Freitag, 11. März 2011

Nostalgische Filmwoche

Die Buchstabenmüdigkeit hat mich wieder im Griff, zwar nicht ganz so fest, aber doch ausreichend, um mich mit einem müden Lächeln am SuB vorbeischlendern zu lassen. 
Natira sei Dank wurde ich an das übliche Sonderangebot des bekannten Onlineanbieters aufmerksam und habe glatt in meine bescheidene DVD-Sammlung investiert. Ich komme an Klassikern einfach nicht vorbei. 
Memo an mich: Neben selbstauferlegten Buchkaufverboten  muss und wird es in Zukunft auch eine Selbstkontrolle in Sachen DVD geben. 
Jedenfalls habe ich frischfröhlich 6 Filme und noch drei Serienboxen in meinen Warenkorb geschoben und diese Woche angefangen, meinen DVD-Player zu füttern.  
Irgendwann muss ich ja das alles mal sehen, aber visuelle Dauerbelastung kann ich auch nicht gebrauchen. 

Wer mitliest, weiß, dass es mir alte Filme angetan haben. 
Ich gestehe, dass ich mir häufig Titel nicht merken kann. 
Bei Büchern ist dieser Gedächtnisverlust nicht ganz so ausgeprägt, weil ich da ja häufig das Regal zuhilfe nehmen kann. 
Aber wenn ich vor zwanzig Jahren Mutters Taschentuchvorräte vollgeheult habe, habe ich meist auch Filmtitel und Darstellernamen gleich mit ins Schnupftuch verbannt.
So habe ich nun natürlich ganz zielstrebig Filme ausgesucht, die mir irgendwie bekannt vorkamen, ich sie aber nicht in die Kategorie "hab ich schon gesehen" einordnen konnte. 
Nun gut, der einzige mir wirklich bekannte dabei war Das Apartment, der sogar vor kurzem im Fernsehen lief. 

Um es nicht zu übertreiben, hatte ich mir für diese Woche drei Filme herausgepickt.

An Das Lied von Bernadette aus dem Jahr 1943 konnte ich mich nicht erinnern, und es ist  schon fast sträflich, dass ich diesen Film noch nie gesehen hatte, obwohl ich Lourdes schon einige Male auf dem Übersetzertisch hatte. 
Damit habe ich die Nostalgiewoche dann auch direkt eingeleitet. 
Fazit: Typisches, nicht nur oscarverdächtiges, sondern auch oscarprämiertes Hollywoodkino der Vierziger nach der Romanvorlage von Franz Werfel mit den üblichen Hinzudichtungen und Beschönigungen, aber wunderbar in dezentem Schwarz-weiß, Technicolor wäre da wirklich übertrieben gewesen. Ein bisschen langatmig (meine Interpretation von "episch"), dafür mit einer ausgezeichneten 24-jährigen Jennifer Jones, die sehr zurückgenommen spielt, sodass man ihr das einfache Mädchen problemlos abnimmt. Auch Gladys Cooper als die Skeptikerin Sr. Vauzous hat mich überzeugt, selbst wenn ihr Charakter hollywoodmäßig gewandelt wurde. Einige sehr emotionsgeladene Momente durften natürlich nicht fehlen. 



Mit Jennifer Jones habe ich dann auch direkt weitergemacht. 
Und da kommt meine Titelvergesslichkeit ins Spiel. 
Der Titel Alle Herrlichkeit auf Erden sagte mir nämlich überhaupt nichts, und ich kam auch nicht auf die Idee, näher nachzuschauen. William Holden als männlicher Hauptcharakter genügte mir schon. Außerdem sah die DVD sowieso schon aus, als würde mir der Film gefallen. Romantik und so ... 
Dann startete der Film und mir war sofort die Filmmusik bekannt. Nun gut, auch das muss nichts heißen, denn wir besitzen ein paar Audio-CDs mit den Klassikern der Filmmusik. 
Nach fünfzehn Minuten fiel es mir dann wie Schuppen aus den Haaren. 
Meine Mutter schreckt ja zumeist schon früher mit einem "Ach, den hab ich schon gesehen" aus der gemütlichen Fernsehsesselposition hoch, aber mir blieb die Spucke weg. 
Diesen Film habe ich tatsächlich schon einmal gesehen, ein einziges Mal vor wahrscheinlich zwanzig Jahren, und er zählt in die Taschentuchkategorie. 
"Alle Herrlichkeit auf Erden" aus dem 1955 basiert auf dem Roman "A Many-Splendoured Thing" von Han Suyin und erzählt vor dem Hintergrund des Chinesischen Bürgerkrieges von dem amerikanischen Kriegsberichterstatter Mark Elliot und der eurasischen Ärztin Han Suyin, die in Hong Kong aufeinandertreffen. Er ist verheiratet, lebt aber von seiner Frau getrennt, sie stammt ursprünglich aus China und ist Witwe eines nationalistischen Offiziers. Entgegen den Konventionen und Traditionen verlieben sie sich, er plant, sich scheiden zu lassen, seine Frau aber willigt nicht ein. Sie beschließen, die Zeit, die sie miteinander verbringen können, zu genießen, doch dann wird Mark ins Krieggebiet nach Korea beordert.

Fazit: Klassisches Taschentuchkino in Technicolor, das William Holden wie schon in "Die Brücken von Toko-Ri", wo er den Ehemann von Grace Kelly mimte, dahinrafft. Der kritische Plot kommt angesichts der Liebesgeschichte deutlich zu kurz, weswegen sich die Autorin wohl auch von der Verfilmung distanzierte. Trotzdem eine Inszenierung in schönen Farben und voller Emotionen, mit einer asiatisch dezent wirkenden Jennifer Jones. 



Der bislang letzte Film in der Sechserrunde war Wie klaut man eine Million?, der mir Gelegenheit gab, mich von dem ganzen Geschluchze zu erholen.
Ich bin ein großer Fan von Audrey Hepburn, habe aber längst noch nicht alle Filme gesehen,  geschweige denn im Regal.
So ist mir bislang diese nette Komödie aus dem Jahr 1966 durch die Lappen gegangen.
Fazit: Verwickelte Komödie um Kunstfälschungen und Diebe, die keine sind und sich verlieben. Mit einer charmanten Audrey Hepburn, die sich als Fälschertochter Nicole Bonnet wohlzufühlen scheint, und einem hinreißend blauäugigen Peter O'Toole, der sie herrlich an der Nase herumführt. Auch Edi Wallach ist mit von der Partie. Trotz ein paar Längen bei knapp zwei Stunden Laufzeit auch heute noch sehenswert.


Dann werde ich mal die Augen schließen und blind ins Regal nach dem nächsten Film greifen, den ich mir heute Abend gönnen werde. 
Zuvor aber werde ich mir doch noch Gedanken zu einer Blogparade machen, die ich heute gefunden habe.

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