Montag, 23. April 2012

Im Gespräch mit Marie-Luis Rönisch - Teil 1

Heute ist bekanntlich Welttag des Buches, und ich habe nicht allzu lang über einen Beitrag gegrübelt. 
Warum nicht mit einem Schreiberling über Bücher und übers Schreiben plaudern?
Zur Leipziger Buchmesse traf ich mich mit Jungautorin Marie-Luis Rönisch, die dem einen oder anderen bereits von Bookrix ein Begriff ist, auf einen kleinen Plausch. 
Kennengelernt habe ich Marie-Luis schon Ende 2010 über Facebook, wo wir ab und an ins Gespräch kamen. 
Da lag es natürlich nahe, dass wir uns auch einmal "in echt" begegnen. 
Unser kleiner Plausch war zwar zunächst als Interview gedacht, aber wir gerieten dann doch in ein lockeres Gespräch, sodass ich meine geplanten Interviewfragen im Notizbuch in der Hand hielt und überhaupt nicht stellte ... und Marie-Luises Freundin ein bisschen zu lange warten musste (noch einmal Entschuldigung an dieser Stelle).
Deshalb habe ich Neugiertante all meine Fragen schriftlich zusammengestellt, und wir haben unser Interview online nachgeholt.  
Da ich mit vielen Fragen Löcher in fremde Bäuche bohren kann, gibt es das Interview häppchenweise, um zu vermeiden, dass zu viel auf einmal gelesen werden muss. 
Lernt also heute die 19-jährige "The Mavericks"-Autorin aus dem sächsischen Großröhrsdorf kennen, die leidenschaftlich gern Geschichten fern der Realität erzählen möchte, aber selbst sehr realistisch ist und auch gar nicht so gerne Autorin genannt wird. 

SB: Wie bist du zum Schreiben gekommen bzw. was bringt einen in so jungem Alter zum Schreiben?

MLR: Das ist eigentlich eine recht interessante Geschichte. Ich brauchte viele Umwege, um zum Schreiben zu finden. Als ich 16 Jahre alt war, redete ich mit einem guten Freund in unserem Garten über Filme und was ich von den Produzenten so erwartete. Doch immer wieder wurde ich enttäuscht und so reimte ich mir aus Spaß selbst eine Idee zusammen. Die Namen der Charaktere waren schnell gefunden und auch der Titel ließ nicht mehr lange auf sich warten. So entstand „The Mavericks“, was übersetzt „Die Einzelgänger“ bedeutet und sich auf die ungewöhnlichen Freundschaften und Verbindungen bezieht. Anfangs wollte ich selbst eine Art Drehbuch daraus machen und diese Idee mit Freunden an Standorten in der Umgebung verfilmen. Wir planten alles auf Youtube hochzuladen und hatten sogar schon eine Besetzung und Kamerafrau. Doch das Projekt scheiterte, weil wir auf unterschiedliche Schulen und in verschiedene Klassen gingen und keine Zeit fanden. Also schrieb ich einen Produzenten an, dessen Adresse ich im Internet gefunden hatte. Dieser fand meine Idee von der Liebe zwischen Any und Vincent und der dramatischen Handlung gut, meinte aber es würde keinen Film ohne ein Buch geben. Und so wagte ich mich an die ersten Seiten. 


The Mavericks - Willkommen in der Hölle erschien im Dezember 2011 im Debehr-Verlag und ist damit nach und neben zahlreichen Anthologiebeiträgen Marie-Luises erster Roman, den es in Buchform gibt.


SB: Wie ist "The Mavericks" entstanden?

MLR: Wie schon weiter oben erwähnt, wollte ich etwas völlig Neues schaffen. Engel, Dämonen, Vampire, alles ist bereits vorhanden, nur erzählen die meisten Autoren ähnliche Geschichten. Ich hoffe, mit meinem Roman "The Mavericks" konnte ich etwas Neues schaffen, weil es die Realität mit einbezieht. An sich wurde ich durch die TV-Serie "Supernatural" von Eric Kripke dazu inspiriert. Viel interessanter wäre wohl die Frage, wie meine Charaktere entstanden sind. Lea Demorpoles zum Beispiel habe ich aus meiner Vergangenheit ans Licht geholt. Als Kind hatte ich eine Puppe mit orangefarbenem Haar und grünen Augen. Ich gab ihr diesen Namen und machte aus ihr einen schwarzen Engel. Letzten Endes ist es genau dabei geblieben und die Geschichte ihres Lebens, welche ich mir mit 12 Jahren zusammengesponnen hatte, blieb vorhanden und wurde Teil der Serie. Any Parker war ein Name, der mir sofort auf der Zunge lag. Ich wollte keine normale Figur, die tollpatschig durchs Leben stolpert und immer wieder gerettet werden muss. Ich brauchte ein starkes Mädchen, das sich von ihren Emotionen leiten lässt und schon viel Schlimmes erlebt hat. Doch ihre Freunde bauen sie immer wieder auf und würden für die Kleine bis ans Äußerste gehen. Die damaligen Grundcharaktere waren:
Rick Gates (Todesengel)
Any Parker (Engel)
Vincent Selth French (Dämon)
Kathy Wyans (Vampir)
Lea Demorpoles (schwarzer Engel)
Mason (Werwolf)
Ich wollte von jeder Art ein Wesen, und genau aus diesem Zusammenschluss entstand auch der Titel.


Ich gestehe, dass ich den Roman noch nicht gelesen habe, bin aber inzwischen sehr neugierig geworden.


SB: Wie geht es dir jetzt, da dein Buch erhältlich ist? 


MLR: Es ist natürlich ein tolles Gefühl, das eigene Buch in den Händen halten zu können. Ich musste hart dafür kämpfen und strebe nun nach einem höheren Ziel. Ich hoffe, dass ich weitere Bücher an Verlage bringen kann und sich viele Leser darüber freuen. 


Ich drücke auf jeden Fall, die Daumen, dass "The Mavericks" Anklang findet und auch weitere Projekte ein Verlagszuhause finden. 


SB: Welches Genre bevorzugst du und warum? Welche Zielgruppe hast du? 


MLR: Ich bevorzuge alles, was der Realität fern ist. Fantasy, Horror, Science Fiction, Mystery …
Ich liebe es, Geschichten von fremden Welten, Kriegen oder Wesen zu erzählen und die Leser damit zu berühren. Meistens werde ich von Jugendlichen gelesen, die ich auch in erster Linie ansprechen möchte. Doch zum Beispiel auf Bookrix habe ich auch viele ältere Leser die mir gerne ein Feedback zukommen lassen. 


SB: Während unseres Gesprächs hast du mir erzählt, dass du lieber Romane, auch Reihen, verfasst, Kurzgeschichten hingegen nur für Ausschreibungen. Warum muss es die Gattung Roman sein? Wie lange arbeitest du an einem Roman (Schreibzeit, Überarbeitung, Korrektorat)?

MLR: Wenn ich eine Geschichte erzähle, verliebe ich mich immer wieder in die Tragik und die Charaktere und kann diese nach nur einem Buch einfach noch nicht gehen lassen. Ich bin ein Mensch, der in Filmen und Büchern die Spannung sucht, deshalb habe ich auch immer recht viele Ideen die ich in ein Buch packen muss und somit wird es zu einem Roman. Klar schreibe ich auch gerne Kurzgeschichten, aber hinter jeder Idee steckt mehr, und ich frage mich manchmal, warum ich diese nicht auch zu einem ganzen Buch ausbauen sollte. Deshalb versuche ich, lediglich bei meinen Hauptcharakteren aus meinen Reihen eine Bindung aufzubauen und mich von den Kurzgeschichten-Figuren schnell zu trennen. Hätte ich wirklich mal so richtig Zeit, würde ich einen Roman in knapp 1,5 Monaten schreiben können. Mit Überarbeitung und Korrektorat würden daraus knapp 3 Monate werden.


Die Veröffentlichungen von Marie-Luis Rönisch sind übrigens auf ihrem Blog zu finden, der auf jeden Fall mehr als einen Blick wert ist. -> [Klick]


SB: Apropos Zeit: Du gehst noch zur Schule, das heißt, du hast auch nicht gerade wenig Stress. Trotzdem gibt es immer wieder etwas von dir zu lesen. Wann schreibst du denn? 

MLR: Erstaunlich, wie viele Menschen mir diese Frage schon gestellt haben. Ja, ich mache gerade mein Fachabitur, aber Prüfung habe ich erst nächstes Schuljahr. Da man bei einem Fachabitur alle 2 Wochen arbeiten geht, habe ich so gut wie gar keine Zeit zum Schreiben. Also bleiben nur die Ferien, das Wochenende und die Freizeit nach dem Schulalltag. Da mir aber viel zu viele Gedanken durch den Kopf schwirren, finde ich meistens einen Moment, um zu schreiben, sonst würde ich wahrscheinlich durchdrehen ^^.

So, das war der erste Streich, der zweite folgt dann morgen. 
Brennen euch Fragen unter den Nägeln? Immer her damit. Kommentare sind willkommen! 

1 Kommentar:

Nina hat gesagt…

Hallöchen!
Dein Blog gefällt mir sehr gut!
Bin direkt mal Leserin geworden :)
Wenn du magst kannst du ja auch mal bei mir vorbeischauen :)
Liebe Grüße Nina
http://ninasbuecher.blogspot.de/

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