Freitag, 11. November 2011

[31 Tage - 31 Filme] Tage 16, 17 und 18

Tag 16: Welches Genre bevorzugst du zum Entspannen?


Was für eine Frage?!
Romantisches, Liebevolles, Fantasievolles und Fantastisches ohne epische Gefechte, Paranormales zum Träumen und zum Schniefen. 
Gerne darf es auch ein schöner klassischer Film noir aus dessen Hochzeit sein, mit viel Bildgewalt, Licht- und Schattenspielen und Hinterlist. 
Blut und rasante Verfolgungsjagden entspannen mich hingegen überhaupt nicht. 
Auch kann ich bei irrsinnigen Komödien, in denen ein Gag den anderen um des Gags willen jagt, gar nicht abschalten. 
Irgendwie brauche ich zum Abschalten Subtiles und Ruhiges. Es muss kein Hochglanz sein, Independant-Filme sind sehr gern gesehen, und wenn ich dabei einschlafe, ist es auch nicht so schlimm, denn ich bin froh um jede Minute Schlaf, die ich irgendwie finde.

Tag 17: In welchem Film kommt deine Lieblingsfigur vor? 


Ich versuche ja immer noch, zu ergründen, was Lieblingsfiguren ausmacht.

In unterschiedlichen Lebensphasen dürfte man ebenso unterschiedliche Vorstellungen von fiktionalen Charakteren in Literatur und Film haben. 
Obwohl ich als Teenager Kevin Costners Charakter Frank Farmer in Bodyguard einfach nur angeschmachtet habe, wäre mir nicht eingefallen, ihn als Lieblingsfigur zu bezeichnen.
Mir persönlich liegen sperrige Figuren näher als jene, die sich mit aalglatter Sympathie einschmeicheln. So habe ich kein Problem mit gebeutelten Figuren, die sich irgendwie durchwurschteln, vielleicht auch mal jammern, weil sie einfach die Schnauze voll haben. Andererseits kann mich aber auch eine Mutter faszinieren, die ggf. unkonventionelle Entscheidungen treffen muss.  
Eine Figur, die mir sehr imponiert hat, ist Katie aus So wie wir waren. Katie ist, wie von Barbra Streisand häufig dargestellt, eine Jüdin und dazu noch überzeugte Marxistin, zielstrebig, nicht besonders attraktiv, finanziell eher schlecht situiert. Der attraktive Hubbell (Robert Redford) ist das genaue Gegenteil. Draufgängerisch, wohlhabend, Lebemann. Er mockiert sich über ihr Engagement. Als sie sich in den 30er Jahren begegnen, scheinen sie ganz und gar nichts gemeinsam zu haben. Doch dann lernen sie sich etwas kennen, stellen fest, dass sie beide mit großer Leidenschaft schreiben, und trotz aller Unterschiede ist Katie fest davon überzeugt, dass aus Hubbell Großes werden kann. Erst in Kriegszeiten begegnen sie sich wieder, und Hubbell taumelt eines Nachts zunächst betrunken in Katies Wohnung und dann schließlich in ihr Bett. Sie rutschen in eine Beziehung, ohne dass man zunächst behaupten könnte, dass die große Liebe im Spiel ist. Irgendwie verlieben sie sich aber doch. Während Katie Hubbell immer wieder ermutigt, sein Talent nicht zu verschwenden, stößt sich dieser jedoch an Katies politischem Überengagement. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich nicht in Schemen pressen lassen möchte, während Hubbell schön den Ball flach hält und sich dem Strom anpasst. Er macht in Hollywood Karriere, in die die sperrige Katie nicht hineinpasst. Auch ihre marxistische Vergangenheit wird ihr unter McCarthy zum Verhängnis. Als Katie schwanger wird und im Grunde auch nur zu Hubbells unliebsamen, sperrigen Anhängsel degradiert ist, beginnt er eine Affäre und es kommt schlussendlich zum Bruch. Nach langen Jahren begegnen sie sich wieder und müssen erkennen, dass die Vergangenheit wirklich vergangen ist und sie nie wieder das sein werden, was sie einmal waren. 
Katie steht an sich dafür, dass man an einen anderen glauben und ihn unterstützen kann, ohne sich selbst aufzugeben, und ihre - salopp-klischeehaft gesagt - starke Persönlichkeit hält sie auch über den vermeintlichen Verlust der Liebe hinaus aufrecht. 
Nicht mein Lieblingscharakter, aber ein Charakter, der mich stark beeindruckt hat.

Tag 18: Welcher Film enthält deinen Lieblingsbösewicht?


Ui, die Fieslinge, Fädenzieher, Hinterlistlinge sind gefragt, und ich bin überfragt, auch wenn ich ein Faible für sympathische Übeltäter habe. So richtig fies und abgründig herummetzelnd müssen sie gar nicht sein. Niederträchtig gerne, aber, wenn's geht, schon auch ein bissele sympathisch. 

Bei Serien würden mir gleich jede Menge solcher Wichte einfallen. 
Also mal schnell an die große Leinwand gedacht ... 
Ein Bösewicht, vor dem ich mich jedes Mal wieder fürchte, weil man ihn im Film fast ausschließlich gepresst atmen hört, während er seine Opfer im Bergwerk verfolgt, ist der vermeintliche Harry Warden in Blutiger Valentinstag (das Original aus den 80ern bitte!). Dieser Film verleiht den Atemgeräten der Kumpels gleich eine völlig neue Dimension. Nun krieg ich aber gleich Gänsehaut ... Schnell unter der Decke verschwinden, da guckt der Mörder nie nach! 
Ein Gegenspieler, über den ich mich aufrege und gleichermaßen amüsiere, ist sicherlich der Sheriff von Nottingham in Robin Hood - König der Diebe, was ganz gewiss Alan Rickmans Schauspielkünsten zu verdanken ist. 
Eine Art Pseudobösewicht, glaube ich, wird von Marilyn Monroe in der Rolle der Rose Loomis in Niagara verkörpert. Pseudo deshalb, weil Rose, ganz Femme fatal und mitnichten dümmlich-schmollmündig, mit ihrem Liebhaber zwar daran schmiedet, ihren vom Koreakrieg traumatisierten Ehemann loszuwerden, aber dann selber unter die Räder gerät. 
Ganz besonders gerne habe ich aber immer noch die Märchenbösewichte, weil die meistens am Ende ordentlich eins auf die Mütze kriegen oder brav geläutert werden ...

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...