Freitag, 14. Januar 2011

Möge eine Muse ...

... bitte vortreten und mir einen kurzen Moment inspirierender Zärtlichkeit schenken?!

Dies ist unleugbar ein Solidaritätsposting für Cornelia Franke, die derzeit mit ihrer Kurzgeschichten-Muse im Clinch zu liegen scheint. 

Nun, liebe Cornelia, es wird dir zwar nicht helfen, aber solidarisch, wie ich bin, verkünde ich an dieser Stelle, dass ich den leisen Verdacht hege, dass sich ein Teil der Musen momentan entweder im Streik oder noch im Jahresurlaub befindet. 

Im letzten Sommer musste ich bereits meine liebgewonnene, über Jahre zuverlässige und ans Herz gewachsene Muse ziehen lassen, denn leider hatte sie es nach verdienten Ferien angesichts der Regenfluten nicht zu mir zurückgeschafft. 
An ihre Stelle trat nach ermüdenden wie ernüchternden Einstellungsgesprächen eine eifrige, wissbegierige kleine Person, die ihre Aufgabe wirklich ernst nahm und erfreulich frischen Wind mitbrachte.  
Deshalb gestattete ich ihr bereits vorzeitig Weihnachtsurlaub, aus dem sie allerdings bis dato nicht zurückgekehrt ist. 
Vielleicht hätte ich ihr einen Termin vorgeben sollen? 
Andererseits wollte ich auch nicht zu despotisch rüberkommen. 
Trotzdem hätte ich sie nachdrücklicher darauf hinweisen sollen, dass es neben meiner eigenen Ausschreibung noch eine gibt, für die eine Idee zu Papier gebracht werden sollte. 

Da sie ansonsten aber immer sehr zuverlässig ist, befürchte ich vorsichtig, dass mein sprudelndes Persönchen, das dafür sorgt, dass meine Finger so schnell tippen, wie Bilder und Dialoge in meinem Kopf entstehen,  in Tempus' Fänge geraten ist. 
Einen Pakt mit ihm oder gar ein Verhältnis schließe ich aus.

Tempus ist, und das muss ich an dieser Stelle leider sagen, auch wenn ich seine Rache postwendend zu spüren bekommen werde, ein höchst übler Zeitgenosse. 
Er arbeitet nämlich für die Gegenseite. 
Sicher des Geldes wegen.
Tempus ist fest angestellt bei der diktatorischen Labora, die dafür sorgt, dass er seine Schwingen über alles und jeden ausbreitet, sodass nur selten eine kurze Harmonie mit den freigeistigen Musen möglich ist. 

Deshalb appelliere ich höflichst an Diktatorin und Untergebenen, meine Muse freizulassen. 
Zu privaten, außervirtuellen Verhandlungen bin ich bereit. 

Sollte es kurzfristig nicht zu einer Einigung kommen, begrüße ich gern eine freischaffende Muse in meinem Haushalt. 

Als Arbeitgeberin bin ich erträglich. 
Ein kleines Küsschen auf die Stirn ist bereits ausreichend. 
Nach bodenlosem Niederknutschen wird hier nicht verlangt. 
Zu viel Gesabber hat sich als kontraproduktiv erwiesen. 

Also, ihr Musen da draußen, solltet ihr freie Kapazitäten haben, streckt eure Fühler nach ungeküssten Autoren aus. 
Es gibt sie. 
Wir warten auf euch!

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