Mittwoch, 31. August 2011

... über "Marilyn, August 1953 - The Lost LOOK Photos by John Vachon"

(erschienen bei Calla Editions, 2010)

Schwarz-Weiß-Bildband mit größtenteils unbekannten Fotos, aber ohne unbekanntes Hintergrundmaterial

Inhalt/Hintergrund:
John Vachon war seit 1947 einer der fest angestellten Fotografen des Look Magazines, hatte aber fotografisch einen gänzlich anderen Tätigkeitshintergrund als Hochglanzmagazine. 
Ab Mitte der 1930 Jahre war er zunächst als Archivangestellter bei der Farm Security Administration, die kleine Farme und Landwirte in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise unterstützte, tätig und bekam dabei Einblick in tausende dokumentarische Fotografien. Im Zuge dieser Tätigkeit wurde er ermutigt, selbst zur Kamera zu greifen, und unterstützte das Fotografenteam bei der Dokumentation des amerikanischen Lebens bis zum zweiten Weltkrieg. Dadurch entstand ein Stil, der auf "Realem" beruhte und an dem nicht viel herumgedoktert werden konnte. 
Im Grunde war John Vachon für gestellte, auf Hochglanz getrimmte Coverstories über Hollywood nicht prädestiniert, als er im August 1953 vom Look Magazine in die kanadischen Rockies geschickt wurde, um "Hollywood in Kanada" zu dokumentieren. 
Für ganze drei Filme war die malerische Region um Banff als Location auserwählt worden, sodass sich um die 250 Schauspieler nebst Filmcrews dort tummelten, so eben auch Marilyn Monroe und Robert Mitchum, die dort Fluss ohne Wiederkehr drehten. 
Zum Auftrag zählten also auch Aufnahmen von Marilyn Monroe. Als Vachon in Banff eintraf, hatte die Aktrice gerade einen Unfall am Set und war mit Gipsfuß zunächst unpässlich. Trotzdem ist es Vachon gelungen, neben den gestellten typischen Badeanzugfotos (die offensichtlich weder er noch Marilyn wirklich ernst nahmen) etwas andere Bilder von Marilyn Monroe aufzunehmen. Aus der Titelstory wurde allerdings nichts, wie das "Lost" im Titel bereits andeutet, sondern die Fotostrecke von Marilyn Monroe und ihren Baldehegatten Joe DiMaggio wurde auf Seite 150 verbannt und zeigte gerade einmal einen Bruchteil, der von Vachon für gut befundenen Aufnahmen (aus über 100). 

Montag, 29. August 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #15

Willkommen in der neuen Woche!

Zur zauberhaften Einstimmung gibt es, wie gewohnt, einen kleinen Anreiz für "Mittendrin - Der Laubkönig erzählt". 

An der Reihe ist heute Gabriele Behrend mit ihrer Kurzgeschichte "Staubzeit", in der sie uns in eine Welt unter der Erdoberfläche entführt. 

"Wasser spritzt in dicken Tropfen auf den Boden. Corazon schöpft unermüdlich Flüssigkeit auf die erstarrte Krume tief unter der Erdoberfläche. Ein Funken durchzuckt den Lehm. Eine Seele erinnert sich: ..."

Vielen Dank für die Stockfotos. Hintergrund 1: http://meta-stock.deviantart.com/art/Cave-Walls-1-Stock-183198540, Hintergrund 2: http://da-joint-stock.deviantart.com/art/Amethyst-Cave-178133097, Hände: http://grayscalestock.deviantart.com/art/Hands-III-152634336, Achat: http://rae134.deviantart.com/art/Agate-Heart-187720851, Pinsel: http://redheadstock.deviantart.com/ und http://spiritsighs-stock.deviantart.com/



Dienstag, 23. August 2011

... über "Eternally - Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen" von Lisa Cach

Lisa Cach

Detailreiche Geschichte aus paranormalen und historischen Elementen über eine Jugendliche auf der Suche nach dem wahren Selbst und der Liebe zwischen Träumen, Zeiten, Leben und Sterblichkeit

Zum Inhalt:
Die 15-jährige Caitlyn Monahan lebt in einem langweiligen Kaff in Oregon und könnte eigentlich ein beschauliches, zufriedenes Leben führen. Nachdem ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam, als Caitlyn gerade einmal vier Jahre alt war, bekam sie zwar eine neue Mutter, die sie unverkennbar liebt, und dazu noch drei Brüder, aber trotzdem ist sie recht einsam. Aufgrund von Alpträumen, die so intensiv sind, dass Caitlyn kaum noch Realität und Traum auseinanderhalten kann, sondert sie sich ab. Nach einer Gothicphase, die ihr den an ihren Nachnamen angelehnten Spitznahmen Moan-and-Groan einbrachte, sitzt sie inzwischen in Second-Hand-Klamotten herum und zeichnet in jeder freien Minute die kreischenden Gestalten, die ihr in ihren Träumen begegnen. Nur zwei Mädchen könnte man als ihre Freundinnen bezeichnen. Von den Jungen an der Schule hält sie nicht viel, denn sie weiß, ihre Liebe wird sie weit von diesem Ort entfernt finden. Überhaupt fühlt sie sich nicht zugehörig und fehl am Platze. Eines Tages erhält Caitlyn schließlich eine Einladung in die Internatsschule des Château de la Fortune, die sie vor einiger Zeit im Internet recherchiert, aber aufgrund mangelnder Französischkenntnisse wieder aus dem Gedächtnis verbannt hatte. Man verspricht ihr eine individuelle Ausbildung und sogar ein Stipendium. Caitlyn hofft, in Frankreich endlich ihre Alpträume loszuwerden und ein neues Leben zu beginnen, und reist schließlich in die Dordogne. Doch bereits bei der Anreise muss sie feststellen, dass sie ihre seltsamen Träume nicht zu Hause gelassen hat. Im Gegenteil. In ihrem Traum begegnet sie dem jungen Mann Raphael, der sie nicht mehr loslässt. Nun muss sie sich nicht nur in dem fremden Land und der fremden Schule mit ihren neuen wohlhabenden Kommilitoninnen zurechtfinden, sondern wird auch mit der Historie der alten Gemäuer und ihren Spukgeschichten konfrontiert. Da sind Bildnisse, die ihr bekannt vorkommen, manchmal gelingt es ihr aus heiterem Himmel, der französischen Sprache zu folgen, obwohl ihre Kenntnisse schlecht sind, und nicht zuletzt führen sie ihre Träume zu Raphael in eine weit entfernte Zeit, zu Raphael, der eine wichtige Aufgabe verfolgt und dem sie in ihrer Realität unbedingt helfen will. 

Montag, 22. August 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #14

Langsam nähern wir uns dem herbstlichen Veröffentlichungstermin der Laubkönig-Anthologie, und noch längst sind nicht alle Geschichten vorgestellt. 

Deshalb begeben wir uns heute mit Autorin Ulrike Köstering wieder zu den Bäumen. 
In ihrer Kurzgeschichte "Baummenschen" erzählt sie von Magda und deren inniger Beziehung zur Natur und ganz besonders zu einem Kastanienbaum im Garten, die für Außenstehende keinen geistesgesunden Eindruck macht. 

"Die Sonne war eben aufgegangen, als Magda geboren wurde. Schon als Säugling hatte sie kluge Augen und einen entschlossenen Mund. Als ihr Vater sie zum ersten Mal sah, streichelte er glücklich über ihre kleine Wange und flüsterte: „Hallo Magda, herzlich willkommen ...“
In Ermangelung eines Kastanienfotos habe ich improvisiert.
Vielen Dank wieder an Kadri für das Stock-Foto.

Sonntag, 21. August 2011

Heimaturlaub

Bevor wir Ende des Monats Sohnemann in den Ernst des Lebens namens Schule schubsen, haben wir es tatsächlich noch geschafft, ein paar Tage zu verreisen, in meine thüringische Heimat. 
Und so folgten wir - hach, wie melancholisch - während dieses sehr kurzen Aufenthaltes den Spuren meiner Kindheit. 
Nicht, dass ich wirklich welche hinterlassen hätte, aber gut ... 
Wenn man so als Student hin und wieder mit einem Berg Wäsche zu Hause eintrudelt, hat man anderes im Kopf, als Orte zu besuchen, die man als Kind oder Teenager unsicher gemacht hat. 
Deshalb musste ein Wiedersehen dieser Art auch ein paar Jahre warten, bis es einen triftigen Grund gab, sie wieder einmal aufzusuchen. 
Der triftige Grund ist inzwischen sechs Jahre alt und normalerweise hübsch neugierig. 
Ich habe mir fest vorgenommen, ihm die Orte meiner Kindheit zu zeigen.

Zuerst ging es ins benachbarte Reichenfels zu einer - och nö, Mama, nicht schon wieder olle Steine - Burgruine. Das Ziel ungezählter Wandertage und sonntäglicher Spontanwanderungen mit der Clique (wobei uns dieser Begriff damals fremd war) glänzt zwar nicht mit enormen Ausmaßen, wohl aber mit vogtländischer Geschichte. Letztere war für das Kind nur insofern interessant, dass das angrenzende Museum neben Zeitdokumenten und Ausgrabungsfunden der Region eine kleine Auswahl alter Waffen und Rüstungen zeigt, die ausgiebiger bestaunt wurden, als die tolle Aussicht zum vermeintlichen Georg-Kresse-Geburtsort Dörtendorf
 
Der Rückweg führte uns wieder an der ehemaligen Sportschuhfabrik vorbei, deren Geruch ich seltsamerweise noch sehr lebhaft in Erinnerung habe. Sie ist seit langem geschlossen und dem Verfall geweiht. 

Auch am nächsten Tag wurden die Kinderfüße auf die Probe gestellt. Endlich spielte das Wetter mit und begrüßte uns nicht mit trüben Aussichten, sondern strahlender Sonne. 
Im Mai hatte ich ja noch angekündigt, dass ich beim nächsten Heimatsbesuch auf die Suche nach dem Waldteich gehen würde. Diese Suche musste aber aufgrund der Entfernung und des Fehlens eines fahrbaren Untersatzes an diesem Tag leider ausfallen und wird bis zum nächsten Mal vertagt.
Deshalb schnürte ich das Picknickpäckchen, stattete das Kind mit einem Fernglas aus und nahm es mit auf einen Marsch ins nicht ganz so weit entfernte Leubatal. 
Während meine Mutter als Kind noch trockenen Fußes Sonntagsausflüge durch das Tal machen konnte, trennt, so lange ich zurückdenken kann, nun Wasser den mir bekannten Wald von den Dörfern auf der anderen Seite des Tales: die Leubatalsperre. 
Genau die war mein Ziel, aber bis dahin musste ein gutes Stück Weges zurückgelegt werden.
Wir nahmen uns viel Zeit, die das Kind zum Beobachten von Raubvögeln nutzte, wobei ich feststellen musste, dass ich seit dem Biounterricht der 5. Klasse so gut wie alles über Vögel vergessen habe und nicht in der Lage war, Habichte von Bussarden oder sonstwas zu unterscheiden. Nur gut, dass ich ab sofort wieder mitlerne. 
Nach einer guten Dreiviertelstunde waren wir am Ziel und nahmen auf der Karpfenwiese Platz.  Beim Picknick beobachteten wir einen Haubentaucher (den ich ausnahmsweise erkannt habe) und entdeckten sogar einen Admiral. 
Auf dem Rückweg begegneten wir außerdem einer Waldmaus und einer ziemlich langen Blindschleiche (hatte ich erwähnt, dass mich selbst Fräulein Harmlos-Schleichchen zum Davonlaufen bewegt ...)

Im Übrigen ist die Leubatalsperre nicht der Ort, der mich zu "Seesüchtig" inspiriert hat, könnte es aber durchaus sein.
 
Am späten Abend schließlich entführte mich der Imker zu Nachtaufnahmen. Selbstverständlich ging es über Stock und Stein und eine Brücke, die ich bisher nicht kannte, bevor wir in Zeulenroda anlangten.
 
 
Für den letzten Tag hatte ich einen Plan, der uns raus aus Thüringen und ins Erzgebirge führte. Auch wenn knapp 90 km nicht gerade der nächste Weg sind, hatte ich die Idee, erst Miniaturen zu besichtigen und mich  - uns - dann unter Tage zu begeben. 
Ziel war Waschleithe mit seiner Heimatecke und dem Schaubergwerk
Ich glaube, es ist bestimmt dreißig Jahre her, dass ich selbst dort war. Während ich mich noch an die Miniaturenanlage mit dem Rattern der Modelleisenbahn, dem Sirren der Nachbildung der Seilbahn und dem Hämmern kleiner Wasserkraftwerke erinnern konnte, ist der Bergwerksbesuch gänzlich aus meinem Gedächtnis verschwunden. 
 
  
Besonders die Bergwerksführung nach einer Einfahrt über 250 nicht DIN-gerechte Stufen war ein Erlebnis, bei dem die anwesenden Kinder nicht vergessen wurden und so bei niemandem Langeweile aufkommen konnte. Wir sahen unterirdische Seen, altes Gerät und Drusen. Sogar den im Schlaf versteinerten Berggeist hörten wir schnarchen.  
(Fotos muss ich vorerst schuldig bleiben, denn die hat der Imker.)
Wer im Raum Aue Urlaub machen möchte, dem sei ein Ausflug nach Waschleithe guten Gewissens empfohlen.

Viel zu kurz war's, aber nicht anders machbar. 
Und nun sind wir wieder daheim im schönen Südharz, wo es, wie konnte es anders sein, seit heute wieder wie aus Kannen gießt. 

Daher werde ich nun mit Sohnemann Urlaubsfotos anschauen und in frischen Erinnerungen schwelgen. 

Samstag, 20. August 2011

... über "Mortal Kiss: Ist deine Liebe unsterblich?" von Alice Moss

Alice Moss

Start einer neuen Jugendbuchreihe mit magisch-paranormal-fantastischen Elementen, in hochwertiger Aufmachung, aber ohne hohen Suchtfaktor

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Zum Inhalt:
Es ist gerade Anfang September und an der Winter Mill High beginnt das neue Schuljahr, doch erster Schnee überzieht die Stadt. Seltsam finden das auch Faye und ihre beste Freundin Liz. Zudem erweckt die Ankunft des neuen Schülers Lucas Morrow ihre Aufmerksamkeit. Während Liz sofort deutlich Gefallen an ihm findet, bleibt Faye desinteressiert, denn sie kann sich kaum für den High-Society-Status der Morrows, die neu ein Anwesen im Wald bezogen haben, begeistern. Das Getuschel, warum die reiche Erbin Mercy Morrow mit Sohn und Dienerschaft ausgerechnet ins beschauliche Winter Mill gekommen ist, anstatt sich eine der Cities dieser Welt auszusuchen, geht an ihr vorbei. Lieber schießt Faye Fotos von schneebedeckten Blumen für die Schülerzeitschrift, als sich dem nett anzusehenden 16-Jährigen zu widmen. Zum Leidwesen der Freundinnen zeigt der Neuankömmling allerdings nur allzu offensichtlich Interesse an Faye, sodass zunächst Schatten in der Freundschaft aufziehen. Bald aber gibt es in der Stadt neue Themen. Zunächst wird ein Toter gefunden. Die Information, dass dieser ein alt aussehendes Foto bei sich trägt, auf dem Faye zu sehen ist, bleibt jedoch erst einmal innerhalb der Wände der Polizeidienststelle. Zudem schlägt auch noch eine Bikergang in den nahen Wäldern ihre Zelte auf und scheint auf den ersten Blick dem Ruf von Motorradgangs alle Ehre zu machen. Zu eben dieser Gang gehört auch Finn, der in Faye die Gefühle weckt, die Lucas für sich erhofft hatte. Finn lässt seine Gefühle für Faye jedoch erst zu, nachdem Faye im Wald Bekanntschaft mit einem Wolf machen durfte und er feststellt, dass ausgerechnet Lucas ihr Avancen macht. Von nun an wird nicht nur um Fayes Gunst gebuhlt, sondern auch versucht, Geheimnisse aufzudecken, möglichst ohne die eigenen (nicht ungefährlichen) Geheimnisse preiszugeben ...

Meine Meinung: 
Mortal Kiss: Ist deine Liebe unsterblich? ist der Auftaktband zu einer neuen Jugendbuchreihe, die bekannte Themen, wie Werwölfe und Magie, mit einer Liebesgeschichte verbindet, die auf ebenso nicht unbekannte Weise mit dem Schema Vorherbestimmung spielt. Im Gegensatz zur äußerlich kaum zu unterscheidenden englischen Paperback-Originalausgabe wurde für die deutsche Fassung ein Festeinband mit Schutzumschlag gewählt, wodurch der Roman einen hochwertigen Touch bekommt, dem lediglich das Lesebändchen fehlt. Nimmt man den Schutzumschlag ab, hält man nur noch den Winterwald in der Hand. In beiden Fällen hat die Umschlaggestaltung, die sich an das Original anlehnt, einen inhaltlichen Bezug. Passend zum hochwertigen Äußeren sind das Papier schön grifffest und die Schrift lesefreundlich groß. Trotz des optischen Reizes stehe ich dem Preis skeptisch gegenüber. Ich äußere mich selten zum Preis-/Leistungsverhältnis meiner Lektüre, weil ich Bücher nie für Geldverschwendung halte. In diesem Fall, aber muss ich sagen, dass der Hardcover-Preis deutlich am Budgetlimit meiner Kleinstadtbibliothek, in der ich mich im Zielgruppenalter versorgt habe, kratzt und dem Bücherverschlinger ein hübsches Loch in den Geldbeutel reißt. 
Skepsis hin oder her, ich habe mir Alice Moss' Roman aus dem Programm des neuen Egmont-Jugendlabels Ink gekauft, weil mich die Kurzbeschreibung ansprach und ich mich wieder einmal mit Jugendbüchern befassen will. Mortal Kiss kann jedoch meine jugendlich gebliebene Seite nicht vollends überzeugen. 
In der Tat stand ich spätestens, als Fayes Schulkamerad Jimmy im Wald verschwand, davor, die Lektüre vorerst zu unterbrechen, denn mich störten die scheinbaren Parallelen zu bereits vorhandener Literatur bzw. TV (ich werde das Gefühl nicht los, dass uns die Wölfe überrollen).
Erfreulicherweise gelang es der Autorin, das Ruder herumzureißen und zumindest mich mit Unerwartetem zu überraschen. 
Im Mittelpunkt des Geschehens steht unverkennbar das Mädchen Faye. 
Sie ist relativ selbständig für ihr Alter, da ihr Vater sehr häufig auf archäologischen Expeditionen weilt und sie daher bei ihrer Tante lebt. Trotzdem hat sie eine enge Beziehung zum Vater und träumt davon, ihn eines Tages als Fotografin zu begleiten. Auch wenn der Vater derzeit in Tansania unterwegs ist und so von regelmäßiger Kommunikation abgeschnitten sein dürfte, ist es doch ein wenig verwunderlich, dass sich über Seiten hinweg keiner Sorgen zu machen scheint, dass er sich so ganz und gar nicht meldet. Zudem wird Fayes Hobby, dem Fotografieren, (das auch das Steckenpferd der Autorin ist) am Anfang des Romans eine starke Bedeutung beigemessen, sodass man leicht auf die falsche Fährte gerät, dieses könnte im Laufe des Geschehens eine wesentliche Rolle spielen. 
Spätestens als bei einem toten Fremden ein vermeintliches Foto von Faye aufgefunden wird (das nicht das einzige Foto von "ihr" bleiben soll), ist klar, dass Faye etwas Besonderes sein muss, doch um ihre Herkunft und ihre Aufgabe zu (er)klären, bedarf es Außenstehender. Als diese dann mit der frohen Botschaft über die Hölle herausrücken, ist Faye erstaunlich erwachsen und trifft ohne jegliche Umschweife wichtige folgenschwere Entscheidungen für sich und andere. Dafür, dass sie kurz zuvor noch mit Freundin Liz die Ballkleiderfrage klären musste, war das schon ganz schön schwerwiegend und weltgewichtsmäßig. Leider blieben bei mir Mitgefühl, Herzklopfen oder auch Atemlosigkeit im Zuge der sich zuspitzenden Ereignisse aus.
Wie andere Teenager hat Faye, wie gesagt, eine typische beste Freundin, Liz, die anfänglich durch Outfitbesprechungen und typische, kleinliche Eifersüchteleien etwas oberflächlich wirkt, sich zum Ende hin aber zu einer wahren Freundin und vertrauenswürdigen Hilfe mausert. Damit wird Liz zu einem Sympathieträger, den man sich aus dem Geschehen nicht wegdenken möchte. 
Auf enttäuschende Weise schienen mir die männlichen Parts Finn und Lucas blass. Wäre nicht eine Romanze angestrebt worden und ein Kuss der Liebenden von Bedeutung, hätte ich auf sie verzichten können. Lucas war mir als der Ahnungslose, dazu noch ständig an Faye Baggernde und schlussendlich Kampfwillige vergleichsweise unglaubwürdig, während ich Finn zwar als sympathisch empfand, jedoch Fayes weiche Knie gerade einmal auf die Vorherbestimmung zurückführen würde. Fayes und Finns Verhalten als Paar wirkt aufgrund dessen wesentlich vertrauter als eine frische Beziehung.
Wahrscheinlich aber sehe ich die große Teenagerliebe inzwischen viel zu nüchtern und mit skeptischen Elternblick.
Allerdings muss ich sagen, dass ich in Bezug auf die Identität von Finn und Lucas ganz schön auf dem Holzweg war und somit erfreulicherweise überrascht wurde.
Das Gebuhle der beiden Jungen, Liz' eifersüchtiges Gezicke und die Outfitfragen, bevor es zum magischen Kern des Plots kam, waren mir zuviel, während mir die Erwachsenen bzw. elterliches Einwirken oft zu kurz kamen.
Dem schnörkellosen, unkomplizierten Erzählstil der Autorin ist es jedoch zu verdanken, dass sich diese Längen (die der Zielgruppenleser weniger bis gar nicht wahrnehmen dürfte - und das möge man nicht missverstehen, denn ich denke wirklich, dass Texte von verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich wahrgenommen werden) flott überlesen ließen. Zu einer übersichtlichen Lektüre trägt außerdem die Einteilung in Kapitel mit zusammenfassenden Kapitelüberschriften bei. 
Während die ersten Kapitel vergleichsweise alltäglich daherkommen, kommt die magische Komponente der Geschichte in der zweiten Hälfte mehr zu Tragen, und im letzten Drittel nimmt die Dynamik des Geschehens mächtig zu. 
Auch wenn man sich fragt, warum seit Carrie Schulveranstaltungen und -bälle zum dramatischen Schauplatz werden müssen, ging es doch sehr spannend zu, wobei der fiese Charakter der Mercy Morrow ein ordentliches Wörtchen mitzureden hat. 
Hat man im Laufe der Geschichte noch das Gefühl, alles könne auf eine Lösung hinauslaufen, mit der man auch leben kann, verdonnert Alice Moss den Leser in ihrem Epilog mit einem kleinen Cliffhanger zu einer Fortsetzung. 
Aufgrund des verhaltenen Eindrucks, den Mortal Kiss: Ist deine Liebe unsterblich? bei mir hinterlässt, ist es eher fraglich, ob die Fortsetzung Mortal Kiss 02. Love Never Dies, die im Januar 2012 im englischen Original erscheinen soll, den Weg in mein Regal findet. 

Fazit:
Unkompliziert erzählte magisch-paranormale Teenagerromanze vor winterlicher Kulisse, in der Wölfe nicht das sind, was sie zu sein scheinen, die Charaktere zielgruppengerechtes Identifikationspotenzial bieten und bekannte Elemente mit neuen Wendungen vereint werden. 
Was dem jugendlichen Leser gern zu empfehlen ist, kann den Erwachsenen nur bedingt in emotionale Erinnerungen an Jugendjahre entrücken. 


Mein Gesamteindruck: 
3 von 5 Weißdornzweigen



Mittwoch, 17. August 2011

Sonnensuche

Nö, nö, das ist nicht der Titel meines nächsten Buches ... 

Aber ehrlich, so langsam - langsam? Häh? Nein, mit aller Macht - schlägt mir die Abwesenheit dieser Jahreszeit mächtig aufs Gemüt. 
Davon, dass das Getreide auf den Feldern, das inzwischen eingeholt wurde, um es vorm Verschimmeln zu retten, eine stattliche Erntehöhe von knapp 25 cm vorweisen konnte, wollen wir gar nicht anfangen. 
Unsere Tomaten haben so viel Wasser abbekommen, dass wir sie direkt vom Strauch in Flaschen abfüllen könnten, und das Fensterputzen im Frühjahr hätte ich mir sparen können.
Geschrieben habe ich vielleicht eine Zeile, weil die Musengewerkschaft zum Boykott aufgerufen hat, denn sie hat einfach zu viele Mitglieder in den Sturzbächen verloren. 
Statt einer Pappzuckertüte blickt mein Sohn wohl einem schönen praktischen Plastebeutel zur Einschulung entgegen. 
Vergeblich werden auf Facebook Sommerinstallationsversuche unternommen, aber nicht mal virtuell klappt es. 

So zuckelt also der Sommer an uns vorbei. 

Aber hey, da hör ich doch ein kleines Stimmchen, das protestiert!

Wie bitte?

Es ist tatsächlich die Sonne, und sie meckert, dass sie gar nicht weg ist. 
Wenn sie nicht wäre, wäre es nämlich ganz schön dunkel. 
Na ja, wo sie recht hat, ... 

Vielleicht sollten wir den Wolken die Leviten lesen. 

Ach, was soll's, es gibt ja noch die Hoffnung Spätsommer, und die ist ja meistens viel romantischer als die Bullenhitze in den Monaten, wo man Urlaub haben sollte. 

Deshalb halte ich jetzt meinen Mund und genieße still und ohne Meckern arbeitslos die Konjunkturflaute und mache mir mit Kind ein paar freie Tage. 

Es ist sowieso bald Herbst, und der kriegt mit Sicherheit auch sein Fett weg, wenn er nicht bunt genug wird!
Eine kleine Erinnerung an die gute alte Sonnenzeit (vor ca. 3 Wochen ;-))

Montag, 15. August 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #13

Heute kommen wir zu einer der Geschichten, die für die Titelgebung "Mittendrin - Der Laubkönig erzählt" verantwortlich ist. 

Autorin Anna-Maria Weigelt erzählt in "Date mit Jack-in-the-Green oder Im Bann des Laubkönigs" von einer schicksalshaften Begegnung im Oktoberwald.

"Der Wind blies so schneidend kalt in mein Gesicht, dass meine Wangen brannten. Der erste Geschmack frischen Schnees lag in der Luft, obwohl die Blätter sich noch an die Äste klammerten. Ihre rote Färbung verriet deutlich, dass der Oktober sich seinem Ende zuneigte, um der hereinbrechenden Winterkälte den Vortritt zu lassen ..."

Hintergrund: Sinje Blumenstein; Stock: Sifra-Stock und Iardacil-Stock, Pinsel: http://spiritsighs-stock.deviantart.com/

Sonntag, 14. August 2011

Kleine Leseprobe aus "Feuertraum, kühle Lippen"

Die zweite Anthologie aus dem noch jungen Sphera-Verlag Feuertraum, kühle Lippen: Fantastische Liebesgeschichten ist da.
Gestern trug mir die Postfrau dieses Schmuckstück mit der schönen Coverillustration von Roselinde Dombach ins Haus.
Ich habe mich sehr gefreut, nun meine allererste Kurzgeschichte des Jahres 2011 zwischen so vielen tollen Kollegen in den Händen zu halten.

Enthalten sind (Aufzählung in alphabetischer Reihenfolge, nicht in der Reihenfolge des Inhaltsverzeichnisses):

Sinje Blumenstein - Seesüchtig
Emily Byron - Geraubtes Herz
Luana da Silva - Der dunkle Samariter
Manuela P. Forst - Von der Müh ein Herz zu erobern
Susanne Haberland - Wolfswinter
Heike Henzmann - Albulena und Granit
Jara Susan Heraldes - Die Liebe von Flussgeistern ist flüchtig
Karin Jacob - Die Windbraut
Ernest-Edmond Keil - Kammermusik
Hendrik Lambertus - Der Weg des Steinvaters
Ulrike Mayrhofer & Carmen Schmit- Hinter dem Schleier
Angelique Mika - Die Perfektion
Frangold Müller - Feuertraum, kühle Lippen
Rebekka Pax - Totenfeuer für einen Alben
Brigitte Pukowski - Eine böse Nacht
Miriam Rieger - Der Seelenfotograf
Alina Schad - Das Haus der losen Seelen
Bianca Schläger - Die Prüfung des Raben
Eileen Raven Scott - Love4Vamps.co.uk
Andrea Spille - Die Übertretung der Regeln
Kathleen Strobach - Shyharatans Rose
Melanie Vogltanz - Hymnus Angelicus
Tanja Voosen - Shift
Anastasia Weimer - Basiston der Freiheit

Leseprobe aus "Seesüchtig" gefällig? 
Bitteschön, hier kommt sie: 

»Kaja, wirklich, du siehst keinen Tag älter als dreißig aus!« 
Ina sieht vom anderen Waschbecken zu mir herüber und kichert, weil ich in den Spiegel starre. 
›Nur noch eine Stunde‹, denke ich. 
Falten suche ich nicht, aber je länger wir unterwegs sind, umso mehr suche ich nach Spuren meiner Jugend. 
Inzwischen plappert Ina so fröhlich, dass ich glaube, sie wollte le­diglich ihre Müdigkeit überspielen. Knapp drei Stunden am Steuer hatte sie schon hinter sich, als sie mich vor zwei Stunden abholte. Trotzdem scheint sie die Fahrt ins familienfreie Wochenende zu ge­nießen und sich auf die alte Heimat zu freuen. 
Übertrieben interessiert starre ich auf einen erwartungsvoll fla­ckernden Punkt in meiner grünen Spiegelbildiris, die mich an den Bewuchs des Seegrundes erinnert. 
»Ronny kommt nicht …«, erklärt Ina unvermittelt, bevor sie sich kaltes Wasser ins Gesicht schöpft. 
Etwas Unsichtbares gleitet von meinen Schultern und tropft lautlos ins Leere. 
Er hat abgesagt? 
Erleichterung blitzt in meinen Augen, auch wenn mein Gesicht reglos bleibt. 
»Schade«, übernimmt Ina für mich, denn sie hält mein Schweigen für Enttäuschung. »Wäre es nicht cool, wenn Ronny dein Backup-Plan wäre?« 
Ich sehe sie an, und mein Mund öffnet sich stumm. Stoppen kann ich Ina nicht. 
»Na, du weißt schon: Wenn ihr mit vierzig noch Single seid, heira­tet ihr eben einander!« 
Ich reiße die Augen auf. 
›Ich hätte es ihr sagen sollen‹, ist alles, was ich denken kann. 
Sie ist meine beste Freundin, aber ich habe ihr etwas verschwiegen. Es ist meine eigene Schuld, dass sie mich ständig verkuppeln will. Am liebsten mit dem Mann, der seit zwanzig Jahren keine Rolle mehr spielt. Ronny. 
Als sie meinen finsteren Blick bemerkt, fällt die Frauenfilmidee in kleinen Scherben aus ihrem mütterlich runden Gesicht. Sie legt ihre nasse Hand auf meine. »Ich dachte, du kommst nicht von ihm los …« 
Richtig. 
Ihn zu verbannen habe ich versucht, aber sobald sein Name auf­taucht, überfällt mich eine andere Erinnerung. Wie Wasser über mei­nem Kopf und in meiner Lunge. 
Allein diese Erinnerung zählt. 
Weder Wut noch Rache, sondern nur diese einsame Perle an der zarten Kette an meinem Hals. 
»… weil er dich erst gerettet hat und dann verschwunden ist …«, schwimmen Inas Worte an mir vorbei. 
Ich werfe einen Blick auf mein Spiegelbild und sehe, dass in mei­nen Augen das Wasser meiner Jugend schimmert. 
»Ich habe nie gesagt, dass Ronny mich gerettet hat«, erwidere ich nach zwanzig Jahren.
Ich nutze Inas Verblüffung und hinke mit meinen Krücken an ihr vorbei.

Freitag, 12. August 2011

Naturtechnologisch

Vor Kurzem bemerkte Carmen sehr treffend, Blumen seien doch Naturkonstrukte und hätten somit auch etwas Technologisches an sich.  

Also habe ich trotz des trüben Wetters, das die Rauschunterdrückung mal frisch fröhlich außer Kraft setzt, das große Makro auf die Kamera geschraubt und ein paar Gebilde eingefangen, die technisch sehr wohl durchdacht, aber auch nett anzusehen sind.

Voilà in Grün:
 
 
 
Und noch was in Rosa: 

 

Hübsch, aber auch hübsch ausgeklügelt. Das muss der Natur erst mal einer nachmachen!

Mittwoch, 10. August 2011

[Filmklassiker] Don't bother to knock

(Ich bin ein Amazon-Link)
Was macht man, wenn der Sommer kein Sommer, sondern ein waschechter April ist, der romantische Blumenfotos vereitelt und Muse Nr. (ach, ich zähl nicht mehr) ersaufen lässt? Genau! 
Man liest den SuB in Grund und Boden und guckt, was das DVD-Regal so zu bieten hat. 
Und weil meines grad nix Neues zu bieten hatte, habe ich mich wieder von einem Sonderangebot einlullen lassen (wie war das noch gleich mit "ich kauf nichts mehr"?) und endlich mal ein paar Klassiker gekauft, die ich vielleicht nicht Klassiker per definitionem sind, ich sie aber schon länger haben wollte. 
Ich bin leider in Sachen alte Hollywoodfilme mit einer unheilbaren Sammelleidenschaft geschlagen, die hoffentlich nicht vererbbar ist, denn sonst müssen wir wirklich noch anbauen. 
So hat also ein kleines, stiefmütterlich behandeltes Monroe-Filmchen Einzug in meinem Regal gehalten: "Don't bother to knock" bzw. auf Deutsch "Versuchung auf 809". 
Ein Film, den ich vorher noch nie gesehen habe, obwohl ich bekennender Monroe-Fan bin.
In diesem Schwarz-Weiß-Streifen aus dem Jahr 1952 bekommen wir die Schauspielerin auf eine Weise zu Gesicht, wie sie das Publikum nicht sehen wollte, weshalb "Don't bother to knock" und einige Nebenrollenausflüge aus dem Vorjahr zu den wenigen Monroe-untypischen Ausnahmen zählen, auch wenn sie im Folgejahr noch einen hintertückischen Tripp an die Niagara-Fälle unternahm. Im Übrigen leiten sowohl die DVD-Aufmachung als auch das ursprüngliche Kinoplakat mit voller Verkaufsabsicht mit einer aufreizenden Monroe fehl, die sie ihm Film selbst aber kaum zum Besten gibt. 

(Ich bin ein Amazon-Link)
In "Don't bother to knock" mimt Marilyn Monroe Nell Forbes, die auf den ersten Blick scheu-schüchterne Nichte des Fahrstuhlführers Eddie (Elisha Cook jr.) des New Yorker McKinley-Hotels. Aus Mitleid und weil sie noch nicht lang in New York weilt, besorgt Eddie ihr einen Babysitterjob in seinem Hotel. Während sich das Ehepaar Jones einen gemeinsamen Dinnerabend gönnt, soll die unerfahrene und sichtlich unsichere Nell auf die nicht mehr ganz so kleine Tochter Bunny aufpassen. Als Bunny schließlich einschläft, beginnt Nell sich zu langweilen und bedient sich an Mrs. Jones Sachen. Die zuvor unscheinbar gekleidete, zugeknöpfte Nell verwandelt sich so in Mrs. Jones' Negligee und Schmuck in Marilyn Monroe. Während sie sich vor dem Kosmetikspiegel die Lippen nachzieht, hält sie kurz in der Bewegung inne und gestattet einen deutlichen Blick auf die Innenseiten ihrer Unterarme. Narben, die unverkennbar von einem Selbstmordversuch stammen, vermitteln, dass mit Nell etwas nicht stimmen kann. Dann aber funkelt wieder der fremde Schmuck. Noch kurz das Radio eingeschaltet und ein sinnliches Tänzchen gewagt, und schon ist Nell optisch verschwunden. 
Bei ihrer Verkleidung wird Nell jedoch von Pilot Jed Towers (Richard Widmark) beobachtet. Jed unterhielt bis vor wenigen Minuten eine Beziehung zur hauseigenen Barsängerin Lyn Lesley (Anne Bancroft in ihrer ersten Rolle). Diese hatte ihm nämlich per Briefpost (sieh an, vor gut 60 Jahren scheute der Schlussmacher also auch schon vor dem persönlichen Gespräch zurück) das Beziehungsende mitgeteilt, woraufhin er erklärungssuchend angereist war und von ihr informiert wurde, es mangele ihm an Herz und Verständnis. Dementsprechend desillusioniert sitzt er nun in seinem Hotelzimmer mit einem Fläschchen Hochprozentigen und das Erste, das er sieht, als er einen frustrierten Blick aus dem Fenster wirft, ist eine in einem Zimmer im Hotelflügel gegenüber im Negligee tanzende Nell. Er sucht telefonisch Kontakt zu ihr und sie flirten kurz über die Distanz, bis Nell von Onkel Eddie, der nach ihr sehen möchte, unterbrochen wird. 
Selbstverständlich bekommt sie eine Standpauke und soll Mrs. Jones' Kleidung und Schmuck ablegen. Dann aber tröstet Eddie seine Nichte, dass sie eines Tages eben solche Kleider und Schmuck haben kann, wenn sie einen neuen Mann findet. Er überlässt sie wieder sich selbst, doch sie schlüpft mitnichten aus den fremden Federn, sondern lädt kurzerhand den sitzengelassenen Jed zu sich ein. 
Als der sie nun in Zimmer 809 besucht, findet er eine Nell vor, die ganz offensichtlich nicht in das Negligee gehört und in ihren Angaben auch nicht sonderlich kohärent ist. Das erhoffte Schäferstündchen lässt sich höchst seltsam an. Nachdem er ihr erzählt, dass er Pilot ist, wird Nells Blick seltsam entrückt und sie spricht zu ihm, als kenne sie ihn schon lang. Es scheint, als spräche sie nicht mit Jed, sondern ihrem Verlobten Philip, der, ebenfalls Pilot, bei einem Flug über den Pazifik ums Leben gekommen ist. 
Zu allem Überfluss wird auch noch Bunny geweckt und wundert sich unverblümt über Nells Aufmachung und den fremden Mann. Nachdem Nell sich wenig babysittertauglich zeigt und Bunny zum Weinen bringt, kann Jed das Kind beruhigen. 
Im Grunde würde er lieber gehen und noch einmal Lyn ins Gebet nehmen, aber er lässt sich doch von Nell umstimmen und bleibt, wenngleich jegliche Schäferstündchenstimmung verdorben ist. Natürlich kann das Kind nicht schlafen und kommt mit bösem Schluckauf zu den Erwachsenen zurück. Wieder wird klar, dass Nell keine Erfahrung mit Kindern hat, denn sie führt - noch immer sichtlich gedanklich in anderen Sphären - das schluckaufgeplagte Mädchen zum Fenster, damit es dort frische Luft schnappen kann. Sie lässt es sogar aufs Fensterbrett klettern und legt ihm die Hand auf den Rücken, sodass es für das ältere Ehepaar in einem der gegenüberliegenden Zimmer geradezu so aussehen muss, als wollte sie das Kind hinausstürzen. Vom Schrei der alten Dame alarmiert, zerrt Jed das Kind zurück ins Zimmer. Nell bringt Bunny wieder ins Bett, jedoch nicht ohne sie der Überwachung zu beschuldigen und ihr einzuschärfen, sie dürfe nicht noch einmal das Zimmer verlassen und müsse sich ganz ruhig verhalten. 
Wieder fleht sie Jed an zu bleiben und eröffnet ihm schließlich, dass sie nach Philips Tod einen Selbstmordversuch unternommen hat. 
Nun kommt auch Eddie ein weiteres Mal, um nach dem Rechten zu sehen, und die Situation, in der Nell längst in eine trauerbedingte Umnachtung gefallen ist und Jed beweisen kann, dass er doch Herz und Mitgefühl hat, eskaliert. 


Ich bin nicht sicher, ob ich als Fan nun in Jubel ausbrechen muss oder doch weiterhin gespaltene Gefühle hegen darf. Ich zähle mich nämlich zu jenen, die Marilyn Monroe sehr gerne einmal NICHT als das knallblonde Naivchen im engen Kleid sehen. Selbst wenn ich eine gewisse Faszination nicht verleugnen kann, muss ich mich nicht an weiblichen Kurven ergötzen und habe schwarzweiße Film-noir-Versuche bisher meist mehr gemocht als die hochglanzpolierten Starmache-Technicolor-Produktionen. 
Dass mich "Versuchung auf 809" weniger vom Hocker reißt, liegt vermutlich daran, dass Marilyn Monroes Rolle tatsächlich genauso auf mich wirkt, wie es der Kritiker der New York Post Archer Winston so schön ausdrückte, nämlich, dass sie im tiefen Wasser des Dramas weder schwimmt noch untergeht. 
Dieser Eindruck mag nun daran liegen, dass der Zuschauer - und somit auch ich - ungerechtfertigterweise mit den Monroe-Highlights "Wie angelt man sich einen Millionär", "Blondinen bevorzugt" und "Manche mögen's heiß" übersättigt wurde, sodass man leicht den Blick verlieren kann. 
Selbst wenn man "Versuchung auf 809" gemeinhin als Monroes Versuch, ernst genommen zu werden, interpretiert, so liegt dieser Film und Versuch doch deutlich am Anfang ihrer Hauptdarstellerzeit, ist überhaupt und überraschenderweise ihre erste "starring role" und folgt auf eine Reihe von Nebenrollen, die zwischen ernsten und revuelastigen Themen schwanken, sie aber, und da dürfte sie nicht das einzige Starlett jener Zeit gewesen sein, als schmückendes Beiwerk nutzen. Deshalb meine ich, dass man "Versuchung auf 809" in seinen Hintergründen vielleicht nicht übermäßig dramatisieren und ihn als eine Zwischenetappe auf dem Weg zum Star der 1950er Jahre sehen sollte. 
Nicht mehr und nicht weniger. 
Ein Job, der einen minimalen Einblick in eine Bandbreite, die dem Zuschauer ansonsten vorenthalten bleibt, gibt, aber nicht hundertprozentig überzeugt/überzeugen muss.
Während Marilyn in "Clash by night" keineswegs nach "Monroe" klingt, verfällt sie als Nell seltsamerweise in den ihr antrainierten atemlosen Ton, der trotz Nells voranschreitender Entrückung nicht immer passen will. 
Will man weiter an Gesten und Mimik heruminterpretieren, könnte man meinen, die Bemühung, es gut machen zu wollen, seien hin und wieder sichtbar.
Nachdem der Film aber knapp sechzig Jahre auf dem Buckel hat, ist das meiner Meinung nach alles wurscht. 
Das Drama, das ohne großartige Knallmomente auskommt, dürfte den blockbusterverwöhnten Zuschauer heutzutage kaum aus der Hightech-Sound-Effect-Ecke locken, bietet dem überanalysierfreudigen Cineasten sicherlich gewissen Reiz.

Es ist schade, dass man diese frühen Filme, wenn überhaupt, nur noch auf DVD bekommt, sie ansonsten aber herzlich gern unter den Tisch fallen.
Zur DVD sei gesagt, dass diese vergleichsweise mager ausfällt. 
Neben den 73 Minuten Film in verschiedenen Sprachversionen (die ich nicht alle durchgetestet habe, da mich lediglich Englisch und Deutsch interessieren) mit verschiedenem Untertitelangebot gibt es gerade mal den Trailer und ein Vorher-Nachher-Extra zur Aufbereitung des Films, der entschmutzt und verbessert wurde, aber nicht der Nachkoloration zum Opfer fiel, wie man es heutzutage gerne macht.
Da, wie man wikipedia entnehmen kann, die deutsche Originalsynchronisation mit Marilyn Monroes Stammstimme leider verloren ist, wurde "Versuchung auf 809" neu synchronisiert. Das ist natürlich sehr löblich, zumal nicht jeder Fan zwangsläufig ausreichend der englischen Sprache mächtig sein kann, lässt aber doch die stimmgewohnten Ohren verwundert aufhorchen. Weil ich aber generell ein Verfechter der Synchronisation bin (das ist nämlich auch eine Einnahmequelle für Übersetzer ;-)) und immer auch an jene denke, die der englischen Originalspur nicht folgen können, kann ich persönlich das sehr gut verschmerzen. Allerdings hat die deutsche Spur meiner DVD eine Macke, sodass ich zwangsläufig bei der englischen Version bleibe.

"Versuchung auf 809" ist vielleicht kein Klassiker im eigentlichen Sinne (ich höre schon die Einwände: Das ist ein B-Movie! Ein B-MOVIE!), gehört aber unumstößlich ins Monroe-Repertoire, das keinesfalls so beschränkt ist, wie man annehmen mag, und ist es wert, gesehen zu werden, selbst wenn kein Wow-Effekt zurückbleibt.

Dienstag, 9. August 2011

... über "Darkyn 4: Blindes Verlangen" von Lynn Viehl

Lynn Viehl

Runde Fortsetzung mit dynamischen Charakteren und großem Handlungsfortschritt

Zum Inhalt (mit Spoilern zum Vorgängerband "Dunkle Erinnerung"):
Am Ende von "Dunkle Erinnerung" war Dr. Alexandra Keller von Highlord Richard Tremayne entführt worden. Er brachte sie auf seine "Festung" ins schottische Dundellan, damit sie dort nach einem Heilmittel für ihn suchte. Das Oberhaupt der Darkyn zählt zu den sogenannten Veränderten und mutiert mehr und mehr, um vielleicht vollends seine menschliche Gestalt zu verlieren, wie es in "Dunkle Erinnerung" bereits Faryl erleben musste. Alexandra wäre aber nicht Alexandra, wenn sie sich dem Zwang und dem Eingesperrtsein kampflos ergeben würde. So weigert sie sich standhaft, Richard zu helfen, während ihr Gefährte Michael Cyprien in den USA seine Kräfte, unter anderem auch Alex' Bruder John, der nach wie vor zwischen der Bruderschaft des Lichts und den Kyn steht, mobilisiert, um seine Frau zu befreien. Doch Alexandra ist nicht die Einzige, die sich in Gefangenschaft befindet, denn in Frankreich wird ebenfalls ein Vampir gefangen gehalten. Gabriel Seran, Bruder von Angelica, die noch in "Versuchung des Zwielichts" durch Intrigen und Verrat an den Kyn von sich Reden machte, wurde von der Bruderschaft des Lichts, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt von den Darkyn zu bereinigen und im Reihenauftakt hierzu sogar John zu einen der ihren gemacht hatte, entführt und nun in einem alten Schloss gefangen gehalten und gefoltert. Während Gabriel Höllenqualen zu erleiden hat und jegliches Zeitgefühl verliert, halten ihn allein Träume von einer unbekannten Frau am Leben. Seine Schmerzenschreie, die nachts im alten Château zu hören sind, nähren in der Region Gerüchte, dass dort ein Geist umgehe. Diese Gerüchte bekommt auch Nicola  "Nick" Jefferson zu hören, als sie dort eintrifft. Sie sucht etwas ganz Bestimmtes, eine goldene Statue, die einst ihrem Stiefvater gehört hat. Als geschickte Diebin zieht sie durch die Lande, findet Schätze von unsäglichem Wert, jedoch nicht diese eine Madonna, die sie zu ihren Eltern ins Grab legen möchte. Ihre Goldsuche und seltsame Träume von einem Grünen Mann führen sie also nach Frankreich, wo sie im Château keinen Schatz, aber den nach all der Folter erblindeten und über und über mit grünlichen Narben übersäten Gabriel findet. Sie weiß, was Gabriel ist, doch sie zeigt keine Furcht. Es gelingt ihr, ihn zu befreien, und gemeinsam fliehen sie vor den Häschern der Bruderschaft zu Gabriels Landsitz bei Toulouse, nur um dort festzustellen, dass Gabriels Existenz ausgelöscht ist. Enttäuscht über das Ausbleiben der Hilfe durch die Kyn will Gabriel nun nach Schottland, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Natürlich können weder Nick noch Gabriel wissen, dass in Dundellan bereits ein eigener Krieg brodelt, in dem Alexandra sich an Lucans Aussage "Man ist, was man isst" erinnert und sich schließlich doch an die Forschungsarbeit macht. Widerstand begegnet ihr dabei allerdings von einer Seite, mit der sie nicht gerechnet hätte ... 

Meine Meinung: 
Obwohl die Covergestaltung der Darkyn-Reihe großen Wiedererkennungswert in Bezug auf die Reihe hat, so muss ich sagen, dass ich, je mehr Bände es nun werden, den Überblick verliere, welcher Band welcher ist. So wünschte ich mir doch etwas Abwechslung gegenüber dem Rot, das seit Band 2 das Bild dominiert und leider auch gerade mal Bezug zu dem Blut haben könnte, das die Darkyn konsumieren müssen. Warum nun noch einmal Lilien zu sehen sind, verschließt sich mir. Da Gabriel nach Tannen duftet und über das besondere Talent verfügt, Insekten und Spinnengetier zu rufen und zu befehligen, wäre ich einem Grünton nicht abgeneigt gewesen. Nun gut, diese Entscheidung liegt nicht beim Leser, schade ist es aber trotzdem. Inhaltlich passend ziert "Blindes Verlangen" erfreulicherweise ein Frauenporträt, denn auch wenn sowohl Richard als auch und noch mehr Gabriel unverkennbar gequälte Helden sind, so sind doch die Frauen in diesem vierten Buch der Reihe die Heldinnen der Stunde. 
Mit "Blindes Verlangen" macht Lynn Viehl wieder Punkte bei mir gut. 
Sie knüpft nahtlos an die Geschehnisse von "Dunkle Erinnerung" an und vergisst auch nicht, Lucan und Samantha noch einmal zu erwähnen und somit die Verbindung zu Alexandra und ihrem Blut herzustellen. Während sie Alexandra fleißig modern dem machohaften Gehabe der Herren im schottischen Schloss die Stirn bieten lässt, stellt sie ihr in der parallelen Handlung Nicola an die Seite, die nicht minder taff ist und sich durchzusetzen weiß. 
Das ist auch kein Wunder, denn sie hat sich seit dem Tod der Eltern, zu dem sie sich äußert bedeckt hält, allein durchschlagen müssen und verfolgt konsequent ihr Ziel, die goldene Madonna zu finden. Auch wenn Nick zu Beginn übertrieben unabhängig scheint, wird sie rasch zu einem Sympathieträger, weil man häufig den Eindruck gewinnt, ihr beinahe aufopferndes Verhalten gegenüber Gabriel müsse einen tiefer gehenden Grund haben als schnöde Anziehung. Der Darkyn-Leser weiß natürlich bereits, dass Lynn Viehls Frauencharaktere immer etwas Besonderes sind, und ähnlich wie bei Jema in "Im Bann der Träume" flicht die Autorin geschickt kleine Hinweise ein. Trotzdem ist die Überraschung am Ende ungetrübt und auf jeden Fall ein weiterer Fortschritt in der Darkyn-Welt. 
Mit Gabriel wird der Wunsch der Leserin nach einem gequälten Charakter, der in vieler Hinsicht Unterstützung benötigt, befriedigt. Nachdem Michael Cyprien im Reihenauftakt schönheitschirurgische Hilfe brauchte und dabei Alexandra fand, ist nun in "Blindes Verlangen" Gabriel blind und ausgehungert. Dem Hunger könnte auf allerlei andere Weise abgeholfen werden, aber Nick stellt sich wissend zur Verfügung und verfestigt so auch die Verbindung, die beide bereits in ihren Träumen aufgebaut hatten, ohne einander zu kennen. Diese Träume sind oft kryptisch und recht mystisch angehaucht. Sie erzählen Existentes, aber auch Dinge, die geschehen werden oder könnten. Nicht immer leicht zu deuten, lenken sie aber nicht von der eigentlichen Handlung ab, sondern sind nicht wegzudenkender Bestandteil. 
Ebenso nicht wegzudenken sind auch wieder die Düfte, die dieses Mal etwas anschaulicher und besser nachvollziehbar beschrieben sind und sich nicht auf ein "er duftete nach Geißblatt" beschränken, denn nicht jeder Leser ist in der Lage, Gerüche auch mit entsprechenden Blüten und Pflanzen zu assoziieren (im Übrigen weiß ich immer noch nicht, wie Geißblatt duftet). Einmal mehr spielen die Gerüche hier eine wichtige Rolle, um den l'attrait zu verdeutlichen und auch die - emotionale und sexuelle - Sehnsucht der Sygkenis aufzuzeigen, wenn sie länger von ihrem Gefährten getrennt ist. Letzteres war zwar in "Dunkle Erinnerung" bereits angedeutet worden, verkam dort aber zu einer zwar kurzen, aber heftigen, magenherausfordernden Sexszene.
Ein wenig fragwürdig sind allerdings so manches Mal die besonderen Fähigkeiten ("Talente") der Kyn, die offenbar nicht immer höheren Überlebenszwecken dienen, sondern gelegentlich auch der Befriedigung niederer Instinkte. Gabriels Herrschaft über die Insektenschwärme erweist sich in vielerlei Hinsicht als hilfreich, ebenso wie Alexandras Talent, die Gedanken von Mördern zu hören, aber vielleicht ist es ja doch von Nutzen, wenn ein Kyn in der Lage ist, alles und jeden dazu zu bringen, mit ihm zu schlafen. Na ja ...
Lynn Viehl wechselt in passenden Intervallen zwischen den Standorten Frankreich und Schottland (und weniger Amerika), rückt die Charaktere räumlich näher, bis sie schlussendlich alle aufeinander treffen. Dabei sind die Hauptcharaktere von "Blindes Verlangen", Nicola und Gabriel, nahezu ununterbrochen beisammen und lernen sich deshalb über einen längeren Zeitraum besser kennen, als es bisher bei den Darkyn der Fall war. Trotzdem nährt gerade Nicks Verschlossenheit Fragen und Misstrauen, wodurch der Liebesgeschichte keine romantische Verklärung anhaftet.
Dazwischen wird es nicht langweilig, Lynn Viehl findet ihre eigene Erklärung für den Verbleib des berühmten Bernsteinzimmers, Alexandra macht immense Fortschritte in ihren Forschungen, und die erotischen Begegnungen driften, den Charakteren angemessen, nicht ins Geschmacklose oder Unerträgliche ab. 
Als störend empfinde ich lediglich die Passagen, in denen recht viel Französisch gesprochen wird und man vom Leser nicht zwangsläufig erwarten kann, dass er diese versteht (es in den meisten Fällen glücklicherweise auch nicht muss). Nach wie vor störe ich mich an der Verwendung des bestimmten Artikels in den kursiv wiedergegebenen französischen Einwürfen, wie l'attrait oder le château, in etwa "sie gingen in le château" (kein Zitat), die allerdings bereits im englischen Original so dargestellt werden. Mich persönlich hemmen sie im Lesefluss, aber das muss nicht für jeden Leser gelten. 

Fazit: 
Spannende Fortsetzung, die mit wichtigen Schritten in der großen Rahmenhandlung der Reihe aufwartet und ein Liebespaar bietet, das sich fast ertrinkend aneinander klammert und noch viel aufarbeiten muss. Dabei ist "Blindes Verlangen" nach einem atemlos machenden Durchmarsch durch vier Romane mit Erklärungen und Zusammenführungen loser Fäden aber soweit in sich geschlossen, dass man bis zum Erscheinen des fünften Bandes Für die Ewigkeit im Februar 2012 kaum Angst haben muss, den Anschluss zu verlieren. 

Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen


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