Freitag, 17. Juni 2011

[Stöckchen] Wenn ich nicht ich wäre, sondern ...

Die liebe Mirjam hat mich mit einem Stöckchen beworfen, und unsportlich, wie ich bin, habe ich mich nicht rechtzeitig geduckt. Der Staffelstab hat seinen Ursprung bei Bookaholic und es dreht sich selbstverständlich um Bücher.

Also dann. 
Wollen wir mal loslegen:

Wenn ich nicht ich wäre, sondern ...

... ein Buchtitel ...
Ha, ich bin ein Buchtitel. 
Wie einige bereits wissen, ist "Sinje" ja mein Spitzname und nicht nur das, Sinje ist auch eine andere Form meines Geburtsnamens Gesine. 
Auch wenn ich nicht nach dem Buch benannt wurde, gibt es dieses aber trotzdem. Geschrieben wurde es von Karl Neumann und heißt "Das Mädchen hieß Gesine". Der Autor erzählt darin vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges von der achtjährigen Gesine, die einem sowjetischen Kriegsgefangenen hilft.



... ein Fantasybuch ...

Nun wird es schon etwas schwieriger. Obwohl ich bekanntermaßen gerne verschiedene Spielarten der Phantastik lese, gelingt es mir selten, mich mit einem Charakter zu identifizieren. Ein richtiges Fantasybuch will mir nicht einfallen, deshalb rutsche ich hier nahtlos in den Bereich der paranormalen Romanzen. Ich wäre bestimmt "Zauber der Wellen" von Christine Feehan, weil mir der sanfte Charakter der Abigail so liegt. Sie ist eine der Drake-Schwestern und hat die Fähigkeit, die Menschen dazu zu bringen, die Wahrheit zu sagen. Als Meeresbiologin ist sie eins mit den Wellen und den Delfinen, aber von der Liebe ist sie enttäuscht ... erst einmal.




... ein Krimi/Thriller-Buch ...

Oje! Wenn ich etwas so gut wie nie lese, dann sind es Krimis oder Thriller, denn darauf habe ich schon seit ein paar Jahren nicht wirklich Lust. Neben ein paar Romanen von Agatha Christie ist der letzte Krimi, den ich gelesen habe, "Schwesterlein, komm tanz mit mir" von Mary Higgins Clark, und der ist schon ziemlich alt. Wie diversen Amazon-Rezensionen (die man ja in den wenigsten Fällen als Rezension bezeichnen kann) zu entnehmen ist, scheiden sich an diesem Roman die Geister. Ich kann mich erinnern, dass er mich doch sehr mitgerissen hat und ich mir damals vorgenommen hatte, mehr von Mary Higgins Clark zu lesen. Dieses Vorhaben habe ich allerdings bis heute nicht umgesetzt.




... ein Historischer Roman ...

Ups, das nächste Genre, mit dem ich nicht auf gutem Fuß stehe, das aber meine Mutter umso mehr begeistert. Ich klappere mein Bücherregal ab, und da steht in meinem Bestand tatsächlich kein echter historischer Roman. Nicht, dass sie mich nicht interessieren würden, aber ich habe momentan einfach andere (Entspannungs-)Präferenzen (ohne Bildungsanspruch), hege jedoch große Bewunderung für die Autoren! Es gibt allerdings ein Kinder- und Jugendbuch aus meiner Kindheit, das ich durchaus als historischen Roman einstufen würde und mich damals schwer begeistert hat: Wilhelm Strubes Novelle "Das strahlende Metall" erzählt Wissbegierigen sehr anschaulich und unkompliziert die Lebensgeschichte von Marie Curie. 




... ein Horror-Buch ...

Echten Horror habe ich lange nicht gelesen. Auch wenn ich mit den Jahren (vor allem auch filmtechnisch) in Sachen Horror etwas sattelfester geworden bin, ist mir mein Nachtschlaf doch heilig. Auf jeden Fall wäre ich aber ein Stephen-King-Roman, mit großer Wahrscheinlichkeit "Christine". Dieser Roman ist vielleicht nicht Kings gruseligstes Werk, das böse Auto hat mein damals 16-jähriges Leser-Ich allerdings ganz schön aus der Bahn geworfen. 



... ein Buchcover ...

Ach, ist das nicht ein bisschen oberflächlich? Na ja ... In Bezug auf Cover wäre ich wahrscheinlich gern ein Covershifter, ein Umschlagsgestaltwandler, denn es gibt mittlerweile so viele tolle Buchumschläge, dass man sich kaum noch für einen entscheiden kann. Auch wenn ich mir selber Sanktionen für neue Buchkäufe angedroht habe, konnte ich nicht widerstehen und habe mir die "Poison Diaries - Band 1" von Maryrose Wood gekauft. Obwohl ich ja seltener in der YA-Abteilung unterwegs bin, reizt mich das pflanzlich-blumige Thema sehr. Ich habe zwar noch nicht mit Lesen begonnen, aber das Buch ist so wunderschön, dass ich es auch einfach nur anstarren könnte.



... ein Genre ...
Wer hier mitliest, kann diese Frage ganz schnell selbst beantworten. Momentan fühle ich mich einfach mit paranormalen Romanzen/Romantasy oder auch Liebesromanen ohne fantastische Elemente am wohlsten. 



... ein Autor ...
Ich halte mich selbst zwar nicht für erstrebenswert, und es gibt jede Menge AutorInnen, die ich aus verschiedenen Gründen bewundere, aber trotzdem wäre ich immer nur ich. 


... ein mystisches Wesen ...
Eine Klischee-Elfe wäre ich wohl, Klischee hin oder her. Elfen als Wesen der Natur finde ich unheimlich spannend, und die Welt im Kleinen mit all ihren verborgenen Wundern fasziniert mich. Ein Vampir mag ich nicht sein, weil ich wahrscheinlich wie Lynsay Sands' Lisianne eine Transfusion bräuchte, weil ich es nicht über mich bringen könnte, meine Zähne in jemanden zu schlagen. 



... ein (Kinder)-Märchen ...
Wie soll ich mich da entscheiden? Wahrscheinlich wäre jeder gerne Aschenputtel, weil das am Ende den Märchenprinzen bekommt. Hm. Aufgrund meines Heuschnupfenproblems käme ich wohl mit den gefiederten Zeitgenossen nicht so ganz klar. Deshalb könnte ich wohl auch keine Gänse am Brunnen hüten ... 

Da ich schon immer einen Hang zum Romantisch-Dramatischen hatte, entscheide ich mich für "Snegurotschka". Dieses russische Märchen ist so schön und so traurig; es erzählt von einem alten Ehepaar, das keine Kinder haben kann. Eines schönen Wintertages formen sie sich ein Kind aus Schnee, das lebendig wird, aber nur bis zum Sommer bei ihnen bleiben kann.


... eine Buchseite ...
Wie jetzt? Ich möchte höchst ungern nur eine Seite sein. Da droht die Gefahr von Rissen und Eselsohren, und vielleicht passiert auch noch etwas ganz Furchtbares darauf. Wenn, dann will ich die Seite mit dem Friede-Freude-Eierkuchen sein, und wenn das die letzte im Buch ist, ist's auch gut. 




... ein Paperback (Taschenbuch) ...

Welch feine Option. Da könnte man mich problemlos in die Handtasche stecken und überall mit hinnehmen. Wär ich ein Paperback (im Sinne der Aufmachung und nicht ein Taschenbuch im Sinne des Lizenzgeschäfts), wär ich wohl "Phoenixfluch" von Jennifer Benkau, straff und schnörkellos erzählt, ungewöhnlich, mutig und innovativ und doch so schön. 




... ein Hardcover (gebundene Ausgabe) ...

Wär ich ein Hardcover, würde ich eigentlich eine höchst edle Aufmachung fordern und so richtig auf dicke Hose machen. Nun bin ich aber keine Hülle, sondern sollte mir auch ein Köpfchen um den Inhalt machen. Natürlich wäre ich gerne ein wunderschöner oder exklusiver Bildband, wie Bert Sterns Marilyn Monroe. The Complete Last Sitting. Aber wäre ich ein literarisches Machwerk, wäre ich Vanessa Diffenbaughs "Die verborgene Sprache der Blumen", zurückhaltend in der Aufmachung (aber mit Lesebändchen), aber emotional und tiefschürfend im Inneren.



... ein verfilmtes Buch ...

Oha, das böse Thema der Literaturverfilmungen. Beschimpft, kritisiert, geächtet und geliebt. Ich für meinen Teil bin ja ganz froh, dass es Literaturverfilmungen gibt, denn ich käme in drei Leben nicht dazu, alles zu lesen, was ich gerne lesen wöllte. Gern wäre ich "Wie ein einziger Tag" oder "Nur mit Dir" (Zeit im Wind: Roman) - wie man sehen kann, bin ich auch dort aktive Anhängerin der Schmacht- und Schluchzfraktion.




... eine Buchserie/-reihe ...
Wie gesagt, inzwischen bin ich arg reihenmüde und froh, wenn etwas endet. Deshalb möchte ich kein Black Dagger oder Mitternachtsbruder mehr sein, sondern halte mich gern an Überschaubares. Gerade habe ich endlich Kathryn Smiths "Schattenritter" beendet und bin froh, mich Neuem widmen zu können. Deshalb wäre ich gern diese Reihe, denn sie hat ein Ende gefunden, sich aber gleichzeitig mehrere Hintertürchen bewahrt.  



Nach der ganzen Tipperei bin ich saft- und kraftlos und schmeiße das Stöckchen nicht weiter. Es bleibt hier liegen. Wer es haben möchte, ist herzlich eingeladen, es aufzuheben.

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