Freitag, 25. März 2011

... im Gedränge zwischen Menschen und Büchern - Tag 3

Tja, der Samstag war auch gleichzeitig mein letzter Messetag, denn wenn ich schon einmal in meiner alten Heimat Leipzig war, musste auch noch viel Zeit für alte Freundin übrig bleiben. 
So kurz wie mein Besuch wird wohl auch mein Bericht.
Schon immer war es samstags voll, aber weil ich früher bereits vor dem Hauptbahnhof in die 16 umsteigen konnte, war mir bislang die Megaquetscherfahrung vom Hauptbahnhof erspart geblieben. Bekanntlich gibt es für alles ein erstes Mal ... 
Eingequetscht zwischen Fahrkartenentwerter und Rückenlehne der letzten Sitzreihe beschloss ich, dass ich meinen kompletten Leipzig-liest-Plan über den Haufen werfen und einfach ohne festen Plan und vor allem ohne Lesungsterminstress durch die Hallen streifen würde.
Feste Verabredungen hatte ich keine, sodass ich es vorzog, mich hier und da hinzuzugesellen, anstatt jedes Mal auf die Uhr schauen zu müssen, um es termingerecht durch die Glasröhren zu schaffen.
Deshalb ging ich auch nach meiner üblichen Ankunft im CCL nicht weiter in die verstopfte Halle 2 zur Fantasy-Insel, wie ich eigentlich geplant hatte, sondern ganz entspannt in Halle 3. 
Und das war richtig angenehm. Fast zwei Stunden wanderte ich durch die Buchkunst, die ich an den Vortagen verpasst hatte. Grundsätzlich finde ich ja alles rund um das Buch spannend, inkl. Druckerschwärze an den Händen. Ich guckte hier, schnackte da, blätterte dort in den schönsten Büchern der Welt und schlenderte doch recht gemütlich umher, schmökerte bei anderen on-demand-Anbietern, füllte meinen Lesezeichenvorrat bei BoD auf und war weiterhin in Erwachsenenbildungsmission unterwegs. 
Für meine reisewilligen Französischschüler fand ich sogar noch ein Sprachhilfsmittel in Taschenformat, das allerdings einige Mängel aufwies, die die Übersetzerin in mir auf den Plan riefen und zu einem kritischen Gespräch mit den Entwicklern führten. Damit war dann auch meine Samstagsverwirrung komplett, denn dass ich ein "Fachgespräch" auf Englisch führen muss (wo ich doch nur TV-Serienenglisch kann), in dem es um ein französisches Dokument geht, war fernab meines Tagesplans gewesen. 
Wie war ich doch froh, dass ich direkt im Anschluss meinen Regaltraum mit der Lösung für mein aktuellen Bücherstapelproblem fand. Das liebe ich mir an der Messe: der Besuch im Möbelhaus kann nun ausfallen, denn auch dieser Part rund ums Buch war auf dem Messegelände vertreten. 
Wie schnell doch die Zeit verging ... zwischendurch bin ich übrigens schon wieder Markus Heitz über den Weg gelaufen, außerdem Wiebke Lorenz und bestimmt hundert anderen, die ich nicht erkannt habe :-), habe bei Droemer-Knaur einer Dame "Die verborgene Sprache der Blumen" aufgeschwatzt, für meine Freundin Geld bei Ullstein gelassen, meinen Wunschzettel für französische Bücher ergänzt ... und ehe ich es mich versah, war es schon Nachmittag und ich schlug mich nun doch zwischen bunten Gestalten durch Halle 2, um mich zu verabschieden. 
Nachdem ich noch eine halbe Stunde ergebnislos bei einem der Schulbuchverlage mit schmerzenden Füßen herumgestanden und auf den für die Erwachsenenbildung zuständigen Mitarbeiter gewartet hatte, beschloss ich, meine Zelte abzubrechen. 
Dummerweise habe ich im kontinuierlichen Rauschen und Getümmel der Hallen mein Telefon nicht gehört. So saß ich bereits in der Straßenbahn und war nur noch eine Station von Hauptbahnhof entfernt, als ich die SMS sah. Lose war ich mit der Autorin Michelle Klemm verabredet, hatte aber kaum damit gerechnet, dass wir uns an einem so vollen Messetag zusammenfinden würden. Trotzdem schade, dass wir uns verfehlt haben.
Auch wenn ich rückblickend den Eindruck habe, dass ich weitaus weniger belletristisch unterwegs war, als ich hätte sein wollen, bin ich rundum zufrieden mit meinem Leipzig-Besuch. Ich freue mich, dass ich so viele Menschen kennengelernt habe, und wahrscheinlich habe ich in den 3 Tagen mehr gesprochen als sonst in einer Woche (nicht, dass ich mit meinem Sohn nicht sprechen würde, aber beruflich bin ich mündlich eher weniger gefordert). 
Ich freue mich aufs nächste Jahr und hoffe, dass wir dann den "Laubkönig" im Gepäck haben.

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