Montag, 26. September 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #19

Da meine technischen Probleme noch immer nicht komplett gelöst sind, bin ich wieder etwas spät dran mit dem Teaser für unsere naturmagische Anthologie "Mittendrin - der Laubkönig erzählt". 

Natürlich will ich es nicht versäumen, eine weitere Geschichte vorzustellen. 

Der heutige Anreiz gilt Autorin Stefanie Lasthaus und ihrer Kurzgeschichte "Tanz mit mir", in der sie nicht die Puppen, sondern die Eschennymphen tanzen lässt, bis eine von ihnen feststellt, dass mit ihrem angestammten Baum etwas nicht stimmt. 

"Der Schrei kam ohne Vorwarnung.
Er strich durch die tanzenden Blätter der Eichen, kroch über den Sommerboden und schoss auf die Lichtung hinaus, wo er sich allmählich im Nichts verlor. In den goldenen Lichttropfen der aufgehenden Sonne antwortete ihm eine Stille, die mehr Fragen stellte, als Worte es vermocht hätten. Für einen flüchtigen Moment hielt die Natur den Atem an ..."

Leider habe ich weit und breit keine Eschen finden können, sodass der Buchenwald herhalten musste. Model wie so oft von Kadri, Pinsel wie immer von http://spiritsighs-stock.deviantart.com/  und http://redheadstock.deviantart.com/

Dienstag, 20. September 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #18

Ausnahmsweise kommt der visuelle Anreiz für die Anthologie "Mittendrin - der Laubkönig erzählt" aufgrund technischer Probleme erst heute. 

Weiter geht es mit Susanne O'Connell, die uns "In Lindau" zum sagenumwobenen Hexenstein entführt und der Legende neues Leben einhaucht. 

„Soll ich euch eine alte Lindauer Geschichte erzählen?“, fragte Kurt einige Stunden später.
Wir hatten es uns in dem kleinen Aufenthaltsraum hinter dem Turmeingang gemütlich gemacht, wo Kurt eine Flasche Hagnauer köpfte. Im flackernden Kerzenschein konnte ich Kurts Gesichtszüge kaum erkennen, was mir dabei half, einigermaßen unbefangen zu sein."

Ganz besonders freue ich mich, dass die Autorin den Fotograf Tommy Walz gewinnen konnte, uns ein Foto des echten Hexensteins zur Verfügung zu stellen. 
Ich bedanke mich ganz herzlich für das tolle Foto und empfehle einen ausgiebigen Besuch auf http://bodenseeimpressionen.de/


Dienstag, 13. September 2011

... über "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" von Andrej Kurkow

Andrej Kurkow
Spitz, subtil, skurril, sowjetkritisch - ein Kurkow für Liebhaber und Kenner 


Zum Inhalt: 
In "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" begegnen dem Leser vier Geschichten, die zwar die betreffenden Protagonisten und Handlungsstränge nicht zusammenführen, wohl aber den systemkritischen Zeigefinger hochhalten.
Den Titel verdankt der Roman zunächst dem ländlichen wenig beliebten Gutmenschen Pawel Dobrynin, den eines schönen Tages in den 1920er Jahren - Lenin lebt bereits nicht mehr - die wunderbare Nachricht ereilt, man habe ihn zum Arbeitskontrolleur auf Lebenszeit für die ganze Sowjetunion ernannt. Das klingt erst einmal toll, denn prikasgemäß ist der Volkskontrolleur landesweit zu hofieren, und er genießt höchsten Status (verbunden mit Anerkennung und Rubeln). Während Pawel naiv-freudig seiner höchstoffiziellen Bestätigung in der Hauptstadt entgegenblickt, schluchzt Ehefrau Manjascha sich berechtigterweise in den Schlaf, denn sie und die Kinder sind es, die zurückbleiben. Und in ihrer bäuerlichen Einfachheit scheint sie zu begreifen, dass dieses Gold nicht glänzt. Kurzerhand bewaffnet sie den Ehemann für die Reise mit einer Axt, damit er nicht nur in der Hauptstadt nicht unter die Räder kommt. Denn schließlich erwarten den Neuwürdenträger dort neben einer netten geräumen Wohnung auch eine hauptstädtische Dienstehefrau und Leninsche Lernaufgaben, mit denen er sich erst einmal zurechtfinden muss, bevor er auf dem gewünschten Schimmel würdevoll in den Kreml einreiten und später dann in einem besonders kalten Fleckchen des Landes den Dienst antreten soll. Und dort blickt der zunächst so eindimensional gestrickt scheinende Volkskontrolleur gefährlich hinter die schöne Sowjetfassade.

Montag, 12. September 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #17

Wie doch die Zeit vergeht. 
Fast haben wir die Septembermitte erreicht, und das Erscheinen unserer naturmagischen Anthologie "Mittendrin - der Laubkönig erzählt" rückt immer näher. *Alle Daumen drücken!*

Deshalb setze ich die kleinen Anreize mit der zweiten titelgebenden Geschichte fort. 
Autorin Eva Kestner begibt sich mit ihrer Kurzgeschichte "Mittendrin" traumhaft winzig klein in den Garten und erlebt so ein Abenteuer. 

"In jener Nacht träumte ich, ich sei winzig klein.
Ich lag auf dem Rücken, die Arme unter dem Kopf verschränkt, und öffnete die Augen. Die runden Blätter der Kapuzinerkresse hingen über mir wie kleine Schirme und spendeten Schatten ..."

Bilder von mir, Pinsel von http://spiritsighs-stock.deviantart.com/

Sonntag, 11. September 2011

Sonntagsgedanken

Ich bin ja so müde ... und ich beglückwünsche all jene, die es zum Ende dieses Jammerpostings schaffen, ohne einzuschlafen, zu ihrer Fitness.
Da ist man sein Leben lang ein freiwilliger, angeborener Frühaufsteher gewesen, was sich in emsiger Produktivität bis Akkuverfallszeit 12 Uhr äußerte, und plötzlich wirft ein Schulkind alles aus der Bahn. 
Seine Lernwilligkeit muss nun nämlich ebenfalls früh um 6 aus der Kiste (ja, ja, ich weiß, manch anderer muss um diese Zeit bereits arbeiten), um pünktlich in den Schulbus klettern zu können. Allerdings glänzt der kindliche Schlaf mit solch weckertauber Tiefe, dass Mutters innere Uhr Schlag 5 Uhr Laut gibt. So bin ich also stets eine Stunde vor Stichzeit hellwach und fühle mich wie in besten Stillzeiten immer Spitze auf Knopf, Gewehr bei Fuß, yadayada - nur, um den Bus nicht zu verpassen. Bis das Gefährt, das seit Schulstart täglich zehn Minuten Verspätung hat, von dannen gestunken ist, drehe ich also tagtäglich auf Hochtouren. 
Auch nix Besonderes, Millionen Müttern geht es nicht anders. 
Weniger jammerbedürftig wäre ich allerdings, gäbe es nicht jeden einzelnen Morgen die Sinn- und Unsinnsdiskussion. 
Ja, Kind, Schule ist Pflicht. 
Nein, du kannst nicht zu Hause bleiben. 
Aber sicher wirst du noch etwas lernen. 
Sei nicht so ungeduldig. 
Doch, du kannst mir glauben, in der Schule lernt man etwas. 
Im Brustton der Überzeugung muss ich in deren Sinne Arbeit leisten, damit das Kind einen Schritt aus dem Haus setzt. 
Warum? 
Er langweilt sich. 
Nun habe ich - so möchte ich behaupten - ein normales Kind, das weder durch Einfalt noch Hochintelligenz glänzt und ein ganz normaler Junge ist. 
Aber er ist wissbegierig und neugierig. 
Er braucht Information und Aufgaben.
In geschlagenen zwei Wochen der Schuleingangsphase wurden die Kinder zwar gefühlte zehn Mal umgesetzt, haben aber bisher lediglich das M gelernt, und das zusätzlich in Zeichensprache. Damit ich mein Kind, das sich nun gern in, wie er sagt, Geheimsprache unterhält, künftig verstehe, lerne ich die nun mit. Nützlich ist das allemal. 
Wahrscheinlich hätte ich aber in den vergangenen sprachentwicklungswertvollen Jahren nicht so viel Zeit auf ordentlichen Spracherwerb ver(sch)wenden sollen, wenn das Schreibenlernen nun vorsieht, dass nach Gehör geschrieben wird. 
Und das kann in unserer dialektlastigen Gegend hübsch haidar, äh, heiter werden, wenn mal der Mülchwagen einen Umfall hat ...
Aber wollen wir mal nicht so viele Vorurteile gegen neuartige entwicklungspsychologisch verbriefte Lehrmethoden haben und uns das ganze einmal anschauen (obwohl ... wenn ich nach 10 Semestern Sprachstudium die Deutschhausaufgaben meines Sohnes nicht verstehe, habe ich in letzterem entweder zu viel Party gemacht (Mitbewohner und Freunde fallen bei dieser Äußerung wahrscheinlich lachkrampfbedingt um) oder bin schlichtweg zu alt (auch da wird jemand lachend umfallen, ganz bestimmt). 
Drei Jahre Zeit, um zwei Klassen abzusitzen, haben wir schließlich. 
Das alles mag zwar angesichts des Weltgeschehens profan erscheinen, aber gerade deswegen mache ich mir Sorgen um die Bildung meines Kindes, und ich werde das Gefühl nicht los, dass mein Sohn hier nicht die Bildung bekommt, die ich mir für ihn wünsche. 

Donnerstag, 8. September 2011

Donnerstagsbildchen

Es gibt mich noch :-) 
Allerdings hat mich der neue Zeitplan von Sohnemann in Kombination mit einem kaum noch gekannten Arbeitsansturm ein wenig aus dem Tritt gebracht. 
So komme ich gerade weder zum Lesen noch zum Schreiben. 
Gerade mal ein paar Entspannungsfotos habe ich geschossen, bevor die Einschulungsblumen gänzlich verblüht sind. 

Zu sehen ist ein Auszug aus meinen Spritzringen in LeseBlüten Band 4 - Über Grenzen 2011 - Spezial: 50 Jahre Mauerbau
Habt ein wenig Geduld mit mir und lauft mir nicht weg!
Bis bald!
Sinje

Montag, 5. September 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #16

Ein fröhliches Guten Morgen in den ersten Septembermontag!

Klingt September nicht nach Altweibersommer oder gar schon nach echtem Herbst? 

In "Mittendrin - der Laubkönig erzählt" kommen, wie bereits gesehen, auch die Jahreszeiten zu Wort.

Autorin Sarah Milena Rendel lässt in ihrer Kurzgeschichte "Herbstworte" den Herbst höchstpersönlich sprechen und das Jahr an den Winter übergeben. Nun, bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit, aber trotzdem gibt es heute wieder eine kleine Einstimmung in die bunte Welt des Laubkönigs. 

"Und die Blätter fallen. Sie fallen wieder. Es bedeutet das Ende meiner Aufgabe dieses Jahres, das Bewegungen und Ängste, Trauer und Glückseligkeit beinhaltete. Ich vermochte es nur in meinen Monaten wahrzunehmen, aber auch in dieser kurzen Zeit war es ein Segen, ein ereignisreiches Jahr ..."

Text: Sarah Milena Rendel. Hintergrundbild von mir. Pinsel: http://shiranui.deviantart.com/, http://spiritsighs-stock.deviantart.com/, http://redheadstock.deviantart.com/. Weil man mich danach gefragt hat: Die Schrift heißt Waza Regular und kann käuflich bei Linotype erworben werden.

Freitag, 2. September 2011

... über "Fragments" (Hrsg. Stanley Buchthal und Bernard Comment)

Poems, Intimate Notes, Letters by Marilyn Monroe
(Hrsg. Standley Buchthal und Bernard Comment)
(Erschienen bei HarperCollinsPublishers, 2010)

Sehr persönliche Aufzeichnungssammlung zum gemächlichen Blättern, Schmökern, Nachdenken. 
Perfekt für den Nachttisch nicht nur von Monroe-Fans. 
Inhalt und Meinung:
Als Marilyn Monroe 1962 starb, ging ihre persönliche Habe als Nachlass an ihren Schauspiellehrer Lee Strasberg über.
Dieser starb wiederum zwanzig Jahre später und hinterließ seiner Witwe Anna Strasberg unter anderem auch eben diese umfangreiche, nicht katalogisierte Sammlung von persönlichen Dingen Marilyn Monroes, mit Kleidung, Kosmetika, Bücher, Bilder, Belege usw.
Beim Sortieren des Nachlasses fielen Strasbergs Witwe zwei Kisten mit handschriftlichen und anderen Unterlagen Marilyns in die Hände, und sie wandte sich ratsuchend an Stanley Buchthal, einen Freund der Familie und Filmproduzenten. Bald wurde das Material gesichtet und, soweit möglich, chronologisch geordnet und es entstand die bislang einzige Zusammenstellung von sämtlichen aktuell auffindbaren, zur Verfügung stehenden persönlichen Texten Marilyn Monroes. Nicht aufgenommen wurden hingegen "technische" Notizen über die Schauspielerei, die für die breite Leserschaft vermutlich weniger von Interesse sind.
Die Herausgeber Buchthal und Comment räumen zwar ein, dass diese beiden Kisten mit Monroe-Aufzeichnungen, die Anna Strasberg im Nachlass ihres Mannes auffand, nicht zwangsläufig die einzigen Dokumente sein müssen und man nie wissen kann, welches Zeitdokument noch das Tageslicht erblickt, dürfen sich aber auf die Fahnen schreiben, dass es ihnen gelungen ist, ein persönliches Bild der Legende zu zeichnen, und zwar ohne den Anspruch, sie selbstzerfleischend zu offenbaren, sondern sie einfach zu zeigen, wie sie war, ohne sie in Grund und Boden zu analysieren. 

Donnerstag, 1. September 2011

August 2011

Ups, wo isser denn hin?
Ist heute tatsächlich schon der 1. September?

Selten ist ein Monat so im Fluge vergangen, obwohl das Wetter ja eher geeignet war, einen depressiv ans Bett zu fesseln. Die Wolken über dem Gemüt konnte ich dank Einschulungsvorbereitungen und Lektüre gerade noch einmal wegschubsen.

Mein persönliches privates Highlight war deshalb auch mein Miniheimaturlaub im Thüringischen, was ich liebend gern wiederholen würde, wenn sich endlich mal meine Autofahrblockade lösen würden. Na ja, das ist eine andere Geschichte ... und Herbstferien gibt es in nicht allzuferner Zukunft auch noch. 
Die Einschulung hingegen kann ich nicht als Highlight bezeichnen, wenn man mal von den emotionalen Kapriolen im Sinne von "kaum zu glauben, nun ist er schon ein Schulkind" einmal absieht. Aber nun ist's vorbei und Schwamm drüber. Trotzdem würde ich den Kinderkleidungsherstellern mit größter Freude Jane Bingum auf den Hals hetzen, weil ich für meinen Sohnemann, der von Geburt an mit einem knackigen Apfelpopo gesegnet ist, diskriminierend im Kinderübergrößenhandel einkaufen muss, nur weil die neumodische Skinny-Mode nicht passt. Arrgh!

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