Montag, 16. April 2012

Schmökern mit Sohnemann #10


Schmökersohn und ich sind natürlich nicht verschollen und das Lesen haben wir auch nicht eingestellt. 

Durch unseren kleinen Osterurlaub hat sich Einiges angesammelt, das ich nach und nach aufschreiben muss, denn wir waren einmal vollkommen ohne Kommunikationstechnik - außer Stinohandy und Kindle - unterwegs. 
In der Zwischenzeit hatte seine schulische Hoheit auch noch Geburtstag und wurde von Oma mit zwei Paketen beschenkt, die eine kostspielige, aber passende Ergänzung zum Buch aus meinem ersten Schmökerposting darstellen (Buch siehe Abb. links).
An dieser Stelle muss ich Omas lokalen Buchhändler wirklich loben, denn er hat zahlreiche Bücher aus dem DK-Verlag immer vorrätig, obwohl diese oft recht teuer sind. Überhaupt führt er ein großes Sortiment an Kinder- und Regionalliteratur. Im Gegensatz dazu findet man nicht eines der Jugendbücher, die aktuell in sind. Ich habe den Verdacht, dass diese Zielgruppe den Ladenstandort und somit den Laden einfach nicht frequentiert. Aber gut. Wir sind froh, dass es diesen Laden, der schenkwillige, internetlose Großeltern aktiv unterstützt, überhaupt gibt. 
Mein Sohn ist nun um ein Ritterbuch und eine Gladiatorenabenteuerkiste reicher, und die machen wieder richtig Spaß. 

Ergänzend zum Pop-up-Buch Die Stadt der Ritter darf er selber ein Ritter werden mit: So wirst du ein Ritter

Dieses Buch ist mal kein Pop-up-Buch, hat aber auch "nur" 24 sehr liebevoll illustrierte Seiten, hinter denen sich das eine oder andere Extra versteckt. Empfohlenes Alter ist lt. Hersteller 5 bis 7 Jahre. Da fällt mein Sohn also gerade noch hinein. Wenn ich aber seine Lese-, Anschau- und Spielinteressen und vor allem sein Spielverhalten berücksichtige, dürfte er jetzt genau im richtigen Alter sein. Die Sachinformationen sind ähnlich wie in "Die Stadt der Ritter", zwar recht knapp und überschaubar, aber für Kinder völlig ausreichend, und sie legen mehr Augenmerk auf das Ritterwerden, das Pferd als wichtigsten Begleiter des Ritters, Wappen, Rittertugenden, Ritterrüstung, Ritterturniere und echte Schlachten. Der Entdeckungsfaktor in Form von Klappen, Fenstern usw. ist in diesem Buch relativ gering. Es gibt zwar Aufklappbares, aber im Großes und Ganzen muss man nicht so stark um Verluste oder ausgerissene Stellen fürchten, wie das bei manch anderem interaktiven Buch der Fall ist. Die besonderen Extras bestehen hier in etwas, das man schnöde als Anziehpuppe bezeichnen könnte. Aber so eine Ritteranziehpuppe ist für Jungs durchaus interessant, wie mein Sohn bewies. Die Figur verbirgt sich in einer im Buch integrierten Tasche und ist mit 16 cm Höhe schön handlich. Vor allem kann sie nach Gebrauch wieder sicher im Buch verstaut werden. Das dicke Papier des Buches dürfte dafür sorgen, dass bei selbstverständlich dennoch umsichtigen Öffnen und Schließen nicht gleich Knicke oder Risse entstehen. Nach selbem Vorbild gibt es ein Pferd, das mit 16 cm Kopfhöhe ebenfalls gut handlich ist und mit Reiter und Rüstung eingekleidet werden kann. Eine Anleitung liegt jeweils den Taschen, die als ausklappbare Seiten ins Buch integriert sind, bei. Letztes Extra ist ein Helm zum Selberbasteln. Diese Basteleien hätten meinen Sohn vor zwei Jahren noch überhaupt nicht interessiert und es wäre eher zu befürchten gewesen, dass sie das Zeitliche segnen, noch bevor überhaupt gebastelt werden konnte. Was für ihn passend ist, kann allerdings für andere Kinder desselben Alters schon wieder viel zu kindlich sein. 
Also am Besten im Buchhandel mal in die Hand geben lassen und sich selbst ein Bild machen. 

Dasselbe gilt auch für das nächste Entertainmentpaket aus dem Hause Dorling Kindersley: Abenteuer-Kiste: Gladiatoren.

Das ist nämlich nicht nur ein Buch, sondern eine Abenteuerkiste mit kleinem Buch. Klappt man die Kiste auf, steht man nämlich mitten in Rom. Im Kleinen natürlich. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf Spielen, und es darf auch gebastelt werden. Im beiliegenden Buch 10 Bastelbögen mit Figuren und Kulissen, mit denen man die Arena zum Leben erwecken kann. Zusätzlich gibt es noch zwei Vollplastikspielfiguren, die man anderweitig zum Spielen verwenden kann, denn sie sind etwas zu groß, als dass man sie in das Spiel mit den papiernen Personen, Tieren und Bauten aufnehmen könnte. Das beiliegende Buch ist im Grunde eine Spielanleitung, denn die Informationen über das Römische Reich, Gladiatoren und deren Kämpfe sind immer mit einer Anregung zum Selbstspielen verbunden. Empfohlenes Alter ist 6 bis 8 Jahre, was wohl auch angemessen ist. Die Papierfiguren und -kulissen, die man sich aus den Bastelbögen herausbrechen kann, sind nämlich recht klein und gar nicht immer so einfach zusammenzusetzen. Allein die Menschen und Tiere mit ihren Aufstellern zu versehen, ist eine Fummelarbeit, die rasch frustieren kann, und zwar nicht nur das Kind. Diese dünnen Pappstücke sind, wie die Figuren auch, mit kleinen Einschnitten versehen, passen aber nicht immer, und man muss vorsichtig sein, dass man sie nicht zerdrückt oder einreißt. Auch die Figuren sind etwas empfindlich und bedürfen einer sehr sorgfältigen Behandlung beim Heraustrennen und Zusammensetzen. In Anbetracht des Wertes dieses Spielzeugs ist von elterlicher Hilfe nicht abzuraten. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich das Alter persönlich etwas höher ansetzen, andererseits sinken die Spielbereitschaft und vor allem auch die tatsächliche Zeit mit zunehmendem Alter und Schulpensum (mein Sohn hat nach dem Hort nachmittags um 16 Uhr für solches Gefummel keinen Nerv mehr, und er ist erst in der 1. Klasse!), was wieder das vergleichsweise geringe Alter rechtfertigt. Außerdem ist die Abenteuerkiste für uns auch ein wunderbares Objekt, um den pfleglichen Umgang mit Papier zum gefühlten tausendsten Mal zu üben. Hat man die Bastelhürden überwunden, macht das Spielen aber richtig Spaß, denn anhand der Regieanweisungen kann man selbst kleine Szenen spielen, oder man denkt sich natürlich selbst etwas aus. Letzteres ist natürlich etwas schwieriger, da das Römische Reich bislang weder in Kindergarten noch Schule thematisiert wurde (warum auch, es gibt ja auch genug, das dem Kind erst einmal näher liegt). Damit wird die Abenteuerkiste aber auch zu einem Familienspiel. Hier muss keiner alleine spielen. Aufräumtechnisch ist die Abenteuerkiste recht praktisch, denn die Mitspieler und Kulissen lassen sich mit einiger Fingerfertigkeit in den Aussparungen des festen Gebäudes der aufklappbaren Kiste verstauen, sodass man sie nicht gesondert aufbewahren muss und im Zweifel nicht wiederfindet. Wieder zusammengeklappt und mit der Klettverschlusslasche verschlossen, passt sie wunderbar ins Bücherregal, wo sie auch noch was hermacht. 


Die nächsten Schlechtwettertage sind bei uns auf jeden Fall erst einmal gesichert.

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...