Freitag, 31. Dezember 2010

... über "Babel 01: Hexenwut" von Cay Winter

"Babel 01: Hexenwut"

Farbenfroh-magisches, aber auch mächtig problemgeladenes Lesevergnügen



Produktinformation (lt. amazon.de)

Broschiert: 399 Seiten
Verlag: Lyx (4. Oktober 2010)
Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
ISBN-10: 3802582950
ISBN-13: 978-3802582950
Größe und/oder Gewicht: 18 x 12,4 x 3,2 cm
Preis: 9,95 € 

Kurzbeschreibung (lt. amazon.de)

Als Hexe führt die junge Babel ein Doppelleben. Offiziell ist sie als Personal Trainerin bei einer Firma angestellt. Insgeheim erledigt sie jedoch mit Hilfe von Magie Aufträge ganz anderer Art. Als eine rätselhafte Mordserie die Stadt erschüttert, wird Babel von den Alben engagiert, um den Täter zu finden. Schon bald gerät auch ihr Ex-Geliebter, der Halbdämon Samuel, unter Verdacht, von dem Babel aus erster Hand weiß, wie gefährlich er werden kann. Als sie auch noch mit dem Alben Tom anbandelt und selbst unter Verdacht gerät, zieht sich die Schlinge um ihren Hals immer weiter zu. Um die Katastrophe abzuwenden, muss sie Kräfte nutzen, von denen sie sich geschworen hatte, sie nie wieder anzurühren. 

Aus dem Inhalt

Als Tochter einer Hexe entdeckt Babel bereits als kleines Mädchen ihr magisches Erbe. Bereits im Kindergarten sieht sie die Geister Verstorbener und verschreckt damit ihr Umfeld gewaltig. Somit ist es praktisch schon vorprogrammiert, dass sie als Teenager Samuel begegnet, der ein Dämonenkind ist. Gemeinsam mit ihm erkundet sie das Ausmaß ihrer Fähigkeiten. Dabei stellt sich nicht nur heraus, dass sie überdurchschnittlich begabt und somit höchst mächtig zu sein scheint, sondern sie lässt sich vom Zauber der Magie verführen. Unermüdlich beschwören sie und Sam Dämonen, immer mehr lässt sie sich vom Reiz, auf verschiedenen Ebenen zu wandeln, und nicht zuletzt auch von den intimen Gefühlen, die sie zu diesen Anlässen mit dem Geliebten teilen darf, hinreißen. Lange Zeit gelingt es ihr nicht, sich von Sam zu lösen, bis sie eines Tages über die Strenge schlagen. 
Die eigentliche Handlung setzt ein, als Babel erwachsen ist. 
Sie schleppt ein ordentliches Päckchen Vergangenheit mit sich herum, besucht regelmäßig die AA, sozusagen als Ersatz, weil es natürlich keine Selbsthilfegruppen für Magie- oder Dämonensüchtige gibt. 
Sie führt im Grunde ein Doppelleben. Für das "normale Leben" geht sie pro forma einem normalen Job nach, während sie eigentlich für eine Agentur arbeitet, die sich mit magischen Kleinigkeiten befasst, z. B. Flüche bricht. Nichts wirklich Großartiges oder Aufwändiges. Nichts, das ihre wahren Kräfte herausfordern oder sie gar in Versuchung führen würde. 
Dann aber ereignen sich rätselhafte Morde in der Stadt. Auf höchst seltsame Weise ist die Polizei nicht in der Lage, die Morde aufzuklären. Die Aufklärung erfordert also magischen Einsatz, denn die Opfer sind Plags, Nachfahren der Naturgeister Alben. Diese haben  zwar eine magische Vergangenheit, sind in Cay Winters Welt aber inzwischen selbst machtlos, sodass sie nun die Hilfe einer Hexe benötigen.So begegnet Babel, die sich von Männern ferngehalten hat, dem Alben Tom, der Faszination und Gefühle in ihr weckt, die ganz anders sind als das, was sie mit Sam verband. Auch Tom fühlt sich zu ihr hingezogen, auch wenn Alben ein naturgemäßes Hexenmisstrauen hegen. 
Wie es kommen muss, steht, sobald sich zwischen Babel und Tom Tieferes zu entspinnen scheint, Sam auf der Matte, und Babels Gefühlsleben wird auf den Kopf gestellt. Einerseits wünscht sie Sam zum Teufel, andererseits aber braucht sie ihn auch, denn um den Mörder zu stellen, muss sie Energien entfalten und Ebenen beschreiten, von denen sie sich nie wieder einnehmen lassen wollte. 

Meine Meinung

In meinen Augen ist "Babel 01: Hexenwut", dessen schönes Cover mich gelockt hat, ein typischer Reihenauftakt, der an sich schon mysteriös startet. Der Roman beginnt mit einschneidenden Episoden aus Babels Vergangenheit, umschifft dabei aber gekonnt die Schlüsselereignisse, aufgrund derer die Protagonistin auch als Erwachsene noch mit sich selbst zu kämpfen hat. 
Die Hexenwelt der Autorin fügt sich in die reale Welt ein. Wirklich geheim sind die fantastischen Wesen nicht, aber es werden auch keine nennenswerten Konflikte zwischen Fantasiewelt und Menschen thematisiert. Etwas bedauerlich dabei ist, dass alle Hexen von Natur aus nicht gerade liebenswerte Charaktere sind: Von vornherein haben sie nur Interesse an der Nährung der eigenen Macht und besitzen nicht unwesentliches kriminelles Talent. Auch wenn Babel ihre Magie für das Gute einsetzt, vermisste ich doch den Facettenreichtum der Hexerei.
Babel selbst ist nach meinem Dafürhalten eine blonde Mischung aus Jeaniene Frosts Cat (Lederkluft, Motorrad) und Joss Whedons Willow (Magiesucht). Von ihrem in der Kurzbeschreibung angedeuteten Doppelleben erfährt man sehr wenig, ihr "menschliches", normales Leben ist im Prinzip irrelevant. 
In interessanten, vielfarbigen Bildern schildert die Autorin, wie die Protagonistin Energien aufbaut und ihre Magie anwendet. Das mochte ich sehr, zumal Zauberei in ihrer Entstehung ja sehr vage und nicht greifbar ist, sodass  der Vorstellungskraft kaum Grenzen gesetzt sind.  Trotzdem ist die Magie Cay Winters nicht willkürlich, sodass sich die Protagonistin ganz schön anstrengen muss, der Physik unterworfen ist und auf Rituale zurückgreifen muss, eben nicht alles aus "la main" schleudert. Ebenso hat jede Hexe ihre "Spezialität", Babels Schwester Judith beispielsweise kann ausgezeichnet Tiere beschwören und sie für Zauber einsetzen, während Babel darin ziemlich schlecht ist und so die Schwester um Hilfe bitten muss.  Bei Cay Winter ist Magie wie Elektrizität, körperlich spürbar und in verschiedenen Farben präsent. An keiner Stelle empfand ich die Beschreibungen als überzogen, sondern immer passend und ansprechend. Ein wenig erleichtert war ich sogar, dass mühsam gereimte Zaubersprüche fehlten.
Dass Babel dabei selbst trotz aller Macht recht blass blieb, konnte ich verschmerzen, da es der Autorin gelang, mich gut bei Laune zu halten. 
Besonders gut gefiel mir, dass die Handlung in Deutschland spielt, zumal ich während des Lesens nie den Eindruck loswerden konnte, dass Leipzig zum magischen Tatort auserkoren wurde. Obwohl das nie explizit zur Sprache kam, meinte ich doch, den einen oder anderen Ort wiederzuerkennen. So oder so bekommt Cay Winter von mir den Regionalbonus, da "Hexenwut" auf diese Weise noch ein Tüpfelchen mehr Identifikationspotenzial bot. 
Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass die Romanze bei Cay Winter nicht im Vordergrund steht. Wer auf die romantische Verspinnung zarter Bande hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht. Der Charakter der Babel ist zu sehr gebranntes Kind und hat natürlich ein paar Morde aufzuklären, sodass es nachvollziehbar ist, dass dem gegenseitigen Verlangen relativ spät nachgegeben wird. Die intimen Begegnungen sind dann auch weniger von romantischer Zuneigung als vielmehr sehr erwachsenem Begehren geprägt und nicht unbedingt gefällig.
Dank des Hexenthemas kommt die Autorin um fundierte Polizeihintergründe herum und kann Babel, bis auf einen kleinen Ausflug zur Staatsanwaltschaft, "machen lassen". In "Hexenwut" geht es um Magie und nicht um kriminalistisches Vorgehen.
Auf die ansatzweise Aufklärung von Babels Problemhintergrund muss übrigens bis zum Schluss warten, wodurch die Fragen des Lesers lange aufgeschoben bleiben und er so bei der Stange gehalten wird.
Insgesamt betrachtet ist "Babel 01: Hexenwut" eine Art Urban Romantasy-Thrill, der sich unkompliziert liest und Lust auf mehr macht. 

Mein Fazit

"Babel 01: Hexenwut" ist eine lesenswerte Geschichte, die als Schauplatz keine fernen Reisetraumwelten benötigt, um urbane Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn die Figuren noch etwas Tiefgang vermissen lassen und der beabsichtigte Humor an machen Stellen ein wenig verpufft, weiß Cay Winters mit ihrem Roman kurzweilig zu unterhalten. Da das Liebesleben der Protagonistin noch arg vertrackt und problemgeladen ist, muss man wohl auf Babel 02. Dämonenfieber warten, bevor sich für den Romanzenfan in Sachen Liebe und Romantik mehr tut.  Überanspruchsvolle Leser, die sich bereits für Auftaktromane akribisch ausgefeilte erzählerische Tiefen  erhoffen, werden von Babel wohl eher die Finger lassen.

Kurzum: Mir hat "Hexenwut" gut gefallen. 

Mein Gesamteindruck

4 von 5 Weißdornzweigen







Vielen Dank an den Egmont Lyx-Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 29. Dezember 2010

[Blogparade] Zum Jahresende 2010 ...

Eigentlich wollte ich ja nicht mitmachen. Warum? Keine Ahnung. Oder doch. Irgendwie hatte ich keine Lust, mich noch an eine Blogparade ranzuhängen. Eigentlich habe ich auch genug zu tun, denn ein paar Kurzgeschichten möchten fertig werden. Trotzdem hat mich das Blogparadenfieber noch gepackt, weshalb ich nun auch die Fragen von Katrin von den BuchSaiten beantworten. 

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?
Bücher, von denen ich mir wenig verspreche, lese ich ja eigentlich nicht. Also, wenn mich ein Buch von seiner Beschreibung her nicht anspricht, bleibt es in der Regel liegen. Das heißt, dass ich mir von keinem der Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, wirklich wenig versprochen habe. Ohne besondere Erwartungen bin ich allerdings an Jonathan Troppers "Sieben verdammt lange Tage" herangegangen. Ich wiederhole mich, ich weiß. Dieses Buch hatte mich wie das Kind die Jungfrau erreicht, und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Mir wäre eine amüsant-zynische Verarbeitung des Themas Tod in der Familie mit seinen vielen kleinen Episoden definitiv entgangen. Vorsichtig herangegangen bin ich auch an die erotische Vampirliteratur, da ich dort schon einige Fehlgriffe beklagen musste. Deshalb hat mir "Dunkler Kuss der Leidenschaft" von Mona Vara umso besser gefallen.  
 
Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?
Große Erwartungen hatte ich an J. R. Wards "Lover Avenged", bzw. ich  habe dieses Buch unbedingt auf Englisch kaufen müssen, weil ich nicht auf die deutsche Ausgabe warten wollte. Gesagt, getan im November 2009. Angefangen habe ich allerdings erst im Januar 2010. Dann aber, auch hier wiederhole ich mich, habe ich mich durchgequält.  
Ich traue mich kaum, es zu sagen, denn selbst für mich klingt das nach Augenwischerei: Ich liebe J. R. Ward auf gewisse Weise.  Ja, das ist wahr: Hätte ich die Wahl zwischen ihr und Lara Adrian, um mich auf einer einsamen Leseinsel über Wasser zu halten, würde ich, ohne zu zögern, für J. R. Ward optieren.
Auch ihre Bücher lese ich seit geraumer Zeit auf Englisch, bislang war es mir das immer wert, denn ich konnte die Fortsetzung auf Deutsch einfach nicht abwarten (von der Zweiteilung der Bände im Deutschen wollen wir gar nicht erst anfangen). 
Aber im Falle von "Lover Avenged" kann ich einfach nicht über meinen Schatten springen. Rehv als Charakter hat sich mir über die vergangenen Bände als so unsympathisch eingeprägt, dass ich schlichtweg nicht in der Lage bin, meine Aversion abzustreifen und ihn als Hauptcharakter eines eigenen Buches innerhalb der Black-Dagger-Reihe zu akzeptieren. Ich habe nichts gegen gebeutelte, gequälte Problemcharaktere, aber Rehv ist mir entschieden zu viel.
Obwohl "Lover Avenged" in gewohnt eindringlichem Stil geschrieben ist, tröstet mich das nicht darüber hinweg, dass ich mit Rehv nicht "klar komme" und ich mir immer wieder sagen muss, dies sei nur ein Übergangsband auf dem Weg zu John, der inzwischen längst erschienen ist, aber noch ungelesen im Regal steht. 
Ein weiteres Buch, das mich enttäuscht hat, weil ich, sagen wir, ein Faible für die Autorin habe, ist "Jenseits GmbH 01" von Amber Benson. Obwohl mir die Idee gefiel, war mir das Buch schlichtweg zu oberflächlich.
 
Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum? 
Ich lese nun schon seit Jahren Vampirliteratur, aber dennoch flutscht mir etwas durch die  Lappen oder ich komme einfach nicht zum Lesen, wenn das Leben der Literatur einen Tritt versetzt. So fand erst in diesem Jahr Kathryn Smith mit ihrer Schattenritter-Reihe zu mir. Ich glaube, dass ich diese Reihe vorher nicht wahrgenommen habe, da sie mir aufgrund der eintönigen Cover mit dem historischen Schriftzug schlichtweg nicht aufgefallen ist. Im Grunde sticht diese Romanserie nicht aus dem Romanzengenre hervor, aber für mich war sie insofern eine Neuentdeckung, dass ich lange nichts historisch Angehauchtes gelesen habe. Ich habe mich beim Lesen sehr wohl gefühlt und die Lektüre stets als angenehm und kurzweilig empfunden.
Außerdem möchte ich auf jeden Fall Jennifer Benkau als persönliche Neuentdeckung des Jahres einstufen, denn ihr Mut, mit Nybbas Träume Charaktere vorzustellen, die nicht sonderlich gefällig sind, hat mir sehr imponiert. Zu Weihnachten habe ich Phoenixfluch geschenkt bekommen und sofort mit Lesen begonnen. Ich muss sagen, dieses Buch gefällt mir auf Anhieb noch besser. 

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Ich muss Tanja vom Lese-Leuchtturm zustimmen: Dieses Jahr gab es wirklich sehr viele Bücher mit schönen Umschlägen. Nach meinem Dafürhalten sogar sehr viele im Jugendbuchbereich, was natürlich dazu geführt hat, dass ich die meisten davon nicht gelesen und auch nicht im Schrank stehen habe.
Sehr gut gefallen mir (im Gegensatz zu anderen, stimmt's Soleil?) die Cover der Darkyn-Reihe von Lynn Viehl. Allerdings muss ich einräumen, dass sie zumindest für mich nett anzusehen sind, inhaltlich aber nicht wirklich passen. Na ja, vielleicht mit viel Fantasie. 
Ein Buch aber, das ich wegen seines Covers haben wollte, ist: Babel 01. Hexenwut von Cay Winter. Vor ein paar Wochen habe ich angefangen, es zu lesen, bin aber noch nicht fertig. 
Natürlich gefällt mir mein eigenes Cover auch sehr gut. *Hüstel*  

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2011 lesen und warum?
Diese Frage ist nun wirklich gemein. Ich fühle mich sofort unter Druck gesetzt, wenn ich jetzt eine Liste mit Büchern poste, die ich gerne oder gar unbedingt lesen möchte. 
In erster Linie möchte ich gerne meinen SuB abbauen, bevor ich mich an die vielen verführerischen Neuerscheinungen setze. 
Dazu zählen
- der letzte Band von Kathryn Smiths Schattenrittern: Die Schattenritter: Ewige Versuchung: Roman
- Stacia Kanes: City of Ghosts
- Jackie Kesslers: Ein Sukkubus in Nöten (hatte ich im Sommer schon als Lektüre angekündigt, dann aber liegenlassen)
- Jeaniene Frosts: Eternal Kiss of Darkness
und noch vieles mehr ...

Dann mal auf ins neue Lesejahr!


Düstere Impressionen als weitere Inspiration

Und auch heute melde ich mich mit einem weiteren visuellen Inspirationsschub für meine aktuelle Ausschreibung
Wie üblich habe ich vor der Arbeit eine Runde durch meine Nachrichten bei deviantArt gedreht, die wieder sehr viele Neuzugänge der verschiedenen Gruppen, die ich als Mitglied beobachte, beinhalteten. 
Dabei habe ich wieder einen Künstler gefunden, den ich natürlich sofort fragen musste, ob ich euch einen Ausschnitt seiner Arbeit als Inspirationsschub vorstellen darf. 
Zu meiner großen Freude darf ich (das ist nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, denn einige möchten ihre Arbeiten nur innerhalb der Community belassen). 
Deshalb präsentiere ich euch an dieser Stelle düstere Landschaftseindrücke aus Frankreich,  die vor allem diejenigen inspirieren dürften, die die Natur nicht von der romantischen Seite betrachten möchten. Aufgenommen und bearbeitet von CountessBloody
Wie üblich führt ein Klick auf das betreffende Bild zu seiner dA-Seite, wo es noch viel mehr zu bestaunen gibt, nämlich nicht nur Landschaften, sondern auch Experimentelles, z. T. sogar auch Verstörendes. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ein Teil der über die Links zu erreichenden Kunstwerke nicht mit dem bei deviantArt üblichen Jugendschutzfilter gekennzeichnet, aber dennoch nicht für Jugendliche geeignet sind!





Mon cher inconnu, je te remercie du plus profond de mon coeur pour avoir donné ton autorisation ! C'est avec grand plaisir que je présente tes oeuvres et j'espère qu'elles seront une inspiration pour tous.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Jahresrückblick 2010 - Quartal III und IV

Zu meinem Leidwesen muss ich sagen, dass das zweite Halbjahr lese- und schreibtechnisch sehr mager ausfiel. 
Obwohl ich eine Challenge angenommen habe, konnte ich den anfänglichen Elan nicht beibehalten (Challenge-Bilanz folgt). 
Der Juli war vergleichsweise arbeitsintensiv, denn Ende Juli war die Deadline für eine Reihe von Kurzgeschichtenausschreibungen. Am Ende habe ich tatsächlich nur an Susanne O'Connells Stellvertreter-Ausschreibung teilgenommen, dafür heute aber noch ein paar Geschichten zum Feilen in der Schublade. 
Ich bin ein recht wetterfühliger Mensch und konnte mich deshalb angesichts des ständigen Regens oft einfach zu nichts aufraffen. 
Jeden Augenblick Sonne habe ich genutzt, um Fotos zu machen. 
Meinen Blog habe ich im Sommer wieder mit einem Stöckchen gefüttert und außerdem eure Fragen beantwortet. Da fällt mir auf, dass noch zwei oder drei Antworten fehlen, die ich bei Gelegenheit nachreichen werde. 
Da bei uns das letzte Quartal sehr viel Arbeit beinhaltet, musste ich meinen Blog sträflich vernachlässigen.
Nebenbei habe ich aber trotzdem meine Ausschreibung vorbereitet, worüber ich noch nicht öffentlich berichten konnte.  
Im Verborgenen wird außerdem bereits am Cover für den zweiten Teil von "Blutsuche" gearbeitet. 
Gelesen habe ich nicht viel, aber es stehen noch ein paar Buchvorstellungen meinerseits aus. 

Nahezu überall lese ich vom persönlichen Buch des Jahres, und ich muss gestehen, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, ob ich überhaupt ein Buch des Jahres 2010 habe. 
Wie üblich bin ich sowohl positiv als auch negativ überrascht worden, habe an Altem herumgelesen, mich an Neuem versucht, dabei festgestellt, dass ich kaum noch Lust habe, Reihen zu lesen. Mittlerweile bin ich dankbar, wenn Geschichten vorzugsweise mit einem Buch, max. aber dann mit drei Büchern abgeschlossen sind. Plötzlich brenne ich nicht mehr auf den nächsten Band von Lara Adrians Midnight-Breed-Reihe oder J. R. Wards Black Daggern. 
Ich habe mich an Mary Janice Davidsons Meerjungfrau Fred gewagt und beschlossen, dass ich, obwohl mir die komödiantische Aufarbeitung des Meerjungfrauenthemas nicht wirklich zusagte, gerne mehr über die Wesen aus dem Wasser lesen möchte. 
Festgestellt habe ich außerdem, dass Eileen Wilks Wolf Shadow 01: Verlockende Gefahr nichts für mich ist, obwohl ich neuerdings ein Faible für Gestaltwandler entwickelt habe.

Natürlich gibt es viele Bücher, die ich sehr mochte. 
Allen voran Jonathan Troppers Sieben verdammt lange Tage: Roman, aber auch Jeaniene Frost konnte mit First Drop of Crimson (Night Huntress World) bei mir punkten. 
Während ich dank Engelsnacht (in Form des Hörbuches) und leider auch Shiver (Wolves of Mercy Falls) (tut mir leid, denn offenbar fanden alle dieses Buch ganz großartig, deshalb habe ich den Schwanz eingezogen und mich nicht dazu geäußert) und The Short Second Life of Bree Tanner: an eclipse novella feststellen musste, dass ich noch nicht wieder in Jugendliteraturlaune bin, entdeckte ich im erotischen Bereich die Autorin Mona Vara für mich. Die Empfehlung bekam ich übrigens von der Autorin Ursula Donner, wofür ich ihr sehr dankbar bin. 

Insgesamt war 2010 in vieler Hinsicht ein normal durchwachsenes Jahr. 
Ich habe mich aus meinem Schreibkämmerchen getraut, Geschichten und Gedichte eingereicht und kann auf einige Veröffentlichungen zurückblicken, über die ich mich freue und auf die ich stolz bin, auch wenn sie mich weder reich noch berühmt machen (ich sag nur: kleine Brötchen schmecken mir trotzdem immer noch am besten).  
Im Übrigen habe ich mein Baby "Blutsuche" ziemlich unbeobachtet laufen lassen, sozusagen einen Abnabelungsprozess durchlebt, um meinen Kopf frei für die Fortsetzung und gänzlich anderes zu haben. Deshalb fühlt sich die bevorstehende Leserunde im Wonderworld-Forum ein wenig wie eine Zeitreise an und wahrscheinlich schreibe ich hinterher das Buch zum zehnten Mal um :-)

Ich habe trotzdem kreative Schübe und kreative Durststrecken durchlebt, aber viel Neues ausprobiert, das mir wirklich Spaß macht, deshalb muss ich mich für das etwas weinende Auge entschuldigen, denn twitter, Facebook, Blogger und deviantArt sind allesamt Zeiträuber erster Klasse. 
Treu bleiben werde ich ihnen aber. 
Sicherlich werde ich nicht täglich überall vorbeischauen, und einen Generalplan zur Gestaltung meines Blogs habe ich ebenfalls nicht. Wenn ich was zu sagen habe, werde ich das tun, wenn nicht, wird's eben wieder mal ein paar Fotos geben. Von Challenges werde ich vermutlich Abstand nehmen, da sich gezeigt hat, dass ich diese kaum durchhalten kann.

Von Vorsätzen und Plänen für 2011 halte ich mich vorsorglich zurück. 

Einen Plan habe ich allerdings, nämlich die Gestaltung meiner eigenen Website, zu der ich dann auch mit meinem Blog umziehen werde. Allerdings werde ich technische Null damit ganz schön zu tun haben. 

Ich lasse also das neue (virtuelle) Schreib- und Lesejahr einfach auf mich zukommen.

Im Namenssumpf

Angeblich sind sie nur Schall und Rauch, die Namen, für mich aber stellen sie momentan einen undurchdringlichen Morast dar, voller Hindernisse und Zweifel. 
Auch Cornelia Franke befasste sich vor kurzem mit der Namensfrage, und ja, liebe Cornelia, seither fühle ich mich zusätzlich von Namen verfolgt. 
Ach, was sage ich. 
Eigentlich bin ich von Namen besessen. 

Die Entstehung einer Geschichte fühlt sich manchmal an wie eine Schwangerschaft in Zeitraffer. Man laviert um die Charaktere herum, reduziert sie, nur damit man überhaupt etwas schreibt, auf Personalpronomen, bis zu jenem Zeitpunkt, zu dem Prof. Dr. X mit schlauem Blick auf den Monitor starrt und vorsichtig fragt, ob man das Geschlecht wissen möchte oder nicht. Spätestens dann bekommt die Namenssuche eine neue Dimension, und irgendwann muss man sich schließlich entscheiden. 

Schön ist es natürlich, wenn der Name schon vor dem Kinde da ist.
Ich liebe es, wenn ich meine Charaktere vom ersten Moment an ansprechen kann. 
Leider aber laden sich manchmal Namen ein, die nicht passen wollen, sei es aufgrund ihrer Bedeutung oder der Generation. 
Ich habe einen nahezu pathologischen Drang, Namen zu vergeben, die sehr bedeutungsschwanger sind, es sich dann aber gerne herausstellt, dass in der anvisierten Generation kein Mensch so heißt.
Angeblich. 
Ich habe nämlich den Eindruck, dass wir von fremden Namen so überhäuft werden, dass wir gar nicht mehr wahrnehmen, welche Namen uns täglich umgeben.
In meiner Generation hatten wir in jeder Klasse zwei Exemplare von Nicole, Thorsten (auch in der Sparvariante ohne "h"), Peter, Ronny, Daniel, Daniela, Diana, Katja, Jana, Thomas oder Ines (übrigens mein zweiter Vorname).
Ich erinnere mich an eine heftige Diskussion in einen der zahlreichen Foren eines großen Online-Versandhauses, in der eine Autorin in Grund und Boden gestampft wurde, weil sie es wagte, ihre Protagonistin Monika zu nennen. Auf einen Link zur Diskussion verzichte ich an dieser Stelle, da diese rasch das erträglich und auch gewünschte Maß des Konstruktiven verließ und nur noch der Demontage diente.
Da muss ich als Leser gestehen, dass ich in einem deutschen Setting lieber von einer  dreißigjährigen Monika statt einer Lucia lese, denn, auch wenn keine Monika, sondern eine Jutta nebenan wohnt, so könnte sie doch meine Nachbarin sein. 
Nun habe ich es selbst gewagt, den Gipfel der Profanität zu erklimmen, und meine Protagonistin in einer Vampirromanze Anne Müller genannt. 
Warum?
Weil sie sich eingeladen hat. Weil es sie tatsächlich geben könnte. Weil sie das reale, bodenständige Element des vornehmlich im ländlichen Roman angesiedelten Romans ist. Weil jeder andere Name bedeutete, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, nämlich einem unspektakulären Menschen, der nichts als seine Ruhe und seine Liebe will, einen Stempel aufzudrücken, dem er nicht gerecht werden kann. 
Nach fast zwanzig Jahren habe ich noch die Kritik im Ohr, warum ich meine Geschichten immer im englischsprachigen Raum ansiedele. Lange Zeit projizierte ich Reiselust und Reisefrust in Schauplätze und Namen, bis mir eine Autorin den Kopf wusch und sagte, ich solle erst einmal über das schreiben, was mich umgibt. 
Und das habe ich getan.
Deshalb gibt es sie nun, Anne, Helma, Hans und Rosa. 

Dass Namen zu einem unerträglichen Hemmschuh werden können, erlebe ich momentan. 
Die berühmte Crux ist, dass sämtliche coolen Vampirnamen schon vergeben sind. 
Sobald man die Frechheit besitzt, sich von einer Vampirromanze so einnehmen zu lassen, dass man sie aufs Papier bringt, setzt man sich Vergleichen aus.
Wie soll ich also einen neuen Charakter in Band 2 benennen, ohne verbale Schläge wegen mangelnder Kreativität einzustecken?
Er ist Franzose, hat mehr Jahre als John auf dem Buckel, und ist der klischeehafte Inbegriff des gastfreundlichen, hyperfröhlichen Baguettewerbungsmannes mit Schnurbärtchen. Also das Gegenstück zu dem brütenden Einsiedler John, das dem Amerikaner mal ordentlich auf die Füße tritt.
Aber wie soll ich den französischen Kopfwäscher nur nennen?
Alles ist schon dagewesen: Louis, Armand, Thierry, Etienne, Lucien, Bastien, Damian, Lucien und und und. 
Jean schießt sich schon selbst aus dem Rennen, weil man ihn zu leicht mit John verwechseln kann. 
All die Listen der populären Namen sind eine wahnsinnig unsinnige Hilfe, denn sie bieten mir für die betreffenden Jahre natürlich die Standardnamen, die kein Mensch mehr lesen will. 
Daneben sollte es auch ein Name sein, den man hierzulande halbwegs aussprechen bzw. im Gedächtnis behalten kann. Es ist ja keinem mit einem spektakulären Namen geholfen, den am Ende keiner mehr weiß, weil er eine zu komplizierte Schreibweise hat. 
André war somit schon in der engeren Auswahl, fiel aber wieder raus, weil ich a) einen Schulkameraden dieses Namens habe, mit dem ich sehr lustige Episoden verbinde, die ich einfach nicht aus dem Kopf bekomme und b) vor kurzem einen weiteren André kennengelernt habe, dessen Bild ebenfalls nicht zu meinem Vampir passt.
Und nun?
Mache ich meinen Franzosen zum Italiener oder Russen, weil mir kein Name einfällt? 
Plotte ich um und nehme den Handlungsstrang Frankreich komplett raus?
(Wenn mich die Verzweiflung ergreift, könnte ich schon zu einem radikalen Schritt tendieren, aber dann muss ich ja Rosa an einen anderen Ort verpflanzen ...)

Ach, wo wir von Rosa sprechen  ...
Ist es nicht eine Frechheit, dass die Vampire Diaries nun einen Charakter namens Rose aus dem Boden gestampft haben? 
Tja, meine Rosa muss  bleiben. 
Da wird nicht dran gerüttelt.

Fragen über Fragen, die mich immer weiter in den schlierigen Sumpf rudern lassen.

Also werde ich mich wieder im Internet herumtreiben, Straßennamen durchforsten, Filmabspänne analysieren und am Ende Monsieur Gaieté dann doch Maurice nennen?

Lange Rede, kurzer Sinn: 
Für Vorschläge bin ich höchst empfänglich.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Jahresrückblick 2010 - Quartal II

Während ich hier so sitze und über den Jahresrückblick nachsinne, muss ich direkt einen guten Vorsatz für das neue Jahr fassen, nämlich, dass ich meine Jahresrückblicke am Quartalsende bzw. noch besser am Monatsende vorposte, damit ich nicht immer so viel vergesse. 

Das zweite Quartal begann recht turbulent, denn im 

April
brach sich mein kleiner Wildfang nur kurze Zeit nach seinem 5. Geburtstag bei dem Versuch, mit dem Fahrrad eine Kurve in Zeitlupe zu bezwingen das Bein, sodass ich für die nächsten sieben Wochen ein unzufriedenes, nach Dauerentertainment hechelndes Vorschulkind zu Hause hatte, das meine Schreibambitionen weitestgehend zum Erliegen brachte. 
Umso erfreulicher war aber die Nachricht, dass meine Kurzgeschichte "(Nimmer)Wiedersehen" für die Geisterspiegel-Anthologie "Dark Vampire" angenommen worden war. Ich hoffe, das Grundgerüst unseres Hauses hat durch meinen ungezähmten Aufschrei keinen dauerhaften Schaden genommen. 
Mehr als die Lektüre, über die ich hier im Blog gepostet habe, habe ich im April nicht zustandebekommen. 

Mai
Auch der Mai war noch vom Beinbruch gekennzeichnet, sodass ich die übliche Maiflaute nutzte, um ein Stöckchen zu ergreifen, was sich ja immer anbietet, wenn man gerade einmal sprachlos ist, den Blog aber nicht brach liegen lassen möchte. 
Daneben gab es die frohe Kunde, dass meine Kurzgeschichte "Irrruf" es in die Anthologie "Wald ohne Wiederkehr" geschafft hat. Also habe ich versucht, mich vom freudigen Schock zu erholen, und fleißig Verträge unterschrieben.
Außerdem habe ich an meiner Kurzgeschichte für die Ausschreibung "Roboter, Avatare & andere Stellvertreter" und anderen gearbeitet. Auch Teil 2 von "Blutsuche" ist ein gutes Stück vorangegangen. 
Über meinen Schatten bin ich ebenfalls gesprungen. Nach Monaten des Daseins als stiller Beobachter auf deviantArt, habe ich am Monatsende zum ersten Mal ein eigenes Foto gepostet.

Juni
Juni war wieder ein ziemlich normaler Monat. Der Beinbruch war kein Beinbruch mehr, sodass arbeitstechnisch alles wieder in geordneten Bahnen lief. 
Zum Sommeranfang überfiel mich eine regelrechte Fotomanie, die die Schreiberei sehr in den Hintergrund rücken ließ. 
Insgesamt möchte ich aber behaupten, dass ich im zweiten Quartal 2010 auf verschiedene Weise doch ziemlich kreativ war. 
Da ich nicht immer über jedes einzelne Buch berichte, das ich zur Hand genommen habe, kann ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, was ich tatsächlich so alles gelesen habe. 
Wie gesagt, 2011 bessere ich mich :-)

Freitag, 24. Dezember 2010

Ein kleiner Stups Inspiration gefällig?

Unter meinen Watchern bei deviantArt befindet sich ein New Yorker Künstler, der unter anderem Skulpturen und Masken aus Papiermaché herstellt. 

Ich finde seine Arbeiten unglaublich faszinierend, aber auch inspirierend. 

Gern verarbeitet er das Thema "Natur", und so habe ich ihn gefragt, ob euch einige seiner Arbeiten präsentieren darf. 
Ich darf. 

Hiermit präsentiere ich euch einen ordentlichen Stups Inspiration für meine Kurzgeschichtenausschreibung "Magie der Natur": 




Nicht aus Papiermaché, sondern Schnee: 


Lasst euch also nach erfolgreicher Verarbeitung der Feiertage von der Muse küssen und haut in die Tasten.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Liebe Leser, 

ich möchte euch danken, dass ihr mich in den vergangenen Monaten "verfolgt" habt. 
Es freut mich immer, von euch zu hören und mich mit euch auszutauschen. 

Ich wünsche euch allen wunderbare Feiertage, Ruhe und Zeit für Familie und Gemeinsamkeit. 
Genießt ein paar stressfreie Tage und lasst euch natürlich auch mit gewünschter oder unerwarteter Lektüre überraschen.  

Eure
Sinje

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Jahresrückblick 2010 - Quartal I

Ja, ja, die Jahresendstimmung hat uns voll im Griff. 
Die Jahresrückblicke boomen überall, also habe ich mir gedacht, ich werfe meinen mit dazu. 

Hier also Teil 1 meines Rückblicks auf zwei Monate Präbloggerium und meinen Blogger-Debütmonat März. 

Januar
Das neue Jahr hatte begonnen und ich saß in der - zumindest bei mir - üblichen Übersetzungsflaute. Da man ja aber nicht ständig nur Schlitten fahren, Essen kochen und aufräumen kann, habe ich also im Internet gesurft und nach langer Abstinenz mal wieder http://geisterspiegel.de aufgesucht. 
Auf den letzten Drücker habe ich die Dark-Vampire-Ausschreibung gesehen, die mich mal ganz spontan in den Kurzgeschichtenwahn zurückgeschubst hat. 
Ich hatte ja schon immer Kurzgeschichten geschrieben, und "(Nimmer)Wiedersehen" hatte eine Weile in der Schublade gelegen, aber Lust auf Wettbewerbe hatte ich längere Zeit nicht. 
Nun hatte ich Blut geleckt und auch für andere Ausschreibungen in die Tasten gehauen. 
Damit habe ich seitdem auch nicht aufgehört (wenn man mal von kleineren Unlustphasen absieht). 
Daneben wurmten mich diverse Zeichen- und Rechtschreibfehler in "Blutsuche" so sehr, dass ich mich noch einmal rangesetzt habe. Zeitgleich habe ich das Problem Gartenratgebercover in Angriff und mit Nathália Suellen Kontakt aufgenommen. 
Am 8. Januar 2011 feiere ich meinen 1. deviantArt-Geburtstag, obwohl ich die ersten paar Monate lediglich als Beobachter angemeldet war. 
Insgesamt war der Januar in Sachen Literatur recht arbeitsreich. 
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, bin ich Co-Moderatorin eines Vampirbuchclubs in einem Familienforum, und dort bereiteten wir uns auf den ersten Clubgeburtstag vor. 
In diesem Zusammenhang hatte ich Gelegenheit, Kontakt zu verschiedenen Autorinnen des Genres Kontakt aufzunehmen, und war überrascht und überwältig, wie groß die Resonanz war, unseren sehr kleinen, nicht öffentlichen Club unter anderem mit Interviews zu unterstützen. 
Aufgrund dieser Aktivitäten habe ich im Januar recht, nein verschwindend wenig gelesen.
Nämlich nur: 

Februar
Der Februar markiert die Veröffentlichung der zweiten Auflage meines Buches "Blutsuche" und bedeutete in den ersten Tagen noch eine Menge Abstimmung und Feinarbeit in Sachen Cover, das sich gemeinerweise erst nicht hochladen ließ, dann zu groß, dann wieder zu klein war. Irgendwann hat es geklappt und ich konnte den Probedruck bestellen, der wiederum eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten ließ.
Außerdem habe ich mich im Februar entschlossen, mich zum Twitter-Völkchen zu gesellen, auch wenn ich nicht wusste, wovon ich den lieben langen Tag erzählen sollte. 
Was das Lesen angeht, muss ich mich im letzten Wintermonat auch verstecken. 
Ich habe mir mit Freundinnen nämlich ein kleines Wellnesswochenende gegönnt und dafür nur Hörbücher mitgenommen. 
Nein, ein echtes Buch kam mit, und zwar:
Teuflische Lust von Kerstin Dirks. 
Mit großer Begeisterung aber hatte ich Nana Spiers Interpretation von: 

März
Im März habe ich einen für meine zeitbegrenzten Verhältnisse schon ganz schön gewaltigen Bücherstapel verschlungen. 
Meine liebe Freundin hat mir nämlich ein Lynsay-Sands-Care-Paket zukommen lassen mit:
Außerdem habe ich endlich mit Lover Avenged: A Novel of the Black Dagger Brotherhood von J. R. Ward angefangen, dann aber sehr, sehr lange daran gelesen. 
Ganz besonders nette Lesestunden hatte ich mit
Katie MacAlisters Blind Date mit einem Vampir, das mir ebenfalls von einer Freundin zugeschickt wurde. 
Ich habe noch mehr gelesen, kann mich aber nicht mehr so richtig erinnern, welche von den Büchern in meinem Regal auch wirklich im März an der Reihe waren.
Und nicht zuletzt habe ich im März endlich in meinem google-Konto auf den Button "Blog erstellen" (oder so) geklickt. Auf ganze drei Beiträge habe ich es immerhin gebracht.  
Zudem bin ich bei Facebook hereingeschneit, sodass mich mittlerweile das virtuelle Social Life vollkommen im Griff hat und auch gewaltig vom eigentlich Wichtigen abhalten kann. 

Ich werde nun weiter über das zweite Quartal nachsinnen und mich bald mit Teil 2 zurückmelden.

Montag, 20. Dezember 2010

[Dokumentarfilm] Die Frau mit den 5 Elefanten

Am gestrigen Abend sendete 3Sat den Dokumentarfilm Die Frau mit den fünf Elefanten
Schon seit ich von dessen Premiere in Leipzig im letzten Jahr, von der ich leider nur über zehn Ecken und viel verspätet erfahren hatte, wollte ich ihn sehen, hatte leider bislang aber keine Gelegenheit dazu. 
Swetlana Geier, die hier eindrucksvoll von Vadim Jendreyko mit der Kamera auf einer Reise zu ihren Wurzeln begleitet wird, verstarb im vergangenen Monat.  
Spätestens die gestrige Ausstrahlung der Dokumentation ist mir nun einen Beitrag wert. 
Leider hatte ich - im Gegensatz zu einer lieben Kollegin - nie das Glück, Swetlana Geier kennenzulernen. Eine Unbekannte war sie für mich als Übersetzerstudentin mit Russisch als erstes Hauptfach aber nie. 
Sie steht nicht nur für Kongenialität, Hinterfragung des Klangs und der Konnotation von Worten, sondern sie zeigt auch, entgegen allen Predigten von Heerscharen von Übersetzungsdozent, dass es durchaus möglich ist, den Elefant der Übersetzung in die Fremdsprache zu zähmen. Mit und aus Liebe zur Sprache, mit Achtung vor dem Urheber, mit Disziplin und der Fähigkeit, über das Wort und den Satz hinauszublicken und ein Ganzes zu erfassen. Und mit der, wie sie selbst in etwa sagte, schier unstillbaren Sehnsucht nach dem, was sich einem unablässig zu entziehen versuche, dem scheinbar unerreichbaren Original, und nicht zuletzt mit dem Wissen, dass Übersetzungen mit ihrer Entstehungszeit verwachsen und nicht unsterblich sind.
Swetlana Geiers 5 Elefanten, die in Sachen Komplexität, Anspruch und Umfang diese Bezeichnung sehr wohl verdienen, sind neben zahlreichen anderen Werken Dostojewskijs dessen große Romane Verbrechen und Strafe, Der Idiot, Böse  Geister, Die Brüder Karamasow und Ein grüner Junge. (Die beiden ersten habe ich auf Russisch gelesen und eine gefühlte Ewigkeit dafür gebraucht.)
Jendreykos Dokumentation verleiht dem literarischen Übersetzen eine künstlerische, nahezu magische Anmutung, was ich nicht abstreiten möchte, obwohl ich gerade diese Form des Übersetzens selbst nie betreiben wollte, lässt aber auch einen leicht realitätsfernen Eindruck entstehen, denn mein Übersetzeralltag lässt Kongenialität und vor allem auch Zeit für eine tiefgehende Kontemplation und Reflektion von Schönheit und Intention der Sprachen vermissen; allerdings muss ich auch vom Übersetzen leben. Dennoch vermittelt sie, auch wenn das Übersetzen sozusagen eine Nebenrolle, einen unterstützenden Part spielt, da es nun mal eine der Tätigkeiten der Swetlana Geier war, die sie prägte und gleichermaßen von ihr geprägt wurde, eine klare Vorstellung davon, was Übersetzen und Unübersetzbarkeit bedeuten.
Im Mittelpunkt der Dokumentation steht die Reise der Übersetzerin zu ihren Wurzeln; in Anbetracht ihres Todes nur ein Jahr nach Erscheinen, ist diese Reise umso mehr eine Reise der Suche und des Abschiednehmens. 
In Begleitung ihrer Enkelin und des Filmteams reist Swetlana Geier mit dem Zug in ihre Geburtsstadt Kiew, die sie 1943 verlassen und seither nicht wiedergesehen hatte, und erzählt ihre Geschichte, die den Zuschauer berührt und bewegt. 
Zumeist verfolgt Jendreyko die 85-Jährige sehr einfühlsam,  hält beim Filmen Abstand, wenn sie in Kiew vor einem Haus steht, von dem sie sich nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob es genau das ist, in dem sie als Jugendliche lebte, oder wenn sie, stets von der Enkelin gestützt, auf dem Bahnsteig eines ländlichen Bahnhofes steht, enttäuscht, dass sie den Storchenteich, an dem sie unbeschwertere Datscha-Tage verbrachte und aus dem sie so gern noch einmal trinken wollte, nicht wiederfinden konnte. Dann aber gibt es Momente der unausgesprochenen Gefühle, in denen die Kamera einen Tick zu lang auf dem faltigen, stummen Gesicht ruht, sodass dem Zuschauer die Stille beinahe unerträglich wird, weil er gezwungen ist, ungezeigten Erinnerungen und Schmerz beizuwohnen. 
"Die Frau mit den 5 Elefanten" ist ein leiser Dokumentarfilm über eine Frau, die "intelligentnost", "umnost" (unübersetzbar) und die Liebe zu Literatur und Sprache in sich vereint und mich sprach- und schlaflos, mit dem Klang ihrer russischen Sätze im Ohr, zurückließ. Er ist ein Film über ein berufliches Vorbild, das durch sterbliche Übersetzungen unsterblich ist und dennoch eine große Lücke zurücklässt.
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