Sonntag, 16. Januar 2011

Wiedergefunden am Sonntag

Da hat mir das Sonntagnachmittagswetter doch einen gründlichen Strich durch die heutige Fotorechnung gemacht. 

Deshalb habe ich mein CD-Sortiment hergeholt. 
In den letzten Jahren habe ich einen Teil meiner alten Negative (in Ermangelung eigener Technik) einscannen lassen, sie dann aber unbeschriftet verwahrt. 
Lang habe ich mir vorgenommen, die Hülle mit einer entsprechenden Notiz zu versehen, es jedoch immer schleifen lassen. 

Wiedergefunden habe ich dabei Reiseimpressionen aus dem Jahr 2000 und noch viele mehr. Wenn ich also mal wieder sprachlos bin, werde ich einfach visuell loslegen und in geteilten Erinnerungen schwelgen.

Und hier sind sie, ein paar Bilder aus Kanada, mit ganz authentischem analogem Griesel. 

Ich starte mit einem alltäglichen Bild, das von überall stammen könnte. Aufgenommen wurde es kurz nach Ostern 2000 im Stadtteil Inglewood von Calgary. Meine Freundin wohnte damals in diesem Viertel unweit des Bird Sanctuary am Ende der 9 Ave SE. Als sie an einem Morgen einen Kundentermin hatte, habe ich mich mit meiner alten Canon auf den Weg gemacht, um die Gegend zu erkunden. Ergebnis ist dieses. Ja, ja, ich kann einfach dem Glitzern von Wasser nicht widerstehen. 

Auf dem Wege zum Kootenay-Nationalpark. Das ist der Sinclair Canyon, und erst letztens dachte ich noch, als ich irgendwo ein Bild davon sah, dass ich doch selber eins haben müsste. Voilà, ich habe.  Wie ich dahin kam? Meine Freundin wollte mir unbedingt zeigen, wo sie mit Anfang Zwanzig als Kellnerin gearbeitet hatte. Deshalb schnappte sie mich und entführte mich auf ein Wochenende in den Rocky Mountains, inkl. Herumlungern in den wohltuenden Fluten von Radium Hot Springs.
Hach, nun werde ich selber gleich ganz nostalgisch. Ein Blick auf die Rockies, gesehen vom Fairmont Banff Springs Hotel, von dem ich leider keine gescheiten Fotos zusammenbekommen habe.  
Ja, was ist das denn? Ein Mondreisedokument einer frisch gebackenen Diplomübersetzerin? Nein, nicht ganz. So sieht Alberta von oben aus. Jawoll, ich habe ein Luftbild geschossen. Wie? Abwarten ...
Das ist das Kontrastprogramm zur Bergidylle. Diese Betonwüste heißt nämlich Calgary. Und das ist Luftbild Nr. 2. Selbst aufgenommen.
Voilà, ich präsentiere meine Fotolocation Ende April 2000. Das ist keine Fotomontage, sondern der Schatten eines wirklichen und wahrhaftigen Ballons, in dem neben einem sehr knuffigen Ballonführer (heißen die so?), meine Freundin, ihr Mann und ich durch die Lüfte über Calgary und Umland schipperten. Ehrlich, ich glaube, dass ich das nicht noch einmal machen würde. Ein bisschen mulmig war es mir schon, nicht genau zu wissen, wohin der Wind einen treibt. Aber eine großartige Erinnerung ist es allemal.

Kommentare:

evi hat gesagt…

Hach, eine Ballonfahrt möcht ich auch mal machen!

Du hast die Negative einscannen lassen? Professionell? Ist das nicht ziemlich teuer?
Ich hätte hier ungefähr 2000 Bilder (Dias und Fotos) von unserer 6-wöchigen Australien- und Neuseeland-Tour die wir vor zig Jahren gemacht haben. Lange bevor es DigiCams gab. Aber ich fürchte das ist nicht finanzierbar, die irgendwie auf CD zu kriegen. *seufz*

Sinje hat gesagt…

Na ja, es ist schon ein paar Jahre her. Wenn ich Fotos gemacht habe, habe ich meistens eine CD dazubestellt, das kostete noch mal etwa 4 € mehr. Wenn ich in Kanada, Russland oder USA war, habe ich die Bilder immer vor Ort entwickeln lassen (ich hatte immer so Panik, dass die am Flughafen nicht überleben), von denen habe ich keine CDs. Teuer war es schon, aber trotzdem noch billiger als wenn ich pro Film eine CD hätte machen lassen, so sind auf jeder CD um die 3 oder 4 Filme drauf. Aber mit Bearbeitungsgebühr und so läppert sich das ganz schön, deshalb habe ich längst nicht alles, was ich gerne hätte, in gescannter Form. Da schwebt nämlich wirklich der Pleitegeier über einem. Ich habe mich lange nicht mit den Preisen beschäftigt, aber vermisse es total, ein richtiges Fotoalbum durchzublättern und Bilder einzukleben. Jetzt haben wir so viele Bilder, dass wir keine Muße und Muse haben, die zu bearbeiten und entwickeln zu lassen bzw. Fotobücher zu machen. Mittlerweile habe ich selber einen Scanner, mit dem ich aber arg im Clinch liege. Theoretisch kann er Negative scannen, praktisch kann ICH es nicht.
Ich hatte vor ein paar Jahren ein Erlebnis mit einem Anbieter von Negativhüllen. Ich wollte nämlich meine Negative ordentlich archivieren und lagern. Ja, Pustekuchen, es gab keine Hüllen mehr. Jener Anbieter, den ich dann im Netz fand, verkaufte mir dann seinen kompletten Restbestand, der etwa für 200 Negativstreifen reichte :-)
Ich kann mich aber auch von Fotos und den zugehörigen Negativen überhaupt nicht trennen. Erst letztens sicherte ich einen Berg Negative von meiner Mutter, die frisch fröhlich alles wegschmiß mit dem Argument, dass man ein Bild ja auch vom Bild reproduzieren könne, wenn man es mal braucht.
Nun hab ich halt noch mehr Negative und keine Hüllen :-)
Ich wünsch dir eine schöne Woche!

evi hat gesagt…

Ach ja, ich kann mich von dem Zeug auch so überhaupt nicht trennen. Wir haben eine Unmenge an Dias, einen Haufen Fotos samt Negativen, und jetzt auch noch tausende Digitalfotos. Aber man weiß ja nie wann man das alles mal brauchen kann... *lach*

Ich hab auch so einen Scanner, der theoretisch Dias einscannen kann, es hat auch praktisch schon funktioniert - aber der Zeitaufwand ist einfach enorm. Soviele Handgriffe für nur ein Bild - und dann mach das mal für 2000. Ach nein, dann lass ich es lieber bleiben.

Aber du hast mich mit diesem Post wieder auf eine Idee gebracht, ich muss mich hier mal umsehen, ob es jemanden gibt, der sowas macht. Und vor allem, was das kostet. Denn bevor ich ein kleines Vermögen dafür ausgebe meine Australien-Dias einzuscannen, leg ich lieber noch ein bissl was drauf und flieg nochmal hin.

Sinje hat gesagt…

Ich sag ja immer, dass mein Sohn alles entmüllen kann, wenn ich mal irgendwann die Hufe hoch mache. Vorher entsorg ICH nichts.

Für so viele Handgriffe habe ich gar keine Zeit, und für Fremdunterstützung kein Geld.
Wir werden wohl immer mal in Leerlaufzeiten, so wir je welche haben, den Scanner anwerfen.

Andererseits frage ich mich auch immer, wie lange man die Formate noch lesen kann, bevor wieder eine futuristische Erfindung an den Start geht.

Einmal um die Welt. Hach schön!
Etwas, was mich am Selbständigsein etwas nervt ist, dass man das Geschäft gerade mal eine Woche alleine lassen kann. Zumindest bei mir, weil ich keine richtige Vertretung beschäftigen kann, an der ich noch was verdienen würde.
Da lohnt es sich schon bald nicht, sich ins Flugzeug zu setzen.

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