Donnerstag, 19. Juli 2012

Eine Herausforderung kursiert :)

Wie das Online-Leben so spielt, kann man abends, wenn man denn mal sein unprofessionelles unwichtiges Ausweichpostfach prüft, durchaus von Facebook-Benachrichtigungen erschlagen werden. 
Dort kursiert wieder eines dieser netten kleinen Pingpong-Spielchen, die wir Blogger in Form von Stöckchen ja auch gerne einmal spielen. 

Dieses Mal wurden Autoren mit Herausforderung Nr. 777 heraus-/aufgefordert, von Seite 7 ihres aktuellen Projektes 7 Sätze auf Facebook oder auf dem eigenen Blog zu posten (und im Anschluss 7 weitere Autoren herauszufordern). 

Inzwischen hat es mich tatsächlich schon sieben Mal erwischt, weshalb ich den Spaß nun einfach auch hier poste. Ha - da hab ich doch glatt mal wieder einen Beitrag zur Kategorie "Aus der Schreibstube". 

Aus privaten und beruflichen Gründen sieht es in der Schreibstube dieses Jahr mächtig verstaubt aus, aber ich habe zumindest drei Projekte "immer mal wieder" in Arbeit, sodass sie das Attribut "aktuell" halbwegs verdienen.

Da ich, auch wenn's kein Mensch nachprüfen kann, immer viel zu ehrlich bin, bin ich natürlich auf Seite 7 gegangen und habe geschaut, mit welchen Sätzen ich denn nun aufwarten kann. Und da fiel der Gesichtsausdruck auch schon in sich zusammen. Irgendwie sind diese Sätze ja auch alle noch so "roh" - natürlich nicht diamantenmäßig wertvoll, aber eben schrecklich unbearbeitet und dahingeklatscht. 

Na gut, wieder viel zu viel geplappert ... 

Dann wollen wir mal: 

Projekt 1, mein Fortsetzungsbaby, das ich komplett auf den Kopf gestellt habe: 

"Gern hätte ich dir, euch, Blumen gebracht. Ich weiß, wie sehr ihr Blumen liebt. Verzeih, George. Leider hat es wieder geschneit, wenn auch nicht gefroren. Du wirst verstehen, dass ich keine zarte Blume in eurer Eiseskälte töten möchte. Es wird der Tag kommen, dass ich zurückkehren darf. Dann, George, werde ich euch Blumen bringen." 

Projekt 2, eine Kurzgeschichte, wofür auch immer die mal gut sein wird: 
"Mein eigenes Herz weckte mich auf. Sein holpernder Schlag verwirrte mich, und es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass es noch immer Nacht war und ich kaum geschlafen haben konnte.
Ein unerwarteter Luftzug strich über meinen warmen Körper, tanzte durch mein Haar und ließ mich wieder frösteln.
Ich bewegte mich vorsichtig, um seinen Ursprung zu erforschen, hob den Kopf und spähte durch mein Zimmer.
Dann erfror ich.
Die Jalousie verschloss nicht länger mein Fenster. Es war weit geöffnet, sodass die Sommernacht hereinschwappte wie eine riesige Eiswelle, die über die Möbel kroch und sie mit einer funkelnden Eisschicht überzog."
 

Projekt 3, das mich seit der Buchmesse verfolgt:  

„Ich schlage vor, wir fangen von vorne an!“ Denn ich habe nichts zu verlieren, wollte sie hinzufügen. Bis ich wieder nach Paris komme, hast du mich längst vergessen. Stattdessen streckte sie ihm die Hand entgegen. „Ich bin Rose.“
Er ergriff die Hand nicht, sondern ließ seinen Blick auffällig über Rose wandern. Von ihrem ungezwungen zusammengebundenem Haar, das dem neu auffrischenden Wind auf der Butte nicht mehr lange standhalten würde, über ihr Gesicht, das ihm offen begegnete, ihre hellblaue Baumwollbluse, die so weit aufgeknöpft war, dass ihre Lieblingskette, ein Geflecht aus frühlingsbunten Perlen, gut zu erkennen war, das Knuddelwerk ihrer um die Taille gebundenen Jacke, das verbarg, wie locker ihr die Jeans auf der Hüfte saß, bis hinunter zu ihren bequemen, inzwischen staubigen Halbschuhen."

So, das war's. Macht was draus :) 

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