Freitag, 11. Februar 2011

Stöckchen geschnappt

Wenn ich eines nicht bin, dann ist das sportlich, also nicht von der Gesinnung her, sondern vom Dauerlauftalent ... 

Wäre das ein echter Staffellauf, würden mich die Stabreicher wahrscheinlich grün und blau mit selbigen Stöckchen hauen, weil ich es nicht rechtzeitig gefasst habe. 

So hat mir die liebe Mirjam ein Stöckchen rübergeworfen, das schon geraume Zeit durchs Netz geistert. 

Nun habe ich es doch noch fest in die Hand bekommen und will die Fragen mal brav beantworten: 

Gebunden oder Taschenbuch?

Gebundene Bücher sind natürlich deutlich attraktiver und (in den meisten) Fällen unverwüstlicher, allerdings bevorzuge ich für den täglichen Bücherwahnsinn Taschenbücher. Der Belletristikteil meines Regals besteht daher zu 90% (Zahlen ohne Gewähr) aus Taschenbüchern, während meine umfangreiche Sammlung von Biografien und Autobiografien ausschließlich gebundene Ausgaben umfasst. Vor allem bei Büchern, die gut mit Bildmaterial ausgestattet sind, greife ich eher zum Hardcover, weil es meiner Meinung nach die Ausgabe noch mehr aufwertet. 
Da ich Belletristik fast immer mit mir herumschleppe, manchmal gleichzeitig ein angefangenes Buch im Schlafzimmer, eins in der Küche und eins im Bad liegen habe und es  nie ausgeschlossen ist, dass mein Sohn eines der freilaufenden Bücher in die Hand bekommt, wären mir die gebundenen Ausgaben einfach zu schade.

Amazon oder Buchhandel?

 
Da ich autolos auf dem Land lebe, komme ich höchst selten in einen echten, duftenden Buchladen. Hach, was waren das noch für Zeiten in der großen Stadt, als ich nach Uni und Bibliothek noch eine Extrarunde im Buchladen gedreht habe ... Das vermisse ich sehr. 
Natürlich kann man im Onlinehandel mittlerweile auch in viele Bücher schauen und hineinlesen, aber ein Buch in die Hand zu nehmen und schon mal zu blättern ist doch etwas ganz Besonderes. 
Aus logistischen Gründen kaufe ich also ausschließlich im Internet. 

Lesezeichen oder Eselsohr?
 
Es war einmal ein kleines Mädchen, das wollte unbedingt einen Bibliotheksausweis. In einer ausufernden Belehrung wurde der Erstklässlerin erklärt, wie man sich mit geliehenen Büchern verhalten muss. Resümee: "Wasch dir immer die Hände, bevor du das Buch anfasst! Leg es stets ordentlich auf deinen Schreibtisch! Knick nie die Seiten! Bieg ja nicht den Rücken zu weit durch...!"
Seither hat das Mädchen eine Händewaschneurose, weigert sich aber reninent, Bücher am selben Ort aufzubewahren. Seitenknicken verursacht ein übles Ziehen in der Magengegend, aber das mit dem Rücken hat das Mädchen auf sich gemünzt und war davon ausgegangen, es solle nicht dauernd ein Hohlkreuz machen. Ergebnis: Bücher, die auf dem Bauch liegen und einer Dauerbiegeprobe unterzogen werden.
Außerdem leidet das Mädchen unter einem Lesezeichenbasteltrauma, verursacht durch Kindergarten und Werkunterricht in der Grundschule. 
Lesezeichen haben wir viele, suchen sie aber regelmäßig. Deshalb genügt zu Markierzwecken auch einmal ein Notizzettel.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
 
Mangels Regals herrscht momentan Chaos pur. 
Fast. 
Sämtliche Vampire stehen bei uns im Schlafzimmer, während die literarische Belletristik (irgendwie verursacht dieser Begriff bei mir ein leichtes tautologiebedingtes Schlottern) im Arbeitszimmer thront. Kommentar des Imkers: "Über Schlafprobleme braucht sich bei uns keiner zu wundern, wenn das erste Buch, das man beim Aufwachen sieht, Death's Excellent Vacation heißt. 

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
 
Meistens behalten. Von Büchern kann ich mich nur sehr schwer trennen. 
Seit der Haushaltszusammenlegung haben wir deshalb auch viele Bücher doppelt. 
Weggeworfen habe ich in meinem Leben bislang nur einen Berg Mathelehrbücher der Oberstufe. 
Hin und wieder verkaufe ich auch mal ein Buch, wenn ich mich bei einem der Überraschungssortimente (ich kann da bei Weltbild einfach nicht widerstehen) doch einmal arg vertan habe. 

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
 
Wer wirft denn Schutzumschläge weg?
Nein, im Ernst, bei Autobiografien, die ich sehr oft gebraucht kaufe, achte ich sogar darauf, dass der Schutzumschlag dabei ist. Na ja, meistens schützt er ja nicht wirklich, aber er macht schon was her. 

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
 
Zum Schutze des Schutzes natürlich ohne. 

Kurzgeschichte oder Roman?
 
Beides. Ich kann ja schlecht sagen, dass ich Kurzgeschichten schreibe, aber keine lese. Tatsächlich lese ich Kurzgeschichten gerne. Ist wie Märchenlesen ... Aber eine Präferenz in Sachen Prosalänge habe ich nicht.

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?
 
Wenn die Augen zufallen, macht das Lesen keinen Sinn. 
Ich bekomme ab einem gewissen Müdigkeitsgrad auch nichts mehr mit, selbst wenn ich mich noch so sehr zwingen würde, das Kapitel zu schaffen. Ich müsste es am nächsten Tag noch einmal lesen. 

„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?   

Natürlich beides. 

Kaufen oder leihen?
 
Meistens kaufen. In der Regel will ich ein Buch, das mir als Leihgabe gefallen hat, dann doch im eigenen Regal stehen haben. 

Neu oder gebraucht?
 
Ich kaufe viele gebrauchte Bücher und habe auch kein Problem damit, solange ich nicht eine Speisekarte der letzten 50 Jahre darauf finde. 
Ich gehe unheimlich gern ins Antiquariat - ähem - ich ging ... und besitze auch viele ältere Wörterbücher, die mir durchaus bereits nützlich waren. 
Außerdem habe ich ein Faible für Bücher aus der Zeit meiner Großeltern. 
Die gibt es nun mal häufig nur noch antiquarisch oder als Reprint.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
 
Ich wüsste nicht mal, welches Buch auf der Bestsellerliste steht. Listen haben mich noch nie interessiert.
Tatsächlich finde ich den Großteil meiner Lektüre beim Stöbern und über Empfehlungen, wozu ich z. T. auch Rezensionen zählen würde. 

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
 
Bei Reihen dürfen es Cliffhänger sein, aber Stand-alone-Geschichten mit unklarem Ende lassen mich weiß glühen. 

Morgens, mittags oder nachts lesen?
 
Ich habe keine festen Lesezeiten, sondern lese, wann immer ich Lust und Zeit habe. Das kann beim Kochen sein, aber auch abends auf dem Sofa oder morgens vor dem Aufstehen ... 

Einzelband oder Serie?
 
Momentan definitiv: Einzelband. 
Bei den vielen Serien verliere ich langsam Überblick und Lust. 

Lieblingsserie?
 
Ohne Priorität in der Reihenfolge: 
Kathryn Smiths Schattenritter,  Jeaniene Frosts Night Huntress, Katie MacAlisters Dark Ones und Dragon Love ...

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
 
Herrje ... 
Allerdings dürfte das nicht wirklich in die Kategorie "von dem noch nie jemand gehört hat" gehören

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
 
Jonathan Troppers: "Sieben verdammt lange Tage"

Welches Buch liest du gegenwärtig?
 
Ich hatte das Glück, ein Vorableseexemplar von Vanessa Diffenbaughs Die verborgene Sprache der Blumen: Roman zu bekommen, und dafür lasse ich alles stehen und liegen. Mein Lesestoff fürs Wochenende. 

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
 
Es gibt kein Buch, das vollkommen gefahrlos auf dem Lieblingsbuchplatz steht. Man weiß nie, was noch kommen wird und an die Stelle "aller Zeiten" tritt. 

Lieblingsautoren?

Hab ich, wie schon mehrfach erwähnt, nicht. 
Meine Vorlieben sind da eher wechselhaft. 



So, und nun bin ich so frech und lasse das Stöckchen liegen bzw. werfe es mit unbestimmten Ziel in die Luft. Wer mag, darf es aufheben oder schnappen. 

1 Kommentar:

mirjam hat gesagt…

Liebe Sinje,

Spannend, spannend finde ich deine Antworten!

Du wohnst auch auf dem Lande? Ich auch... nur könnte ich das nicht autolos "überleben". Ich muss das Gefühl und die Möglichkeit haben, jeder Zeit davonbrausen zu können, wenn mir danach ist. Nur schon der Kinder wegen.(Auch wenn solch ein Fall erst ganz selten eingetroffen ist)

Und einmal mehr erinnert mich dein Lieblingbuch des vergangenen Jahres daran, dass eine sehr lesenswertes Buch auf meinem SUB auf mich wartet ;)

Liebe Grüsse mirjam

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