Donnerstag, 19. April 2012

Schmökern mit Sohnemann #11


Unser gepäckfreundlich leichter Kindle mit aktuell um die 90 Inhalten, die ich nie und nimmer schleppen wollen würde, begleitete uns auf unserem Osterkurzurlaub. 

Im Inhaltsverzeichnis machen die Kinderbücher neben den "Erwachsenenbüchern" einen verschwindend kleinen Teil aus, und ich denke auch nicht, dass sich das so bald ändern wird, da wir noch jede Menge traditionelle Bücher haben, die nach und nach gelesen werden wollen. 
Im Urlaub machte sich die elektronische Buchvariante aber prima und beschäftigte uns jeden Abend mit Gute-Nacht-Geschichten. 
So kam es also, dass wir unser erstes E-Book für Kinder gelesen haben. 
Ausgesucht hat sich mein Sohn: Biber Berry und die wertvollen Geheimnisse - Teil 1 vom Autorenteam Kigunage (Kinder-Gute-Nacht-Geschichten). 
Es handelt sich hierbei um den ersten Teil der Erlebnisse des Bibers Berry und seiner Freunde Bo und Hoa.
In sieben inhaltlich abgeschlossenen Kapiteln werden dabei den Kindern der Lebensraum Wald und seine Bewohner näher gebracht und, wie vom Autorenteam laut ihrer Webpräsenz auch beabsichtigt, grundlegende Werte, wie "Freundschaft, Vertrauen, Rücksichtnahme, Toleranz und Hilfsbereitschaft" vermittelt. Zusätzlich erfolgt eine Sensibilisierung für die Natur und die Umweltsünden des Menschen, wobei nicht nur die große Problematik der übergriffigen Industrialisierung, sondern auch - eigentlich - Kleinigkeiten angesprochen werden, die selbstverständlich sein sollten, aber längst nicht sind, wie beispielsweise, dass man seinen Müll wieder mitnehmen und nicht im Wald liegen lassen soll.

Biber Berry war nämlich bereits gezwungen, umzuziehen, denn durch menschliche Bau- und Kanalisierungsmaßnahmen konnte er nicht länger an seinem Fluss wohnen bleiben.
Sein neues Heim ist ein wunderschöner Wald, wo er sich einen großen Damm baute und den Fluss staute. Einen hübschen Teich hat er sich so direkt vor seinem Zuhause geschaffen. Aber als er nun eines schönen Morgens für eine kleine Plantschrunde dorthinein hüpfen will, landet er sehr unsanft in einer schlammigen Pfütze. Sein Teich ist verschwunden.
Missmutig macht Berry sich auf den Weg, um herauszufinden, was denn mit dem Wasser passiert ist.
Dabei begegnet er dem Braunbär Bo, der ziemlich durstig und ebenfalls auf der Suche nach dem Wasser ist. Kurzerhand tun sie sich zusammen, und während sie dem trockenen Flusslauf folgen, rennt buchstäblich der Hase Hoa in die beiden, natürlich ebenfalls auf der Suche nach dem Wasser.
Gemeinsam finden sie bald die Ursache heraus und beheben mit vereinten Kräften das Problem.
Bei dieser Aktion finden sie einen hohlen Baumstamm, der sich ganz wunderbar als Trommel eignet und den drei neuen Freunden künftig als Kommunikationsmittel dienen wird.
Jeden Tag erleben die drei von nun an ein neues Abenteuer, müssen den Wald und seine Bewohner schützen und ihnen helfen, und am Ende jeden Tages schickt ihnen die Natur ein neues geheimnisvollen Wort. Nach und nach ergeben diese Wörter eine Botschaft und ein weiterer Auftrag wartet auf die drei Freunde ...

Ausgelegt sind die Geschichten für Kinder um die 4 Jahre, und die einzelnen Kapitel sollen eine (Vor)lesezeit von 5 bis 10 Minuten haben.
Da das E-Book nicht illustriert ist und somit nur reinen Text bietet, empfinde ich persönlich das Lesealter als etwas zu jung.
Wie die Erfahrung mit meinem Sohn zeigt, haben kleine Kinder gern visuelle Anreize zusätzlich zum Zuhören - nicht umsonst ist das Medium Bilderbuch besonders für Kinder, die noch nicht selbst lesen, ausgelegt.
Auch mit inzwischen 7 Jahren driftet die Konzentration meines Sohnes vor dem Schlafengehen rasch ab (man muss bedenken, dass Erstklässler mit 6 Schulstunden quasi einen Arbeitstag absolvieren und längst nicht mehr so aufnahmefähig sind, wie man angesichts der übrigen kindlichen Frische meinen möchte).
Da der innere Wecker auch in den Ferien so gut funktioniert, dass das Kind gegen 19 Uhr die Schlafläuse bekommt, haben wir es nicht immer geschafft, pro Abend ein Kapitel zu lesen, sondern einige Kapitel auf zwei Abende verteilt. Vor allem auch, weil das selbstständige Lesen inzwischen zwar sehr gern versucht wird, aber verständlicherweise noch recht lange dauert.
Auch glaube ich nicht, dass die Geschichte um Biber Berry für ältere Kinder zu süßlich oder gar ungeeignet wäre.  
Wie heißt es so schön? Die Geschmäcker sind verschieden. Außerdem sind nach oben ja keine Lesegrenzen gesetzt.
Dem Korrektorat hätte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden können, aber da die vereinzelten Mängel kein Unverständnis nach sich zogen und der Verlag noch in den Kinderschuhen steckt, seien sie erst einmal verziehen.
Viel wichtiger ist, dass meinem Sohn  Biber Berry und die wertvollen Geheimnisse gut gefallen hat. Die Geschichte will Wissen nicht aufdrängen, sondern vermittelt die Lebensweisen und Gewohnheiten der jeweiligen Tiere durch Handlungen und Dialoge und ohne ausschweifende Beschreibungen. Es war zum Teil recht amüsant, mitzuverfolgen, wie die drei ungleichen Tiere gemeinsam den Menschen einen Denkzettel verpassen, und es machte Spaß, die verschiedenen Tiere kennenzulernen.
Ergänzend zum E-Book gibt es auf der Gute-Nacht-Geschichten-Internetseite des jungen Vidobia-Verlags Ausmalbilder und Rätsel und den "Klang des Waldes". So kann man die gemeinsame Lektüre gut begleiten oder, wie in unserem Fall, da wir im Urlaub ohne Internet waren, nachbereiten.

Inzwischen ist auch Biber Berry und die wertvollen Geheimnisse - Teil 2 erhältlich, und wir sind schon gespannt, wie es mit Biber Berry, Bo, Hoa und ihren Schützlingen weitergeht. 

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