Freitag, 12. Oktober 2012

Schmökern mit Sohnemann #14


Ein Blick in mein Archiv verrät mir, dass meine Kinderschmökerkategorie ein gutes Vierteljahr geruht hat. 

Nicht etwa, weil wir nichts mehr gelesen hätten, sondern weil wir a) inzwischen viele Lesehausaufgaben haben, bei denen das Freizeitlesevergnügen etwas zu kurz kommt und b) eben dieses Freizeitlesevergnügen wochenlang auf Comicberge fiel, deren Vorstellung mir zu mühselig und zeitraubend erschien. 
In den Sommerferien machten wir aber mal wieder die echten Buchläden unsicher und Sohnemann schleppte eine mächtige Ausbeute nach Hause. 
Weil kleine Möchtegernsuperhelden gern über Superhelden lesen möchten, gerieten rasch Weltraumhelden in sein Visier. Die Faszination Weltraum hat bei unserem Nachwuchs offenbar noch nicht nachgelassen, und ich erinnere mich, dass ich als Kind selbst Science Fiction verschlungen habe (nur ist die Faszination bei mir dann auf der Strecke geblieben).
Bei unseren Buchhandlungsstreifzügen erwischte mein Sohn sogar eine Neuerscheinung aus deutscher Geschichtenschmiede und ist seit kurzem ausgemachter Space-Fighters-Fan. 
Im Juni erschien nämlich aus der Feder von David Mars bei Loewe der erste Band um die beiden Jungen Nano und Auros, ein Science-Fiction-Abenteuer, das sich an 7- bis 9-Jährige richtet. 

Inhalt:
Zunächst sind Nano und Auros ganz normale Jungen, nur, dass sie auf der Erde (Terra) des Jahres 2230 leben. 
Inzwischen haben die Menschen entdeckt, dass es auch auf umliegenden Planeten Leben gibt und mit sieben dieser Planeten wurde der Bund der freien Planeten gegründet. Das daraus entstandene politische Konstrukt und die damit verbundenen Fragen interessieren die Großen. Die "Kleinen" hingegen finden die Geschichten um das Black Kingdom, das einst den Bund bedrohte und seine Macht längst verloren haben soll, viel spannender. 
Genau dieses Black Kingdom wird aber schon bald Realität. 
Als Nano und Auros zum Arbeitsplatz ihrer Eltern bestellt werden, weil Auros' Vater etwas Wichtiges mit ihnen besprechen will, geht ein Feuerball auf Terra nieder und die Kinder müssen miterleben, wie ihre Eltern von einem schwarzen Raumschiff mit den Initialen BK entführt werden. 
Erst jetzt erfahren die Jungen von dem Wissenschaftler Vulcanus Nomos, wer ihre Eltern einmal waren und welches Erbe sie ihnen mitgegeben haben. Gemeinsam mit dem Androiden D3 schickt Vulcanus die Jungen auf die Suche nach ihren Eltern.
Erster Zwischenstopp ist der Höhlenplanet Convix, der von eidechsenähnlichen Wesen bewohnt wird, die besondere Schutzschilde herstellen. 
Dort werden sie zum ersten Mal mit einem Angriff der Black-Agenten konfrontiert und müssen ihre Superkräfte, von denen sie eben erst erfahren haben und die noch viel Training benötigen, unter Beweis stellen. 
Mit Nano und Auros startet nun die neue Generation Space Fighters durch. 
"Als Freunde vereint, gegen den Feind." 

Unsere Meinung:
Mein Sohn sagt: "Die Space Fighters sind cool." 
Ich stimme zu. 

Auf 75 Seiten geht es spannend und fantasievoll zu, und technikbegeisterte Jungleser kommen voll auf ihre Kosten.
Auch wenn gekämpft wird, geht es nicht zu brutal oder schlafraubend zu, und die Freundschaft zwischen den Jungen und auch mit den Wesen der anderen Planeten sowie Mut stehen im Mittelpunkt. 
Die Namen sind nicht übermäßig kompliziert und die Schriftgröße für einen Zweitklässler wie meinen Sohn absolut lesefreundlich, weil er diese aus dem Lesebuch gewöhnt ist und noch immer die Angewohnheit hat, ab und an mit dem Finger zu lesen. Im Vergleich mit dem Schulmaterial sind die Sätze ähnlich lang und nicht übermäßig kompliziert, beschränken sich aber längst nicht auf einfache Sätze.
Zur Auflockerung tragen sehr lebendige Farbillustrationen von Steffen Winkler bei.

Leider wird es nie ein Buch geben, das auf den Lese- und Bildungsstand aller Bundesländer abgestimmt ist. So tun sich unsere Kinder, die Englisch erst ab der dritten Klasse als Pflichtfach haben, mit englischen Begriffen (die im Deutschunterricht vermutlich deshalb bewusst nicht vorkommen) beim Lesen unheimlich schwer. Sicher haben sie das eine oder andere Wort schon einmal gehört, aber natürlich noch nicht gelesen. Da Kinderbücher dieser Art ja bereits allein gelesen werden dürfen und sollen, ist hier der Leseerfolg leicht gestört, und mit einigem Frust zwischendurch schaffen wir, wenn wir gemeinsam abwechselnd lesen, ungefähr ein halbes Kapitel pro Leseabend. Das ist wiederum gar nicht so schlecht, denn bislang gibt es erst eine Fortsetzung, sodass man sich ruhig Zeit nehmen sollte. 
Am zweiten Buch, Space Fighters 02. Planet der Feuerkatzen, lesen wir bereits und hoffen, dass wir noch mehr von Nano und Auros zu lesen bekommen. 

Im Übrigen kann man mit den Space Fighters auch auf antolin.de punkten. 
  • Gebundene Ausgabe: 75 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag (1. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785574428
  • ISBN-13: 978-3785574423
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 - 9 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15,4 x 1,2 cm
  • Neupreis: 7,95 €

Der Autor (Quelle: Loewe-Verlag): 
David Mars
David Mars liebte schon als Junge Geschichten von fremden Welten und Reisen zu den Sternen. In der Schule zeichnete er heimlich Roboter und Weltraumschlachten. David Mars ist großer Star-Trek-Fan, macht Rockmusik und baut mit seinen Söhnen Raumschiffmodelle.


Der Illustrator (Quelle: Loewe-Verlag):
Steffen Winkler
Steffen Winkler, geboren in Mainz, arbeitet seit seinem Studium für Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Wiesbaden als freiberuflicher Illustrator. Unter seinen Arbeiten finden sich Illustrationen für Werbung, Tonträger, Bücher, Comics und verschiedene Modelabels. Er lebt in Wiesbaden und verbringt jede freie Minute in fernen Galaxien - manchmal sogar auf Terra.

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