Samstag, 30. Juli 2011

... über "Blood Lily Chronicles 01: Erwachen" von Julie Kenner

Julie Kenner

Unentschlossen-wirrer Auftakt zu dämonischer Urban-Fantasy-Trilogie

Zum Inhalt:
Lily Carlyle war eine ganz normale junge Frau. Nicht sonderlich attraktiv, beruflich kaum ambitioniert. Umso mehr aber war sie von der Sorge um ihre Schwester Rose geprägt und fühlte sich nach dem Tod der Mutter für sie verantwortlich. Als Rose eines Tages in die Fänge eines Mannes, Lucas Johnson, gerät und von diesem gefoltert und missbraucht wird, steht für Lily Roses Schutz an erster Stelle. Mehr noch, sie beschließt, als der Verbrecher davonkommt, ihre Schwester zu rächen. Es gelingt ihr, Johnson zu töten, kommt dabei aber selbst ums Leben. Sie spürt ganz deutlich, wie sie stirbt, doch im nächsten Moment findet sie sich in einem fremden Körper wieder. Nun muss sie sich unter dem neuen Namen Alice nicht nur in diesem Körper und diesem neuen, fremden Leben zurechtfinden, sondern es kommt auch noch ein seltsamer Kerl namens Clarence daher, der ihr weismacht, sie sei die Auserwählte, die die Welt vor Dämonen schützen und dafür sorgen soll, dass die neunte Höllenpforte geschlossen wird. Clarence und ein weiterer undurchsichtiger Mann, Zane, lernen Lily-Alice also an und trainieren sie zur Dämonenjägerin. Zusätzlich tritt Deacon Camphire auf den Plan, der offenbar mit Alice noch etwas zu klären hat, in Lily aber ambivalente Gefühle weckt. Während sie also fleißig beschäftigt ist, Dämonen zu vernichten, versucht sie aber auch, Rose nicht aus den Augen zu lassen, und findet nach und nach mehr über ihre ebenfalls tote Körperspenderin Alice heraus. Frisch fröhlich stolpert Lily blindlings in ihre Weltrettungsaufgabe und erlebt eine faustdicke Überraschung. 


Meine Meinung: 
Ich muss vorausschicken, dass ich nicht mehr weiß, wie "Blood Lily Chronicles: Erwachen" in mein Regal gekommen ist, denn Kurzbeschreibung/Klappentext und auch Cover sprachen mich nicht an. Trotzdem habe ich versucht, die Lektüre möglichst ohne Vorurteile in Angriff zu nehmen. 
Auch wenn der Buchumschlag auf den ersten Blick nicht zu Begeisterungsstürmen veranlasst, hat er doch einen inhaltlichen Bezug, was bedauerlicherweise nicht oft der Fall ist. Zu sehen sind zum einen Lilien, denn die Protagonistin heißt nicht nur Lily, sondern es spielt auch ein Lilientattoo eine wichtige Erkennungsrolle. Im unteren Teil gibt es die genretypische Stadtansicht, über die sich ein Nebel zieht, den der im Hintergrund abgebildete Beau einzuatmen scheint. Mit etwas Fantasie kann man das sicherlich als Synonym für das Besetzen eines anderen Körpers verstehen. Insgesamt leitet die Gestaltung allerdings eher in Romanzenrichtung fehl. Die "Blood Lily Chronicles" sind bislang nämlich überhaupt keine Romanze, wie das Cover der Originalausgabe auch unmissverständlich klarmacht.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Lily hat zwar einerseits Riesenglück, noch eine Chance zu bekommen, andererseits damit auch mächtig in die Toilette gegriffen, denn wer möchte schon, wenn er getötet wird und noch einmal auf Erden zurückkehren darf, sich abrackern, um das Böse zu bekämpfen. So versucht sie zwar erst einmal, im Leben ihres neuen Körpers Fuß zu fassen, kann dann aber gegen die buffymäßige Berufung nichts mehr machen. Widerspruchlos lässt sie sich von dem seltsamen Männlein, der nach eigenen Angaben kein Engel ist, mitzerren und ausbilden. Wer vertraut denn schon blindlings jemanden, der Clarence heißt und dann auch noch kein Engel ist? Hat die Gute denn nie den Jimmy-Stewart-Weihnachtsklassiker gesehen? Schon der Name Clarence hätte mich aufhorchen und mich sang- und klanglos kehrt machen lassen. 
Der geübte Urban-Fantasy-Leser weiß natürlich, dass man keinem Charakter trauen sollte, vor allem nicht den übermäßig auf das Gute pochenden Guten. Dabei hat der Leser der Protagonistin aber deutlich etwas voraus, denn die ficht sich hörig übers neue Schlachtfeld, steckt ein, teilt aus, schlüpft durch Portale und lässt sich an der Nase herumführen.
Jedenfalls nimmt Lilys Kampfausbildung mehr Zeit in Anspruch als die Geschichte um ihre Schwester Rose, ihren neuen Körper Alice und deren Leben, und als sie endlich die Grauzonen von Gut und Böse erkennt, ist der Roman fast zuende.
Es passiert somit über gut zwei Drittel des Romans nichts Wesentliches, sodass man "Erwachen" titelgerecht tatsächlich nur als Vorbereitung für die weiteren Teile der Trilogie auffassen kann. Ob das die Autorin, die eine Vorliebe für das Dämonische zu haben scheint, so beabsichtigt hat, sei einmal dahingestellt.
Löblich ist, dass Lily durch ihren Körperwechsel ihre Vergangenheit nicht vergessen hat. Sie ist immer noch Lily, fühlt und denkt wie Lily. Alice Purdue ist lediglich ein Gefäß und Lily vollkommen fremd. Daher widersetzt Lily sich sogar den Anweisungen, nimmt an ihrer eigenen Beerdigung teil und sieht auch nach ihrer Schwester, der sie sich natürlich nicht zu erkennen geben kann. Auch bemüht sie sich trotz aller Kampfausbildung folgerichtig, Näheres über Alice zu erfahren, die ebenfalls ermordet wurde und sogar magische Ambitionen hatte. Die Erklärungen kommen allerdings sehr spät und aufgrund der bereits fortgeschrittenen Seitenzahl arg gedrängt. Für Aufklärung sorgt ausgerechnet der mysteriöse Mann, von dem sie sich fernhalten sollte: Deacon Camphire. 
Zwar lassen Klappentext und Kurzbeschreibung vermuten, dass dieser als Love Interest viel beizutragen hat, aber seine Auftritte sind begrenzt und, selbst wenn Lilys Körper mit allerlei elektrischem Kribbeln auf ihn reagiert, wenig romantischer Natur. 
Erst auf den letzten fünfzig Seiten wird seine wahre Identität aufgedeckt, die der mitdenkende Leser sicherlich bereits erahnt haben dürfte. 
Und da nimmt auch endlich die Handlung tüchtig Fahrt auf und überrascht mit Wendungen. 
Allein der flotten Sprache der Protagonistin, die nicht auf den Mund gefallen ist und mit frischen Metaphern wie auch Selbstironie aufzuwarten weiß, ist es zu verdanken, dass "Erwachen" flüssig zu lesen ist und keine Langeweile aufkommt. 
Am Ende droht Lily, dass sich die Dämonen nun auf eine stinksaure Jägerin gefasst machen können, und es bleibt zu hoffen, dass sie diese Drohung in der Fortsetzung Blood Lily Chronicles 02. Zerrissen auch wahrmacht, denn wirklich Lust auf mehr macht Band 1 leider nicht. 

Fazit: 
Auftaktband, der sich viel Zeit für die Neuentwicklung der Protagonistin zur taffen Jägerin lässt und damit noch etwas unentschlossen wirkt. Für rettende Dynamik sorgen schnörkellos flotte Sprache und zahlreiche Kampfszenen. Romanzenhoffnungen werden jedoch kaum genährt. 

Gesamteindruck: 
3 von 5 Weißdornzweigen



Juli 2011

Es ist zwar erst der 30. Juli, aber ich tanze den Monatsfazitreigen schon mal vorsichtig an.  Für den 31. steht nämlich ein Dorfereignis an, über das ich gesondert berichten werde, sofern es nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt. 


Der liebe Juli ...

Ich möchte den Juli schon fast als meinen manischen Meckermonat bezeichnen, weil ich dem Beispiel einiger anderer Blogger gefolgt bin, um mir mal Luft zu machen. 
Nur ging es bei mir nicht um die allgemeine Missstimmung in Bloggerland, sondern um meine eigene, die seit langem in mir gebrodelt hat. 

Zum einen verliere ich mehr und mehr die Lust an dem Job, den ich von Kindesbeinen an hatte machen wollen. Auch wenn ich nicht erklären kann, warum, war Übersetzen immer mein Traum. Die Arbeit mit Sprachen reizt und interessiert mich. Aber es macht einfach keinen Spaß mehr, ständig in Zeitfenster gepresst zu werden, die einem die Gelegenheit nehmen, vernünftig zu arbeiten, und einen immer wieder in Verteidigungssituationen versetzen. Die Diskrepanz zwischen Lehre und Realität wird in vielen Bereichen, wie Textsortenrelevanz, Preisen und Terminen, fast schon täglich größer (ich habe in zwölf jahren Berufstätigkeit ganze zwei Zeitungsartikel übersetzen müssen - im Studium täglich; in zwölf Jahren Berufspraxis habe ich noch nie einen vollen Euro pro Zeile verdient, weil Agenturen das in den seltenstenstensten Fällen zahlen können; für fünfhundert Zeilen Vertrag hat man vielleicht zwei Tage Zeit und das ist noch zu lang ...)
Zusätzlich wurde meine Hobbytätigkeit mit weniger freundlichen Worten bedacht. Soweit kein Problem, denn ich möchte ja auch meine Meinung frei heraus sagen. 
Aber angesichts des aktuellen Weltgeschehens, wo täglich unzählige Kinder dem Hungertod geweiht sind oder Fanatiker um sich schießen und nicht nur Leben auslöschen, sondern auch Leben für immer zerstören, verbitte ich mir jegliche Assoziation der Stunden, die ich harmlos am Schreibtisch verbracht habe und verbringe, mit dem Begriff Katastrophe!

Aufgrund dessen habe ich auch das Gefühl, dass ich wieder einmal erklären muss, warum ich das, was ich tue, eben genau so tue, wie ich es tue. Dies übrigens auch im Job, denn zwei Mal habe ich mehrere Stunden mit unbezahlter Wortklauberei verbracht und hätte abschließend dem Kunden gern den Wahrig bzw. den Petit Robert geschenkt.
Jedenfalls werde ich mir schriftlich und mündlich nicht den Mund verbieten lassen, weiter gerne mal Kitsch produzieren und auch weiter (an mir) arbeiten.

Mein manischer Meckermonat war lesetechnisch wieder einmal sehr romanzenlastig. 
Wiederentdeckt habe ich als Zwischendurchlektüre die Julia-Bestseller, und außerdem habe ich mich nach langer Romantic Suspense-Abstinenz wieder an das gewagt, das bei Lyx nun neumodisch Romantic Thrill heißt. 
Mein Regal ist voll mit letztjährigen Neuerscheinungen, die noch gelesen werden wollen.
Es dürfte keine Überraschung sein, dass mich Romantisches deutlich mehr anspricht als Rücksitzerotik. 
Deshalb konnte Shannon McKennas Die Nacht hat viele Augen nur bedingt bei mir punkten, während Gefährlicher Fremder schon mehr für meine Harmoniebedürfnisse geeignet war, aber auf der Spannungsseite leider ebenso versagte.
Trotzdem bin ich nun so angefixt, dass ich direkt mit meinem Romantic-Thrill-SuB weitermache bzw. sehnsüchtig den Briefkasten anstarre, bis endlich der nächste Julia-Bestseller-Sammelband darin liegt, der mir das Regenwetter schönredet. 


Obwohl ich nur vier von fünf Punkten vergeben habe, weil das Buch eigentlich zu kurz und die Übersetzung sich nicht immer treu war, ist mein Buch des Monats Juli eindeutig "Die Poison Diaries" von Maryrose Wood. 

Das ist natürlich insofern eine Überraschung, da ich aus verschiedenen Gründen normalerweise keine Jugendbücher mehr lese. 
Zum ersten Mal seit Langem aber hat mich ein Jugendbuch thematisch so angesprochen, dass ich das "teure" Geld dafür ausgegeben und auch nicht lange ungelesen liegen gelassen habe.
Noch nie habe ich bei einem Buch das Gefühl gehabt, dass es so missverstanden wird wie dieses. 
Sicher, persönlich habe ich schon viele Romane als überschätzt empfunden, weil ich die "nervenaufreibende" Spannung, den "unvergleichlichen" Plot, die "starken" Charaktere oder die "sehnsüchtigste" Liebesgeschichte nicht nachvollziehen konnte. 
Bei "Die Poison Diaries" hingegen habe ich den Eindruck, dass die Zielgruppe so auf routiniert-gefällige Geschichten, die dem berühmten vier-Seiten-Schema folgen, getrimmt ist, dass die Poesie und auch die Abgründigkeit nur von wenigen wahrgenommen und daher als langweilig empfunden werden. 
Wie dem auch sei, mich hat das arglistige Eigenleben der Giftpflanzen und die Ausarbeitung von Jessamines eintönigem Leben, dem durch Weed neue Horizonte und Farben verliehen werden, so überzeugt, dass ich auf jeden Fall zur Fortsetzung dieses Schmuckstücks greifen werde. 

Das war aber auch schon alles, das ich gelesen habe. 
Hach, da bin ich richtig froh, dass ich keine Lesestatistiken machen und Seiten sammle. Ich will ja den Spaß am Lesen nicht (wieder) verlieren. 
Wenn es hier mal richtig still ist, darf man davon ausgehen, dass ich gerade kräftig in die Tasten haue und für die Buchstaben zwischen Buchdeckeln weder Muße noch Muse habe.  

Zu meinem Leidwesen musste ich meine Ausflugsberichte vernachlässigen, was daran lag, dass der Juli ein manischer Matschmonat war und lehrbuchmäßiges Aprilwetter präsentierte. 
Kurz: Wir sind überhaupt nicht ausgeflogen, obwohl Einiges auf dem Plan gestanden hätte. 
Wir haben das graue Wetter deshalb genutzt, um mal wieder zu malen und zu zeichnen, denn mit meiner rauschanfälligen Kamera macht Fotografieren bei dieser Stimmung nicht wirklich Spaß. 

Weitergebastelt habe ich an den Laubkönig-Teasern, die ich jetzt nur noch im Rhythmus von 1 Teaser pro Woche präsentieren werde, da die Arbeit aufgrund meines Zeitmangels und auch aufgrund Materialmangels etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. 
Die Anthologie hat nun auch ihre eigene Facebook-Seite (klick) und freut sich über "Gefällt mir". 
Generell bin ich ohnehin mehr bei Facebook unterwegs als bei Twitter (und zu dusselig, die Accounts jedes Mal miteinander zu verbinden). 
Bei Freundschaftsanfragen schätze ich im Übrigen ein kleines Sätzchen zur Begründung sehr :-)


Zurück zum Blog:
Während die Suchanfragen an einzelnen Tagen ganz interessant waren, fällt die Monatsstatistik in dieser Hinsicht arg mau aus. 
Da gibt es nichts, das ich mit einem Tipp bedenken könnte. 
Mit russischen Hochzeitsgedichten kann ich ebenso wenig dienen wie mit Kurzgeschichten über den ersten schwulen Kuss.
Geschichten übers Nacktbaden kann ich auch nicht beitragen. Obwohl ... "Seesüchtig" ist ja  noch nicht erschienen. 

Trotzdem werde ich weiterhin ein Auge auf die Suchanfragen haben und auch weiterhin meinen Senf zu allem, was ich lese, abgeben. 
Allerdings werde ich nicht mehr ankündigen, was ich gerade lese bzw. als Nächstes lesen werde, weil ich feststelle, dass ich mich gern einmal spontan umentscheide.

Für den August hoffe ich schlussendlich, dass wir noch etwas Sommer bekommen, der das Schreibgemüt erhellt und uns wieder mal auf Regionalerkundung schickt, damit ich was zu erzählen habe.
(Den Hitze- und Trockenheitsgeplagten wünsche ich natürlich die ersehnten Regengüsse!)

Des Weiteren steht uns eine Einschulung bevor, die mich nervös mit den Zähnen klappern und zahlreiche manische Megaschulsystemfrust-Meckerpostings erahnen lässt. Wir werden sehen ... vielleicht stelle ich das Kaffeetrinken schon einmal prophylaktisch ein. 


Ich wünsche euch einen schönen Juliabschluss und einen reibungslosen Übergang in den August!


Freitag, 29. Juli 2011

... über "Gefährlicher Fremder" von Lisa Marie Rice

Lektüre ab 18!

Lisa Marie Rice

Vermeintlich gefährliche, aber heiß prickelnde Weihnachten, die Schnee und Kälte vergessen lassen 

Klick aufs Bild zu Amazon
Zum Inhalt:
Jack Prescott ist der Gewalt und des Blutvergießens müde. Gerade erst hat er die Security-Firma seines (Zieh)vaters verkauft, in Sierra Leone dessen Ruf reingewaschen und sich danach auf den Rückweg in die USA gemacht. In all den Jahren, in denen er in den Krisengebieten dieser Welt für die Sicherheit wichtiger Personen zuständig gewesen war, konnte er doch nur an Caroline Lake denken, das Mädchen, das ihn einst im Obdachlosenheim, in dem er noch unter anderem Namen aufwuchs, besuchte und ihm Bücher brachte. Der Gedanke an die freundliche, aber auch viel zu vertrauensselige Caroline hielt ihn aufrecht, und deshalb will er sie nur ein einziges Mal wiedersehen, bevor er sein neues Leben beginnt. Nach anstrengender Reise kommt er an Heiligabend in Summerville an, wo Caroline Lake einen Buchladen führt. Als Jack ihr gegenübersteht, sieht er nicht die fröhliche High-School-Schülerin seiner Erinnerung, sondern eine erwachsene Frau, deren anmutigen Züge von Trauer und Sorgen geprägt sind. Vom Taxifahrer weiß Jack, dass Caroline Schulden hat und ums Überleben kämpft. Auch weiß er bereits, dass Caroline gerade freie Zimmer zu vermieten hat. Er nutzt die Gelegenheit und mietet sich in ihrem Familienanwesen ein, dem langsam, aber sicher der Verfall droht. In einem wahren Jahrhundertblizzard fahren beide also gemeinsam dorthin, und dabei lernt Jack eine verletzliche, angsterfüllte Caroline kennen, denn ihre Eltern kamen vor sechs Jahren zu Weihnachten bei einem ähnlichen Schneesturm bei einem Autounfall ums Leben. Ihr Bruder überlebte schwer verletzt, war jedoch fortan auf Hilfe angewiesen, die ihm Caroline liebevoll und finanziell aufopfernd über Jahre angedeihen ließ, bis er vor Kurzem verstarb. Nach einem gemeinsamen Abendessen - selbstgekochte Mahlzeiten sind im Mietpreis inklusive - und einem für die einsame Caroline erneut schmerzhaften Erinnerungsmoment kommen sich beide bereits näher, sodass die Weihnachtstage, als dann auch noch Heizung ausfällt, größtenteils zwischen den Laken gefeiert werden. Caroline weiß allerdings nicht, dass sie Jack aus ihrer Vergangenheit kennt, und ahnt noch viel weniger, dass in seinem Gepäck nicht nur ein paar Waffen, sondern auch ein Beutelchen Rohdiamanten verborgen sind. Und auf eben diese Blutdiamanten ist Kriegsverbrecher Vince Deaver scharf, und er geht über Leichen, um sie zu bekommen. 

Meine Meinung: 
Die Gestaltung des Buchumschlages muss man im Romantic Thrill (und wahrscheinlich generell) offenbar nicht unbedingt nachvollziehen können. Obwohl bei "Gefährlicher Fremder" löblicherweise Wert auf den sinnlichen Part des Buches gelegt wird, passt das Cover meiner Meinung nach nicht vollkommen. Wie üblich wird mit Texturen gespielt, die auch auf den Umschlaginnenseiten wiederkehren und hier den Dschungel in Erinnerung rufen. Da die Handlung im tiefsten Schnee angesiedelt und es in Summerville klirrend kalt ist, sind diese höchstens ein Überbleibsel von Jacks letztem Auftrag in Sierra Leone. Zumindest reflektiert das Rot, das die Pflanzentextur verfremdet, Jacks blutigen Hintergrund. Der geprägte Titelschriftzug ist für meine Begriffe zu historisch angehaucht, spiegelt aber unverkennbar Romantik wider. "Gefährlicher Fremder" spielt in der Gegenwart und hat neben den im Lakeschen Familienanwesen fehlenden Teppichen, Gemälden und anderen wertvollen Einrichtungsgegenständen überhaupt keinen antiquarischen Bezug. Aber gut, die warme Atmosphäre wird dem Inhalt trotzdem noch vergleichsweise gut gerecht. 
Da ich "Gefährlicher Fremder" im Anschluss nach Shannon McKennas "Die Nacht hat viele Augen" gelesen habe, kam ich um den direkten Vergleich nicht umhin und kann sagen, dass mir Lisa Marie Rices Auftakt zu ihrer Dangerous-Reihe schon besser gefallen hat. 
Jack Prescott ist zwar aufgrund seines Berufes zwangsläufig ein harter Kerl und zu Beginn noch vergleichsweise Ich-fixiert, stellt sich dann aber rasch als patenter Charakter heraus, dem menschlich viel an der Protagonistin gelegen ist. Selbst wenn es anfänglich aussieht, als sei Caroline über zwölf Jahre lediglich sein feuchter Traum gewesen, so ändert sich dies schon im ersten Drittel des Romans hin zu echter Zuneigung. 
Da "Gefährlicher Fremder" zum Großteil Jacks Perspektive folgt und nur selten zu Carolines Perspektive gewechselt wird, kommt leider Caroline etwas zu kurz. Im Übrigen habe ich diese männliche Perspektive bereits in Die Nacht hat viele Augen als etwas störend empfunden, weil ich selbst lieber der weiblichen Sichtweise folge. So interessant es auch ist, in das männliche Gefühlsleben zu blicken, so sehr fühle ich mich als LeserIN außen vor und kann nicht immer voll und ganz ins Geschehen eintauchen. Ein zusätzliches Hindernis wird durch klischeehaftes maskulin-machohaftes Auftreten aufgebaut, für das man wirklich ein Faible haben muss.
Jack hingegen bietet mehr Anziehungspotenzial für Leserinnen, die mehr Wert auf eine starke Schulter und Sinnlichkeit legen. Denn bei Lisa Marie Rice geht es zwar deutlich und atemberaubend ausdauernd, aber nicht deftig, sondern wesentlich gefühlvoller zu, sodass man die Einordnung in "Romantic Thrill" durchaus nachvollziehen kann.
Leider lässt aber auch "Gefährlicher Fremder" an Suspense vermissen und wickelt vor allem das, was man als "gefährlich" einstufen könnte, viel zu schnell ab.
Über gut zwei Drittel des Romans wohnt der Leser lediglich Jack und Caroline bei. Hin und wieder wird deren Handlung zwar durch Wechsel zum Antagonisten Vince Deaver, der mordet, die Identität wechselt und sich den beiden in großen Schritten nähert, unterbrochen, aber im Großen und Ganzen liegt der Fokus auf den beiden Turteltäubchen, die sich beinahe in einer endlosen Liebesszene wiederfinden. Gut, zwischendurch muss Jack mal den Boiler reparieren und Schnee schippen ...
Kurz bevor Vince Deaver schließlich in Summerville eintrifft, wird dann auch noch Carolines Ex-Liebhaber Sanders ins Spiel gequetscht. Er soll ein gewiefter Anwalt sein und hat es weniger auf Caroline als Person, sondern mehr auf ihre tadellose Erziehung und ihr hochwertiges Familienanwesen abgesehen. Für eine eifersüchtige Dreiecksgeschichte bleibt Lisa Marie Rice aber gar keine Zeit mehr, denn sie muss ja die Konfrontation mit dem Bösen herbeiführen und auch noch Verwirrung zu Jacks Identität stiften.
Caroline und Jack sind im Auge des Lesers aber schon so aneinandergewachsen, dass Carolines plötzliches Misstrauen, das von ihrer Freundin Jenna (die als Nebencharakter ab und an zur Sprache kommt) geschürt wird, weil Jack in ihrer Bank einen immensen Geldbetrag eingezahlt hat, kaum ernst zu nehmen ist.
Überhastet kommt es zum großen Showdown und genretypischen, hier aber nur angedeuteten HEA, sodass jene Leser, die sich ein Danach mit Hochzeit, Haus, Nachwuchs usw. wünschen, zwangsläufig unbefriedigt zurückbleiben.  Mir hingegen hat die Aussparung weiterer Details und der Schwenk zu einem ganz anderen Handlungsort mit einem ganz anderen Charakter gut gefallen, da sich so der Kreis zum Prolog und somit wohl auch Jacks Vergangenheitsbewältigung schloss.
Leider gibt es immer wieder Szenen, die zu Kopfschütteln führen.
So hat beispielsweise Jack aufgrund seiner langen Anreise aus Sierra Leone natürlich keine Kondome dabei, auch wenn sein einziger Gedanke Sex mit Caroline war. Während er sechs Monate darbte, ist es bei ihr aus gegebenen Gründen sogar sechs Jahre her, weshalb sie natürlich ebenfalls kein Verhütungsmittel im Haus hat, aber sehr wohl die Pille nimmt. Das Einzige, was ihr aber einfällt, ist, Jack zu mustern und festzustellen "Du siehst gesund aus". Nachdem er aber über Jahre in Krisengebieten gelebt hat und mit Sicherheit nicht immer Luxusbedingungen genießen durfte, ist das in meinen Augen reichlich blauäugig und auch nicht zeitgemäß. In einer anderen Szene schüttet dann Caroline Jack ihr Herz über ihre Trauer über des Bruders Tod aus. Diese emotionale Annäherung ist höchst wünschenswert, nur hätte sie meines Erachtens nicht unbedingt beim Geschlechtsverkehr stattfinden müssen. Überhaupt scheint die körperliche Vereinigung für die Protagonisten das einzige Mittel zu sein, mehr über sich zu erfahren und ihr Innerstes kennenzulernen. Das Herz des Erotikfans wird dabei zwar höher schlagen, das wahre Romantikerherz dürfte sich allerdings weniger körperliche Ergüsse, sondern mehr Kuschelmomente wünschen.
Insgesamt war "Gefährlicher Fremder" für mich eine angenehme, kurzweilige, in sich geschlossene Lektüre, die zwar ihre Ecken und Kanten nicht verbergen konnte, aber ohne langweilige Längen zu unterhalten wusste.

Fazit:
Vergleichsweise ungefährliche, kurzweilige Romanze vor weihnachtlicher Kulisse, mit viel emotionalem Vergangenheitsgepäck und abwechslungsreicher Gänsehauterotik, aber ohne den angepriesenen nervenaufreibenden Thrillfaktor.


Gesamteindruck: 
4 von 5 Weißdornzweigen


Montag, 25. Juli 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #10

Während ich diesen Post im Voraus einstelle und zur Veröffentlichung datiere, scheint ausnahmsweise die Sonne. 
Ob sie das auch noch tut, wenn der Post online geht, vermag vielleicht nicht einmal der Wetterbericht zu sagen (davon mal abgesehen, dass ich ihm sowieso nicht vertraue :-)). 
Sollte es also regnen und trüb sein, entführe ich alle Laubkönig-Neugierigen hiermit in die Wärme, ach, was sage ich, in die Hitze!

Autorin Anna Bruszeit schickt in ihrer Geschichte "Ausflug in die Wüste", wie der Titel schon verrät, ihren Protagonisten Dicki in die Wüste, nämlich an die Spitzkoppe, wo er erleben darf, dass nicht nur die Sonne zu seltsamen Sinneswahrnehmungen führt.

"Zwischen den weißen Steinen verdichteten sich Flecken roter Erde zu der weiten Ebene, deren Röte durch die aufgehende Sonne wie ein vom Erdinneren kommendes Licht erstrahlte und dem kargen Boden ein Leben schenkte, das nichts mit dem üppigen Leben keimender Pflanzen und Fruchtbarkeit gemein hatte.

Vor Dirk (Dicki, wie man ihn als Kind genannt hatte) lag eine der lebensfeindlichsten Regionen Afrikas, die Spitzkoppe, ein Gebiet, das nicht einmal Gras für Schafe hervorbringen konnte.
Er war nur Gast hier, ein ungerufener zumal, ein zahlender, der sich das Recht erkauft hatte, hier zu stehen und das Wunder der weiten Ebene zu bestaunen, ein Staunen, das er zu Hause verloren hatte ..." 

Vielen Dank an Conny für den Löwen und an Nicholas für die Textur.

Donnerstag, 21. Juli 2011

... über "Die Nacht hat viele Augen" von Shannon McKenna

Shannon McKenna

Viel deftiger Sex, wenig Thrill

Klick aufs Bild zu Amazon
Zum Inhalt:
Seth Mackey ist ein cleverer Sicherheitsexeperte; seine Welt besteht aus versteckten Kameras und Wanzen. Nach dem Mord an seinem Halbbruder Jesse, einem verdeckten Ermittler, ist er regelrecht bessessen davon, den Täter zu finden und Jesse, zu dem er eine besonders enge Beziehung hatte, zu rächen. Rasch rückt der reiche Unternehmer Victor Lazar in sein Blickfeld. Er findet geschäftlich Zugang zu dem undurchsichtigen Millionär und beobachtet ihn und sein Umfeld unermüdlich und akribisch. Zu seinem Observationsgebiet zählt auch eine Firmenwohnung, die jüngst von der überaus attraktiven Lorraine "Raine" Cameron bezogen wurde. Zunächst hält Seth Raine für eine von Lazars Huren, schließlich hat er schon alles erlebt und gesehen. Raine aber ist als Assistentin der Geschäftsführung tätig und mitnichten ein kleines Dummchen. Als Lazar die junge Frau und den Sicherheitsfachmann scheinbar zufällig geschäftlich zusammenführt, hat Seth noch keine Ahnung, dass Raine sich in eigener Mission bei Lazar eingeschlichen hat. Während sie sich von Seth, der sie bereits in allerlei Lebenslagen über sein Überwachungssystem beobachtet hat, unbändig angezogen fühlt und ihm trotz aller Rauheit nicht widerstehen kann, lässt sie ihn recht lange im Dunkeln, dass auch sie sich auf Rachefeldzug befindet. Für Raine, die nicht die ist, für die sie sich ausgibt, steht es fest, dass Victor Lazar ihren Vater auf dem Gewissen hat. In der Zwischenzeit aber stürzt sie sich in eine heiße Affaire mit Seth und bemerkt erst einmal nicht, dass Victor nicht so unwissend ist, wie er sich gibt, und auch dessen skrupelose Geschäftspartner Interesse an ihr haben. 

Meine Meinung: 
Nach langer Abstinenz vom Romantic Suspense-Genre, das bei Lyx seit letztem Herbst als Romantic Thrill neuen Auftrieb bekommt, wurde ich eher vom Cover als vom Klappentext verführt. Trotzdem hat "Die Nacht hat viele Augen" monatelang ungelesen in meinem Regal gestanden. Nun habe ich also endlich den Roman in so ansprechender Aufmachung zur Hand genommen. In typischer Lyx-Manier mit bekanntem Wiedererkennungseffekt werden hier äußerlich Romantik, aber auch Spannung suggeriert. 
Was dann zwischen den Buchdeckeln folgt, ist zwar unverkennbar ein Liebesroman, aber wenig romantisch und, und das ist leider der Pferdefuß, ebenso wenig spannend. 
"Die Nacht hat viele Augen" startet mit einem Traum, der Raine seit vielen Jahren verfolgt, sodass man unweigerlich neugierig auf mehr wird. 
Ehe man es sich versieht, wird aber zu Seth geschwenkt, der die junge Frau ganz unverhohlen beobachtet. Schnell wird klar, dass man es nicht mit einem Schmusekater, sondern einem echten Kerl zu tun hat. 
Der ist nämlich nicht nur besessen von seinem Hass auf den Mörder seines Bruders, sondern bald auch von Raine. 
Raine ist ein wunderschöner, beinahe schon klischeehafter fleischgewordener Männertraum mit weiblichen Formen, endlos langem Blondhaar und von höchst fragiler Erscheinung. 
Sie verfällt Seth auch fast auf dem Fuße, und trotz diverser Missverständnisse ist ganz klar, dass sie zueinander gehören.  
Man muss sich allerdings auch im Klaren sein, dass man in "Die Nacht hat viele Augen", das eine spannende kriminalistische Hintergrundgeschichte mit Verrat, Ehebruch, illegalen Geschäften bis hin zum Mord bieten will, trotz des genremäßig vorprogrammierten Happy Ends keine schmachtende Blümchenromanze erwarten sollte. 
Das habe ich auch nicht, dennoch wurde ich überrascht, dass es der Autorin tatsächlich gelungen ist, so viele zwar explizit prickelnde, aber am reinen Erotikgenre noch vorbeischrammende Sexszenen zu produzieren, dass sie damit ihre eigene Geschichte fast ausgeknipst hat. Bereits die erste intime Begegnung nimmt gut und gerne dreißig Seiten ein. 
Normalerweise erhoffe ich mir, dass sich der Spannungs- und Erotikanteil in dieser Art Liebesroman die Waage hält. 
Selbstverständlich darf es zwischen den für einander bestimmten Charakteren knistern und heiß hergehen, besonders wenn es sich um Charaktere handelt, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind, dann aber nach und nach Gemeinsamkeiten entdecken. 
Hier allerdings wird es szenisch und sprachlich so kernig heiß, dass die Machenschaften, die sich um den Bösewicht Victor Lazar ranken, der in Sachen Big Bad der Woche sogar nur die zweite Geige spielt, verblassen. 
Positiv anzumerken ist, dass die Entwicklung der Protagonisten nicht leidet und sie ihre intimen Momente quasi nutzen, um mehr voneinander zu erfahren, aber auch, um zu lernen, miteinander umzugehen, sich aus Schemata zu locken und den anderen ansatzweise zu zähmen.
Obwohl ich gerne umfangreiche Bücher lese und mich mit Freuden auf Verwicklungen einlasse, muss ich leider sagen, dass es auf den insgesamt 526 Seiten von "Die Nacht hat viele Augen" viele Passagen gab, die mich gelangweilt haben. Wahrscheinlich wurde dadurch das Gefühl, es bestünden Ungereimtheiten, noch genährt.
Glücklicherweise gewann die Handlung im letzten Drittel endlich an Suspense und wartete mit einigen wenigen Szenen auf, die einem Crime-Seriendrehbuch entsprungen schienen. 
Dass es dabei auch etwas unrealistisch zugeht, wird von der Freude über die neue Dynamik der Handlung und auch die neugefundene Verletzlichkeit der Charaktere schon fast wieder wettgemacht. 
Trotzdem kann Shannon McKennas "Die Nacht hat viele Augen" noch vergleichweise gut abschneiden, denn die Geschichte um Seth und Raine mit all ihren seltsamen Verschiebungen der Prioritäten will gar nicht gefällig sein. 
Die Autorin verblümt nichts und weiß trotz einiger Längen, noch abwechslungsreich zu unterhalten.
"Die Nacht hat viele Augen" ist ein Auftakt zu einer Reihe, die den McCloud-Brüdern gewidmet ist. Da aber besagte Brüder erst gegen Ende des Buches eine wichtigere Rolle einnehmen und die Geschichte um Seth Mackey und Raine Cameron in sich geschlossen ist, dürfte es problemlos möglich sein, diesen Roman vollkommen unabhängig zu lesen.
Außerdem würde ich persönlich Shannon McKennas Roman in die Kategorie Ü18 einordnen.

Mein Fazit: 
Ein Liebesroman, der sich durch deutliche Direktheit auszeichnet und gar nicht jedem gefallen muss oder will, aber leider die angepriesene Spannung nicht von Anfang bis Ende halten kann. 
Fans kerniger Erotik kommen auf alle Fälle auf ihre Kosten, während bedingungslose Liebhaber softer Romanzen mit Bedürfnis nach anheimelnder Harmonie wohl besser die Finger von "Die Nacht hat viele Augen" lassen sollten. 

Gesamteindruck: 
3 von 5 Weißdornzweigen

Montag, 18. Juli 2011

Laubkönig-Wartezeitverkürzer #9

Und wieder begrüßen wir die neue Woche mit einem visuellen Anreiz aus "Mittendrin - Der Laubkönig erzählt". 
Heute gibt es sogar etwas ganz Besonderes, denn der Teaser stammt nicht aus meinem Bildprogramm, sondern wurde von der Autorin persönlich angefertigt. 
Es freut mich sehr, dass die Laubkönig-Autoren kreativ bei der Sache sind und sich so mit einbringen. 

Autorin Cornelia Franke erzählt in ihrer Kurzgeschichte "Lebensbaum" von der besonderen Beziehung eines Jungen zu einer alten Eiche und wie sie versuchen, dem Monster Technologie die Stirn zu bieten. 

"Technologie ist ein Monster, das uns in seinen Klauen gefangen hält. Ein graues, eintöniges Monster; verglichen mit der Schönheit einer Blume ..."

Hintergrund mit freundlicher Genehmigung von David (http://aphaits.deviantart.com/gallery/14911?offset=24#/dml6wc), Eiche: Stock gekauft bei fotolia. Gestaltung: Cornelia Franke

Mittwoch, 13. Juli 2011

3 in 1 mit Sandra Marton bei Julia Bestseller

(c) Cora-Verlag
Band 0113 der Julia Bestseller, den ich, wie erwähnt, hier im Zeitschriftenhandel nirgends bekam, ist inzwischen mit der Post eingetrudelt. Ich habe meinen angefangenen Romantic Thrill flugs zur Seite geworfen und mich an die Wochenendlektüre gemacht. 
Es handelt sich wieder um eine Neuauflage bereits im Verlag erschienener Romane, die dieses Mal mit Erscheinungsjahr 2003/04 im englischen Original und 2006 in Deutschland vergleichsweise neu sind. 
Eine Überraschung war für mich, dass wir dieses Mal nicht drei beliebige Romane einer Autorin im Sammelband finden, sondern die ersten drei Teile einer sechsteiligen Familiensaga. 
In "Wie soll ich dir  nur widerstehen?", "Sizilianischer Zauber" und "Eroberung in Kalifornien" widmet sich Sandra Marton, die in ihrer Karriere schon auf mehr als 85 Liebesromane zurückblicken kann, der irischstämmigen Familie O'Connell, die mit 6 Kindern reich gesegnet ist. 
Beim Lesen muss man sich zwar auf neue Settings und Charaktere einstellen, findet aber immer wieder Verknüpfungen zu bekannten Charakteren und Ereignissen. Die drei Romane lassen sich somit als Einheit wunderbar hintereinander weg lesen. Aufgrund der Verbindungen der Geschichten kann ich Spoiler nicht ganz vermeiden, auch wenn diese vielleicht keine echten Spoiler sind, da eben gewisse Dinge genretechnisch vorprogrammiert sind.

So beweist die Erfolgsautorin gleich im Auftaktband "Wie soll ich dir nur widerstehen?" (im Original "Keir O'Connell's Mistress"), dass sie ein Händchen für Reibereien hat. Der Originaltitel verrät bereits, dass es um Keir O'Connell geht. Er ist der älteste Bruder der insgesamt 6 O'Connell-Nachkommen (3 Brüder, 3 Schwestern) und hat beschlossen, nachdem er ad interim das Las-Vegas-Hotel seiner Mutter geführt hatte, sich dem Weinbau zu widmen und dazu ein Restaurant zu führen.
Cassie Berk (Cassandra Berkovic) hatte eine klassische Tanzausbildung hinter sich, sich aber vom Glanz der Revuen in die Wüstenstadt locken lassen. Wie das Leben von Tänzerinnen so manches Mal mitspielt, landete sie nach der Revuekarriere allerdings in einem Stripschuppen und später dann im O'Connellschen Hotel als Bedienung. Weil sie diese Tätigkeit aber nicht ihr Leben lang ausüben will und kann, absolviert sie im Internet eine betriebswirtschaftliche Ausbildung im Gastronomiewesen, sodass sie den leichtbekleideten Job an den Nägel hängt, als sie eine Stellung als Restaurantmanagerin angeboten bekommt. Nach langer Irrfahrt kommt sie schließlich am zukünftigen Arbeitsplatz an und kann gerade noch erleben, wie ihre Vorgängerin überstürzt abreist. Und dann steht sie auch schon ihrem neuen Chef gegenüber: Keir O'Connell. Leider ist er kein Unbekannter, denn beide hatten vor geraumer Zeit ein sehr kurzes Tête-à-Tête, das beide nur allzu gern hinter sich lassen würden. Die lieben Gefühle aber spielen ihnen einen Streich ...

"Wie soll ich dir nur widerstehen?" besteht zu großen Teilen aus heftigen Schlagabtauschen zwischen Keir und Cassie. Wie es das Genre will, sind die Romane selbstverständlich Aschenputtelgeschichten, wo Fußvolk auf High Society trifft, was aber die Gewohnheitsleserin nicht stören dürfte. 
Cassie glaubt, dass sie mit ihrer Stripperkarriere nicht standesgemäß für Keir ist. Er wird von allem, nur nicht seinem Kopf getrieben. So will er sie zunächst postwendend zurückschicken, weil er glaubt, sie hätte sich ihr Diplom erschwindelt. Außerdem traut er seinen Gefühlen nicht. Sie aber setzt alles daran, ihm zu beweisen, dass sie keine kleine Kellnerin ist. Dabei knistert es gewaltig zwischen beiden, und man beginnt langsam die Hoffnung zu verlieren, dass es doch noch etwas werden könnte. Cassie ist aber erfrischenderweise kein schwaches Frauchen, sondern versteht es sehr wohl, den mürrischen Keir, der seine Angestellten in den Wahnsinn treibt, zu zähmen und um den Finger zu wickeln. Und es macht richtig Spaß, das zu lesen. 
Abzug gibt es für die Intimitäten, die in eine seitenlange Szene hineingequetscht werden und dadurch nach Hochleistungssport anmuten. 
Ansonsten aber wird das Genre routiniert mit typischen Eifersüchteleien, kalten Füßen und HEA bedient. 

Flotte Romanze ohne rosarote Schwärmerei, aber mit spürbarer Dynamik zwischen den Charakteren. 






In "Sizilianischer Zauber" (im Original "The Sicilian Surrender") kommt eine Weile nach den Ereignissen aus "Wie soll ich dir nur widerstehen?" Keirs Schwester Fallon O'Connell zum Zug. Sie ist ein gefragtes Fotomodell und wird für einen Auftrag nach Sizilien geschickt. Für ein neues Hochglanzmagazin sollen dort auf einem alten Anwesen Fotos von ihr gemacht werden. Als sie dort ankommt, erwartet sie allerdings nicht das erhoffte Luxusambiente, denn der Hausherr verweigert dem Team den Eintritt in seine Villa. Die Crew darf sich mit Zelt und billigem Hotelzimmer begnügen. Stefano Lucchesi, selbst paparazzischeuer Promi, hat nämlich gar keine Lust auf das Team, das ihm die überkandidelte Neuverlegerin, seine nervige Verflossene Carla, auf den Hals hetzt. Auf diesem Stück Erde, das schon seinen Vorfahren gehörte, will der in Amerika aufgewachsene Italiener einfach seine Ruhe haben. Dass er sich die Vorgänge von Weitem aufmerksam beschaut, hat allerdings mit Fallon zu tun, der er am Flughafen bereits begegnet war. Natürlich gab er sich ihr nicht zu erkennen, und als er sich entschließt, sie kennenzulernen, kommt es zu einem für Fallon folgenschweren Unfall. Nun muss Stefano Fallon beweisen, dass ihm nicht nur ihr Aussehen etwas bedeutet ... 

In "Sizilianischer Zauber" lässt Sandra Marton Fallon Stefano verzaubern. Wieder führt sie einen Konflikt der Charaktere herbei, denn während Stefano aus der Ferne, fast wie ein Voyeur, Fallons Schritte beobachtet und sich von ihrer attraktiven Erscheinung angezogen fühlt, glaubt Fallon, in der Villa gegenüber dem Ätna lebte ein arroganter, egoistischer Schnösel. Genau diesen Eindruck von Oberflächlichkeit kann die junge Frau lange Zeit nicht abschütteln, sodass Spannungen vorprogrammiert sind. Auch als Leser nimmt man Stefano nicht immer ab, dass ihm die inneren Werte wichtig sind. Wie schon in "Wie soll ich dir nur widerstehen?" zeichnen sich auch hier die Charaktere durch zum Teil schon überspitzten, bornierten Stolz aus. Sie wollen sich nicht von anderen abhängig machen und sich ihre Persönlichkeit erhalten. Dabei versuchen sie so manches Mal, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. Dennoch gewinnt Stefano Fallon für sich, und Sandra Marton spielt dann wirklich sizilianischen Zauber aus, indem sie den Ätna ausbrechen lässt (was in Wirklichkeit wahrscheinlich kein bisschen romantisch ist). Bevor aber das erwartete HEA herbeiglühen kann, muss sich Fallon noch ihrer Familie und auch Stefanos Leben stellen, sodass man die endgültige romantische Zusammenführung mit einiger Ungeduld erwartet. 

Dramatische Romanze, die Wert auf die inneren Werte legt, bei allem Beziehungsdrama aber ein bisschen das Ambiente vernachlässigt. 





Cullen O'Connells Geschichte schließt sich an Fallons an, wie sich bereits am Ende von "Sizilianischer Zauber" andeutete. In "Eroberung in Kalifornien" (Englisch: Claiming His Love-Child) reist der erfolgreiche und nicht minder wohlhabende Anwalt von seinem Heim an der Ostküste nach Kalifornien, weil ihn One-Night-Stand Marissa Perez nicht loslässt. Bereits in Sizilien auf Stefanos und Fallons Hochzeit verfolgt ihn die Erinnerung an die Nacht mit der ebenso klugen wie stolzen Jurastudentin. Außerdem möchte man meinen, dass ihm die dritte O'Connell-Hochzeit in zwei Jahren (zuerst wurde die Mutter des Clans neu verheiratet, dann Keir und Cassie und nun Fallon und Stefano) durchaus an die Substanz geht und er sich wohl doch etwas "Festes" wünscht. Er beschließt, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und zu verreisen. Obwohl er überall hinfahren/-fliegen könnte, macht er sich auf den Weg nach Kalifornien, um Marissa endgültig aus seinen Gefühlen zu vertreiben (= typisch Mann - ich schlaf nochmal mit ihr, und dann hab ich sie aus meinem Kopf). Dumm nur, dass Cullen Marissa nirgends finden kann, und das hat, wie der Originaltitel reißerisch verrät, einen ganz klitzekleinen Grund. Die so vielversprechende Studentin hat alle Zelte, inkl. ihr Studium, abgebrochen, um sich a) nicht nur nicht den Ruf zu versauen, sondern b) um zu arbeiten und Geld zu verdienen, denn bald wird sie ein hungriges Mündchen zu stopfen haben ... 

"Eroberung in Kalifornien" lässt Eroberung im kämpferischen Sinne quasi zum Programm werden, wofür Sandra Marton tüchtig in die Klischeekiste greift, die von One-Night-Stand-Empfängnis bis hin zum Geschlecht des Nachwuchses gut gefüllt ist. So lässt die Autorin den als Anwalt unbenommen patenten, aber in Liebesdingen absolut linkischen Cullen O'Connell kurz nach Übermittlung der frohen Kunde mit einem alles absichernden Vertrag antanzen. Nachdem in "Sizilianischer Zauber" das Aschenputtelschema unterschwellig in Fallons unfallbedingter vermeintlicher Hilfsbedürftigkeit zum Tragen kam, gibt es hier nun wieder deutliche Standesunterschiede. Marissa, die aus einfachen Verhältnissen stammt und dank einem Stipendium studiert hatte, ist mutterseelenallein, hat inzwischen hart am Leben zu knabbern und schlägt sich mit einem Kellnerinnenjob durch. Trotzdem ist sie stolz und auf ihren Ruf bedacht und lässt sich mitnichten auf das beschämende Angebot ein. Die darauf folgenden Schlagabtausche sind durchaus nachvollziehbar und bringen die geneigte Leserin schnell dazu, Sympathie für Marissa zu empfinden. Cullen stellt sich wirklich dusselig an. Der moralische Zeigefinger der Autorin siegt aber doch, und auch der bierbevorzugende Jurist wird noch weichgemacht. 
Etwas bedauerlich finde ich, dass Sandra Marton sich an ihrem eigenen Thema offenbar nicht die Finger verbrennen will. Während sie in den Vorgängerbänden ihren Charakteren jeweils eine ausgedehnte, nimmermüde Liebesnacht gestattet hatte, müssen Marissa und Cullen zwar nicht darben, aber deutlich zurückstecken. Dafür bleibt den Charakteren aber etwas mehr Zeit, aus ihrer überstürzten Ehe eine Beziehung zu machen.

Moralschwangere Romanze mit sturköpfigen Charakteren, die alles richtig machen wollen, sich aber immer wieder ins Fettnäpfchen manövrieren. 






Sandra Marton lässt sich flott lesen und verzichtet weitestgehend auf zu viel Drumherum. In kurzweiligen Plots, die an typische amerikanische Fernsehserien erinnern, legt sie Wert auf Emotion und attraktive Charaktere, überlässt das Ambiente aber stark der Fantasie der Leserin. Sie bietet keine typischen Frauchen-/Heimchencharaktere, selbst wenn sie sie genrebedingt in Beziehungskonventionen zwängt, die unter Umständen etwas altbacken wirken. Die erotischen Augenblicke bleiben hinter anderen LiRo-Kolleginnen zwar stark zurück, fügen sich aber gut in ihre Geschichten ein.
Kurz: Es wird gestritten und geliebt - keine schlechte Kombination für unbeschwert-anspruchslose Lesestunden für nur 5,95 €.


Neugierig, wie es den anderen O'Connells ergeht, bin ich jetzt allemal.

Weiter geht es mit:
The Sheikh's Convenient Bride (Megan O'Connell - leider habe ich den deutschen Titel dazu nicht finden können)
Spiel der Herzen (The One-Night Wife) (Sean O'Connell)
Der Kuss des Sizilianers (The Sicilian Marriage) (Briana O'Connell)

Dienstag, 12. Juli 2011

In Kürze

In Deckung, es kommt - kein Karton, aber - Werbung!

Und mit Absicht führt der Post-Titel in die Irre, denn wie von mir gewöhnt, wird dieser Beitrag hübsch lang. 

Also: In Deckuuuuung!

Obwohl ich schon das ganze Jahr fleißig an Kurzgeschichten stricke, war ich bisher seltener in der Stimmung, eine bei einer Ausschreibung einzureichen. Irgendwie fühlte ich mich zum Stichtag nicht bereit, das Geschichtenbaby in die Welt zu entlassen. 

Schon auf die Welt gekommen ist allerdings folgendes Baby:

(c) net-Verlag
Als mir die Gestaltwandler-Ausschreibung des net-Verlags über den Weg lief, entschloss ich mich, "Fruchtmond" zu recyceln.
Diese Kurzgeschichte war im letzten Jahr bereits in Susanne O'Connells abwechslungsreicher und empfehlenswerter Stellvertreter-Anthologie erschienen. 
Es ist meine erste und bisher auch einzige Gestaltwandlergeschichte. 
Ich finde Gestaltwandler, aber nicht zwangsläufig Werwölfe höchst interessant. 
Sie fordern mich allerdings mächtig heraus, sodass ich momentan schreiberisch eher Abstand von ihnen nehme. 
Ach was sage ich, mir ist einfach noch keine andere Geschichte als die um Marama und Todd eingefallen ...
Da die Vereinbarungen letztes Jahr eine weitere Verwendung der Geschichte aber ausdrücklich gestatteten (und das ist nicht immer der Fall), habe ich mir die zugegeben unkreative Freiheit genommen, die ursprünglich längere Fassung erneut einzureichen. 
Und siehe da! 
"Fruchtmond" reiht sich nun zwischen andere Gestaltwandlern, die von netten Kollegen, die ich zum Teil im Zuge meiner eigenen Ausschreibung schon kennenlernen durfte, erdacht wurden. 

Am 15.7.2011 ist im net-Verlag übrigens Einsendeschluss für Elfengeschichten

Freudig erwartet hingegen werden noch diese Geschichtenkinderlein: 
Auch Sandra Vogel vom Piepmatz-Verlag hatte wieder mit Ausschreibungen gelockt. 
Und bevor jetzt eine Pflichtexemplar-DKZV-Diskussion losbricht ... Ich finde die Ideen gut, und im Gegensatz zu manch anderem Verlag, der sich auf seinen Anthologien (= durchlaufender Posten) ausruht, legt sich die Verlegerin jung und dynamisch von A bis Z wirklich ins Zeug. Zudem beschaut sie sich die Beiträge kritisch und gibt ordentliches Feedback, was gefällt und was nicht und warum. Bis jetzt bin ich auch auf keinem Exemplar sitzen geblieben. Im Gegenteil, für die liebe Verwandtschaft musste ich sogar Bücher nachkaufen. 

(c) Sandra Vogel
Aufruf Nr. 1 galt dem Thema "Brief" bzw. Texten, die eine andere Person direkt ansprechen, also Briefe, E-Mails usw.
So einfach das Thema schien, es wollte mir partout nichts einfallen. 
Schon komisch. 
Da schreibt man eine Liebesgeschichte nach der anderen, bekommt aber keinen geschichtentauglichen Brief zusammen.  
Gefühlte drei Briefe habe ich angefangen und keiner schien mir geeignet, eine Geschichte zu erzählen. 
Dann aber fielen mir die Erinnerungsscherben ein, die ich hier schon einmal gepostet habe. 
Und schon wieder wurde überarbeitet, recycelt und eingereicht. 
Meine Liebeserklärung an meinen Sohn gibt es also ab Ende August in "Zwischen Zeilen 2011". 

(c) Sandra Vogel
Das nächste Thema im Piepmatz-Verlag können viele schon nicht mehr hören. 
Zum Thema "50 Jahre Mauerbau" wurden Geschichten aus Ost und West gesucht. 
Ich gebe zu, dass ich zunächst nicht mitmachen wollte. 
Zum einen gibt es unheimlich viele Vorurteile, zum anderen unheimlich viele Klischees, und ich habe mich nicht an die Gratwanderung getraut. 
Als ich während der Buchmesse meine Freundin in Leipzig besuchte, erzählte ich ihr eine Episode, die ich in der Pionierrepublik erlebt habe. Wir haben herzlich über die Erinnerungen gelacht.
Aber diese Episode ließ sich einfach nicht aufschreiben. 
Das Erlebnis war persönlich und auch lustig, auf dem Papier kam das jedoch einfach nicht rüber. 
Ich habe es versucht und versucht, aber ich hätte mich als Person und Pantomime mit ins Buch pressen lassen müssen. 
Also habe ich in die Kinderliebeskiste gegriffen und einen zuckersüßen Teil des persönliches Erlebnisses mit viel Fiktion verbunden. 
Um die Klischees kam ich nicht drumherum, aber ihnen ist ein kleines Augenzwinkern eigen. Eingereicht habe ich das Ganze in letzter Minute, nachdem ich schon selber nicht mehr daran geglaubt habe.
Anfang August erscheint also "Spritzringe" in "Über Grenzen 2011".  

(c) Sphera Verlag
Und last but not least folgt eine Geschichte, die eigentlich die erste Kurzgeschichte dieses Jahres war: "Seesüchtig". 
Der neu gegründete "Sphera Verlag" hatte bis Ende Januar 2011 zu Vampirgeschichten und fantastischen Liebesgeschichten aufgerufen.  
Es wird mir zwar kein Mensch glauben, aber ich habe tatsächlich KEINE Vampirgeschichte eingereicht. 
Ich habe sehr wohl an einer gearbeitet, sie ist allerdings bis heute nicht fertig, weil ich bisher mit keiner der Fassungen zufrieden war.
Aus mir heraus wollte eine - sagen wir es gemeinsam - Liebesgeschichte, und zwar eine, die mich in der Nacht aus dem Bett und an den Computer getrieben hat. 
Beim Schreiben fühlte sich "Seesüchtig" wie eine Hommage an "(Nimmer)Wiedersehen" an. Weil "(Nimmer)Wiedersehen" meine erste Kurzgeschichte 2010 war und "Seesüchtig" die erste 2011 ist, sind beide sozusagen meine Herzblutbabies. (Die Anthologie "Dark Vampire" ist übrigens für den Deutschen Phantastik-Preis in der Kategorie Beste Original-Anthologie nominiert.) 
Auch in "Seesüchtig" kehrt der Hauptcharakter nach einer langen Zeit an einen Ort der Vergangenheit zurück, allerdings nicht auf der Suche nach dem Tod, sondern nach der Liebe (obwohl ... Interpretation ist erlaubt). 
Zu lesen demnächst (vielleicht im August) in "Feuertraum, kühle Lippen" neben vielen wunderbaren Kollegen.

Ach, nein, nun hätte ich glatt mein "Rosarot" vergessen. 
Mein rosarotes Gedicht hat in der Gedichte-Anthologie "Gedichte rund um die Liebe" des Noel-Verlags seinen nunmehr 3. Veröffentlichungsplatz gefunden. 
Näheres reiche ich nach. 

In diesem Sinne: Auf die Liebe ... zum Geschichten erzählen!
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...