Freitag, 9. März 2012

Schmökern mit Sohnemann #5

Nein, ich habe das Schmökern mit meinem Sohn nicht eingestellt, aber wir haben in der letzten Zeit Einiges gelesen, das noch aus meinem Bestand stammt und sich nicht so recht vorstellen lässt, weil es die Bücher heute nur in Bibliothek oder Antiquariat gibt. 


Zwischendurch haben wir uns aber weiter dem Dinoversum gewidmet und zwei weitere Bände in der langen Reihe rund um Jan und Tim absolviert. 
Während es in jedem Buch um die Entdeckung eines Dinosauriers geht, schreitet auch die Handlung im Hintergrund gemächlich voran. Jeder Band beginnt mit einer Kurzvorstellung der beiden Hauptcharaktere Jan und Tim und des jeweiligen Dinosauriers. Am Ende gibt es Glossar, das die wichtigsten Fremdwörter der aktuellen Geschichte erklärt. Im Verlauf der Geschichten wird vieles in Dialogen ge- und erklärt, in denen man sich etwas zuruft, schreit, flüstert, antwortet ... seltener aber sagt und fragt. Umgebungsbeschreibungen sind notwendig, aber wenig ausufernd, dabei aber bildhaft und der Dynamik förderlich. Dazwischen werden Dinosaurierlaute eingeschoben, die in größerer Schrift hervorgehoben sind und für den kindlichen Leser den Spannungsfaktor erhöhen sollen. Mein Sohn ist immer ganz stolz, wenn er das "Kronk, Kronk" des Wannanosaurus selbst laut vorlesen darf. 
Dem Autor dieser Kinderbücher gelingt es im Übrigen sehr gut, auf Geschehnisse vorangegangener Bände Bezug zu nehmen, ohne dass der Leser, der die Reihe von Anfang an, Band für Band, verfolgt, gelangweilt würde, weil er die Fakten schon kennt, Neuleser aber ebenfalls nicht mit zu wenig Information im Regen stehen bleiben. Und das alles auf dem begrenzten Raum von nur 88/89 Seiten, die zudem auch noch reich s/w illustriert sind. Da kann sich so mancher Verfasser von Erwachsenenreihen eine Scheibe abschneiden. 

Nachdem die beiden Jungen in den ersten Bänden hauptsächlich allein im Mittelpunkt des Geschehens standen, werden inzwischen die Erwachsenen mehr einbezogen. Trotzdem bleibt das Abenteuer im Fokus, und wir erfahren noch recht wenig über die Kinder und ihre Familien. Für einen Leser, der die Reihe verfolgt, dürfte mehr Hintergrund mit der Zeit aber durchaus von Interesse sein, denn ich stelle es mir schwierig vor, eine Reihe nur mit einem "Dino der Woche" lebendig zu halten. Von Jan wissen wir, dass er neu im Ort ist, sein Vater im Leuchtturm des Großvaters ein Dinosauriermuseum eröffnen will, aber wir erfahren bisher nichts von einer Mutter oder Großmutter. So ist es durchaus berechtigt, dass mein Sohn zwischendurch fragte: "Hat der denn keine Mama?" Hm, entweder haben wir es überlesen oder wir werden es noch erfahren. Tim ist bislang lediglich der dinobegeisterte, abenteuerlustige neue Freund von Jan, wirkt derzeit, obwohl er der zweite Hauptcharakter ist, eher wie Jans Sidekick. Auch muten die Geschichten nach verlängerten Sommerferien an, als wären da weder Schule noch Hausaufgaben. Das ist nun aber mein mütterliches Empfinden, denn Pflichtgeschichten dürften den Leser im Zielalter weniger reizen. Also: Abenteuer und Erfindungsreichtum vor!



In Das geheime Dinoversum 05. Die Beute des Velociraptors kommen Jan und Tim durch Jans Großvater auf die Idee, in ihrem geheimen Dinoversum nach Krabben zu angeln, denn das tut der Großvater im Hier und Jetzt. Also begeben sie sich wieder in die Höhle, treten in die alten Dinosaurierspuren, und schon sind sie mitten drin in der Dinowelt, wo der kleine Wannanosaurus schon auf die Kinder wartet. In die Nebel-Lagune wollen sie, bevor die Flut kommt und dann nichts mehr aus dem Krabbenangeln wird. Während sie also Urzeitkrabben aus dem Wasser ziehen, schleicht sich von hinten eine diebische Elster an. Ach, Quatsch, es ist ein Velociraptor, der sich den wertvollen Fossilien-Rechner, der die Jungen seit Band 1 begleitet, schnappt und sich damit zwischen dampfenden Geysiren auf und davon macht. Auf diesen tollen Rechner können Jan und Tim nicht verzichten (und vor allem können sie Jans Vater ja schlecht erzählen, dass sie ihn in der geheimen Welt, die nur sie kennen, verloren haben) und müssen nun dem Velociraptor folgen, ohne gekocht oder letzten Endes gar gefressen zu werden ...

Dass sie die trickreiche Verfolgungsjagd in Band 5 überlebt haben, steht außer Frage, denn schließlich geht es in Band 6 wieder auf eine Reise in die Vergangenheit. In Das geheime Dinoversum 06. Edmontosaurier in Gefahr steht die Eröffnung des Dinosauriermuseums kurz bevor. Alle, allen voran Jans Großvater und Vater, sind schon sehr aufgeregt, und auch Jan und Tim bestaunen schon einmal vorab die Exponate. So auch den riesigen Edmontosaurier, der als Skelett im Museum thront und fleißig von der lokalen Pressefotografin abgelichtet wird. Einem Eddie sind Jan und Tim allerdings noch nie begegnet, weshalb sie sich noch vor dem Eröffnungstermin ins Dinoland aufmachen. Dort angekommen, schlägt ihnen jedoch eine bedrohliche Stille entgegen. Keine Urzeitgeräusche, kein Lüftchen, nur Wanna zeigt sich. Bald erfahren sie, dass wirklich etwas in der Luft liegt, denn mit einem Mal schlagen Meteoriten ein und verändern die Dinosaurierbucht, die sie kennen. Und dann sehen sie tatsächlich eine große Herde Edmontosaurier, die zielstrebig auf den neu entstandenen Krater zutrottet. Jan und Tim müssen nun nicht nur die Dinos vor dem Absturz bewahren, sondern sich auch noch mächtig beeilen, damit sie rechtzeitig zur Eröffnung im Museum sind ... 


Die nächsten 4 Bände haben wir schon hier, aber wer weiß schon, welche Leselaunen uns dazwischen noch treffen werden ...

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