Freitag, 23. Dezember 2011

Jahresgedanken-ABC Teil 10 - TU

S-Nachtrag Sushi
... hat mir der Imker gestern freundlicherweise von seiner Weihnachtsshopping-Tour vor den Toren der alten Leipziger Heimat mitgebracht. Angesichts der weiten Reise ökologisch zwar nicht unbedenklich, aber sehr lecker und eine höchst löbliche Geste allemal!
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Teen Wolf
Nein, nicht der Film aus den 80ern. 
MTV hat sich mit diesem Titel in die paranormale Serienwelt vorgewagt und schickt in der bereits komplett ausgestrahlten 12-teiligen ersten Staffel den Hauptcharakter, Teenager Scott McCall, nachts in den Wald, wo er prompt von einem Wolf gebissen wird. Wie der Werwolfkenner natürlich weiß, beginnt der ansonsten nicht sehr auffällige Lacrosse-Spieler sich zu verwandeln und hat natürlich keine Ahnung, was mit ihm passiert. Sidekick Stiles hingegen schon. Bald tritt auch schon der nächste Werwolf auf den Plan, von dem man zunächst nicht weiß, ob er Scott unterrichten und schützen oder einfach nur als unliebsamen Artgenossen loswerden will. Und nicht zu vergessen: Es gibt auch ein Love Interest, die sich alsbald als Tochter eines Werwolfjägers entpuppt und abstammungsgemäß ebenfalls eine Jägerin ist. 
Paranormale Highschool-Serie, die überraschend düster daherkommt, mal kein glubschäugiges Mägdelein mit hochdramatischer, verlustreicher Vergangenheit als Hauptcharakter hat und Lust auf die nächste Staffel macht.

Termindruck
... habe ich ständig, und ich frage mich, ob es bald überhaupt noch Kollegen gibt, die diesen Job tatsächlich bis zur Rente durchhalten. 
Der Dienstleister Übersetzer ist naturgemäß fast immer das letzte Glied in der Kette (außer vielleicht bei der Synchronisation) und darf dann in 24 Stunden einen Text niederknüppeln, den im Vorfeld Heerscharen von Anwälten monatelang durchgekaut haben. 
Ich hege sehr ernsthaft den Verdacht, dass uns berufserfahrenen Übersetzer bald die Puste ausgeht (wer kann schon dauerhaft konzentriert und auch noch rasend schnell arbeiten) und die Jobs an die unverbrauchten Absolventen gehen, die dann ebenfalls nach fünf Jahren die Segel streichen. 
Zwar höre ich an dieser Stelle schon wieder die hämischen Stimmen: "Tja, hättest dich ja spezialisieren können!", "Besorg dir doch Direktkunden!", "Heirate reich!" ... aber es muss ja auch Menschen geben, die den unspezialisierten Rest bedienen und flexibel zwischen Themen und Fachgebieten switchen können. Zudem bediene ich eine Sprachkombination, die eine Spezialisierung nur dann zulässt, wenn ich bereit bin, mein Kind verhungern zu lassen. 
Also lebe ich - noch - mit knappen Terminen und einem Gemüsegarten von Übersetzungsthemen und Texten. 
Aber anstrengend ist es schon ... Denn Übersetzen ist NICHT abschreiben. 

Terminologie
... ist eine Macke von mir. 
Vielleicht eine Berufskrankheit. 
Bei der Arbeit kann ich mich trotz knapper Termine nämlich mächtig in die Recherche von Fachbegriffen (nicht zwangsläufig Fremdwörtern) hineinsteigern und dann auch noch ergründen, warum das Wort so heißt, wie es heißt. 
Als Übersetzer ist man eigentlich nichts Halbes und nichts Ganzes (es sei, denn man ist auf ein Themengebiet spezialisiert mit Zusatzausbildung und pipapo). Der Job erfordert oft viel Recherchen in Bezug auf die jeweiligen Fachgebiete und die dazugehörige Fachsprache, und man ist manchmal mächtig überrascht, wie viele Bezeichnungen es für Ventile geben kann. 
Hin und wieder schwappen dann Wörter aus der Arbeitswelt hinüber in die normalsprachliche Welt, sodass man gelegentlich klugscheißerisch medizinisch daherparliert, ohne wirklich klugscheißen zu wollen, im realen OP aber wohl in tiefe Schwärze versinken würde. Das ist sozusagen eine Form der Verarbeitung des Gelernten.
Da es im realen Übersetzerleben aber nicht nur mir so geht, hat meine Prota Anne diese Macke auch und blubbert fachterminologisch frei von der Leber weg, um dem Leser ein Fremdwörterbuch nahezulegen. 

Terra Nova
Und noch eine neue Serie in der Herbstsaison 2011. 
Als Executive Producer der Science-Fiction-Serie bei Fox fungiert unter anderem Steven Spielberg, und die 13-teilige erste Staffel hatte mich, obwohl ich kein SciFi-Fan bin, am Haken. Warum auch immer, denn so neu und innovativ ist die Serie, die inzwischen komplett ausgestrahlt, aber noch nicht offiziell verlängert ist, nicht. Aber welche Idee ist heute noch bahnbrechend? Irgendwie wurde schon alles in irgendeiner Form erzählt. 
Wir schreiben also das Jahr 2149, und auf der Erde geht es dystopisch zu. Wir sind übertechnologisiert und überbevölkert. Den klaren Himmel hat schon lange keiner mehr gesehen, zum Atmen im Freien braucht man eine Maske. Bei Experimenten findet man allerdings eine Art Portal (eine Anomalie, wie es immer so schön heißt), das 85 Mio. Jahre in die Vergangenheit führt. Nach und nach werden Menschen auf so genannten Pilgerfahrten dorthin gesandt, um die Welt zu verändern.
In der Zwischenzeit bringt sich die Familie Shannon in arge Schwierigkeiten, denn sie hat ein drittes Kind, das, und das war nur eine Frage der Zeit, bei einer Bevölkerungszählung entdeckt wird. Jim Shannon, ehemaliger Polizist, wandert dafür für einige Jahre ins Gefängnis. Während dessen wird aber Elisabeth Shannon, weil sie als Ärztin in der neuen Welt, Terra Nova, hilfreich sein kann, für die nächste Pilgerfahrt rekrutiert. Um den Mann nicht zurückzulassen, verhilft sie ihm zur Flucht, und es gelingt ihnen, auch Zoe, das dritte Kind, mitzunehmen. So rutschen sie alle bei der zehnten Pilgerfahrt von der Dystopie in die Utopie, die sich dann natürlich als Jurassic Park entpuppt, denn wirklich frei ist auch in Terra Nova niemand. Neben der Bedrohung durch Dinosaurier hat sich auch noch eine Gruppe von Terra Nova abgespalten, um das Zukunftsprojekt zu boykottieren. So ist denn die schöne neue Erde auch wieder nichts als ein Kampfplatz mit Militärstrukturen. Na ja, wissen, wie es weitergeht, will ich trotzdem ...

Texte
... sind mein Leben, weil ich damit Geld verdiene. 
Zwar sind das fast immer Texte anderer, aber auch die brauchen hin und wieder eine helfende Hand. 

Texturen
... sind mein rotes Tuch, weil ich damit mit meiner autodidaktischen Gimperei an meine Grenzen stoße. 

Theater
... da würde ich gerne mal wieder hin.

The Secret Circle
Und noch eine Buchreihe, die The CW bei L. J. Smith erworben hat. Anders als bei The Vampire Diaries kenne ich hier die Buchreihe nicht und kann daher Änderungen und Co. nicht beurteilen. 
Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass der Sender a) versucht an alte Charmed-Zeiten anzuknüpfen und b) Schauspieler aus abgesetzten Serien unterbringen will. 
Auch wenn sich die Serie zur Saisonmitte erheblich gesteigert hat und eine ordentliche Portion Fragen und Düsterheit mitbringt, hinterlässt sie bei mir eher ein flaues Gefühl mit einer leisen Absetzvorahnung.

The Vampire Diaries
Nach wie vor top. 

The Walking Dead
Wer hätte gedacht, dass mich Zombies begeistern könnten?
Gut, es sind nicht die Zombies an sich, die mich begeistern, denn die sind ja sowas von eklig, aber die Geschichte, die AMC nach den Comics von Robert Kirkman und Tony Moore als Serie erzählt, ist absolut sehenswert.
Angelaufen ist The Walking Dead schon 2010, war aber bisher an mir vorbeigegangen. 
In Deutschland ist die Serie bereits im Pay-TV zu sehen, und zwar immer knapp nach der US-Ausstrahlung. Da wird aber flott gearbeitet! 
Vielleicht werde ich doch noch zum Dystopiefan. 

Thymian
... ist mir schon wieder verreckt.

Tränen
... vergieße ich oft bei Filmen und manchmal beim Schreiben, wobei letzteres nicht so gut ist. 

Träume
... sollte man nicht unter den Teppich kehren.

True Blood
... macht süchtig.

Twitter
... habe ich dieses Jahr vernachlässigt. 
Verpasst hab ich bestimmt nichts.
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Übersetzen
... macht eigentlich Spaß. 

Ulknudel
Ich fühl mich nicht angesprochen.

Umständlich
... bin ich manchmal. Aber man kann ja nicht immer nur geradeaus funktionieren :-)

Unanständig
... finde ich, ist es, die Arbeit des anderen nicht zu respektieren.

Unter der Sonne Kaliforniens
... weil ich's unter K wie Knots Landing vergessen habe.
Ich oute mich, ich geb's zu ... Diese Serie ist an meiner Seriensucht schuld!
2011 habe ich mir die zweite Staffel auf DVD gekauft, zu mehr wird es aber wahrscheinlich nicht mehr kommen. Schade, schade, schade. 
Sobald ich die Titelmusik höre, bin ich 14 und himmle Gary Ewing an.
Auch wenn Claudia Lonow erst letztens augenzwinkernd bloggte, dass bei Unter der Sonne Kaliforniens immer jeder so tat, als ob, fand ich die Serie so authentisch-familiär, gerade weil Michelle Lee so tat, als ob sie Essen kochte, und sogar der dazugehörige Serienehemann so tat, als ob er wirklich Kaffee kochen könnte.
Heutzutage möchte man angesichts Valenes Püppchen-Outfits zwar schallend lachen, aber Ted Shackelfords Darstellung des Alkoholikers Gary ist immer noch schmerzhaft ernst. 
Der dämliche Zögern-wir-mal-das-Serienende-unerträglich-hinaus-Plot kam ohnehin erst später. 
Bis dahin bleibt es bei: Hach, ich werd grad so nostalgisch.

Utopie

Das Gegenteil von Dystopie. 
Liest doch heute keiner mehr, oder?

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