyddenworld: Der Frühling" von William Horwood

William Horwood

Episch angelegte Fantasy mit altbekannten mystischen Motiven und etwas erzwungen wirkender Liebesgeschichte


Zum Inhalt:
Es war einmal ein kunstfertiger Schmied namens Beornamund. Er lebte in Mercia, einem der sieben Reiche von Engladond und liebte die Tochter seines Meisters. Ihr Name war Imbolc, was in der alten Sprache Frühling bedeutet. Leider ward sie ihm unzeitig durch eine Naturkatastrophe genommen, sodass er in tiefer Trauer nunmehr kunstvolle Gegenstände erschuf, um ihrer zu gedenken. So entstand eine Kugel aus Metall und Glas, die er voller Zorn den Göttern im Himmel, die er für Imbolcs Tod schuldig glaubte, entgegenschleuderte. Die Götter hingegen zerschmetterten die Kugel in Tausende Stücke, von denen Beornamund nur drei - Edelsteine - wiederfand. Sie verkörperten den Sommer, den Herbst und den Winter. Allein der Frühling blieb verschollen. Diese Edelsteine setzte er nun auf einen Anhänger, den Imbolc, die von den Göttern zur Friedensweberin erkoren worden war, trug, während sie über Jahrhunderte durch die Welt der Menschen und Hydden ritt. Beornamund prophezeite, der Stein des Frühlings könne erst wiedergefunden werden, wenn der Winter von jenem Anhänger abgefallen sei und so auch Imbolc ihre Aufgabe erfüllt habe und zu ihm zurückkehren könne. Doch wenn Imbolc auf diese Weise endgültig dahingeschieden sei, könne die Welt, die so voller gefährlicher Gier sei, nur durch Ankunft ihrer Schwester, der Schildmaid gerettet werden. Und deren erste Aufgabe bestünde im Auffinden des verlorenen Steins des Frühlings ... 
Die Hydden sind ein kleines Völkchen, das vor den Augen der Menschen verborgen lebt. Höflich und friedliebend sind sie, sie wissen die Natur zu schätzen, und sie sind die Letzten, die sich an jene Prophezeiung Beornamunds und die Legende um den Stein des Frühlings erinnern. Als nach all der Zeit, die inzwischen verflossen ist, die Kunde über den Riesengeborenen zu vernehmen ist, wissen sie, dass die Zeit gekommen ist, auf die Suche nach der Schildmaid und dem Edelstein zu gehen. So bringt man den Riesengeboren Jack von seiner Geburtsstatt im deutschen Harz nach England, wo er unter den Menschen finden möge, was verloren geglaubt ist. Riesengeborener deshalb, weil er viel größer ist, als Hydden es üblicherweise sind und daher unter den ungläubigen Menschen keine Verwirrung stiftet. In England soll Jack von Professor Arthur Foale und dessen Frau aufgenommen werden. Während er in einem Ärztezentrum darauf wartet, abgeholt zu werden, begegnet er Clare Shore und ihrer fünfjährigen Tochter Katherine, die ihren Mann Richard, der dort Assistenzarzt ist, abholen wollen. So ergibt es sich, dass er nicht mehr auf Abholung warten muss, sondern mit den Shores mitfahren darf. Doch nicht nur das unsäglich schlechte Wetter an jenem Tag, sondern auch die Feinde der Hydden, die Fyrd, verhindern, dass Jack bei den Foales ankommt. Es kommt zu einem schweren Autounfall, den nur Katherine gänzlich unversehrt überlebt ...
Erst zehn Jahre später treffen Katherine und Jack, der bis dahin in verschiedenen Einrichtungen aufgewachsen ist, wieder aufeinander. Der Anlass ist traurig, denn Clare Shore, die sich seit dem Unfall nie wieder erholen konnte, liegt im Sterben. Zudem wird Arthur Foale vermisst. Jack und Katherine erleben eine kurze Zeit der Annäherung und erfahren, wer Jack in Wirklichkeit ist. Doch bevor sie sich wirklich bewusst werden können, welche neuen Aufgaben auf sie warten, fällt Katherine in die Hände der Fyrd ... 

Haarig

Dienstag, 21. Februar 2012

3 in 1 mit Linda Howard bei Julia Bestseller #2

(c) Cora-Verlag
Da man die Julia Bestseller in der Regel unabhängig voneinander lesen kann, wenn man nicht gerade eine Reihe erwischt hat, ist es überhaupt nicht dramatisch, dass ich den Linda-Howard-Band vom September 2011 jetzt erst gelesen habe. 
Die US-amerikanische Bestsellerautorin deckt eine große Bandbreite an Liebesromanen ab, die neben Historicals Contemporarys und Romantic Suspense umfasst, und Band 117 bietet einen ganz guten Überblick.

Mit "Die Farbe der Lüge" (White Lies) liegt ein Roman aus dem Romantic-Suspense-Genre vor. Wie so oft bei diesen Sammelbänden, die einen kleinen Schaffensquerschnitt der jeweiligen Autorinnen bieten, ist dieser Roman nicht ganz neu, sondern bereits in den 1980ern im Original und vor nicht allzu langer Zeit auch bei Mira Taschenbuch schon als Einzelausgabe erschienen. Auch er gehört zur Rescues-Reihe und schließt diese offenbar ab. "Die Farbe der Lüge" hat jedoch deutlich mehr Spannung zu bieten als der Vorgänger "Michelle in Gefahr".  

Janet Jean Granger, genannt Jay, hat einen wirklich schlechten Tag. Da hat sie sich jahrelang abgerackert, sich von den Herren der Schöpfung im Büro so verbiegen lassen, bis sie die Investmentbankerin wurde, die sie sein sollte, nur damit sie nun mit 30 ohne Job da steht. Frisch entlassen, megasauer und einigermaßen verzweifelt, weil sie nicht so recht weiß, wie sie ihren bisherigen, keineswegs verschwenderischen, aber hohen Lebensstandard aufrechthalten soll, hat sie gerade noch auf Besuch vom FBI gewartet. Auf einmal steht nämlich ein Agent in ihrer Wohnung und will sie in ein Militärkrankenhaus mitnehmen, in dem sie ihren bei einem Anschlag schwer verletzten Ex-Mann Steve, den sie seit der Scheidung vor fünf Jahren nie mehr gesehen hatte, identifizieren soll. Auch wenn die Geschichte, die ihr der Agent auftischt, wenig überzeugend ist, reist sie mit und identifiziert den Mann notgedrungen, obwohl an ihm im Grunde nichts identifizierbar ist. Während sie am Krankenbett sitzt und mit dem Komapatient spricht, scheint er aufzuleben, woraufhin man sie bittet, zu bleiben. Kost und Logis sollen übernommen werden, sodass sie sich keine Sorgen machen müsse. Nach und nach kommt Steve zu sich und zu Kräften, kann sich aber an nichts erinnern, und als zuletzt die Augenverbände abgenommen werden, stellt Jay entsetzt fest, dass dieser Mann, in den sie sich wieder zu verliebt haben meint, gar nicht ihr Ex-Mann ist. Hin- und hergerissen von den Gefühlen für den Fremden willigt sie schließlich ein, mit ihm eine abgelegene, gesicherte Hüte zu beziehen. Doch mit zunehmender Erinnerung des Mannes kehrt auch die Gefahr zurück ... 


Nicht immer glaubwürdige, aber recht mitreißende Liebesgeschichte mit mehr Romance als Spannung und Charakteren, die sich im wechselseitigen Versteckspiel nicht viel nehmen und damit zwangsläufig Konflikte heraufbeschwören. Erfreulicherweise wird der emotionalen Annäherung und dem Kennenlernen der Protagonisten mehr Raum gewährt als sexuellen Fantasien und bloßen Intimitäten, wodurch die Romanze mehr Substanz erhält. Allein die Hintergrundgeschichte um den Bösewicht der Stunde bleibt etwas blass und schmälert zusätzlich den Spannungsfaktor.




"Gegen alle Regeln" (ausnahmsweise dem englischen Originaltitel einmal näher: Against the Rules) ist zur Abwechslung ein Einzelroman, aber auch dieses "Frühwerk" führt die Liebesromanleserin auf eine Ranch, sodass man den Eindruck gewinnt, dass das weite, wilde Land und die mit der Landarbeit verbundenen Sorgen ein Lieblingsthema der Autorin sind. 

Ihre Protagonistin Cathryn hat sich über Jahre tunlichst fern von der Farm ihres Vaters gehalten. Seit sie aufs College ging, weiß sie die Annehmlichkeiten der Großstadt Chicago zu schätzen und will nur ungern auf sie verzichten, selbst wenn sie sich vor der harten Arbeit an sich überhaupt nicht scheut. Außerdem erwarten sie auf der heimischen Farm lediglich Stiefschwester und Stiefmutter und Ranchaufseher Rule Jackson, der eine sinnliche Erinnerung in ihr weckt, mit der sie abgeschlossen zu haben glaubt. Ihr Vater hinterlässt die Familienranch Bar D ausschließlich ihr, dennoch lässt Cathryn, die inzwischen verheiratet ist, die anderen schalten und walten, weil sie sich nicht der Erinnerung an den Vater und der emotionalen Kälte ihrer Stiefmutter aussetzen will. Dann aber stirbt ihr Mann nach schwerer Krankheit, und weil Rule die eher streunerhafte, fachlich inkompetente Stieffamilie nicht mehr gebändigt bekommt, holt er die junge Witwe kurzerhand zurück aufs Land, damit sie ihre Aufgabe ausübt und endlich der Boss ist. Dort stellt sie überrascht fest, dass Rule aus der einstigen Rinderranch inzwischen eine einträgliche Pferdefarm gemacht hat. Dass der raue, starke Mann sie seit acht Jahren begehrt, weiß Cathryn nicht erst seit dem damaligen Schäferstündchen am Fluss, aber dass er, der noch immer von Vietnam verfolgt wird, wirklich sie und nicht nur das Land, auf dem ihr Vater dem einst jungen Wilden eine Chance gegeben hat, liebt, wagt sie noch nicht zu glauben ...

Romanze zweier Charaktere, die emotional belastet sein sollten, aber überraschend schnell Leidenschaft über Trauer und Trauma siegen lassen. Gleichzeitig ist der Frauencharakter erfrischend selbständig und verfällt nicht ins Jammern, während der Held zwar dominant und bestimmend, aber weniger übergriffig als manch anderer Protagonist in anderen Werken der Autorin daherkommt. Leider nerven die klischeehafte Stiefmuttergeschichte und die zweifach geschiedene, kindisch-zickige Stiefschwester enorm.

  




Zu guter Letzt gesellt sich noch eine paranormale Liebesgeschichte in diesen subgenretechnisch recht abwechslungsreichen Sammelband. "Raintree: Aus dem Feuer geboren" (Raintree: Inferno) ist eine jüngere Arbeit Linda Howards und bildet den Auftakt zu einer Trilogie, deren weitere Bände allerdings aus der Feder anderer Autorinnen stammen. Auch dieser Roman sowie die beiden Nachfolger sind bereits bei Mira Taschenbuch als Einzelausgaben erschienen. 

"Raintree: Aus dem Feuer geboren" ist in Band 117 die kürzeste Geschichte und macht nur knapp über hundert Seiten von den insgesamt 446 Seiten aus. Während der Lektüre konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier gekürzt wurde. Rezensionen zur Mira-Taschenbuch-Ausgabe beklagen hingegen ebenfalls die Kürze, wonach der Trilogie-Auftakt offenbar wirklich nicht durch Länge besticht. Ebenfalls nicht besticht er durch Tiefgang, was ihn in meinen Augen zum schwächsten Beispiel der Romane, die ich bislang von Linda Howard gelesen habe, macht. Unverkennbar will hier auf den paranormalen Trendzug aufgesprungen werden, was zwar anfänglich gelingt, die rasante Fahrt aber nicht übersteht und letzten Endes nichts Ganzes und nichts Halbes ergibt. Seit langer Zeit ist "Raintree: Aus dem Feuer geboren" das erste Buch, das mir rundum überhaupt nicht zusagen wollte.
Dante ist der Anführer der Raintree, und weil ein König eines übersinnlichen Geschlechts nichts anderes zu tun hat, leitet er ein Casino in Reno. Dort gewinnt seit einer Weile eine junge Frau auffällig regelmäßig überschaubare Beträge, die verschmerzbar wären, weckt aber trotzdem Dantes Interesse. So lässt er sie sich eines Tages vorführen, um herauszufinden, wie sie ihn betrügt. Mit seinen empathischen Fähigkeiten kann er nicht nur in ihren Verstand eindringen, sondern ihn auch manipulieren. Bei Lorna stellt er aber verwundert fest, dass sie ebenfalls übersinnlich begabt ist, sodass zunächst all seine Alarmglocken laut schrillen. Er muss herausfinden, ob sie eine Ansara ist, denn die Ansara, ebenfalls ein übersinnlicher Clan mit magischen Kräften, sind der natürliche Feind der "guten" Raintree und auf Betrug und Verderben aus. Nach dem letzten Vernichtungsversuch vor gut zwei Jahrhunderten sind die Raintree selbstverständlich besonders wachsam. Doch bevor Dante Lorna, die präkognitive Fähigkeiten besitzt, die nicht immer so funktionieren, wie es ihr lieb wäre, gebührend untersuchen kann, bricht im Casino ein Feuer aus. Normalerweise ist Feuer für Dante überhaupt kein Problem, denn er kann nicht nur selbst Feuer erschaffen, sondern es auch seinem Willen unterwerfen. Aber hier stimmt etwas ganz und gar nicht, denn dieses Feuer widersteht ihm, und um seine und Lornas Haut zu retten, muss er Lornas eigene Magie anzapfen. Damit entsteht eine seltsame Verbindung zwischen ihnen, wodurch Lorna anschließend nicht einfach ihrer Wege gehen kann und andererseits gleich mit in Gefahr schwebt, denn selbstverständlich war das Feuer kein Zufall ...  

Unfertig erscheinende Romanze, die keine ist und die Protagonisten nach der Holzhammermethode zusammenführt. Schnell und ohne Tiefgang gestrickt, werden Gut und Böse flott nach dem Schwarz-Weiß-Muster getrennt, jahrhundertealte Fehden als Spannungsvorwand herbeikonstruiert und zwischendurch noch die genregebundene Erotik abgearbeitet. Auch wenn die Kooperation dreier Autorinnen an einer Trilogie noch so interessant erscheint, macht dieser Auftaktband keine Lust auf mehr. Schade, denn die Paranormalen sind hier ausnahmsweise mal weder Vampire noch Gestaltwandler, sondern haben vor allem mentale Fähigkeiten, die der Fantasie viel Spielraum lassen und beim Schreiben und Lesen Spaß machen sollten.

 

Unverwüstlich

Montag, 20. Februar 2012

3 in 1 mit Linda Howard bei Julia Bestseller

(c) Cora-Verlag
Nun bin ich also doch ganz plötzlich wieder in Liebesromanlaune und arbeite an meinem Heftchen-SuB. 
Obwohl die Bestsellerautorin Linda Howard, die einige Reihen und eine Vielzahl von Einzelromanen verfasst hat, bereits im September 2011 mit einem Sammelband an der Reihe war, folgen im aktuellen Band 122 direkt drei weitere Romane von ihr. 
(Die Lektüre von Band 117 hole ich zeitnah nach.)
In allen drei Romanen entführt die Autorin die Leserin auf die Ranch und hält vor allem für Fans raubeiniger Verführercharaktere vergnügliche Lesemomente bereit. 
Allerdings muss man damit leben können, dass sich diese Raubeine auf eine machohafte Weise zunächst rücksichtslos nehmen, was sie wollen, bevor sie von Frauencharakteren gezähmt werden, die nicht ganz so zerbrechlich sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Reibereien, glühende Funken und nicht nur heiße Küsse sind vorprogrammiert, bevor das ersehnte Happy End herbeigeführt wird. 


Der erste Roman im Bunde, "Am wilden Fluss" (im Original: Angel Creek), ist der zweite Roman in der Western-Ladies-Reihe der Autorin und wurde im Original bereits 1991 veröffentlicht. Als deutsche Erstausgabe erscheint er allerdings erst im August 2012 bei Mira Taschenbuch. 

Im Gegensatz zu den anderen beiden Romanen, die in diesem Sammelband vorliegen, haben wir es hier mit einem Historical zu tun. 

Protagonistin Dee Swann ist im Grunde nicht mehr im üblichen heiratsfähigen Alter, was ihr aber ziemlich schnuppe ist, denn sie hat kein Interesse an Männern und vertreibt jeden Bewerber nicht nur mit einem klaren Nein, sondern auch mit der Flinte. Ihr Lebensinhalt ist ihr kleines Stück Land, der Angel Creek, wo sie nach dem Tod ihrer Eltern seit inzwischen fünf Jahren allein lebt. Sie bewirtschaftet einen kleinen Gemüsegarten, der sie über Wasser hält. Mehr braucht sie nicht zum Leben. Außerdem sehen die Gesetze vor, dass das Land einer Frau bei Eheschließung an den Mann fällt, und genau das möchte Dee um jeden Preis verhindern. Inzwischen ist aber ihr kleines Tal mit dem Fluss das einzige Stück Land, das noch fruchtbar ist und mit ausreichend Wasser versorgt wird, sodass die Betreiber der angrenzenden Ranchen ein Auge darauf geworfen haben. Allen voran Lucas Cochran, der die größte Ranch weit und breit bewirtschaftet und nicht nur dringend Wasser für seine Rinder braucht, sondern auch hochtrabende Expansionspläne hat. Im Hinterkopf hat er dabei auch den Plan, unter Umständen die Bankierstochter Olivia zu ehelichen, selbst wenn sie sich beide nicht mehr als guten Tag und guten Weg wünschen und sonst nichts weiter füreinander empfinden. Ausgesprochen hat er diesen Plan noch nicht, aber die ganze Stadt ahnt bereits die große Verbindung voraus und tuschelt entsprechend. Als Lucas sich nun eines schönen Tages auf sein Pferd schwingt, um zu Dee zu reiten und ihr ein Kaufangebot zu unterbreiten, wirft ihn nicht nur ihre Sturheit um, und ehe er es sich versieht, wird er von ihr unverfänglich zum Essen eingeladen und hilft ihr im Stall. Wenig später stürzt Dee bei der Arbeit schwer und hat das Glück, dass Lucas bockbeinig und von seiner Kaufabsicht nicht abzubringen ist und deshalb wieder vor ihrer Tür steht. Die jungfräuliche Dee, die kaum aufrecht stehen, geschweige denn normal laufen kann, muss nun seine Untersuchungen über sich ergehen lassen. Und nicht nur das: von da an schaut Lucas regelmäßig bei Dee vorbei, greift ihr hier und da unter die Arme und beginnt, sie auf eine Weise zu begehren, die er selbst nicht für möglich gehalten hätte. Während Lucas und Dee ihrer leidenschaftlichen Anziehung nicht länger Herr werden, begegnet Olivia dem Mann ihrer Träume. Nur der ist ganz und gar nicht standesgemäß für eine Bankierstochter und arbeitet zu allem Überfluss für einen Rancher in der Gegend, der bereit ist, Dee kurz und klein zu trampeln, um an ihr Wasser zu kommen ...

Kurzweilige Romanze, die gleich drei Liebesgeschichten zu bieten hat und vor großer Kulisse große Gefühle zwischen Charakteren, die erst auf den zweiten Blick ebenbürtig wirken, und viel ungebändigte Leidenschaft auffährt. 
Leider mit überflüssigem Epilog und gleich zwei ausführlichen Entjungferungsszenen, die das Klischee bedienen und einen gewissen Nervfaktor mitbringen. Schade.





"Gefährlich sexy" (Duncan's Bride) erschien bei Mira Taschenbuch im Cora-Verlag auch unter dem Titel "Mitten in sein Herz", der sogar passender und weniger reißerisch ist. Auch dieser Roman gehört zu einer Serie, die allerdings nur aus zwei Romanen besteht, was Sinn macht, da die Anzahl der Charakter es nicht hergibt, eine ausufernde Reihe daraus zu machen. Zudem ist dieser Roman ebenfalls bereits Anfang der Neunziger erschienen und somit schon einige Zeit ins Land gegangen, sodass der Plot stellenweise Kopfschütteln hervorruft, zumal die Handlung in der Gegenwart angesiedelt ist und heute ein wenig angestaubt wirkt. Und ein Aufreger ist natürlich auch dabei, denn geradeheraus gesagt, erkauft sich hier ein Mann eine gefällige Ehefrau, die den Spaß dann auch noch mitmacht. 

Die New Yorkerin Madelyn ist bereits achtundzwanzig, sehr attraktiv, aber trotzdem unendlich allein, und das hat sie einfach satt. Sie will die Großstadt hinter sich lassen und endlich mit einem Mann ein Leben beginnen. Trotzdem verspricht sie sich nicht allzu viel, als sie, mehr im Spaß und aus Langeweile, auf die Heiratsanzeige des Ranchers Ray Duncan antwortet. Prompt bekommt sie Antwort und fliegt zu ihm. Doch als Ray sie sieht, ist er überzeugt, dass sie sich lediglich für eine heiße Nacht eignet, nicht aber als Rancherfrau. Denn Madelyn erinnert ihn viel zu sehr an seine Ex-Frau, die ihn belogen, betrogen und schlussendlich bei der Scheidung auch noch ausgenommen hat. Er will nicht noch einmal auf eine Großstädterin hereinfallen, und verlieben will er sich erst recht nicht. Deshalb schickt er Madelyn nach dem ersten Treffen direkt wieder nach Hause, ist aber so ehrlich zu ihr und teilt ihr mit, dass er sie sich nicht als Frau auf dem Lande vorstellen kann. Enttäuscht reist Madelyn, die sich von Rays Äußerem sehr angesprochen gefühlt hatte, wieder ab, erhält aber wenig später Rays Anruf, dass sich die anderen Heiratskandidaten auch nicht als passend herausgestellt hatten. Obwohl sie sich wie letzte Wahl vorkommt, willigt sie in seinen telefonischen Heiratsantrag ein und kaum zwei Wochen später ist sie auch schon die Frau des Ranchers, der sich mit jeder Menge Vertragsklauseln schützt. Madelyn ist jedoch mit jeder Faser ihres Herzens entschlossen, diese Ehe durchzuziehen. So lässt sie sich zwar erst einmal entjungfern, aber dann nicht an den Herd abstellen, nein, sie will überall involviert werden und helfen. Langsam erkennt sie, wie viel Arbeit zu tun ist und weshalb sich ihr Mann, dem die Kreditraten über den Kopf wachsen, so unnahbar gibt. Doch trotz all ihrem Einsatz bleibt Ray kalt und weist sie, außer im Ehebett, von sich. Also beschließt sie, ihm eine Lektion zu erteilen ...

Macho-Romanze mit zutiefst gekränktem männlichem Hauptcharakter, den man seitenweise ohrfeigen möchte, und weiblichem Gegenpart, der die perfekte Ehefrau sein möchte, aber dem störrischen Rancher ab und an erfreulich vor die Zähne redet. Trotz kurzweiliger Reibereien und sehr leidenschaftlicher Szenen ist das angestrebte Eheschema aber doch einen Tick zu spießig dargestellt. 






Auch Roman Nr. 3, "Michelle in Gefahr" ("Heartbreaker"), der dritte Roman in der Rescues-Serie, wobei die Rettung hier ganz wörtlich zu verstehen ist, ist nicht mehr brandneu, sondern ein Kind der 1980er Jahre. Deshalb geht es auch hier ein wenig "old-style", aber dennoch recht charmant zu, denn gegen den starken Retter in der Not dürfte kaum etwas einzuwenden sein. Viel Toleranz benötigt allerdings die verzweifelte Unterwürfigkeit der Protagonistin, die nicht einmal ansatzweise nach Lösungen sucht, die ihr den attraktiven Typen und sein fadenscheiniges Angebot vom Hals halten würden. Mit diesem Frauchenschema hatte ich anfangs stark zu kämpfen, hatte dann aber doch Mitleid mit der Protagonistin, die im Grunde ziemlich hilflos ist und über deren persönliche Hintergründe wir leider auch viel zu wenig erfahren.

Michelle hat das Land ihres Vaters geerbt und stellt, als sie dessen Unterlagen durchgeht, fest, dass ihr Vater - und somit nun sie als Erbin - Rancher John Rafferty einen horrenden Geldbetrag schuldet. In den vergangenen Jahren hat sie gut gelebt und bei den Bewohnern ihrer Heimatstadt den Ruf eines Party-Girls erworben. Den wahren Grund für ihre kostspieligen Auslandsreisen kennt allerdings niemand, genauso wenig, wie Michelle weiß, dass ihr Vater diese zum Teil mit bei Rafferty geborgtem Geld finanziert hat. Da sie um jeden Preis das Land ihres Vaters erhalten will, sucht sie nach einer Einigung mit Rafferty, aber der hat schon seine eigenen Pläne gemacht. Seit Jahren hat er auf Michelle ein Auge geworfen und sieht nun seine Chance gekommen, seine leidenschaftlichen Fantasien in die Realität umzusetzen. Michelle soll also die Schulden abarbeiten, indem sie mit ihm ins Bett geht. Zunächst weigert sie sich, aber bald steht sie in ihrem Elternhaus ohne Wasser und Strom da. Weil sich keine Alternative bietet, lässt sie sich auf Johns unmoralisches Angebot ein, und als sie gerade dabei ist, Gefühle zu entwickeln, bekommt sie plötzlich Anrufe aus ihrer Vergangenheit und hat schon bald einen Unfall ...

Aus der Verzweiflung geborene Romanze mit alternativlos scheinender, sich auf Heimat besinnender Protagonistin, die eigentlich viel zu viel Vergangenheitswunden mit sich führt, als dass sie sich auf solch einen Kuhhandel einlassen dürfte, und dominant-charmantem männlichem Held, dem man die großen Gefühle zunächst nicht so ganz abnehmen will, weil er sich mit seinem sexuell erpresserischen Verhalten nicht gerade mit Ruhm bekleckert. 
Gegen Ende machen Spannung und ein Anflug von Action die von Unterbutterung geprägte Liebesgeschichte aber wieder wett und "Michelle in Gefahr" doch zu einer recht annehmbaren Lektüre. 






Wer mich sucht, findet mich in den nächsten Tagen hinter Linda Howards LiRos ....

Vogelverlockung

Sonntag, 19. Februar 2012

3 in 1 mit Sandra Marton bei Julia Bestseller

(c) Cora-Verlag
Arbeit ("Bitte dringend behandeln und unbedingt vorziehen!") und umfangreiches Schmökern mit Sohnemann ("Ach komm, Mama, 20 Seiten schaffste noch! So schlimm klingt deine Stimme doch noch gar nicht!") halten mich derzeit mehr oder weniger erfolgreich von meinem Schmachtstoff ab, weshalb sich die ungelesenen Bände meines Julia-Bestseller-Abos immer mehr anstapeln. 
Trotzdem ist es mir dank eisernem Willen und andauerndem Herzschmerz-Seufz-Bedürfnis gelungen, wenigstens Band 121 zu lesen, denn Sandra Martons attraktive, liebenswerte O'Connell-Familie wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Nachdem im Sommer 2011 die ersten drei Teile der "Saga" in einem Julia-Bestseller-Band neu aufgelegt wurden, zog der Cora-Verlag im Januar 2012 mit den verbleibenden drei Geschwistern, die es unter die Haube zu bringen galt, nach. 
Das von der Autorin Sandra Marton erdachte gesundheitlich angeschlagene, aber sehr eigenständige und starke Oberhaupt des geschäftig-emsigen O'Connell-Clans, Mary Elizabeth O'Connell-Coyle, hat ordentlich für Nachwuchs gesorgt und drei Söhne und drei Töchter in die Welt gesetzt, die allesamt ihren eigenen Weg verfolgen und von ihrer Mutter stets unterstützt werden, ganz gleich, ob sie die Lebensweise ihrer Kinder hundertprozentig billigt oder nicht. 
In den ersten drei Romanen wurden bereits zwei Söhne und eine Tochter nach entsprechenden Verwicklungen verkuppelt (und verheiratet), und Nachwuchs ist ebenfalls bereits da bzw. unterwegs. 
Deshalb ist es höchste Zeit, auch den Rest unter die Haube zu bringen, aber das wird bei den nächsten drei Kandidaten gar nicht so einfach, denn deren Eheschließungen lassen sich keineswegs so hübsch traditionell herbeiführen, wie es noch bei Keir, Cullen und Fallon der Fall war. 

In "Ein orientalischer Märchentraum" (im Original: The Sheikh's Convenient Bride) ist nun Megan O'Connell an der Reihe. Sie ist eine kluge Unternehmens-/Finanzberaterin und hat ihren eigenen Kopf, der ein gutes Stück dazu beiträgt, dass sie sich im männerdominierten Business behaupten kann und sehr erfolgreich ist. Das nützt ihr aber nicht sonderlich viel, als ihr nächster Job tatsächlich ein Auftrag für den Scheich von Suliyam wird. Megan zeigt sich zunächst so gar nicht beeindruckt von Seiner Hoheit Qasim, denn mit den antiquierten, frauenverachtenden Traditionen seines Landes kann sie sich nicht identifizieren und will deshalb einfach nur ihren Job erledigen. Das klappt allerdings nicht so, wie sie sich das vorstellt, denn Qasim, dessen Mutter ihn als Kind verließ und nach Kalifornien flüchtete, stellt einen meterlangen Verhaltenskodex für ihren Aufenthalt in seinem Land auf, der dazu führt, dass Megan den Job an einen Kollegen abtritt, weil sie sich nicht verbiegen lassen will. Natürlich ist Megan die Beste in ihrem Job, sodass Qasim bald persönlich vor ihrer Tür steht und sie buchstäblich anfleht, mitzukommen. Auch wenn er es nicht zugeben will, fühlt er sich von der eigenwilligen Frau immens angezogen, weshalb es zwischen beiden gewaltig knistert, sobald sie aufeinandertreffen. Widerwillig begleitet Megan Qasim nach Suliyam, wo sie sich krampfhaft den Gepflogenheiten unterwirft, bis sie bei einem Geschäftstreffen mit einem ebenso stur-antiquierten potenziellen Partner nicht mehr an sich halten kann und für einen Eklat sorgt, der nur mit einer getürkten orientalischen Heirat mit Qasim zu retten ist. So lernt Megan den wahren Mann und nicht nur den Scheich kennen und ... lieben, doch ein Märchen aus 1001 Nacht ist eben nur ein Märchen ... 

Flotte Romanze mit herrlichen Reibereien, die der Autorin offenbar unbeschwert von der Hand gehen, mit orientalischer Kulisse, die zwar nicht überkitschig wirkt, aber sich leider vor Klischees nicht retten kann. 
Trotzdem nett und kurzweilig zu lesen. 

 


 

In "Spiel der Herzen" (im Original: The One-Night Wife) schickt die Autorin den letzten O'Connell-Sohn Sean ins Rennen. Mit seinen 30 Jahren wirkt er im Vergleich zu seinen großen Brüdern Keir (aus Keir O'Connell's Mistress) und Cullen (Claiming His Love-Child) etwas "unreif" und vermittelt den Eindruck, er müsse sich noch etwas austoben. Dabei ist er keineswegs ein Haudrauf, sondern bringt trotz aller Lebenslust die notwendige Portion Vernunft mit, die ihn zu einem sympathischen Charakter macht. So hat er ein "ordentliches" Studium abgeschlossen, das er aber (noch) nicht nutzt, sondern seinen Lebensunterhalt als Profi-Spieler verdient. Seine Mutter Mary macht sich, nicht unberechtigt, denn ihr erster Mann war ein Spieler, zwar Sorgen um ihn, lässt ihn aber gewähren, denn offensichtlich hat er kein Spielproblem, sondern kommt sehr gut durch sein Leben. Nun ja, vielleicht nicht ganz so gut, denn im Spiel macht man sich offenbar auch einige Feinde. Obwohl Sean O'Connell als Profi nicht falsch spielt und sein Geld rechtmäßig verdient, hat er, auch wenn er es noch nicht weiß, den Fiesling Alain Beaumont an der Backe, der einmal jede Menge Geld an ihn verloren hat. Um an Sean heranzukommen, setzt Beaumont die schöne Savannah auf ihn an, die eine meisterliche Spielerin ist und das verlorene Geld zurückgewinnen soll. So begegnet Sean ganz zufällig Savannah, die ihn bezirzt, aber trotzdem haushoch verliert. Ihre Spielschulden fordert Sean zunächst in Form einer gemeinsamen Nacht ein, verzichtet dann aber auf Geltendmachung seiner Ansprüche, weil ihn die Nachricht ereilt, dass Mary ein weiteres Mal im Krankenhaus liegt. Die O'Connell-Matriarchin hat einen Schlaganfall erlitten, und aus Sorge um sie versammeln sich alle O'Connell-Sprößlinge an ihrem Krankenbett. Obwohl es ihr schon bald besser geht, äußert sie gegenüber Sean einen Wunsch. Übereifrig sagt er zu, ihr jeden Wunsch widerspruchslos zu erfüllen, ahnt aber noch nicht, dass seine Mutter sich wünscht, ihn an ihrem bevorstehenden Geburtstag verheiratet zu sehen. Nicht nur, dass es bis dahin nicht mehr allzu lang hin ist, nein, Sean hat nicht einmal das Bedürfnis, eine Bindung einzugehen. Für seine Mutter würde er aber alles tun, weshalb er eine Schmierenkomödie beschließt. Ohne zu wissen, dass Beaumont Savannah erpresst und für seine Zwecke missbraucht, "löst" er sie bei ihm aus und stellt sie sozusagen als seine Verlobte ein. Mit wenig Begeisterung, aber zum Wohle ihrer kranken Schwester, über die man leider nichts Genaues erfährt, außer, dass sie in einem Schweizer Sanatorium gepflegt wird, willigt Savannah ein. Selbstverständlich verleugnen sich beide engstirnig, dass sie längst mehr für einander empfinden, als für eine Zweckbeziehung nötig wäre. Bald aber können sie einander nicht mehr widerstehen ...

Seichte, aber kurzweilige Romanze mit etwas zu viel Versteckspiel in vielerlei Hinsicht, wodurch die Figurenhintergründe an Substanz einbüßen und das Happy End übereilt herbeigeführt wird. 





"Der Kuss des Sizilianers" (The Sicilian Marriage) führt den jüngsten und letzten unverheirateten O'Connell-Sproß Briana (Bree) nicht etwa, wie man vermuten könnte, an den Schauplatz von "Sizilianischer Zauber" (The Sicilian Surrender), sondern zunächst in das New Yorker Penthouse von dessen Protagonisten, Fallon und Stefano, die, wie wir aus diesem Band wissen, bereits verheiratet sind. Inzwischen ist auch Nachwuchs da, sodass Gianni Firelli, einer von Stefanos besten Freunden, zur Babyparty eingeladen wird, die er, weil es die gefühlte hundertste in der letzten Zeit ist, recht angenervt, aber keineswegs verbittert, aufsucht. Dort begegnet er Briana, von der er sich sofort ungemein angezogen fühlt. Sie aber lässt den attraktiven Italiener schroff abblitzen, womit sie seine Leidenschaft, obwohl er eigentlich eine Freundin hat (von der dann aber sehr bald nichts mehr zu hören und zu sehen ist), noch extra schürt, bis es im Fahrstuhl schließlich doch zu leidenschaftlichen Küssen kommt. Briana, die von ihren Geschwistern für "flatterhaft" gehalten wird und sich offenbar noch "nicht gefunden" hat, hat aber kein Interesse an einer Beziehung, will selbst für sich sorgen und sich nicht für einen Mann aufgeben, wie es ihrer Meinung nach ihre Mutter Mary für ihren ersten Mann, den Vater der sechs O'Connell-Geschwister, getan hat. Sie versucht sich in verschiedenen Aushilfsjob und ist gerade mit halbem Fuß auf dem Weg zu einem neuen Vorstellungsgespräch, als Gianni mit einer traurigen und überraschenden Nachricht vor ihrer Tür steht: Ihre beste Freundin und ehemalige Zimmergenossin vom College, Karen, und ihr Mann Tomasso, seines Zeichens Giannis bester Freund, sind auf Sizilien tödlich verunglückt und haben Briana und Gianni, die sich bis dato ja gar nicht kannten, als Vormund für ihre sechs Monate alte Tochter Lucia eingesetzt. Weil Briana sich Karens letztem Willen nicht entziehen möchte, folgt sie Gianni, der passenderweise Anwalt ist, nach Sizilien, um eine Einigung mit Lucias Großmutter, die ziemlich versteinert und grantig daherkommt und zudem auch noch der "Familie" angehört, zu finden. Dummerweise scheint eine Zweckheirat der einzige Ausweg zu sein, um Lucia der Großmutter zu entziehen und wirklich für sie sorgen zu können. Während das Baby Brianas Herz im Sturm erobert, ist sie jedoch hin- und hergerissen von ihrer bisher ungekannten Leidenschaft für Gianni und einem Gefühl, das ganz nach Liebe aussieht ... 


Leidenschaftliche Romanze, die mit süßem Baby für rührselige Lesemomente sorgt und die O'Connells nun rundum glücklich macht. 






Das waren sie nun also, die O'Connells, und sie lassen das romanzenbegeisterte Herz wirklich höher schlagen. Da sieht man schon beinahe gern über das unverkennbare Schema der Scheinheirat, das sich durch die letzten drei Bände zieht, hinweg. Im Gegensatz zu den ersten drei Romanen der O'Connell-"Saga" wirken die Schauplätze nun allerdings eher wie ein notwendiges Übel, anstatt einen ebenbürtigen Rahmen zu bilden. Während das Ambiente nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, widmet sich Sandra Marton deutlich mehr den Hintergründen der von ihr entwickelten Großfamilie und lässt immer wieder subtil Vergangenes einfließen, um ihren Figuren einen nachvollziehbaren Entwicklungshintergrund zu geben und verständlich zu machen, warum wer wie handelt. Zusätzlich treten die Protagonisten der vorangegangenen Romane als Nebenfiguren auf. Sie tragen einerseits dazu bei, dass der Familienbezug erhalten bleibt, und rücken andererseits manches Mal den aktuellen Protagonisten den Kopf zurecht. Sandra Marton gelingt es gut, die Balance zwischen der Anziehung der Protagonisten und deren echten Zueinanderfinden zu wahren. Obwohl ihre Charaktere ausnahmslos schön und begehrenswert gezeichnet sind, übertreibt sie es nicht mit gegenseitigem Geschmachte und gestaltet die zugehörigen intimen Szenen geschmackvoll und nicht ausufernd. Dass die routiniert erzählten Handlungsstränge einen Hauch von Seifenoper versprühen, gehört zum Genre und sei ihr verziehen. 
Sandra Marton bietet auf jeden Fall angenehme Lesemomente für zwischendurch, wenn einem der Sinn nach leichten Liebesromanen steht, die die Leserin mit einem zufriedenen Lächeln zurücklassen. 


Edit: Vielen Dank einmal mehr an meine liebe Blognachbarin Sue, die mich immer auf meine Rechtschreibfehler aufmerksam macht. :-)
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