Dienstag, 7. Februar 2012

Schmökern mit Sohnemann #3


Da haben wir's mal wieder. 

Es gab keine Rettung vor dem typischen Jungenklischee. 
Kinderlos tönte ich vor Jahren noch vollmundig, mir kämen keine Dinosaurier ins Haus, denn dies geriete nur zu einem Fass ohne Boden. Nun gut, die Übervölkerung des Kinderzimmers mit Dinofiguren konnte ich verhindern. Dem Kinderbettelblick am Büchertisch im Kindergarten konnte ich hingegen nicht widerstehen. So ließ ich mich also breitschlagen, diverse Dinosauriersachbücher zu erwerben, die sich bislang nicht als Fehlinvestition erwiesen. 
Daher war mein Sohn auch Feuer und Flamme, als uns meine Blognachbarin Sue "Das geheime Dinoversum" von Rex Stone empfahl. Die ersten beiden Bände haben wir in vier Tagen durchgelesen, d. h. ich habe vorgelesen. 
Im ersten Band der Abenteuerreihe, Das geheime Dinoversum 01. Die Attacke des Tyrannosaurus, brechen Jan Mertens, der mit seinem Vater erst neu in den Ort gezogen ist, und sein neuer Freund Tim Cramer zu einer Erkundung der Dinosaurier-Bucht auf. Jans Vater will ein Dinosaurier-Museum eröffnen und Jan ist entsprechend interessiert an den Urzeitmonstern. Als er - wie ein echter Forscher ausgerüstet - zum Strand geht, um nach alten Überresten zu suchen, lernt er Tim kennen, der ebenfalls dinobegeistert ist. Sie beschließen, die Zeit gemeinsam zu verbringen, und Tim will ihn sein großes Geheimnis zeigen, eine Höhle in den Klippen. Abenteuerlustig, wie die beiden sind, klettern sie natürlich hinein, und als sich plötzlich eine Wand öffnet, klettern sie hinaus und stellen fest, dass sie eine Zeitreise unternommen haben. Sie begegnen einem waschechten Wannanosaurus, der im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder als kleiner Freund und Helfer auftauchen wird. Aber leider sind nicht alle Bewohner der Dinosaurier-Bucht so friedvoll ... 

Im nächsten Buch, Das geheime Dinoversum 02. Die Flucht des Triceratops, wissen die beiden achtjährigen Abenteurer schon, wohin sie gehen müssen, und planen, eine Karte von der Dino-Welt zu erstellen. Zielsicher packen sie, angekommen in der Vergangenheit, den Rucksack voll stinkender Gingko-Früchte, die der kleine Wannanosaurus, "Wanna", so mag. Selbstverständlich haben sie auch ihren Fossilien-Rechner, ein Smartphone-ähnliches Gerät, das allerlei Informationen über Dinosaurier eingespeichert hat, dabei. Sie wagen sich weiter als beim letzten Mal auf die Große Ebene vor und erspähen aus der Ferne etwas, das aussieht wie Behausungen. Dem wollen sie natürlich auf den Grund gehen. Da kommt aber zunächst eine Triceratops-Herde dazwischen, die aufgrund ihrer Größe und Schwere die Jungs natürlich erst einmal erschreckt, sich dann aber als Glücksgriff erweist. Beherzt schwingen sich Jan und Tim in einem günstigen Moment auf den Rücken eines der Urzeitschwergewichte und los geht der Ritt zu den mysteriösen Behausungen. Was dort wohnt, ist zwar winzig klein, schlägt aber die riesigen Dinosaurier mit den Jungs obenauf in die Flucht ... 


Die ca. 90-seitigen Bücher sind eine tolle Sache für den kleinen Dinosaurierfan. 
Sie haben ein handliches Format für Kinderhände, einen farbig gestalteten, geprägten Festeinband, s/w-Illustrationen im Buchblock, eine kinderfreundliche Großschrift sowie ein Glossar mit Erläuterungen im hinteren Buchteil. 
Wenn ich die Lesefortschritte meines eigenen Sohnes berücksichtige, halte ich, insbesondere aufgrund der zahlreichen Fremdwörter, sieben Jahre für etwas früh angesetzt, um die Reihe selbst zu lesen. Allerdings sind die kindlichen Interessen ja so schnelllebig, dass man heute kaum sagen kann, ob er mit 9 Jahren überhaupt noch mit Dinosauriern hinterm Ofen hervorgelockt werden kann. Eine gewisse "Vorbildung" in Sachen Dinosaurier ist ebenfalls nicht verkehrt. Mein Sohn fand es toll, dass die beiden Achtjährigen so modern sind und einen eigenen kleinen Computer haben. Außerdem sind sie für ihr Alter schon richtige kleine Dino-Geeks, wissen eine Menge über die Urzeit und finden ein stinknormales Ammonitfossil schon beinahe langweilig. Daneben machen sie Eindruck, weil sie nicht immer einen Erwachsenen an der Backe haben und sich ganz frei in ihrer Umgebung bewegen können. Mein Mutterherz schlägt vor Schreck zwar etwas schneller, wenn ich mir vorstelle, dass mein Kind frisch-fröhlich alleine über die Klippen klettert, aber Kinder finden unabhängige Abenteuer natürlich super. 
Positiv ist mir aufgefallen, dass sich in Dialogen nicht, wie häufig in Kinderbüchern der Fall, auf "sagen" und "fragen" beschränkt wird, sondern auch andere Verben zum Zug kommen. Gerade in Kinderbüchern bedaure ich oft die Verbarmut, da Kinderbücher eine gewisse spracherzieherische Aufgabe haben. Daher finde ich es immer schade, wenn nur alltäglicher Wortschatz, den ein Kind, das eine normale tägliche Kommunikation erfährt, ohnehin hat, zelebriert wird, anstatt Neues einzubringen.

Das Vorlesen und das gemeinsame Lesen waren auf jeden Fall wieder ein interaktives Erlebnis mit Fragen, auf die das Buch selbst eine Antwort geben konnte, und machten Lust auf mehr Abenteuer von Jan und Tim in der Dinosaurier-Bucht. 
Mit dem geheimen Dinoversum können im Übrigen auch auf antolin.de Punkte gesammelt werden. Weil wir aber nicht schummeln wollen, heben wir uns das auf, bis mein Sohn die Bücher wirklich alleine lesen kann.

1 Kommentar:

Schmökern hat gesagt…

Schmökert auch mal hier:
<a href="http://www.schmoekern.blogspot.com>www.schmoekern.blogspot.com</a>

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