Sonntag, 2. Januar 2011

1. Bericht von der Leserunde

Es ist soweit: Ich nehme an meiner ersten Leserunde überhaupt teil, und in diesem Fall auch noch als begleitende Autorin. 
Offiziell sind wir gestern im Wonderworld-Forum gestartet. 
Natürlich sind wir noch nicht auf Seite 150 angelangt, denn schließlich hat das neue Jahr erst begonnen und außerdem muss der Leser etwas Geduld mit mir und dem Anfang von Annes Geschichte aufbringen. 
Wir reisen derzeit also noch mit Protagonistin Anne und Eunice durch Kalifornien. 
Dieses erste Buch in meinem Roman "Blutsuche: Annes Reise" heißt "Lichtreise". 
Wie es dazu kam, dass ich meine deutsche Protagonistin ausgerechnet nach L.A. geschickt habe, habe ich hier schon einmal berichtet.
Die Leserunde bringt mich aber wieder zurück zu vielen Orten und Überlegungen, die ich hier noch nicht angeschnitten habe. 
In der Vergangenheit habe ich bereits mehrfach erwähnt, dass ich natürlich nicht über mich persönlich schreibe, aber durchaus Erlebnisse verarbeite. 
Anne besucht so beispielsweise Orte, die wir bei unserer Reise 2004 sehen und erleben durften, aber auch solche, die wir nicht sehen konnten oder nicht gefunden haben. 
Andererseits aber gab es Dinge, die ich unbedingt aufnehmen musste, die zwar für den normalen Leser unwichtig sind, aber für mich und meine Freundin ein kleiner privater Hinweis sind. 
Unter anderem, und das ist nun nicht unwichtig, lasse ich Anne bewusst nach Chinatown fahren, um dort Heilkräuter gegen ihre plötzliche Erkrankung zu erwerben. 
Es ist mir bewusst, dass Chinatown und die chinesischen Heilkräuter, Tees und Wurzeln ein Klischee sind, und ich habe hin und her überlegt, ob ich es drin lassen soll. 
Dafür entschieden habe ich mich, weil Anne Chinatown dank Eunice bereits kennengelernt hat und sie sich ohne die liebgewonnene Freundin wahrscheinlich nicht auf unbekanntes Terrain wagen würde und es dort tatsächlich einen Supermarkt gab, der sich für eine Begegnung mit einem sonnenscheuen Unbekannten eignete. Geeignet als Location wären auch die unterirdischen Shoppinggelegenheiten bei Macy's in Downtown gewesen, allerdings kam Downtown aus (spoilerbedingt nicht erwähnbaren) diversen Gründen nicht infrage. 
Ein weiteres Element, das eigener Erfahrung entstammt und als kleines Augenzwinkern an meine Freundin enthalten ist, sind die schwarzen Müllsäcke, in denen Anne und Eunice ihre Einkäufe aus Chinatown nach Hause tragen.  Die gab es wirklich, und zunächst fand ich es äußerst beschämend, mit diesen apart duftenden, schwarzen Plastetüten ins Hotel zu fahren, aber im Endeffekt war das so witzig, dass wir heute noch davon sprechen. 
Soviel zu den echten Aspekten in "Blutsuche". 
Anne wird noch einiges nicht so Reales wie ihre Reise in Kalifornien erleben, sodass ich dort so viele wirkliche Elemente unterbringen wollte, wie ich konnte. 
Zum Beweis folgen hier ein paar Fotos: 
Ein Blick auf die Seventh Street in Downtown L.A., ein Ort, an dem sich ein ländliches Pflänzchen wie Anne zwangsläufig nicht wohlfühlen kann. In dieser Straße befindet sich das fiktive Gebäude, in dem Eunice wohnt. Das Hotel gibt wirklich, denn sonst hätten wir wohl im Freien genächtigt. Von hier erreicht man Downtown und die U-Bahn-Station wunderbar zu Fuß. Eine Parallelstraße links ist der Wilshire Boulevard, den wir gerne "Wilshire Vieh" nannten, weil er so lang ist. Viele Unternehmen sind dort ansässig. Stephans Salon habe ich natürlich erfunden. In Wirklichkeit befindet sich Pendant nämlich in Calgary, Kanada. Trotzdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass es irgendwo am Wilshire einen Schönheitssalon gibt.

Der "Eingang" von Chinatown L.A. Leider zeigt das Foto die Rückseite. Wir waren zu faul, noch weiter nach vorn zu laufen, um die Vorderseite komplett ins Bild zu bekommen.
Noch ein Blick auf Chinatown L.A. In L.A ist alles irgendwie "breitgelatscht". Für eine Begegnung mit einem Unbekannten, der die Nacht bevorzugt, ist dieser Ort nicht wirklich geeignet. Ungeschützte Bereiche gibt es auf den ersten Blick kaum, allerdings bergen die größeren Bauten doch auch größere Geschäfte mit schattenspendendem Foyer.
Der lahme Müllbeutelbeweis. Viel zu sehen ist nicht, ich weiß. Es gibt noch zwei Fotos von mir mit zwei Mülltüten. Die hat aber meine Freundin aufgenommen, sodass ich sie erst einscannen muss, denn in digitaler Form liegen mir die Negative nicht vor. Und nicht, dass wir hier für gierig gehalten werden: Tüteninhalt sind Geschenke für Mama und Freundinnen.

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