Samstag, 2. Juli 2011

Ach du liebe Zeit

In zahlreichen Blogs ist derzeit eine Tendenz zu Verknappung der Beiträge, insbesondere der Rezensionen, festzustellen. Verfechter der ausführlichen Befassung mit der Lektüre sind verunsichert angesichts des Einwandes, heutzutage habe doch ohnehin keiner mehr Zeit für Langes.
Wer also keine Zeit hat, darf an dieser Stelle das Lesen einstellen, denn ich verspreche, es wird lang. 
Dieser wundervolle Trend zum ASAP, während wir überall von Zeitfressern par excellence umgeben sind, geht mir nämlich schon seit geraumer Zeit gegen den Strich, und zwar in zahlreichen, wenn nicht gar allen Lebenslagen. 
Schon lange hat sich der Frust in mir Zeit zum Schwelen genommen, vor allem auf beruflicher Ebene, sodass dieser Beitrag nur am Rande mit Buchbesprechungen und Bloggen zu tun hat, diese und die Ausführungen anderer Blogger aber sehr wohl den Anstoß gegeben haben, mir einmal Luft zu machen.

Schon nach der ersten Russischstunde habe ich vor mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten getönt, ich wolle Übersetzerin werden. 
Das war wohl noch die Zeit der Schreibmaschinen, Schreibbüros, Bibliotheken und der Möglichkeit zur Kongenialität. 
Als ich 1999 frisch aus der achso praktischen Universitätslehre in den Job stolperte, war mein Einstiegsauftrag eine zwanzigseitige Übersetzung in die Fremdsprache innerhalb von drei Tagen. 
Ich erinnere mich, dass sich der Text mit Regionallegenden Nordfrankreichs befasste, wovon ich - logischerweise - keine Ahnung hatte. 
Angesichts des Schweregrades und Rechercheaufwandes war diese Aufgabe für einen Nichtmuttersprachler von vornherein ein "Unding" und laut Universitätsdozenten sowieso eine übersetzerische Todsünde. Denn a) übersetzt man NIE in die Fremdsprache, b) werden die Termine dem Aufwand angemessen gestaltet und c) verlangt man einen ordentlichen Preis. 
Seit 12 Jahren bin ich gezwungen, eine übersetzerische Todsünde nach der anderen zu begehen. Und die Ursache ist in aller Regel noch vor dem schnöden Mammon die hübsch neudenglische Kondition "ASAP". 

Ganz ehrlich - Achtung! Sprachliche Entgleisung! - es kotzt mich an. 

Nicht nur, dass keinerorts mehr Geld für Qualitätsübersetzungen übrig ist, weil sich dahergelaufene Quereinsteiger (bis auf wenige großartige Ausnahmen, vor denen ich mich sprachlich und fachlich verneigen möchte) im uferlosen Marktplatz namens Internet zu Schleuderpreisen anbieten, mit denen ich nicht mithalten kann, nein, es kommt noch hinzu, dass auch keiner mehr Zeit für Qualitätsarbeit hat. 
Alles muss vorgestern fertig sein. 
Aufgrund von Kundenverkettungen - Firma X beauftragt Übersetzungsbüro A, Übersetzungsbüro A beauftragt dann Übersetzungsbüro B, Übersetzungsbüro B sucht und beauftragt dann endlich mal den Dienstleister, sprich Übersetzer  - werden Aufträge im Fax verschlampt, gehen Tage ins Land und am Ende hat der Übersetzer für zwanzig Seiten zwei Tage Zeit. 
Sagt man, man habe keine Zeit, meint man die weit aufgerissenen Augen durchs Telefon zu hören oder zwischen den Zeilen der E-Mail-Antwort zu lesen. 
Wie, Sie haben keine Zeit? 
Warum denn? 
Ehrliche Antwort? Weil ich nicht hiergesessen, Däumchen gedreht und mein Leben lang auf genau diese zwanzig Seiten gewartet habe.  
Natürlich ist man immer bestrebt, möglichst alle Kunden gleich flott zu bedienen, aber in der Realität ist das nicht machbar. 
Man muss eben nehmen, was man kriegen kann, denn die laufenden Kosten laufen nun einmal naturgemäß weiter, ganz gleich, ob der Freiberufler genug Aufträge hat oder nicht. 
Dass man auch mal einen Kunden "verprellt", bleibt nicht aus.
Zur Freude von Übersetzungsbüro B, A und Firma X gibt es aber immer wieder Kollegen, die sich voller Elan auf Nachtarbeit stürzen, oder gar Übersetzungsbüro C, das seine festangestellten Übersetzer unter Androhung von Gehaltsabzügen zu Höchstzeilenleistungen verdonnert, angesichts derer der Berufsverband BDÜ wohl geschlossen einen Herzinfarkt bekommen würde (und das ist keine dahingeworfene Vermutung, sondern eine Realität, die ich über mehrere Jahre erlebt und mitgemacht habe). 
Übersetzer sind Dienstleister und haben demzufolge Dienst zu leisten. 
Als Selbständiger sowieso auch noch ständig.
Leben, was ist das? 
Höchst beliebt sind auch jene Freitagspätnachmittagsfunde, die am Montag um 8 Uhr beim Kunden liegen müssen. Natürlich in druckreifer Qualität. 

Wie? 
Sie haben keine Zeit?

Ja, ich habe keine Zeit! 

Weil ich keine Zeit haben will! 
Weil mein Kind mein Gesicht unter freiem Himmel anstatt hinter einem Computerbildschirm sehen will. 
Weil ich mal ein Buch lesen will. 
Weil ich einfach mal eine Stunde mit etwas vermeintlich weniger Lebenswichtigem, wie Bloggen, Telefonieren, E-Mail-Beantworten, Briefeschreiben (jawoll, das will ich), verbringen will. 
Weil ich ein Hobby haben will.  
Weil ich ein Leben haben will.

Und weil der Übersetzer ein Leben haben will, ist der Auftrag futsch. 
Natürlich setzt sich ein Schleuderpreiskollege ohne Wochenendzuschlag hin und macht das Ding für den Kunden, der natürlich erst um 9 Uhr am Schreibtisch sitzt und vermutlich gegen Mittag, wenn überhaupt, mal einen Blick auf die Übersetzung werfen kann.  
Grundsätzlich sind Drucktermine immer morgen, und das wurde auch eben erst so beschlossen, denn Drucksachen brauchen niemals (!) Vorlaufzeit. 
Verträge werden immer an einem Tag aufgesetzt, deshalb kann der Übersetzer die Arbeit in selber Windeseile erledigen. 
Von der Genialität des Werbetexters wollen wir ja gar nicht sprechen. 
Es versteht sich von selbst, dass der Übersetzer den selben Slogan im Handumdrehen in Sprache Y transportiert!
Neben dem üblich Irrglauben, Übersetzen dauere nicht länger als Abschreiben, erfreuen wir Übersetzer uns zunehmend am Argument der sogenannten Übersetzungstools. 
Entwickelt mit dem Ziel, Lokalisierung zu erleichtern und gleichbleibende Textversatzstücke immer wieder identisch wiederzugeben, fordern nun manche Kunden (häufig ahnungslos, denn zur Eröffnung eines Übersetzungsbüros bedarf es keiner Fach- oder Sprachkenntnisse) den Einsatz dieser Tools, die mir als Wald- und Wiesenübersetzer (= ich muss eben alles machen, was ich kriegen kann, denn bei meiner Sprachkombination ist Spezialisierung nahezu aussichtslos) in den meisten Fällen auch noch mehr Zeit rauben, anstatt mir Zeit zu sparen. 

Gewöhnen werde ich mich daran in einem Kommunikationszeitalter, in dem man noch nicht einmal mehr Zeit hat, "jetzt" oder "liebe Grüße" auszuschreiben, wohl nie, aber ich nehme mir nach Möglichkeit die Zeit, die ich brauche. 
Wie irre Seiten produzieren kann ich auch, aber gedient ist damit keinem. 
Übersetzen ist kein Abschreiben und braucht nun mal seine Zeit: 
Zeit zum Recherchieren, denn nach vier Tagen Eheverträgen gehen mir Klimazellen nicht ganz so flott von der Hand, Zeit zum Korrekturlesen, Zeit, die keine Kongenialität zulässt,  aber zumindest ausreicht, um eine sinnvolle, adressatengerechte Arbeit abzuliefern. 

Lustigerweise wird das ASAP ganz ASAP außer Kraft gesetzt, wenn es ums Bezahlen der ASAP-Leistung geht. Das beste Argument dabei ist, der Endkunde habe noch nicht bezahlt. Hm, vielleicht sollte ich demnächst meiner Krankenkasse sagen, dass ich meinen laufenden Beitrag nicht entrichten kann, weil die Rechnung, die ich dafür einkalkuliert hatte, leider nicht fristgerecht beglichen wurde. 
Wenn ich mal richtig viel Zeit habe, werde ich mich für ganz lange Zeit aus dieser Zeit ausklinken ...

Jahr für Jahr stürmen übersetzungswillige Neustudenten die neu verschulten Übersetzerstudiengänge, viele von ihnen mit dem Traum, einmal Bücher zu übersetzen. 

Diesen Traum hatte ich noch nie. Nicht etwa, weil ich Buchbesprechungen, die dem Übersetzer (und Autor) gerne mal die sprachliche Kompetenz absprechen, fürchte, und auch nicht, weil Literaturübersetzen gar nicht Bestandteil meines Studiums war, sondern ganz einfach, weil es die Traumzeit, die beispielsweise einer großartigen Swetlana Geier - natürlich unter anderen Bedingungen - Raum zur intensiven Beschäftigung mit der Sprache und dem, was der Künstler wohl aussagen wollte, einräumte, heute einfach nicht mehr gibt. Das Abtauchen, das dem Übersetzen einen fast schon romantischen Touch verleiht, ist nicht mehr möglich. Übersetzungen sind heutzutage fast schneller zu haben als das Werk eines deutschen Autors. Davon mal abgesehen, dass der Schwerpunkt des Übersetzungsbedarfs am Markt mal ganz klar nicht auf der Belletristik liegt ...

Warum mache ich das alles noch mit? 
Weil ich Kommunikation und Sprache liebe. 
Es gibt immer Menschen, die (mündliche oder schriftliche) Texte nicht verstehen können - Übersetzen schlägt Brücken (das mag ausgelutscht sein, aber ändert nichts an der Bedeutung von trādūcere) und pflegt hoffentlich auch Sprache. 

Weil auch Bücherbesprechen ein Denkprozess ist, will ich persönlich keine Dreizeilen-Jippie-war-ein-supertolles-Buch-und-danke-fürs-Reziexemplar-Pseudorezensionen lesen, sondern genieße die Auseinandersetzung mit Buch und Inhalt. Natürlich schließt "Kurz" ein "Fundiert" nicht zwangsläufig aus, wie beispielsweise die Rezensionen im Loveletter beweisen, und es soll natürlich jeder seine Beiträge nach seinem Gutdünken verfassen - mit Freude und ohne Zwang. Bloggen ist für die wenigsten ein Job, sondern ein Hobby! Nur sollte die Zeit dem "Hilfreich für andere" nicht im Wege stehen.
Auch ich will und werde weiter nach meinem Gefühl lange Beiträge verfassen; habe ich keine Zeit, lasse ich es ganz. Habe ich keine Zeit mehr, Beiträge zu lesen, abonniere ich weniger oder verpasse auch mal was.

Ich will mich weder von ASAP noch virtueller Kurzlebigkeit in die Knie zwingen lassen, denn ich möchte nicht für den Rest meines Berufs- und Privatlebens nur herumhetzen.

Weil ich mir nun genug Zeit genommen habe, um meinem Übersetzerfrust freien Lauf zu lassen, gehe ich jetzt ganz gemütlich zurück zu meinem Buch, für das ich mich auch ganz ohne fremde Hilfe und Umfragen entschieden habe. 

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Wie ohne fremde Hilfe entschieden? Das geht doch gar nicht! *g*
Ich wünschr Dir beim lesen schon mal viel Spaß.
Zuerst: Ich habe den Text gesamt gelesen und wie immer Spaß dabei gehabt. Dass der Job des Übersetzers ein schwerer ist, weiß ich gut. Gefühl für eine Sprache geht oft verloren und das sollte nicht sein. Nachher kommt etwas anderes heraus, als beabsichtigt.
In der Literatur passiert es immer häufiger, dass ein Buch im Original als vielleicht nicht übermäßig toll, aber doch unterhaltsam duchgeht, in der Übersetzung aber alen Charme verliert und so zu einem eher mittelmäßigen Werk (oder gar schlechtem) wird. Das tut mir oft sehr leid, denn dafür kann ein Autor ja nichts.
Danke Dir jedenfalls für diesen kleinen Eiblick. Ich muss übrigens immer mal im Alltag lachen, wenn ich daran denke, wie ich selbst etwas lernte (der Idealfall natürlich) und was in Realität daraus gemacht wird (werden muss). Wärs nur immer so einfach ...
Problematisch am Thema finde ich übrigens, dass es mittlerweile Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass der Trend zu kurz daran liegt, dass die Menschen zunehmend längeren Argumentationen nicht mehr folgen können. (Bsp.: Durch Goo.gle muss sich keiner mehr was merken.)

Sinje hat gesagt…

Ob meine eigene Entscheidung richtig war, wird sich zeigen. Nicht, dass ich doch noch auf fremde Hilfe zurückgreifen muss :)

Ich habe mich auf der Buchmesse lange mit einer Literaturübersetzerin unterhalten, und ich finde die Bedingungen für diese Arbeit, die im Grunde mit meiner kaum zu vergleichen ist, weil sie deutlich mehr Feingefühl verlangt, einfach gruselig. Drei Monate für ein Buch (für im Übrigen vergleichsweise wenig Geld) sind sehr, sehr wenig, und am Ende darf man sich noch von Rezensenten in Grund und Boden stampfen lassen.

Dass längeren Argumentationen nicht mehr gefolgt werden kann, ist sehr bedenklich. Im Beruf bin ich dankbar für das Internet. Die Sprachentwicklung ist so schnell in Wörterbüchern gar nicht mehr erfassbar, da helfen Foren usw. schon enorm, eben auch im Hinblick auf die Liefertermine. Aber ich mache mir Sorgen um die Bildung meines Kindes. Wir können noch so sehr mit Bestimmungsbüchern in den Wald gehen, in der Schule wird Internetrecherche verlangt. Wo soll das noch hinführen?

Seychella hat gesagt…

Ich habe diesen Blog erst kürzlich entdeckt - und bin froh, dass deine Rezis so bleiben wie sie sind. Und dass auch du deine Lektüre ohne fremde Hilfe auswählst! *g*

Rezensionen sind für mich etwas ganz persönliches und individuelles - denn sie zeigen, wie jemand liest und sich mit der Lektüre auseinandersetzt. Was ihm wichtig ist und welche Eindrücke das Buch hinterlassen hat. Ich lese nicht nur gern, sondern schreibe auch mit Leidenschaft darüber - und finde es einfach toll, wenn ich das bei anderen auch sehe und ihnen über die Schulter schauen darf.

Also - vielen Dank dafür! Und viel Spaß weiterhin. :)

Nazurka hat gesagt…

Wow, super Beitrag! Bin total sprachlos und fühle aber mit dir! Dein beitrag war unglaublich fesselnd und ich stimme dir zu, vor allem, was den Trend und die Pseudorezensionen angeht. Ich denke immer, wenn mir ein Verlag ein Buch schickt, welches 20 Euro kostet und ich "nur" eine Buchkritik schreiben muss, muss diese schon ausführlich sein und man muss sehen, dass man sich ordentlich damit auseinander gesetzt hat. Es ist eigentlich ein Unding, weniger zu machen. Wie auch "Verlorene Werke" vor dir berichtete, stimme ich euch beiden zu und werde weiterhin mit meinen langen Posts das Bloggeruniversum zuspammen - aber mit sinnvollem Gehalt und entgegen dem Trend. Weiter so!

Liebe Grüße,
Nazurka

Sky hat gesagt…

Wirklich ein interessanter Beitrag. Ich hab bisher noch nichts von Übersetzern gelesen, wie sie sich abarbeiten müssen und wie ihr Leben so ist. Und ich kann nachvollziehen, dass man wirklich gefrustet dadurch ist.
Und ja, die ganz kurzen Rezensionen (ich möchte nicht behaupten, ich schreibe lange und total ausführliche Rezensionen, aber ich kümmer mich eigentlich schon darum, dass diese prägnant sind, ich den Inhalt unabhängig vom Klappentext wiedergebe, wie auch, dass ich die wichtigsten Vor- und Nachteile des Buches herauskristallisiere. Damit meine Meinung deutlich wird und wo ich die Probleme sehe) finde ich auch furchtbar. Ich habe wirklich meinen Respekt vor denen, die wahnsinnig ausführliche Beiträge liefern und da bin ich dann auch (als junger Buchblogger!) enttäuscht, dass manche die Buchbesprechungen einfach hinklatschen, bloß damit sie ihre Rezensionsexemplare habeb... das ist nicht Sinn und Zweck solcher Bücher und zeigt auch wenig Respekt vor der Literatur.
(Und ich hoffe meine Rezensionen sind nicht zu kurz... auch wenn ich manchmal das Gefühl habe...)

Liebe Grüße,
Sky

Sinje hat gesagt…

Hallo Ihr!

Schön, dass Ihr vorbeigeschaut habt.

@Seychella
Ich stimme dir zu, dass Rezensionen etwas Individuelles sind. Mir geht es häufig so, dass ich bei Besprechungen von Büchern, die ich auch gelesen habe, denke: "Oh, so hab ich das aber nicht gelesen." Es gibt immer wieder Dinge, auf die man selbst beim Lesen vielleicht gar nicht so Wert legt wie andere, oder man nimmt Texte unter Umständen anders wahr. Solche Eindrücke entstehen aber bei drei Zeilchen nicht. Und beim Rezensionenschreiben sollte wirklich der Spaß nicht verloren gehen.

@Soleil
Das Lang- oder Kurzproblem ist vielleicht gar nicht mal so tragend. Ihr habt im Loveletter doch auch nur begrenzt Platz und könnt nicht ausufern. Da kann man sich im Blog ja schon fast gehen lassen. ABER eure Rezensionen (wie viel Zeichen sind das eigentlich?) haben trotz ihrer Kürze Hand und Fuß. Problematisch finde ich hier eben, dass viele solche Bücherberge haben, dass sie gar keine Zeit mehr haben, sich noch selbst zum Inhalt einzulassen und nur noch ein "war toll" von sich geben, weil ja gerade bei Reziexemplaren immer Beitragsmuss dahinter steht. Und ich habe Zeit, meine Stalkingopfer zu lesen, aber ich lese nicht zwanzig Besprechungen zu einem und demselben Buch, sondern nur die in dem Blog, wo ich weiß, dass ich etwas damit anfangen kann.

@Nazurka
Bei dir lese ich eben aus dem Grund gerne, weil ich sehe, dass du Freude dabei hast und die Bücher wirklich "verarbeitest". Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Sachbuchautor, der pauschalisierend alle leserbetriebenen Bücherblogs für rezensionsunfähig hält. Das ist in meinen Augen Quatsch, auch wenn natürlich ein Unterschied zwischen Rezension und Rezi besteht :D Außerdem übernehmen ja Blogs das, was Journalisten nicht mehr schaffen: den Leser ansprechen.
Mach mal weiter so!
(Ich schaue immer mal bei der Challenge rein - ich mach nur keine mehr mit :))

@Sky
Nö, ich finde deine Rezensionen nicht zu kurz, und dahingeklatscht sind sie auch nicht.

So ein Blog ist schon eine schöne Freizeitbeschäftigung + Zeitfresser, aber eben auch ein tolles Hobby, und für mich besteht es nicht darin, hunderte Blogs zu verfolgen und Verfolger zu sammeln und erst recht nicht um kostenlose Bücher abzufassen. Den Luxus kann ich mir noch leisten.

Generell bin ich (und auch einige Kollegen) eben seit geraumer Zeit frustriert, dass man nur noch von Zeit diktiert wird, und ich will in meiner Freizeit nicht auch noch fremdzeitdiktiert werden. Wem ich mit langen Beiträgen klaue, der soll mich halt nicht lesen.

Übersetzen ist aber trotzdem ein toller Job, bei dem man jeden Tag was Neues lernt (und wenn es nur ein neues Wort ist). Und wenn man einmal in zwölf Jahren einen Anruf bekommt, bei dem sich der Kunde persönlich für die Arbeit bedankt, geht es doch auch wieder aufwärts :)

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit viel Zeit für Freizeit und Familie!

Liebe Grüße
Sinje

Soleil hat gesagt…

250 Wörter ;-)
Die schaffe ich im Blog aber nie, weil mir dann noch hundert andere Dinge einfallen. Im Magzin ist mein Gehirn mittlerweile (ich mache es ja schon eine Weile) schon vor dem Schreiben so eingestellt, dass ich das Wichtigste fokussiere. Und ehrlich, manchmal sind die 125 Wörter Meinung noch zu viel ...
Wer nur liest und liest und liest hat auch gar keine Zeit, sich auf ein Buch einzulassen. Außerdem steht bei den REs immer der Zwang im Hintergrund. Darum frage ich auch keine mehr an, Lesen soll Spaß machen.

Sinje hat gesagt…

250 Wörter - würde ich hier nie schaffen, aber ich übe mich hin und wieder im Amtsblatt mit Kindergartenbeiträgen in kurzer Würze :D
Ich habe dieses Jahr auch noch kein Buch angefragt, dafür aber schon drei bei Vorablesen erwischt, und da besteht ja immer noch mehr Zwang aufgrund Termingebundenheit. Deshalb lasse ich es jetzt auch mal eine Weile.
Wenn mich was interessiert, kaufe ich es mir. Den Luxus Buch gönne ich mir und meiner Familie auf jeden Fall.
Und weil's Spaß machen soll, lese ich jetzt schon wieder einen Julia Bestseller *bg*

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