Sonntag, 16. Januar 2011

... über "Dämmerung des Herzens" (Kate) von Christine Feehan

Christine Feehan
"Dämmerung des Herzens"
Teil 2: Kate 

Magische Verkupplungsfortsetzung in mysteriösem Weihnachtsambiente 

Zum Inhalt: 
"Kate" bzw. im Original The Twilight Before Christmas (Drake Sisters Novels) ist der zweite Teil von Christine Feehans Reihe um die zauberhaften Drake-Schwestern.
Protagonisten der Einführungsgeschichte waren die älteste Schwester Sarah und deren Seelenpartner Damon. Mit der Zusammenführung dieser beiden Charaktere wurde der Weg für die übrigen sechs Drake-Schwestern geebnet, die nun ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes an den Mann gebracht werden. 
Wie der Titel "Kate", der den zweiten Teil des in Deutschland zu einem Band zusammengefassten Auftakts der Feehan-Reihe markiert, besagt, geht es nun um Kate. 
In der Vorgängergeschichte war Kate Drake, eine erfolgreiche Schriftstellerin, wie auch ihre Schwestern Sarah, Abigail und Hannah in das kalifornische Küstenstädtchen Sea Haven zurückgekehrt. 
Nach vielen Reisen möchte sie in ihrem Heimatort wieder sesshaft werden und hat deshalb eine alte Mühle gekauft. Sie ist ein recht zurückgezogener Mensch, der lange Ausritte an der Küste liebt und sich gern mit einem Buch zurückzieht, sei es das eigene oder ein fremdes. 
Bereits zu Beginn des Buches, kurz vor Weihnachten, begegnet sie Matthew Granite wieder, der seit jeher ein Auge auf sie geworfen hat und direkt einen Unfall baut, sobald er sie anmutig zu Pferde erblickt. 
Während der toughe, mutige Ranger, der bereits in einigen Krisengebieten dieser Welt eingesetzt war, bislang keine Anstalten gemacht hat, die attraktive Frau für sich zu gewinnen, sich sozusagen auf "Sabbern" und Starren beschränkte, hat, so meine ich, der Eintritt der Prophezeiung den jungen Mann in Sachen Liebe wohl mutig gemacht. 
Ganz offen bemüht er sich nun um Kate, die sich zwar in ihn verliebt, aber vorsichtig bleibt, da sie sich selbst nicht als "Tatmensch" sieht. Sie glaubt, sie passe nicht zu Matt. 
Wie allen im Städtchen ist auch Matt bewusst, dass es sich bei den Drake-Schwestern um ganz besondere Menschen handelt, denen man mit Respekt und großer Wertschätzung entgegen tritt, weil sie sich für ihre Mitmenschen einsetzen, sich sogar für sie verausgaben, von ihren magischen Fähigkeiten hat er aber keine Ahnung. 
Das ändert sich aber rasch, als sich in Sea Haven ein Erdbeben ereignet. Dabei wird unter Kates Mühle ein seltsames Siegel gebrochen, sodass ein seltsamer Nebel entweichen kann. 
Immer wieder legt er sich über das Städtchen, schickt Kindern Albträume und sorgt für Unfälle. Auch wenn es den Schwestern zunächst gelingt, ihn zurück auf das Meer zu drängen,  häufen sich jedoch die Ereignisse, je näher Weihnachten rückt. 
Nach und nach treffen auch die übrigen Schwestern ein und versuchen, aus alten Tagebüchern ihrer Ahninnen in Erfahrung zu bringen, was sich hinter dem geheimnisvollen Nebel verbirgt. 

Meine Meinung: 
Nachdem der Teil "Sarah" noch anthologische Novellenkürze aufwies, ist "Kate" schon deutlich länger und bietet mehr Raum für die Entfaltung von Beziehungen und Ambiente. 
In Sachen Beziehung muss man gar nicht erst mit Konflikten rechnen, denn sobald die beiden Protagonisten aufeinandertreffen, weiß man, dass sie für einander bestimmt sind. So darf man sich also genüsslich von Christine Feehan verführen lassen und darauf warten, bis sich die beiden endlich näher kommen. 
Das geschieht dann auch recht schnell und so romantisch, wie man es von der Autorin gewöhnt ist. Matt leistet als starker Held ganze Arbeit und man kann es Kate kaum übelnehmen, dass ihre inneren Proteste, sie sei zu passiv für ihn, passe nicht zu ihm, würde ihn nach kurzer Zeit verlieren, weil er sich mit ihr langweile und und und, kurz aufblitzen, aber schneller verpuffen, als man lesen kann. 
Noch romantischer hätte alles sein können, wäre man auch noch wirklich in Weihnachtsstimmung gekommen. Dass sich diese bei mir nicht richtig einstellen wollte, liegt nicht daran, dass gerade erst Weihnachten war, sondern dass Sea Haven in Kalifornien liegt und sich dort kein Weihnachtsambiente nach unseren Vorstellungen entwickeln will. 
Das Original hieße aber nicht "The Twilight Before Christmas", wenn sich nicht etwas Mysteriöses ereignen würde, das, wie die Schwestern herausfinden, mit Weihnachten zu tun hat. 
Christine Feehan entwickelt hier eine Geschichte, die an eine Mischung aus "Nebel des Grauens" und "Charmed" erinnert. 
Gewohnt atmosphärisch lässt sie den Nebel undurchdringlich und erstickend über das Meer heranrollen, sodass die Kräfte aller Schwestern aufs Äußerste beansprucht werden, und zwar mehr als noch in "Sarah". 
Auch in "Kate" empfand ich die Darstellung der Magie nicht als überstrapaziert, sondern leise und sehr verführerisch erzählt, dennoch hätte ich mir mehr Bedrohung gewünscht, sodass mir die Auflösung des weihnachtlichen Nebelmysteriums doch etwas flach erschien. Allerdings muss ich einräumen, dass es trotzdem sowohl zu Christine Feehan als auch zu der Familie Drake und deren Geschichte des "Guten" passt. 
Gut gefallen hat mir, dass bereits in dieser zweiten Geschichte alle Schwestern an einem Ort zusammengeführt werden und wir einen kurzen Blick auf Joley, Libby und Elle werfen können. Dafür machte sich Weihnachten wirklich gut, denn es ist ja das traditionelle Fest, an dem Familien zueinanderfinden. Während Abigail, Joley und Libby noch blass bleiben, wenn auch schon mehr über sie preisgegeben wird als im ersten Teil, so scheint sich abzuzeichnen, dass wir bald mehr von Hannah und Elle lesen dürfen. 
Um eine Überbevölkerung an Protagonisten zu vermeiden, übernimmt Seelengefährte Nr. 1, Damon, eine sehr winzige Statistenrolle, während Sheriff Jonas, der schon in Teil 1 mit hilfreicher Omnipräsenz glänzte, hier wieder zum Zuge kommt und Hannah das Leben schwer machen darf. 
Kates Gabe besteht darin, die Menschen mit ihrer Stimme zu beruhigen, sie kann aber auch als Einzige mit ihrer Schwester Elle in telepathischen Kontakt treten. So kann sie unter anderem ein beruhigendes Gespräch mit besagtem Nebel eingehen und in einer ureigenen Familiensprache auf ihn einwirken. Während Matt mit wachsender Bewunderung das Geschehen betrachtet und die Fähigkeiten der Schwestern nie hinterfragt, kommt mir das alles vergleichsweise unspektakulär vor. Schön zu lesen, aber nichts für Jubelstürme.
Fans Feehanscher Intimitäten kommen in diesem Buch voll auf ihre Kosten. Matt und Kate genießen einander ausgiebig und vergleichsweise oft. 
Leider muss ich sagen, dass mir dadurch die paranormale, mysteriöse Bedrohung etwas in den Hintergrund rückte und ich hin und wieder geneigt war, die gute Kate anzuschnauzen, sie solle den weißen Spitzen-BH anbehalten und ihren Schwestern beim Entschlüsseln der Tagebuchaufzeichnungen behilflich sein. 
"Dämmerung des Herzens" ist somit ein Roman, der mich nicht ganz so stark in meine bedingungslose Feehan-Euphorie ausbrechen lässt. 

Fazit: 
"Dämmerung des Herzens" ist sowohl auf den Part "Kate" bezogen als auch insgesamt eine routiniert erzählte, schöne Romanze, die ohne Beziehungskonflikte auskommt und malerische magische Momente zu bieten hat. 
Ohne nägelbeißenden Suchtfaktor, aber ideal für das "Hach-wie-schön-Gefühl" zwischendurch. 

Weiter verkuppelt wird in: Zauber der Wellen: Roman: Drake-Schwestern 03
 
Gesamteindruck: 
3 von 5 Weißdornzweigen





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