Montag, 23. April 2012

Aus dem Bücherregal

Anlässlich des Welttages des Buches (und des Urheberrechtes) habe ich mich nicht nur auf den Hosenboden gesetzt, um endlich das längst ausstehende Interview mit Marie-Luis Rönisch fertig zu stellen, sondern auch mal unser Bücherregal durchstöbert. 
Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Buch, das ich vor einigen Jahren auf dem Flohmarkt erstanden habe und das wohl das älteste Buch ist, das ich besitze. Nach einer Stunde Sucherei fiel mir ein, dass ich es in der Familie verliehen habe. 
Alternativ habe ich aber tatsächlich das älteste Buch unseres Regals gefunden. Eigentlich ist es ein Kalender, aber da sonst alles zutrifft, was man mit einem Buch verbindet, habe ich es geschnappt und ein paar Fotos geschossen, und nicht nur davon ... 

Voilà, unser ältestes "Buch" ist der Deutsche Gastwirts-Kalender von 1910.
Die Seiten sind noch alle da, auch wenn das Papier schon etwas abbekommen hat.
Die einzige farbige Seite ist ... WERBUNG :-)
Noch mehr Werbung. Na dann Prost den Gastwirten und Gästen von 1910.
Zwei Bücher von Joachim Rohde, mit Bildern von Fritz Lattke. Beide Bücher stammen aus dem Jahr 1940. Meine Mama hat sie uns freundlicherweise schon vermacht. Hübsche Illustrationen, spannende Abenteuer zweier Kinder mit Tieren, aber eben auch das entsprechende zeitliche Setting, das man differenziert betrachten muss. 
In alter Schrift. Anstrengend zu lesen, aber auch sie ist nun einmal Teil der Buchentwicklung.
Noch ein Buch in alter Schrift. Die Bände gehören meinem Imker. Leider konnte ich auf keiner der Seiten ein Erscheinungsjahr ausfindig machen.
Aus meiner Märchenbuchsammlung. Chinesische Märchen, erschienen 1954 im Kinderbuchverlag Berlin, mit Illustrationen von Ruprecht Haller.
Mich haben als Kind die gelbbraunen Illustrationen fasziniert, und ich habe oft versucht, sie nachzuzeichnen, aber offenbar liegt mir der chinesische Stil nicht besonders.
Zwei Bücher aus meiner Kinderzeit. "Arne boxt sich durch", mit Illustrationen von Heinz Handschick, für Leser ab 10 Jahren ist eigentlich ein Jungsbuch, aber ich fand es als Kind einfach spannend. Zwischen 10 und 12 Jahren haben mich Jungsgeschichten mehr mitreißen können als Mädchenbücher. Ich habe unheimlich gerne Ferienabenteuer irgendwelcher Cliquen gelesen und es konnte gar nicht geheimnisvoll genug zugehen. Geheimnisvoll ist "Arne boxt sich durch" zwar nicht, aber ich kann mich erinnern, dass ich es ein paar Mal in der Bücherei ausgeliehen habe. Auch den Namen Arne fand ich damals außergewöhnlich :-) Karl Neumanns "Frank und Irene" war DAS Buch in unserer Bücherei. Jeder wollte es lesen, wenn man den Vorgänger "Frank" gelesen hatte. Es war ab 12 und stand in der Sektion mit den blau eingebundenen Büchern. Die durfte man aber nur ausleihen, wenn man das richtige Alter hatte. Worum es geht, kann bei wikipedia nachgelesen werden. Die Thematik ist natürlich sehr DDR-spezifisch und da das Buch bereits 1964 erstmals erschien, war der Plot, als ich es endlich lesen durfte, für mich schon so weit weg (ich bin Jahrgang 1976), dass ich das Buch mit gewisser Enttäuschung zurückbrachte. Vielleicht auch, weil ich ab 12 dann doch wieder eher in Mädchenbuchlaune war und lieber Karl Neumanns Jugendromane las, deren Protagonistin ein Mädchen war.

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