Donnerstag, 23. Juni 2011

Von Feen verführt

Nichts ahnend schlenderte ich am Dienstag in den Spielwarenladen mit integrierter Schreibwarenecke meiner Wahl, um die leidlichen Schuleinkäufe fortzusetzen. Es ist schier unglaublich, dass jede Grundschule in der Region andere Heft- und Heftervorstellung hat, sodass ich nun schon zum dritten Mal in der Schreibwarenecke einreiten musste, um das gewünschte Schreibübungsheft, das hier wirklich niemand, aber auch gar niemand, außer natürlich der Schule, in die mein Sohn kommt, verwendet, abzuholen.
Nachdem mich bislang immer die Schleich-Ecke im Laden gefesselt hat, machte ich dieses Mal den Fehler, um das Regal herumzugehen. Meine gierigen Augen erspähten sofort die - jippie! - Buchnische, und es war sofort um mich geschehen. Eines meiner liebsten Hobbies ist es nämlich, Bekannte, Verwandte und solche, die es werden wollen, vor allem aber Kinder mit Büchern zu beschenken. Ohne einen Anlass zu brauchen, schleppe ich daher zu jeder Zeit meinem Sohn neue Bücher ins Haus, und weil die Pi-mal-Daumen-Statik unseres Hauses schon etwas über hundert Jahre ausgehalten hat, bin ich optimistisch, dass sie die Kombination aus neumodischen mal kurz am Holz vorbeigeschrammten Möbeln und Büchern noch etwas länger ertragen wird.
Weil es in der Bücherecke so schön geheimnisvoll funkelte, musste ich einfach nähertreten. 
Ganz ehrlich, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass eine Fee aus dem Buch geklettert ist und es mit Feenstaub funkeln ließ, damit ich es sehe.
Nächste Woche haben wir nämlich in der Verwandtschaft einen Mädchengeburtstag, und wie von Zauberhand lockte das Funkeln: Kauf mich, kauf mich.
Alles klar! Wird erledigt, äh, gekauft!

Gekauft habe ich also dieses wunderfeine Buch:
(c) arsEdition

Dieses zauberhafte Buch von Ars Edition hat zwar nur 32 Seiten, aber die sind voll von Feen und Informationen, die kleine und große Feenliebhaber gerne erfahren wollen. Okay, ich gebe zu, man muss ein Faible für Feen und Glitzer haben. Fantasylosen Lesern dürfte es zu kitschig sein. 

Schon der feste Einband des querformatigen Buchs ist eine glitzernde Verführung. Neben dem typischen Reigen liebevoll gemalter Feen in allen Farben des Regenbogens gibt es (die derzeit wohl unvermeidlichen) grünen Ranken, die wie auch der dunkelrosafarbene Titel mit grünem bzw. goldenem Flitter bestreut sind, der ein zusätzliches haptisches Erlebnis bietet. 
Der Text im Inneren klärt uns auf: Feen lieben hübschen Flitter und Tand, deshalb ist es nur recht und billig, dass dieses Buch entsprechend flirrt und schimmert. 

Auf den wenigen Seiten gibt es allerlei zu entdecken. Wir werden nicht nur aufgeklärt, welche Feenarten es gibt (Hausfeen, Gartenfeen, Waldfeen, Wasserfeen), sondern auf fast jeder Seite wartet ein kleines Extra, beispielsweise Klappen, die Einblick ins Feenschloss verschaffen, Büchlein oder Einschübe. 
Der Tagesablauf der Fee kommt ebenso zur Sprache wie Zaubersprüche, Rezepte und nicht zuletzt auch die Feinde der Fee. Der Text ist für Kinder vielleicht stellenweise zu ernst und die Satzlänge zu lang, aber das dürfte kleine Feenmädchen wenig schrecken. 
Liebevolle und hochwertige Ausstattung rechtfertigen den hohen Preis und verdienen insbesondere wegen der kleinen, sensiblen Extras eine sehr pflegliche Behandlung.


Jetzt habe ich nur noch ein Problem: Mein nichtzielgruppenzugehöriger Sohn hat das Schmuckstück entdeckt und sich verliebt. Da werden zum Schulanfang wohl noch ein paar Feen herbeiflattern müssen. 

Sollte man mich in den nächsten Tagen vermissen - ich bin aller Wahrscheinlichkeit nach im Feenland zu finden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dann wünsche ich eine Gute Reise. Und Grüßen Sie die Feen vom mir.

Günther Macho

http://guenthermacho.jimdo.com/
http://leereseiten.wordpress.com/

Sinje hat gesagt…

Ach, ich dachte Sie sind ohnehin Dauergast im Feenland :-)
Ich grüße natürlich gern.

Carmen hat gesagt…

Zauberhaft!

Anonym hat gesagt…

Naja, von Zeit zu Zeit bin ich auch auf dieser Seite des Portals.
Günther Macho

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