Mittwoch, 26. Januar 2011

Es war einmal eine Leserunde ...

... denn sie ist bereits seit einer Woche vorbei. 

Pünktlich zum Jahresbeginn war im Forum von Bellas Wonderworld eine Leserunde gestartet, die ich, wie bereits erwähnt, begleitet habe. 
Ich bin der Forumsbetreiberin Steffi sehr dankbar, dass sie mir diese Möglichkeit geboten hat. 

Für mich war es eine neue Erfahrung, quasi mit Lesern gemeinsam mein Buch zu lesen. 
Da ich seit vergangenen Februar keinen Blick mehr auf meinen Roman geworfen habe (Abnabelung ...), musste ich tatsächlich mitlesen, um sozusagen auf dem aktuellen Stand zu sein. Schließlich habe ich nicht jedes Wort und jeden Satz mehr im Kopf, und manchmal gehen mir auch Dinge verloren, denn gedanklich bin ich mittlerweile in ganz anderen Geschichten (Abnabelung ...).

Als - vielerorts von vornherein verteufelte, pauschal niedergeknüppelte - BoD-Autorin, die während des Schreib- und Korrekturprozesses zwar auf sehr patente und hilfreiche Testleserinnen, nicht aber auf den Rotstift eines Lektors und später auch nicht auf begründete Absagen zurückgreifen konnte, hatte ich somit eine gute Gelegenheit, mich mit Lesern auseinanderzusetzen. 
Aus verschiedensten Gründen gibt es von mir nichts (mehr) online zu lesen, sodass ich mich eher als ein Bastler im stillen Kämmerlein sehe.  Ich vergleiche das mit dem Übersetzen, denn Übersetzungen stelle ich auch nicht im Prozess zur Diskussion. Nun gut, der Vergleich hinkt ...
Deshalb war es interessant, zu sehen, wie unterschiedlich das Buch und seine Charaktere aufgenommen werden. 
Die Leserunde war für mich ebenso ergiebig wie fundierte Rezensionen (wenngleich ich nie gezielt danach suche, weil ich keine Zeit dafür habe und auch gänzlich uneitel bin). 
Uns Selbstveröffentlichern ist nämlich mit bloßer Bepunktung im Grunde nicht gedient, da sie uns nicht aufzeigt, was wir beim nächsten Mal (oder in einer neuen Auflage) ändern und besser machen können. 

Da wir uns oft erklären müssen, kam ich also auch zu diesem Anlass nicht umhin, die Formatentscheidung zu erklären. 
Eigentlich ist es schade, dass wir als Nutzer der  bezahlbaren Verlagsdienstleistungen von BoD immer wieder deren Preisgestaltung rechtfertigen müssen. 
Also tue ich das an dieser Stelle noch einmal: 
"Blutsuche" ist schlichtweg zu umfangreich für eine BoD-Publikation. Die Ausgabe im Standardtaschenbuchformat würde mehr als 25 € kosten und wäre damit sicher unverkäuflich, und das selbst dann noch, wenn ich Annes (und meiner) Detailverliebtheit den Garaus mache.  
Weil sich aber "Annes Reise" nicht in zwei Bände aufteilen lässt, habe ich das breite Format  gewählt, mit schmalen Seitenrändern, wodurch die Schrift (Garamond 10 und damit identisch mit der Schrift wie derzeit beispielsweise in Jennifer Benkaus "Phoenixfluch") wesentlich kleiner wirkt, als sie eigentlich ist.
Ein typischer Fehler, für den ich mich, denn ich bin nun mal Ein-Frau-Betrieb und Do-it-yourself-Buchsetzer, zu Recht entschuldigen muss. 

Genug gejammert, schließlich gibt es nichts zu jammern. 

Es hat mir nämlich sehr gefallen, mich mit den Lesern auszutauschen und zu erzählen, wann und wo sich welche Inspiration eingeschlichen hat. 
Und gefallen hätte mir die Runde auch, selbst wenn das Buch nicht angekommen wäre. Ich bin erwachsen und kann mit Kritik umgehen (Reklamationsmanagement ist mir ganz und gar nicht fremd). 

Wie erwartet hat Anne die Leserinnen gespalten, sie wurde als "eigen" und "seltsam" empfunden, aber ich stelle fest, dass sich die eine oder andere doch mit ihr identifizieren kann. 
Froh war ich, dass vor allem auch John mit einem kritischen Auge betrachtet wird. 
Ich bin zwar verliebt in ihn, aber nicht blind, deshalb höre ich es durchaus gerne, wenn man ihm nicht sofort zu Füßen fällt.

Interessant fand ich übrigens die Frage, ob Freunde oder Bekannte für bestimmte Charaktere als Vorlage dienten. 
So ganz einfach ist das natürlich nicht, denn selbst wenn man sich von dem einen oder anderen Wesenszug inspirieren lässt, möchte man ja vermeiden, dass man schlimmstenfalls verklagt wird, weil man existierende Personen wiedererkennt.
Da ich mich hier im Blog aber noch nicht zu den Charakterinspirationen geäußert habe, will ich einfach mal herüberkopieren, was ich geantwortet habe: 

Anne habe ich meinen Beruf aufgedrückt, das habe ich bereits erwähnt. 
Einmal wollte ich sie etwas Realistisches tun lassen, und da kann ich einfach am besten über meinen eigenen Beruf schreiben, zumal er sich eben ausgezeichnet für introvertierte Menschen eignet und prima an jedem Ort der Welt einfach von zu Hause aus ausgeübt werden kann, ohne dass man ständig persönlich Fremden gegenüber sitzt. (Letzteres finde ich selbst schade, denn ich habe immer gerne kundenkontaktintensive Tätigkeiten ausgeübt.)

Eunice wurde, wie gesagt, von meiner Freundin Kelly inspiriert, sieht ihr aber überhaupt nicht ähnlich und ist abgesehen von der Gastfreundschaft und Verbundenheit privat und beruflich ein vollkommen anderer Mensch.

John (wer weiß, ob er wirklich so heißt) ist zu 99% Fiktion.
Neben der Vorstellung, dass dort in den Hügeln ein Vampir unerkannt leben könnte, hatte ich seit Jahren eine Geschichte über eine Urlaubsromanze im Kopf. Obwohl ich die anderweitig noch verfolgen werde, habe ich das in Annes Geschichte einfach einfließen lassen müssen.
Allerdings hat John den Beruf meines Großvaters, den ich sehr für seine Kunstfertigkeit bewundert habe: Bildhauer (mein Opa war Holzbildhauer).
Auch wenn John nach Honig schmeckt, ist er jedenfalls nicht mein Mann. *Hüstel*

Ich glaube, dass man durchaus von Freunden, Bekannten und Verwandten beeinflusst wird. Manchmal sagt jemand etwas, und das setzt sich so im Gedächtnis fest, dass man es später in einer Geschichte verarbeitet.
Eine Freundin, die ich übrigens auch noch nie von Angesicht zu Angesicht getroffen habe, sondern nur von Telefon und Mails kenne, sagte mir, dass sie mich an einer Stelle raushören konnte. Ich sollte noch einmal nachfragen, um welchen blumensteinschen Satz es sich wohl da gehandelt hat :-)
Beispielsweise hat Helma ein paar Züge von meiner Großmutter, die ich sehr vermisse. Auch sie sehe ich mit einem Zopfkranz auf dem Kopf, allerdings konnte meine Oma weder zaubern noch hellsehen und hatte wunderbar glänzendes, ganz weißes Haar.
Der Name Helma kam übrigens von selbst, erst später fand ich heraus, dass er "die Beschützende" bedeutet.

George ist bei einem Besuch der im Roman thematistierten Höhle entstanden, er ist eine Art Wunschdenken, der Traum von dem einen, dem es gelungen sein könnte, zu fliehen. Leider sah die Realität weniger magisch aus.

Tom hat sich auch von selbst eingeladen, dieser Frechdachs. Wahrscheinlich geht er auf eine der WG-Partys im Studentenwohnheim zurück, aber ich könnte bewusst keine bestimmte Person mit ihm verbinden.

Nun aber genug erzählt. 
Die letzte Frage lautete nämlich: "Wann kommt Band 2?"

Wohl nie, wenn ich die zeitraubenden Online-Aktivitäten nicht reduziere ...

Kommentare:

Am Lesestrand hat gesagt…

Hallo Sinje!
Auch mir hat die Leserunde Spaß gemacht, und wie schon erwähnt hat mich das Buch begeistert. Deshalb schreib bitte bitte bittet Teil 2 fergig, ich MUSS wissen wie es weitergeht!
Liebe Grüße
Melanie

Sinje hat gesagt…

Hallo Melanie!
Schön, dass du reinschaust.
Natürlich schreibe ich fertig. Eigentlich bräuchte ich dafür eine einsame Hütte (mit Strom natürlich :-)), wo mich keiner stören kann und ich nicht in Versuchung komme, anderes zu tun.
LG
Sinje

Liliis-blog.de hat gesagt…

Wann kommt Band 2 :(

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