Dienstag, 27. Dezember 2011

Weihnachtsnachlese

Nein,  nein, Ihr könnt die Oh-Schreck-Zusammenzuckhaltung wieder verlassen, denn das wird kein Geschenkepost, aber den Weihnachtsteil im Jahresgedanken-ABC kann ich mir schon einmal sparen.
Ich habe nämlich gar keine Bücher bekommen und auch nur ein einziges verschenkt.
Alles ganz wunschgemäß, denn es stehen so viele ungelesene Bücher im Regal, dass da jetzt einfach mal der Geschenkeriegel vorgeschoben werden muss.
Obwohl mit dem Weihnachtsmann vereinbart war, dass die Großen nicht beschenkt werden, hat der alte Herr wieder mal nicht zugehört und mir etwas für zukünftige Fotoexperimente unterm Baum hinterlassen. Ich hege allerdings den leisen Verdacht, dass das eher ein Spielzeug für den Imker ist ... 
Pünktlich zu Heiligabend hat mich dann ein gewisser Herr Ischias besucht und nach vorsichtiger Vorankündigung vom Freitag am Samstagabend endgültig beschlossen, ein paar Tage zu bleiben. 
Vielleicht aber hat mich auch eine typische Harzhexe hintertückisch ins Kreuz geschossen, vielleicht ist es auch etwas ganz anderes, das jetzt aufgrund der Urlaubszeit, die sich auch die Herren und Damen Doktoren einmal verdient haben, nur mit größerem Reiseaufwand diagnostizieren ließe. 
So kümmerte ich mich denn in muttchenhaft gebückter Haltung um Lachsforelle, Hirschgulasch und die Resteaufwärmung und sitze, stehe, liege und laufe das Rückendilemma mithilfe meiner kläglichen Hausapotheke aus. 
Dementsprechend bot sich mir, während ich Mann und Kind zu den Pflichtbesuchen und ins Kino jagte, die Gelegenheit, endlich meinen Dezemberband der Julia Bestseller durchzuschmökern (Vorstellung folgt) und einen guten Vorwärtssprung in G. A. Aikens Dragon Kiss zu machen. Trotz weihnachtlich verklärter Toleranzbereitschaft muss ich aber sagen, dass ich die Lobhudelei von wegen "hach, wie sexy und innovativ" noch nicht nachvollziehen kann, weil sich meine Vorstellung von Liebesgeschichten nur bedingt mit Hormonexplosionen vereinbaren lässt ... Nun gut, ich habe ja noch ein paar Seiten vor mir. 
Weil trotz ausgedehnter Liegezeit kaum an Schlaf zu denken war, zappte ich mich des nachts munter durchs Programmangebot und stellte mit großer Freude fest, dass "Ist das Leben nicht schön" mal wieder zu nachtschlafener Zeit ausgestrahlt wurde. Ich konnte mich gar nicht mehr an die deutsche Synchronisation erinnern, und weil ich den Film schon bestimmt ein Dutzend mal im Original gesehen habe, war ich etwas enttäuscht. Sehr seltsam ...
Erspart habe ich mir allerdings den jährlichen Fernsehbesuch von Bruce Willis und Geena Davis, vielleicht hätte ich aber mehr von einem dieser Klassiker gehabt als von dem hanebüchenen High Lane - Schau nicht nach unten! aus französischer Horrorschmiede. Zum Glück hat das Schmerzmittel doch irgendwann gewirkt und mich wohlig dahinschlummern lassen.
Um die berühmten drei Haselnüsse bin ich bisher herumgekommen, weil ich zum einen nach acht nicht mehr mit Kind fernsehe und zum anderen Sohnemann tagsüber anderweitig beschäftigt war. Ich bin aber sicher, dass wir in absehbarer Zeit die DVD herausholen werden, denn Aschenbrödel gehört einfach zum Winterprogramm dazu
Da ich bekanntermaßen gerne in den TCM-Archiven stöbere und mir ab und an eine Film-Kollektion für die Sammlung besorge, habe ich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht und mir eine Romance-Sammlung zugelegt. 
Zu meiner großen Freude funktionierte Splendor in the Grass (Fieber im Blut) auf meinem alten Player ausgezeichnet. Auch nach fünfzig Jahren ein sehr sehens- und empfehlenswerter Film mit Natalie Wood und Warren Beatty (die zwischenzeitliche Neuverfilmung ist mir unbekannt). 
Blöderweise handelt es sich bei meiner neuerworbenen Sammlung um doppelseitige DVDs (Memo an mich selbst: den technischen Daten mehr Beachtung schenken und mal wieder Amazon-Reviews lesen), und als ich die Scheibe wendete, um Love in the Afternoon (Liebe am Nachmittag) mit Gary Cooper und Audrey Hepburn zu sehen, durfte ich feststellen, dass diese Seite wegen Regionsfehlers nicht funktionierte. Sehr dubios, aber nur gut, dass man ein DVD-Laufwerk am Rechner hat ... 
Demzufolge habe ich die Feiertage im Wesentlichen horizontal und ohne sinnvollen Zeitvertreib verbracht und starte nun leicht lädiert, aber vollkommen entspannt in die letzte Arbeitswoche des Jahres. 
Ein bisschen Rückenschmerz soll mich aber mal nicht schrecken. Immerhin ist Schulferienzeit, und die soll schließlich genossen werden!
In diesem Sinne: Genießt, was von 2011 noch übrig ist!

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...