Sonntag, 17. April 2011

(Kein) Sonntagsspaziergang

Zum Sonntag gibt es heute keine Bilder vom Sonntagsspaziergang, sondern vom Samstagsspezialausflug. 
Da mein Sohn am Freitag Geburtstag hatte, mussten wir natürlich am Wochenende etwas unternehmen. 
Also sind wir ins nahegelegene Tilleda gefahren, das mit der Königspfalz als Sehenswürdigkeit der Region aufwartet. 
Für Jungen dürfte eine mittelalterliche Anlage von besonderem Reiz sein, und erwartungsgemäß galoppierte seine kindliche Hoheit sofort hinter dem Eingang zur Vorburg von dannen, um erst auf dem Burgwall wieder aufzutauchen. 
Mein Informationsbedürfnis kann ich leider nur nachträglich befriedigen, denn meine Augen erwiesen sich als untauglich, um links das Kind und rechts die diversen Infotafeln zu erfassen. Demzufolge habe ich mich aufs Fotografieren beschränkt und werde demnächst ins literarische Mittelalter am Fuße des Kyffhäusers eintauchen und das erworbene Fachbuch schmökern. 

Und hier sind sie, meine Impressionen der einzigen vollständig ausgegrabenen Pfalzanlage überhaupt mit ihren teilrekonstruierten Anlagen: 

Der Eingang
Wer hier wohl wohnte, so dicht am Wachturm der Vorburg? 
Vom Turm aus blickt man nicht nur auf den empfohlenen Rundgang, sondern auch auf das Kyffhäuserdenkmal, das es aber noch gar nicht gab, als die Häuser hier so ausgesehen haben dürften wie diese. 
Flanieren wir also den empfohlenen Rundgang entlang zu allerlei interessanten Gerät. Dieses hier scheint sich noch in Konstruktion zu befinden und entbehrte einer informativen Tafel. Wir mutmaßten daher lediglich, dass es für den Transport von Baumstämmen verwendet wurde. Anspruch auf historische oder technische Korrektheit erheben wir selbstverständlich nicht. 
Da ist man offenbar auch noch nicht fertig, aber gut Ding will Weile haben ...
Nicht fehlen darf natürlich das Verteidigungsgerät.
Langsam nähern wir uns dem Ende der Vorburg.
Hochbeete neben dem auf dem vorstehenden Bild abgebildetem Häuschen. Hier baut man heute allerlei Kräuter an, zu denen man im Rahmen buchbarer Führungen natürlich auch jede Menge Informationen bekommt. Leider habe ich den Zweck des obigen Häuschens vergessen, es beherbergte aber eine Drechselmaschine, die ich zusammen mit Sohnemann sofort ausprobierte. Allerdings war das zugehörige Messer so unscharf, dass ich dem eingespannten Holzstück nicht viel Späne entlocken konnte. 
Das letzte Häuschen der Vorburg. Drinnen findet man eine Feuerstätte und einen Schlafraum nebst Versammlungsraum und Heuboden.
Und noch ein Blick zum Kyffhäuser. Die Wolken sind übrigens echt, denn das Wetter gestern ließ ein wenig zu wünschen übrig. Allerdings konnte man froh sein, dass es nicht zu heiß war, denn ich könnte mir vorstellen, dass "der Planet" auf dieser freien Hochebene doch arg "sticht".
Hier war offenbar die Goldmarie schon vorbeigekommen, denn der Backofen war leer.
Obiges Häuschen noch einmal vom Wall ausgesehen.
Auf geht es zur Hauptburg.
Wer da aber nicht hingehörte und sich widerrechtlich Einlass verschaffen wollte, wurde, wenn er das singende klingende Bäumchen nicht dabei hatte, hier aufgespießt.
Dasselbe noch mal in Grün und Gelb.
Von hinten sieht das Ganze dann so aus.
Hier stand einmal ein Gebäude der Hauptburg. Sogar ein Heizsystem hatte man damals schon ausgeklügelt.
Und hier noch ein paar Detailansichten: 
Nein, das ist kein Löffel, sondern das Hauslicht. Man nehme ein Kerzlein, platziere es hier, und schon findet man den Hauseingang.
In liebevoller Kleinarbeit wurden diverse Bestandteile einer alten Schmiede nachgestaltet. Hier zu sehen: ein hölzener Seilzug. Ich gehe davon aus, dass er ebenso einsatzfähig ist wie die stromlos, mit Fußkraft betriebene Drechselbank.
Wurde Metall geschmolzen, durfte es diese Schmelzrinne bzw. ihre nicht mehr erhaltene Vorgängerin passieren.
Nach den mittelalterlichen Impressionen wünsche ich euch mit einem Blumengruß aus dem Geburtstagsstrauß meines Sohnes eine schöne neue Osterwoche. 

Kommentare:

Sandrina hat gesagt…

tolle Bilder :)

Soleil hat gesagt…

Wow das sind wirklich tolle Bilder! Ich liebe solchen historischen Anlagen ja sehr und hier in meiner Gegend gibt es einfach viel zu wenige davon! (Oder ich habe sie schon alle gesehen *g*)
Danke, dass Du diese Impressionen immer mit uns teilst! Wie alt ist Sohnemann denn geworden? (Hat er noch Angst vor Drachen? ;-) )

Sinje hat gesagt…

Ich finde solche Freilichtanlagen auf jeden Fall spannender als düstere Museen (besonders Verliese meide ich :D)
Gesehen habe ich leider bislang viel zu wenige, aber es gibt hier auch nicht soooo viele, aber noch genug für mich und uns zu entdecken.
Sohnemann ist nun langsam in dem Alter, wo er mehr Interesse zeigt und sich nicht so schnell langweilt. Jetzt ist er ja groß, nämlich 6, da fürchtet man sich nicht mehr vor allen Drachen :D

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