Dienstag, 28. September 2010

Dienstagsrosen

... oder fotografische Spielereien zum Wochenanfang.

Da das Wetter kaum einen schönen Fotomoment ermöglicht und meine Muse schon wieder irgendwo in kalten Pfützen herumpaddelt, habe ich meinen Sonntagsrosenstrauß einfach mal nach drinnen verlagert.

Wenn ich schon mal Rosen bekomme, kann ich natürlich nicht widerstehen und muss Fotos machen.

Ich übe brav mit Weißabgleich und Blitz, und die Originalversion ist auch nicht so verrauscht wie die Mini-jpgs hier (ich grummele mal eine Runde ...) 







Sonntag, 26. September 2010

DVD-Wochenende mit Tinkerbell

Normalerweise müsste nun meine Schreibzeit anbrechen. Das Wetter ist genau richtig: Ich könnte den Kamin anfeuern, die Regentropfen klopfen an die Scheiben und ich habe ein sturmfreies Wochenende.
Pustekuchen ... irgendwie rafft mich selbst dieses Ambiente, das mich normalerweise in Ideen versinken lässt, so gar nicht auf.
Also habe ich meine DVD-Neuerwerbung hergenommen und es mir mit einer Tasse Tee vor dem Fernseher gemütlich gemacht.

Seit Peter Pan, bin auch ich ein Fan von Tinkerbell, und als Disney schließlich die Abenteuer der kleinen Kupferkesselelfe in einen eigenen Animationsfilm verwandelte, bin ich wieder zu einem kleinen Mädchen mutiert.

Trotzdem habe ich ziemlich lange einen Bogen um die DVDs gemacht, weil TinkerBellallein mir lange Zeit zu teuer war, da die DVD nur mit recht mageren Extras ausgestattet ist. Dann kam TinkerBell - Die Suche nach dem verlorenen Schatz, und ich habe die Fernsehausstrahlung verpasst.

Nachdem die ersten beiden Teile endlich im Preis deutlich gesunken sind, kam aber endlich die Trilogie TinkerBell - Feen-Trilogie (3 Discs). Also habe ich eine Billigversion des tapferen Schneiderleins gemimt und drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und mir die Box geholt. Die Extras sind immer noch mager, zumindest in meinen Augen, denn ich mag einfach Behind-the-Scenes-Extras und mehr. 

Neben obligatorischen Hausfrauenpflichten verbringe ich nun ein schönes Wochenende mit Tinkerbell und ihren Freunden, und zwar erst einmal auf Deutsch, weil ich gerade nicht in fremdsprachiger Stimmung bin.

Tinkerbell bedient so ziemlich jedes kindlich-romantische Klischee, das ich von Feen und Elfen habe, aber das macht nichts. Wir Großen brauchen auch hin und wieder einmal bunte Bilder voller Fantasie, und es macht mir Spaß, die kleine Elfe von ihrer "Geburt" im Frühling über die Jahreszeiten hinweg zu verfolgen.
Obwohl sie der Inbegriff der Elfen ist, ist sie es auch wieder nicht, denn sie gehört nicht zu den Naturgestalten, die für Regenbogen, Wind, Tautropfen usw. zuständig sind. 
Als Tinkerfee (die Verwendung der Begriffe Fee und Elfe im Tinkerbelluniversum ist für mich ein wenig verwirrend, weil sie für mich im Grunde alle Elfen sind; man verzeihe mir also, wenn der Terminus "Elfe" bei mir vorrangig verwendet wird) ist sie sehr wichtig, denn sie unterstützt die anderen in ihrer Arbeit. Dass sie dabei aber nur im Hintergrund agieren soll, ist für sie ziemlich enttäuschend. Weil sie aber außergewöhnlich begabt ist, rückt sie quasi alle Elfen ihrer Zunft mehr in den Vordergrund und mischt ihre Welt ordentlich auf ... und bringt sich damit immer wieder in Schwierigkeiten.

Das neueste Abenteuer TinkerBell - Ein Sommer voller Abenteuer führt die Feen und Elfen wieder aufs Festland, denn es muss der Sommer erschaffen und erhalten werden.
Sie beziehen in einem Baum unweit eines Menschenhauses Quartier. Obwohl der Kontakt mit den Menschen untersagt ist, kann es Tinkerbell natürlich nicht lassen, einen Blick auf das Automobil der Bewohner zu werfen.
Die Bewohner des Landhauses sind ein Wissenschaftler und seine neunjährige Tochter Elizabeth, genannt Lizzy. Während der Vater sich in seinen Forschungen zu Schmetterlingen vergräbt, glaubt Lizzy an Feen und stellt als Erstes ein kleines, selbstgebasteltes Häuschen auf, in dem sie alles für eine Fee vorbereitet.
Während sich Tinkerbell und die Schnell-wie-der-Blitz-Fee Vidia, die wir im ersten Teil noch als ränkeschmiedende Antagonistin kennenlernen durften, von der Automobilbesichtigung zum Camp zurücklaufen (müssen, denn Vidia ist dank Tinkerbells Neugier pitschnass und kann nicht fliegen), stoßen sie auf eben dieses Häuschen, das von Tinkerbell natürlich umgehend inspiziert werden muss.
Und prompt sitzt sie im Schlamassel. Vidia will ihr eine Lektion erteilen und sperrt sie dort ein. Als sie dann das Menschenmädchen kommen sieht, will sie Tinkerbell zwar wieder herauslassen, bekommt aber die Tür des Häuschens nicht mehr auf. Aus ihrem Versteck kann sie dann nur noch zusehen, wie Lizzy, außer sich vor Aufregung, das Häuschen samt Fundsache Tinkerbell zu ihrem viel beschäftigten Vater bringt, um ihm ihre Entdeckung kundzutun.
Vidia eilt zum Camp, um die Rettungsaktion zu starten, denn sie wähnt Tinkerbell in einem der zahlreichen Schaukästen des Wissenschaftlers.
Allerdings wäre das Abenteuer kein Abenteuer, gäbe es nicht jede Menge Widrigkeiten. So kann nämlich nicht einfach losgeflattert und eingeschritten werden, denn es regnet in Strömen, sodass die beiden Tinkerelfen Clank und Bobble erst einmal ein Boot ersinnen, das mit vereinten Kräften in Windeseile gebaut wird ...
Während die Feen also auf Mission "Rettet Tink" gehen, stellt diese im Menschenhaus fest, dass das Mädchen ihr nichts Böses will und freundet sich mit ihr an.

Die beiden Vorgängerabenteuer beschränkten sich vornehmlich auf Nimmerland. Im ersten Teil gab es zwar einen kleinen Ausflug in die Menschenwelt und (für den Zuschauer) eine Begegnung mit (der kleinen) Wendy, der zweite Teil hingegen hatte den Menschen dann lediglich in einer Erzählung über den Zauberspiegel zum Gegenstand.
Im dritten Film nun begegnet Tinkerbell erstmals wirklich einem Menschen, freundet sich an, unterhält sich und hilft ihm. Dabei wird die Gelegenheit genutzt, die Feenmythologie noch einmal Revue passieren zu lassen. Außerdem macht dieser Teil einmal mehr deutlich, dass es sich um Familienfilme handelt, denn der pädagogische Zeigefinger ist unverkennbar.
Trotzdem sind die Filme liebevoll gestaltet und zum Teil sehr detailliert und gut beobachtet, wenn es um Blütenknospen geht. 
Natürlich sind sie süß und niedlich, aber das tut dem Filmgenuß an Regenwochenenden wie diesem keinerlei Abbruch. 

Das Einzige, das mich etwas stört, ist die falsche Jahreszeitenreihenfolge. 
Teil 1 spielte im Frühling bzw. in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling, als alles vorbereitet werden musste. Dann gab es in Teil 2 einen großen Sprung zum Herbst, denn der kraftspendende blaue Feenglanz musste gewonnen werden. In Teil 3 kehrt man nun zum Sommer zurück. Das ist ein wenig verwirrend, und ich war mir anfangs auch nicht sicher, ob ich nicht einfach die DVDs in falscher Reihenfolge eingelegt hatte, aber tatsächlich sind sie in der Reihenfolge Frühling, Herbst, Sommer erschienen. Ein vierter Teil soll passend zur Jahreszeit im Winter erscheinen.

Wer also bunte computeranimierte Filmabenteuer mag, bei denen man schmunzeln, seufzen und noch mal Kind sein kann, macht mit den Tinkerbell-Abenteuer nichts falsch.
Und dass sie nicht nur Mädchen zu begeistern wissen, beweist mein Sohn, der Feen und Elfen genauso gerne hat wie seine Ritter und Drachen.

Sonntag, 19. September 2010

... über "Die Schattenritter: Leidenschaft der Nacht" von Kathryn Smith

Kathryn Smith

Die Schattenritter
Leidenschaft der Nacht

Dreißig Jahre voller vampirischer Missverständnisse, aber die wahre Liebe übersteht auch diese und kann dabei ebenso unterhaltsam wie ziellos sein. 


Produktinformation
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (9. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Sabine Schilasky
ISBN-10: 3426505290
ISBN-13: 978-3426505298
Originaltitel: Let the Night Begin
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm

Inhalt (lt. Klappentext)

Für immer! Diese Worte hatte der Schattenritter Reign im Kopf, als er Olivia in ihrer Hochzeitsnacht zum Vampir machte. Er hätte niemals gedacht, dass Olivia ihn abweisen könnte, doch sie floh damals voller Panik. Dreißig Jahre später ist Olivia immer noch entschlossen, Reign nie wiederzusehen - bis ihr das Schicksal keine Wahl mehr lässt. Sie braucht seine Hilfe, um ihren entführten Neffen zu finden. Aber Reign hat eine Bedingung: Er will, dass Olivia sich ihm wieder hingibt ...

Meine Meinung

Einen besonderen Pluspunkt für mich bietet Kathryn Smith, da sie in jedem Teil der Reihe, die nun mit dem nächsten Band leider zu Ende geht, eine neue "Pärchenkonstellation" erschafft und unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen lässt.
Positiv fällt dabei auf - und ich wiederhole mich - dass der weibliche Part nicht schwach daherkommt und eben nicht dringend nach einer starken Schulter lechzt.
Die weiblichen Charaktere dürfen bei Kathryn Smith weiblich sein und sich einem vampirischen Gefährten hingeben, werden aber zum Ende hin weder untergebuttert noch Heimchen am Herd.

Nach zwei menschlichen und einer dampirischen Protagonistin ist die Hauptdarstellerin in "Leidenschaft der Nacht" bereits ein Vampir.
Olivia ist die Ehefrau von Reign, der uns namentlich als einer der Schattenritter bekannt ist. Überdies gehört ihm das Bordell, das Schauplatz der Ereignisse von "Die Schattenritter: Salon der Lüste", die sich parallel zur Handlung dieses Bandes abspielen.
Als Olivia Reign kennenlernte, war sie noch ein Mensch.
Obwohl der Vampir die junge Witwe, die ihn mit ungekünsteltem Verhalten und erstaunlich wenig damenhafter Trinkfestigkeit beeindruckte, recht bald reinen Wein einschenkte, stand die Frage einer Wandlung nicht im Raum. Trotzdem nahm Reign Olivia die Entscheidung ab und verwandelte sie in der Hochzeitsnacht.
Dreißig Jahre später lebt sie zurückgezogen und hegt ebenso großen Groll auf den Ehemann, wie sie ihn vergessen möchte. Dass ihr das aber so gar nicht gelingt, zeigt sich daran, dass sie sich an jungen Männern bedient, die ihm ähnlich sehen.
Daneben versucht sie gleichzeitig, ein möglichst "normales" Leben zu bestreiten, denn sie sorgt nach dem Tod ihrer Schwester für deren Sohn James.
Dieser Neffe wird nun eines Tages entführt, und als Lösegeld soll Reign herhalten.
Also begibt Olivia sich zu dem Mann, der noch immer ihr Ehemann ist, und überzeugt ihn, ihr zu helfen.
Es beginnt eine Zeit, in der die beiden sich gegenseitig das Leben schwer machen (beide ernähren sich von Personen, die ihnen ähnlich sehen, und das auch noch vor den Augen des jeweils anderen; beide spielen nicht mit offenen Karten ...), um einander herumtänzeln (wir waren länger getrennt, als wir ein Paar waren), aber auch nicht die Finger voneinander lassen können (der Vampir ist offenbar in der Lage, die weibliche Libido schon mit Worten zum Glühen zu bringen). 

"Leidenschaft der Nacht" steht zu meinem Bedauern unverkennbar unter dem Motto "Sex sells", was das eigentliche Problem der Geschichte und Auflösung stark in den Hintergrund treten lässt. 
So habe ich beispielsweise die "zarte" Annäherung des Paares vermisst.
Nun mag man einräumen, dass dieses Paars bereits über diese Phase hinaus war, dennoch verschloß es sich mir auch nach gegenseitiger Aufopferung und Rettung, was denn diese Beziehung neben den ansprechend beschriebenen Intimitäten so besonders machte.
Vermisst habe ich außerdem das Knistern und die Dynamik der Vorgängerbände und das Gefühl, in die Geschichte eingesaugt zu werden.  
Die Intrige war, wie erwartet, vorhersehbar und wurde im üblichen Stil gelöst, dennoch geschah das vergleichsweise gerafft und holprig.

Trotzdem ist es der Autorin gelungen, wieder zur Grundgeschichte der Reihe zurückzufinden. Erfreulicherweise walzt sie nicht noch einmal die gesamte Vampirwerdung aus, sondern beschränkt sich auf eine kurze Zusammenfassung, was den Leser, der die Reihe Band für Band verfolgt, freuen wird. Für einen Leser, der diesen Teil ohne Vorkenntnisse liest, sind die Informationen vielleicht nicht ausreichend, wenn er wirklich darauf Wert legt. Betrachtet man den Vampir ohne Vorgeschichte und lässt ihn eben einfach Vampir sein, mit all seinen klassischen Stärken und Schwächen, dann kann man "Leidenschaft der Nacht" problemlos als Stand-alone-Geschichte lesen.  
 
Daneben werden neue Personen eingeführt, für die man sich unter Umständen eine eigene Geschichte vorstellen kann.
 
Sprachlich knüpft der Roman an die Vorgänger an, pflegt zwar bewusst keine antiquierte Sprache, ist aber doch hin und wieder von alten Adverbien durchzogen, die neben den obligatorischen Pferden und Halbkorsetts dazu beitragen, dass man nicht vergisst, dass Roman Ende des 19. Jh.s. spielt.
 
Verwirrend sind für mich einmal mehr das Cover und der Titel, denn ich habe angesichts der vielen Titel am Markt, in denen sich "Leidenschaft" und "Nacht" tummeln, Schwierigkeiten mir die Titel und die Reihenfolge zu merken, ein Phänomen, das die vom Motiv her ähnlich und mit identischer Autorennamen- und Titelposition gestalteten Cover noch unterstützen.
 
Insgesamt sehe ich "Leidenschaft der Nacht" als Zwischenschritt und Vorbereitung auf das Finale. Es ist nur noch ein Schattenritter übrig, der uns durch die übrigen Teile begleitet hat, aber nie persönlich in Erscheinung trat, da er, wie wir wissen, in der Hand des Silberhandordens ist. Alle Paare bereiten sich auf die Italienreise vor.
 
Fazit
 
Unspektakulärer Übergangsband, der zwar das Gesamtbild weiter rundet, aber im Wesentlichen eher Liebhabern zahlreicher, aber nicht ausufernder oder derber erotischer Szenen gefallen dürfte, ansonsten aber keinen besonderen Eindruck hinterlässt. 
 
Gesamteindruck:
 
3 von 5 Weißdornzweigen

Mittwoch, 15. September 2010

... in eigener Sache

Da ist heimlich, still und leise der 200. Beitrag herbeigehuscht, und schon wieder habe ich keinen Jubiläumsknaller.

Ich möchte aber die Gelegenheit dieses runden Posts nutzen und verkünden, dass Anfang Oktober eine weitere Kurzgeschichte von mir in einer Anthologie erscheinen wird.

Wieder einmal habe ich an einer Ausschreibung teilgenommen.
Susanne O'Connell wünschte sich bis Ende Juli 2010 Kurzgeschichten zum Thema Stellvertreter. Das Spannende dabei war, dass die Genrevorgabe zwar Phantastik war, aber man sich dort bunt von Märchen bis Science Fiction tummeln durfte.

Die Anthologie erscheint im Wendepunkt Verlag. Darüber hinaus wird sie am 9. Oktober 2010 auf der Bucon vorgestellt, und einige Autoren werden aus ihren Geschichten lesen (ich habe leider keine Zeit).

Folgende Beiträge gibt es dann zu schmökern:

Gabriele Behrend („Schreizimmer“ und „Schattenkabinett“)
Hanno Berg („Das Tonband“)
Martina Bethe-Hartwig („Die Vorladung“)
CCBieling („Der Rosenpakt“)
Sinje Blumenstein („Fruchtmond“)
Melanie Brosowski („Dienstvorschriften“)
Martin Christians („Game Over“)
Ulf Großmann („Der Herr der Puppen“)
Susanne Haberland („Das Märchen von dem Prinzen und dem Stalljungen“)
Carolin Hafen („Abbild“)
Andreas Inderwildi („Himmel auf Erden“)
Thomas Jordan („Die Nahtöter“ und „Anschlag in Utopia“)
Jörg Karweick („Vicarius Morituri“)
Anne Kay („Das Spiegelbild“)
Oliver Kern („Der Knöchel“)
Lisa Mauritz („Das Gesicht und die Maske“)
Lothar Nietsch („Der Beschluss“)
Beatrice Nunold („Atopia“)
Sean O’Connell („Die zehnte Inkarnation Vishnus“)
Susanne O’Connell („Vagóor“)
Rebekka Pax („Nebelgrau“)
Kai Riedemann („Ich töte in deinem Namen“)
Gerd Scherm („Der Emotionaut“)
Sonja Schimmelpfennig („Die perfekte Kopie“)
Margret Schwekendiek („Konsumverweigerung“)
Katharina Seck („Cian – Der Anfang war das Ende“)
Andrea Spille („INFAM“)
Joachim Sohn („Flucht von Fanfasl“)
Arthur Gordon Wolf („Thannag-Shi“)

Ich bin schon sehr gespannt, denn die einzelnen Kurzgeschichten sind sicherlich sehr unterschiedlich und bieten abwechslungsreiche Lesefreuden.

In meiner Geschichte "Fruchtmond" geht es einmal  nicht um Vampire, sondern ich habe mich an die Gestaltwandler herangewagt.
Stellvertreter gibt es eigentlich sogar zwei, und Thema ist natürlich auch wieder die Natur.

... sie blüht!

Wer?

Die "Königin der Nacht".

Vor gut einem Jahr erreichte mich ein Päckchen, das ein klitzekleines Kindchen des Kakteengewächses einer lieben Freundin enthielt.
Ihre "Königin der Nacht", ein Kaktus der Gattung Cereus, zeigte sich dieses Jahr mit ganzen 19 Blüten auf einmal. 
Normalerweise blühen diese Schönheiten nachts auf, sind aber ziemlich vergänglich und nur für ein oder zwei Tage zu bewundern. 

In Anbetracht meines giftgrünen Daumens, was Kakteen anbelangt, hegte ich Zweifel, dass die grüne, stachelige Kuller überlebt.

Sie hat überlebt. In der Zwischenzeit hat sie zwar ein paar unsere Bienen aufgespießt, ist selbst aber wunderbar gediehen.

Nachdem man mir gesagt hatte, es werde eine gewisse Zeit dauern, bis der Kaktus Blüten ausbilde, bin ich heute aus allen Wolken gefallen, denn er hatte sogar gleich zwei.
Da die Pflanze im Freien steht, bis es frostgefährlich wird, muss ich mich eigentlich nicht sehr um sie kümmern. Die letzten Regenwochen sorgten dafür, dass die Blümchen draußen auch kein Extrawasser bekommen mussten. So führte eines zum anderen und dazu, dass ich meiner grünen Stachelkugel keine Beachtung schenkte und die zarten Knospen nicht bemerkte.

Umso schöner zeigt sich die "Königin" heute im Regentropfengewand.
(Es nervt mich zwar, dass ich die Bildqualität auf 10 % reduzieren muss, um meine Seite nicht zur Schnarchnase zu machen, aber ich hoffe, dass man trotzdem etwas erkennen kann.)  


Dienstag, 14. September 2010

... über radelnde Hexen :-)

Weil die liebe Soleil so ungläubig war, ob denn das Schild mit der radelnden Hexe ein Einzelfall war oder nicht, hier noch ein kurzer Blick auf unsere lokale (Rad)Wanderbeschilderung.
Da die Digitalfotografie ja so eine tolle Sache ist und keine Papierstapel verursacht, bin ich selbstverständlich bereit, noch weitere Beweisfotos zu schießen ...


... über "Self-Portrait" von Gene Tierney

Picture source: http://www.cmgww.com/stars/tierney/about/photos.htm
Nachdem ich "The Ghost and Mrs. Muir" vorgestellt habe, ist es mir ein Bedürfnis die Autobiografie der Lucy-Darstellerin Gene Tierney hinterherzuschieben.

Ich habe das Buch gebraucht erworben, und es hat leider keinen Schutzumschlag mehr, sodass ich hier keine Abbildung zeigen kann.

Zu meiner Schande stelle ich fest, dass ich noch nicht im Besitz von Rex Harrisons Büchern bin.
Obwohl er in Laurence Oliviers Autobiografie erwähnt wird, war es mir bislang entgangen, dass Rex Harrison ebenfalls eine Autobiografie verfasst hat.

Es ist mir bewusst, dass ich arg inkonsequent bin. An anderer Stelle habe ich gesagt, dass ich keine Schicksalsberichte lese, weil ich keine Tränen mehr erübrigen kann. Andererseits sind ja Autobiografien nichts anderes als Schicksalsberichte.

Auf jeden Fall ist Self-Portrait ein besonders aufreibender Schicksalsbericht.

Die 1920 geborene Aktrice galt als eine der schönsten Frauen Hollywoods und war Anfang der Vierziger bereits eine vielbeschäftigte junge Frau.
Spencer Tracy soll gesagt haben, die Kamera könne ihre Schönheit nur zum Teil einfangen.

"Laura" und "Todsünde" dürften wohl Tierneys bekannteste Filme sein.

Leider zählt sie zu den tragischsten Figuren Hollywoods.

Ihre Tragödie begann vermutlich nicht erst in der Hollywood Canteen, die 1942 von Bette Davis ins Leben gerufen worden war, um zur Zeit des Zweiten Weltkrieges den Soldaten etwas Ablenkung vom Geschehen zu bieten, indem hochkarätige Stars dort als Kellner usw. aushalfen.
Bereits zuvor stand ihre Ehe mit Oleg Cassini unter keinem guten Stern, denn sowohl Familie als auch Studio stellten sich dagegen. Außerdem bediente sich ihr Vater an ihren Einnahmen, um sein Geschäft zu retten (was ihm allerdings nicht gelang, sodass die junge Schauspielerin um ihr Vermögen gebracht war).

Zurück zur Hollywood Canteen:
Auch Gene Tierney, die konventionell erzogen worden war und unter der Fuchtel ihres Vaters gestanden hatte, wurde zur "Aushilfe" berufen und steckte sich bei dem einzigen Termin, den sie je dort wahrnahm, mit Röteln an. Ein weiblicher Fan hatte sich hereingeschmuggelt, nur um sie zu sehen.
Zu jenem Zeitpunkt war die Schauspieler allerdings schwanger. Sie erkrankte ebenfalls, wurde aber von den Ärzten versichert, es werde alles gut gehen.
Tochter Daria kam als Frühgeburt, taub und einseitig blind zur Welt und war entwicklungsverzögert.

Gene Tierney litt von da an mehr und mehr unter Depressionen, die vermutlich vielfältige Ursachen hatten: es mussten ausreichend finanzielle Mittel zur Pflege der kranken Tochter erarbeitet werden, ihr Ehemann gründete sein eigenes Geschäft, ein weiteres, gesundes Kind wurde geboren, Tierney sorgte für ihre Mutter, es folgte die Scheidung und, und, und. In den 50er Jahren wurde ihr Verhalten - auch für sie selbst - immer auffälliger, bis sie schließlich mit 34 zusammenbrach, stationär eingeliefert und einer Elektroschockbehandlung unterzogen wurde.
Sie verlor dadurch einen Teil ihrer Erinnerungen.
Später sprach sie sich gegen diese Therapieform aus.

Es folgten eine lange Hollywood-Abstinenz und ein weiterer Aufenthalt in einem Sanatorium. In der Traumfabrik konnte sie nicht mehr Fuß fassen, weil sie sich selbst nicht mehr in der Lage sah, Dreharbeiten à la Hollywood durchzustehen.
Sie zog es vor, ein ruhiges Leben an der Seite ihres zweiten Ehemannes zu verbringen.

Ihre 1978 bei Wyden Books erschienene Autobiografie ist ein sehr offener Lebensbericht, der nicht sich nicht auf eine oberflächliche Aufzählung verflossener Liebschaften beschränkt, sondern ehrlich von einer privaten Tragödie und einer Krankheit berichtet, die von vielen nicht einmal als Krankheit wahrgenommen und schlichtweg ignoriert wird.
Natürlich berichtet die Schauspielerin von ihren Begegnungen mit Howard Hughes, John F. Kennedy und Prinz Aly Khan, aber auch von den Dreharbeiten mit Humphrey Bogart usw.
Trotzdem steht Hollywood in dieser vergleichsweise wenig umfangreichen Autobiografie kaum im Vordergrund und bietet den Gefühlen einer Frau, die zwanzig Minuten auf dem Fensterbrett in einem der oberen Geschosse saß und sich selbst überzeugte, sie würde nicht springen, mehr Raum.

Gene Tierney berichtet in Zusammenarbeit mit Mickey Herskowitz von Unglück wie Liebe gleichermaßen, lässt aber einen traurigen Eindruck zurück.

Bei dieser Gelegenheit erinnerte ich mich an folgendes Buch, das ich nun endlich auf meine Wunschliste gesetzt habe. Das Vorwort stammt übrigens von Gene Tierneys zweiter Tochter, Christina Cassini.


Und hier wieder ein kleiner Ausschnitt aus "What's my line":

[Filmklassiker] "The Ghost and Mrs. Muir"

Dass ich filmtechnisch hoffnungslos nostalgisch bin, kann und will ich gar nicht leugnen (ja, ich weiß, meine Prota Anne lässt hier grüßen).
Da ich hin und wieder mal eine Schauspielerautobiografie vorstelle, werde ich künftig auch Filme mit aufnehmen, die nicht zwangsläufig meine Lieblingsklassiker sein müssen, aber mich doch auf ihre Weise faszinieren.

Ein Lieblingsfilm allerdings ist "The Ghost and Mrs. Muir" (interessanterweise habe ich tatsächlich jede Menge Lieblingsfilme, während ich mich nicht dazu durchringen kann, ein Lieblingsbuch zu erwählen, seltsam ....) 


Nicht zu verwechseln mit der späteren Fernsehserie gleichen Namens!
 
Auf Deutsch wurde dieser US-amerikanische Spielfilm aus dem Jahr 1947 etwas stiefmütterlich behandelt, denn er lief hier, wie wikipedia zu entnehmen ist, erst 1989 im Fernsehen.
Unter dem scheußlichen Titel "Ein Gespenst auf Freiersfüßen".
Ich denke, dass ich ihn damals zum ersten Mal gesehen habe, aber ich habe mich sofort in den Film verliebt.
 
Die Romanvorlage The Ghost and Mrs. Muir von R. A. Dick (Pseudonym der Autorin Josephine A. C. Leslie) war 1945 in Großbritannien erschienen, und die 20th Century Fox (späteres Heimstudio von Marilyn Monroe) erwarb die Filmrechte. 
 
Die Geschichte spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England.
Lucy Muir (dargestellt von der  damals 27-jährigen Gene Tierney) ist eine junge Witwe und lebt mit ihrer Tochter Anna bei ihrer Schwiegermutter und Schwägerin in London. Sie wird von deren Umgang und Atmosphäre erstickt und beschließt, ein eigenes Leben zu beginnen. Das Meer habe sie schon immer angezogen, sagt sie und begibt sich in das Küstenstädtchen Whitecliff-by-the-Sea, wo sie direkt an der Steilküste ein Cottage mieten will.
Bereits bei der Besichtigung des Hauses, das sich als erstaunlich billig herausstellte, wird deutlich, dass es dort offenbar spukt. Die selbständige junge Frau lässt sich davon aber nicht abbringen und zieht mit Tochter (gespielt von einer jungen Natalie Wood) und Haushälterin ein.
Und tatsächlich spukt der ehemalige Hausbesitzer, Kapitän Daniel Gregg (Rex Harrison), dort herum und versucht, die neue Mitbewohnerin zu vertreiben, wie er es mit allen anderen zuvor ebenfalls getan hat. Warum nun ausgerechnet ein Gespenst eigene Pläne mit seinem ehemaligen Haus hat, ist zwar nicht ganz so präsent, aber eigentlich auch nicht so wichtig.
Natürlich ist Lucy mit etwas Gespuke nicht zu beeindrucken und rennt nicht hysterisch kreischend davon, sondern fordert ihn schließlich auf, sich zu zeigen.
Das tut er dann auch, doch Lucy ist die Einzige, die ihn sehen kann.
Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, obwohl der Kapitän nichts für Landratten übrig hat und deren Wesen und Gefühle nicht nachvollziehen kann. Es wird deutlich, dass Daniel wohl mehr fur Lucy empfindet, denn er wirft nicht nur deren Schwiegerverwandtschaft aus dem Haus, sondern vereitelt auch eine Herrenbegegnung. Als Lucy, die Daniel "Lucia" nennt, der finanzielle Ruin droht, da die Goldminen ihres verstorbenen Mannes keinen Gewinn mehr abwerfen, was bedeutet, dass sie sich die Miete des Hauses nicht mehr leisten kann und wohl oder übel zur bigotten Schwiegerverwandtschaft zurückkehren müsste, hat Daniel die rettende Idee.
Er will seine neue Mitbewohnerin nicht verlieren, also diktiert er ihr seine spannende, rasante Lebensgeschichte, die sie als Buch veröffentlichen soll.
Diese Szenen sind wunderbar amüsant, denn nicht nur die Grammatikvorstellungen der beiden prallen hier aufeinander, während die Beziehung immer tiefer wird.
Es gelingt Lucy, das Buch an einen Londoner Verleger zu verkaufen, doch bei dieser Gelegenheit lernt sie den Kinderbuchautor Miles Fairley kennen, der sofort beginnt, ihr den Hof zu machen.
Daniel, der Lucy inzwischen liebt, weiß, dass es keine Chance für sie geben kann und Lucy ihr Glück mit einem lebenden Mann machen muss. Er weiß, dass ihre Entscheidung das Leben ist, deshalb verlässt er sie und kehrt nie mehr zurück, nicht wissend (oder vielleicht doch?), dass Lucy eine große Enttäuschung bevorsteht.
 
Dieser Film hat bis heute nichts von seiner Romantik verloren.
Obwohl er im fantastischen Genre angelegt ist, kommt er ohne große Effekte aus, die damals zweifellos bereits möglich (wahrscheinlich aber auch unsäglich teuer) gewesen wären.
Unter anderem werden alle Szenen zwischen Gene Tierney und Rex Harrison vollkommen real dargestellt. Der Geist Daniel erscheint nur ein Mal durchsichtig, ansonsten ist er ein "normaler" Mensch, und man hat den Eindruck, das muss so sein, weil Lucy ihn kaum als Geist empfindet. Etwas verwirrend ist das allerdings, wenn er Schwiegermutter und Schwägerin aus dem Haus wirft, die ihn ja nicht sehen können.
Als Spukelemente dienen lediglich Harrisons schnarrende Stimme aus dem Off sowie wehende Gardinen und flackernde Kerzen, und nicht zuletzt das Schattenspiel, das nur das Medium schwarz-weiß so imposant zu erzeugen vermag, gibt dem Film seine besondere Atmosphäre.
Interessant ist, dass der Geist Daniel nicht an das Cottage gebunden zu sein scheint, denn er begleitet Lucy (zunächst für sie unsichtbar, später dann sichtbar) nach London. Auch Tageszeiten sind ihm egal. 

Sowohl Tierney als auch Harrison sind einfach perfekt in ihren Parts.
Harrison ist der raue Seemann, der sich für nichts als die See begeistern kann, während Tierney eine ganze Bandbreite von schnippisch bis traurig zu spielen bekommt.
Hin und wieder wird zwar bemängelt, dass Tierney ihr altes Alter Ego nicht authentisch genug darstellt, allerdings bin ich der Auffassung, dass dieser Part des Films viel zu kurz ist, als dass man über die Mimik und Körperhaltung einer 27-Jährigen, die nun eine alte Frau darstellt, philosophieren muss.
Überhaupt ist es in Anbetracht des privaten Hintergrundes der Aktrice bewundernswert, dass es ihr gelungen ist, den Charakter der Lucy mit all seinen Facetten durch den Film zu tragen.

Sowohl Harrison als auch Tierney machen die Geschichte, die weder neu noch besonders überraschend ist (und es vielleicht auch nicht sein will), zu einem Erlebnis, dem man gerne beiwohnt.
Taschentuchromantik bietet dieser Film allemal. Neben beeindruckenden Aufnahmen des Pazifischen Ozeans trägt auch die unvergessliche Filmmusik von Bernard Herrmann (The Ghost & Mrs. Muir) wesentlich dazu bei. Wie in solchen alten Filmen häufig festzustellen, ist der Score hin und wieder nicht mehr als Untermalung zu bezeichnen, denn stellenweise ist die Musik ein wenig überdramatisierend und etwas zu laut für die Szene. Das soll aber dem Filmgenuss keinen Abbruch tun. 

Wer Filme der goldenen Ära Hollywoods mag, amüsante Schlagabtausche zwischen Mann und Frau ebenso zu schätzen weiß wie ein Tränchen im Knopfloch, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Hier eine kleine Hommage an "The Ghost and Mrs. Muir" (Filmszenen nur mit musikalischer Untermalung):


Montag, 13. September 2010

... über Wochenendstreifzüge

Momentan scheint uns das Wochenendwetter hold zu sein. Während es die ganze Woche über in Strömen gießt, als hätten wir in diesem Jahr noch nicht genug Wasser abbekommen, strahlte pünktlich am Samstagmorgen die Sonne und lud zum Spazieren ein.
Leider verpasste ich das voller Tau glitzernde Gras wieder knapp, aber trotzdem nutzten wir die Gelegenheit, um noch einmal Licht und spätsommerliche Luft zu tanken.
Wie üblich ging es in den Wald auf die Suche nach Elfenunterschlüpfen. Gut, die suchte eher mein Sohn, denn, ich muss es leider sagen, ich bin noch immer auf der Suche nach Anne.
Deshalb sauge ich momentan alles, was ich sehe, wie ein Schwamm auf, ordnet Gedanken und Handlungsstränge, betrachte das Licht und die Farben mit anderen Augen und beschnuppere, so animalisch das vielleicht klingt, alles irgendwie intensiver. In der Regel werden solche Eindrücke immer von einem Schreibflash gefolgt.
Weil ich solche entspannenden Natur- und Landwochenenden so genieße, habe ich mich wohl eher der "ländlichen" Fantasy verschrieben und siedele meine Geschichten meistens im dörflichen Umfeld an.

Selbstverständlich fanden wir wieder jede Menge dieser begehrten Unterschlüpfe, sprich Pilze, vornehmlich in ungenießbarer Ausführung, nur eben keine Elfen.
Mehr als das Ausbleiben fantastischer Waldbewohner ärgert mich jedoch immer wieder aufs Neue, dass dem Menschen die Kennzeichnung "Naturschutzgebiet" offenbar gänzlich unbekannt ist. Wie jedes andere Fleckchen Erde ist auch die Karstlandschatz Südharz ein wunderschöner, schützenswerter Ort, und ich rege mich jedes Mal wieder auf, wenn ich auf Waldwegen über Flaschen und Co. stolpere, die ich dem Verursacher nach dem Spaziergang gern vor die Tür werfen würde. Nein, so romantisch und berührt, wie man das Landleben manchmal verklären möchte, ist es ist!

Um einige Libellensichtungen und Fotos der letzten Blüten reicher, trollten wir uns am späten Samstagnachmittag wieder nach Hause, aber damit war das Erlebniswochenende noch nicht beendet. 

Am Sonntag feierte nämlich eine der größten Karsthöhlen Deutschlands Geburtstag.
Seit nunmehr 90 Jahren (die schwarzen Kapitel der Geschichte inbegriffen) ist die Heimkehle zugänglich.
1920 nämlich sorgte Theodor Wienrich für deren Erschließung, und am 12. September 1920 wurde sie eröffnet.
Damals bestand die Höhle noch einem großen Teil aus einem See, sodass die Besucher mit Booten und Fackeln auf Besichtigung gingen.
Heute gibt es natürlich elektrisches Licht (und Helme, damit die Geschichtenschmiede heil bleibt), und es wird im größten Hohlraum sogar eine Lasershow gezeigt.

Inzwischen ist auch mein Sohn alt genug, um an einer Besichtigung teilzunehmen, und mittlerweile war er, dank Kindergartenausflügen, schön häufiger dort als ich.

Am Sonntagvormittag starteten wir also zum Höhlenausflug.
Natürlich über den Karstwanderweg.
Bewaffnet mit Kamera und höhlentauglicher Kleidung.
In der 1357 erstmals urkundlich erwähnten Gipskarsthöhle mit ihren 2000 m Länge ist es nämlich ganz schön frisch, sodass man im Sommer einen ganz netten Temperaturschock erlebt, wenn man wieder rauskommt. Mit so 8 oder 9°C ist es nicht nur hübsch frisch, sondern es ist auch noch ziemlich feucht.

Wir kamen genau zur rechten Zeit, um an der ersten Führung teilzunehmen und zu erfahren, dass momentan geologische Probleme leider nicht den vollen Rundgang, das wären 750 m von insgesamt 2000, gestatteten.
Das war schon ziemlich schade, denn so konnten wir dieses Mal nicht den Thyra-See sehen, der dank der unter Wasser installierten Beleuchtung besonders imposant erscheint.
Man berichtet sich zudem von Nixen und Wassermännern, die dort leben.
Auch die haben sich aber bislang immer versteckt gehalten. 
Allerdings habe ich erfahren, dass gegen Jahresende eine Hörspiel-CD mit Sagen der Region veröffentlicht werden wird. Sobald ich Näheres weiß, werde ich auf jeden Fall Bericht erstatten.
Leider konnte ich keine Fotos machen, weil ich, ehrlich gesagt, keine große Hoffnung hatte, dass etwas Gescheites dabei herauskommt.
Zum Glück gibt es ja aber das Internet, das nicht nur ein Foto der Höhle zu bieten hat.

Und da es sich um eine Jubiläumsveranstaltung handelte, gab es nicht nur Spiel und Spaß für Kinder - und genug zu Essen - sondern auch altes Handwerk war eingeladen worden.
So durfte man zuschauen, wie früher Hexentransportmittel, äh, Besen entstanden.
Hier ein paar Auszüge des Geschehens, in das auch Vampirbekämpfungsmittel, sprich Pflöcke, involviert sind ...
Für Unschärfen muss ich mich entschuldigen, denn da ich meistens nur Blumenfotos mit dem Makroobjektiv schieße, muss ich mit anderen Objekten noch eine Weile üben.



Auf einem kleinen Besen sind Möchtegernhexe und Zauberlehrling am Nachmittag wieder nach Hause geritten.

Mit den Impressionen meines Wochenendes wünsche ich Euch allen eine schöne neue Woche!

Sonntag, 12. September 2010

... aus der Schreibstube

Der Titel "... aus der Schreibstube" stimmt nicht ganz, denn mein Sonntagsextra kommt heute aus der Fotomontage- bzw. Gimp-Stube.

Als Geburtstagsgeschenk für eine Online-Freundin, die ebenfalls Vampirgeschichten schreibt, habe ich folgendes Bild kreiert.

Die Verbindung zur Schreibstube besteht darin, dass ich

a) das Cover von Buch 1 "Lichtreise" als Hintergrundbild,
b) eine Seite des Kapitels "Regentraum" als 1. transparente Ebene,
c) einen Ausschnitt des Prologs als 2. transparente Ebene,

verwendet habe.

Außerdem ist die Rose natürlich immer ein Hinweis auf die Fortsetzung.


Freitag, 10. September 2010

... über "Mit Erstaunen und Zittern" von Amélie Nothomb

Im Rahmen meiner Französischen Freitag habe ich bislang nur Musik vorgestellt, sodass ich heute einmal von der Norm abweichen und ein Buch vorstellen möchte.

Dieser Roman einer belgischen Autorin ist zwar schon etwas älter, aber ich habe es erst vor drei Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen, auf Französisch.
Da ich nie Übersetzungen französischer Romane lese, geht der Literaturmarkt in dieser Hinsicht an mir vorbei, sodass ich zu meiner großen Überraschung festgestellt habe, dass es tatsächlich eine Übersetzung gibt.


Ich glaube, Amélie Nothombs Roman wurde mir geschenkt, weil ich mal in grauer Vorzeit mit dem Studium der japanischen Sprache begonnen habe, und genau die Erfahrung "Japan" thematisiert sie hier.
 
Die Autorin wurde selbst in Japan geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in verschiedenen Ländern, vornehmlich des fernen Ostens, bevor sie mit 17 nach Belgien kam.
Nach dem Studium in Brüssel zog sie es allerdings nach Japan zurück, wo sie eine Beschäftigung in einem Großunternehmen aufnahm.
 
Dem Internet sei Dank weiß ich nun auch, dass dieser Roman ihre eigenen Erfahrungen widerspiegelt.
Während ich das Buch las, habe ich mir nicht die Mühe weiterer Recherchen gemacht, mich aber unablässig angesichts der Authentizität (die ich natürlich nicht beurteilen kann) überrascht gezeigt.
 
Die Ich-Erzählerin, die bezeichnenderweise wie die Autorin Amélie heißt, wird also bei Yumimoto (einer fiktiven Firma mit einem echten japanischen "Hochhausnamen") beschäftigt und wird bereits zu Beginn der Hierarchien im Unternehmen gewahr. Sie kommt zu dem Schluss, dass sie bei Yumimoto "allen untergeordnet ist".
Nach und nach werden diese Hierarchien und der soziale Verhaltenskodex, die ebenso unverständlich wie profan sind, zu Stolpersteinen und Hürden.
Nachdem sie zunächst nur Getränke servieren darf, überschreitet sie eigenständig eine Grenze und verteilt unter anderem die Post. Das geht natürlich gar nicht und wird von ihren Vorgesetzten als Schande empfunden.
Sie macht Fehler, legt z. B. Kopien nicht akribisch genau aufeinander, etc.
Zum Eklat kommt es, als sie von einem höheren Vorgesetzten ohne Beachtung des Hierarchieweges um Ausarbeitung eines Berichts ersucht wird und hochwertige Arbeit abliefert. Das nützt ihr natürlich gar nichts: Ihre Vorgesetzte, die sie als Verbündete im Unternehmen glaubte, verpetzt sie und sie fällt schneller, als sie schauen kann, bis sie schließlich auch etwas managen darf, nämlich die Toiletten.
 
Meine französische Ausgabe hat 186 Seiten, und die sind vollgestopft mit so ziemlich allen Klischees, die man von Japan haben kann, und zwar ganz bewusst, wie man meinen mag.
Inwieweit die Darstellung der Verhältnisse in einem derart geformten System überzeichnet sind, vermag ich angesichts meiner Japankenntnis, die sich auf drei je zweiwöchige Vollzeitkurse beschränkt, nicht zweifelsfrei zu beurteilen. Schenke ich aber meinen Dozenten Glauben, darf man einen Gutteil der Geschehnisse durchaus für bare Münze nehmen.
 
Immer wieder sagt man sich, die Protagonistin müsse es doch besser wissen, schließlich hat sie sich die Suppe selbst eingebrockt und war zudem nicht blauäuig nach Japan, wo sie ihre Kindheit verbracht hatte, zurückgekommen.
Trotzdem stolpert sie zielstrebig von einem Fettnäpfchen ins nächste, ist dann aber auch so japanisch-entschlossen, dass sie eben nicht kündigt, sondern ihren Jahresvertrag bis zum bitteren Ende der Schmach erträgt, sich aber nicht ganz kampflos geschlagen gibt.
 
Amélie Nothomb hat, wie ich meine, den "Grand Prix du roman" für diesen Roman nicht umsonst bekommen, denn ihr gelingt eine wunderbare, humorvolle, wenn auch schlichte und geraffte Darstellung eines Kulturschocks.
 
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch weitere Bücher der Autorin, die nach eigenen Angaben pro Jahr 3,7 Romane schreibt, aber nur einen veröffentlicht, ungelesen im Regal stehen habe.
Zum Glück können Bücher zwar brennen, aber nicht laufen, sodass sie ganz sicher irgendwann noch an der Reihe sein werden. 
 
"Mit Erstaunen und Zittern" wurde im Übrigen auch verfilmt:
 

Mittwoch, 8. September 2010

... über "The Million Dollar Mermaid" von Esther Williams

Vor nicht allzu langer Zeit fragte mich Alexandra, ob ich gerne Biografien oder Autobiografien lese, und wer hier hin und wieder einmal vorbeischaut, weiß, dass ich diese Antwort mit einem kräftigen "JA" beantworte.
Im Gespräch mit Sayuri fiel mir dann auf, dass ich schon lange keine Autobiografie mehr vorgestellt habe, obwohl ich mir das doch soooo fest vorgenommen hatte. 

Also habe ich in meinem Fundus gekramt und ein Buch herausgesucht, in dem es sich um ein Element dreht, das wir in letzter Zeit reichlich erleben durften: Wasser.

Und mit Wasser verbinde ich, wenn es um Hollywood und alte Filme geht, sofort Esther Williams.

Ich erinnere mich noch gut an die Filme, die ich damals als Kind mitschauen durfte, damals, als wir noch einen Schwarz-Weiß-Fernseher hatten und ich nicht wusste, dass es Technicolor gab.

1999 gesellte sich also auch Esther Williams zu den Hollywood-Größen, die ihre Memoiren an den Fan bringen, und veröffentlichte ihre Autobiografie: The Million Dollar Mermaid: An Autobiography (Harvest Book).  (Die Ausgabe, die ich gebraucht erstanden habe, hat übrigens ein anderes, wenn auch ähnliches Cover.)

Produktinformation
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Harcourt Brace & Co; Auflage: Harvest. (September 2000)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0156011352
ISBN-13: 978-0156011358
Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15 x 3,8 cm

Klappentext
Starring Esther Williams, the glamorous swimming star who, in films like Bathing Beauty, Easy to Love, and Million Dollar Mermaid, created a whole genre of movies and was MGM's top female box office star - ever!

Zum Buch

Ich muss direkt vorwegnehmen, dass "The Million Dollar Mermaid" nicht zu meinen Lieblingsautobiografien zählt, denn sie ist wohl die einzige in meinem Regal, die nicht nur Einblicke in das Hollywood-Studiosystem verschafft, sondern auch eine ganze Menge Klatsch und Tratsch verbreitet.
Über Esther Williams muss man eigentlich nicht viel erzählen, denn das Internet bietet zahlreiche Informationen.
Dass sie nicht zur Aktrice, sondern Sportlerin geboren wurde, dürften ihre ersten Leinwandschritte zeigen, dennoch ist sie eine (lebende) Legende, denn ihr verdanken wir das "Wassermusical" und damit eine Reihe von feucht-farbenfrohen Filmen, die zwar vergleichsweise seicht, aber sicher zeitlos unterhaltend sind und nicht zuletzt auch den Weg für das Synchronschwimmen geebnet haben dürften.
Genau diese Filme machen den - für mich - interessanten Part von Esther Williams Autobiografie aus.
Um diese Musicals zu realisieren, waren natürlich neue Techniken erforderlich, und ich empfand es nicht als langweilig, darüber zu lesen, dass extra dafür ein Schwimmbecken angelegt werden musste, wobei zusätzlich die Farbgebung beachtet werden musste, da eben bestimmte Farben mit s/w-Filmen nicht harmonierten bzw. mit der 3-Streifen-Technik nicht realisierbar waren. Drumherum gibt es noch mehr kleine Details, wie die Suche nach dem passenden Haargel etc., schließlich verbrachte Frau Williams die meiste Zeit des Drehtages im Wasser.
Diese Passagen sind darüber hinaus so authentisch erzählt, dass die zielstrebige, ja eiserne Persönlichkeit Esther Williams' lückenlos nachvollziehbar ist.
Andererseits muss man aber auch hin und wieder den Kopf schütteln ob der Gepflogenheiten Hollywoods der 1940er und 1950er Jahre.
Selbst wenn man sich bewusst ist, dass es sich um einen Job handelt, der, für damalige Verhältnisse, überdurchschnittlich bezahlt wurde, fragt man sich, unverblümt gesagt, was zum Teufel in den Köpfen der "Macher" vorgegangen sein muss, zum Teil das Leben der Darsteller zu gefährden. Die Entstehungsberichte zu den Filmen lesen sich zum Teil wie Versicherungsausschlüsse für Fun-Sport-Arten. Beispielsweise dachte man sich, man könne doch ein paar Wasserskieinlagen in den Film hineinpacken, und natürlich stand dann die Schwimmerin (!) Esther Williams selbst auf den Brettern. Einmal erlitt sie während Dreharbeiten eine Fehlgeburt, während sie wiederum für "Million Dollar Mermaid" mit einer Krone auf dem Kopf vom Turm ins Wasser springen musste und dabei nur um Haaresbreite einer Querschnittslähmung entging. Von den zahlreichen Trommelfellrupturen ganz zu schweigen.

Im Privatleben hatte Esther Williams ein weniger glückliches Händchen, wie die Autobiografie deutlich macht. Überhaupt war ihr Leben nicht das Zuckerschlecken, wie der goldene Badeanzug des Covers meiner Ausgabe wohl glauben machen könnte. 
Als sie MGM verließ, waren fünfzehn Jahre Einnahmen futsch, und trotz des Wechsels zu Universal begann ihr Stern am Hollywood-Himmel zu sinken, sodass sie bereits mit um die 40 kinotechnisch in Rente ging und sich von nun an der Badebekleidung widmete.
Die für mich weniger reizvollen Passagen betreffen den Hollywood-Tratsch, und ich kann wirklich nicht sagen, ob ich hier alte Ressentiments oder gar Demontageversuche herauslese oder ob diese Stellen schlichtweg der Verkaufsförderung dienen sollen.
Wenig gute Haare lässt sie an Johnny Weissmuller, Jeff Chandler, Joan Crawford oder Lana Turner.

Alles in allem kommt man als Fan alter Hollywood-Musicals an Esther Williams nicht vorbei, dabei sollte man aber ein gewisses Fell gegen Gossip aufgebaut haben, um die wirklich interessanten Fakten herausfiltern zu können.

Leider bekommt man diese alten Filme heutzutage und hierzulande nur noch selten zu sehen. Kein Wunder angesichts der Menge neuen Filmmaterials. Erfreulicherweise hat Turner Classic Movies inzwischen zwei DVD-Sammlungen mit Esther-Williams-Filmen herausgebracht. Noch erfreulicher ist es, dass diese sogar auf meinem stinknormalen DVD-Player laufen (natürlich garantiere ich nicht, dass das überall klappt!). Neben den Filmen bietet TCM wie üblich auch kleine Extras, wie eine Reportage und ein Interview mit Esther Williams und witzige Kurzfilmchen. 

Ich bin nun mal durch und durch nostalgisch, wenn es um Kino geht. 
Man möge mir das verzeihen. 

Abschließend erlaube ich mir, noch einen kleinen Auszug der Show "What's my line" einzustellen, wo Esther Williams häufiger zu Gast war:


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...