Montag, 31. Mai 2010

... über "Salon der Lüste" (Die Schattenritter 3) von Kathryn Smith

Kathryn Smith
Salon der Lüste


Broschiert: 345 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Dezember 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426505282
ISBN-13: 978-3426505281
Originaltitel: Taken by the Night
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2 cm

Kurzbeschreibung

London, 1899: Nicht nur Gentlemen sind gerne im Maison Rouge zu Gast, dem nobelsten Bordell der Stadt -- das Haus steht unter dem Schutz mächtiger Vampire. Doch auch sie können nicht verhindern, dass zwei Freudenmädchen ermordet werden. Der unsterbliche Saint muss den Mörder so schnell wie möglich finden, denn sein nächstes Opfer könnte die schöne Ivy sein, die Saint begehrt ...

Meine Meinung

Ich komme nicht umhin, mich zu einem Fan von Kathryn Smith zu mausern, immerhin ist es ihr gelungen, mich nach langer Abstinenz wieder Romane mit historischem Umfeld lesen zu lassen.
Seit dem ersten Band der Schattenritter-Reihe Die Schattenritter: Unsterbliches Verlangen fiebere ich nun schon mit. Ich genieße es, wie die Autorin mich in das Geschehen hineinzieht.
Ihre Geschichten sehe ich wie einen Film vor mir, höre das Rauschen der Kleider, rieche die Pferde und bekomme Schweißhände in Kampfszenen.
So wird auch in Band 3, der sich Saint widmet, von dem wir in Band 2, Die Schattenritter: Kuss der Dunkelheit, schon gehört haben, die Spannung deutlich spürbar.

Mit Ivy und Saint erschafft Kathryn Smith ein Paar, dem man gern zusieht.
Vom ersten Wiedersehen an knistert das Papier zwischen den Fingern vor erotischer Spannung und aufkeimenden Gefühlen.

Kathryn Smith versteht es meiner Meinung nach sehr gut, starke Frauengestalten zu entwickeln.
Die junge Ivy ist so eine starke Persönlichkeit, die sich dem Klischee der unterwürfigen, kaum beachteten (ehetauglichen) Frau um die Jahrhundertwende zum 20. Jh. deutlich widersetzt.
Die Tatsache, dass sie in einem Bordell groß geworden ist, dürfte wesentlich dazu beigetragen haben.
Während mir Prue, die Protagonistin in Band 1, noch vergleichsweise blass erschien, konnten mich Marika in Band 2 und nun Ivy vollkommen überzeugen.
Sie ist ein durch und durch leidenschaftlicher Charakter, der sich der Fotografie ebenso enthusiastisch widmet, wie er sich für die Mädchen im Bordell der Mutter einsetzt.
Dass sie schon als junges Mädchen eine Schwäche für Saint hatte, kann man ihr nicht verübeln.
Bishop hatte in "Kuss der Dunkelheit" bereits klar gestellt, dass Saint nicht das Monstrum ist, für das Marika ihn hielt, und in der Tat entpuppt sich der Dritte im Bunde der ehemals 6 Templer als charismatische und loyale Gestalt. Er weiß seine alte Freundin Madeline, Ivys Mutter, zu schätzen und eilt ihr zu Hilfe.

Die Hilfe des Vampirs wird notwendig, als Freudenmädchen aus eben diesem Etablissement, dem Reign, ebenfalls ein Schattenritter, seinen Schutz angedeihen lässt, ermordet werden.
Der Geist von Jack the Ripper, der vor 10 Jahren sein Unwesen trieb, wird heraufbeschworen, und Saint wird detektivisch tätig, da Scotland Yard anderweitig beschäftigt zu sein scheint.
Der Schattenritter-Leser weiß natürlich, dass die dramatischen Nebengeschichten immer vom Silberhandorden inszeniert wurden, um die Geschichten zu einem Showdown in Rom zusammenzuführen.
Dennoch tänzeln wir eine ganze Weile um den wahren Mörder herum, und es macht einfach Spaß, mitzurätseln, während sich Saint und Ivy gleichzeitig immer näher kommen.
Der echte Krimifanatiker wird den Mörder sicherlich bei dessen erstem Auftritt enttarnen, aber da ich kein Kriminalist bin, bin ich eine Weile im Dunkeln getappt.
Schade, dass es dann aber doch der Gärtner war ...

Ich empfinde es als angenehm, dass Kathryn Smiths Charakter nicht beim ersten Anlass übereinander herfallen und sie ihnen damit Gelegenheit gibt, einander zu erforschen, sich heranzutasten und Gefühle zu entwickeln, die sie natürlich erst einmal nicht wahrhaben wollen, denn sonst wäre die Geschichte viel zu schnell vorbei.

Saint respektiert Ivy und bewundert ihre Kreativität und ihr Talent als Fotografin. Ich bekam nicht den Eindruck, dass er sie sich unterwerfen will, wie es bei anderen Autorinnen des paranormalen Romanzengenres häufig deutlich wird.
Darüber hinaus zerfließen weder Saint noch Ivy in Selbstmitleid.
In den beiden Vorgängerbänden wurden die männlichen Charaktere als gequälter Held eingeführt, Saint hingegen kommt mir relativ gesetzt vor. Keine Frage, auch er hadert mit seiner Vergangenheit und seinem Dasein. Seine Beziehung zu Marta, Marikas Mutter, kommt dabei kurz zur Sprache, und es ist durchaus nachvollziehbar, dass er - und auch die anderen Schattenritter, die wir bisher kennengelernt haben - sich im Grunde seiner Seele weigert, eine Bindung einzugehen.
Wer will schon den geliebten Partner vergehen und sterben sehen, während man selbst das bleibt, was man ist, für alle Ewigkeit?
Ivys Bindungsängste und Negierung der Liebe sind ebenso nachvollziehbar, sodass es am Ende auch folgerichtig ist, dass sie und Saint nicht umgehend heiraten. 

Nachdem ich anfänglich die Einfallslosigkeit und inhaltliche wie sprachliche Eintönigkeit der erotischen Szenen bemängelt habe, so wird "Salon der Lüste" seinem (deutschen) Titel vergleichsweise gut gerecht.

Leider sorgte ausgerechnet eine erotische Szene, die zunächst von höchst romantischem Begehren geprägt war und die Charaktere einen deutlichen Schritt zueinander führte, dafür, dass ich einen Punkt in der Gesamtwertung abziehen muss, weil ihr Abschluss sämtliche Romantik derart rüde und deplatziert zunichte machte, dass ich einfach nicht anders konnte, als mich noch Seiten danach aufzuregen. Vielleicht sollte diese Handlung der weiteren Charakterisierung von Saint dienen, das werden wir wohl nie erfahren.

Nun warte ich auf das Zusammentreffen der Schattenritter, insbesondere bin ich neugierig auf die Begegnung von Saint und Marika, aber in der Zwischenzeit gilt die Lesezeit Reign in Die Schattenritter: Leidenschaft der Nacht. 

Anspruch (inhaltlich und sprachlich): 3 von 5
Aufmachung: 3 von 5
Brutalität (Kampfszenen/Gewalt/Gore/Tempo): 2 von 5
Erotik (Häufigkeit/Explizität/Sprache): 4 von 5
Gefühl/Subtilität: 4 von 5
Humor: 1 von 5
Spannung/Handlungsdichte: 3 von 5

Gesamteindruck: 4 von 5 Weißdornzweigen

... über "Unter Wasser liebt sich's besser" Mary Janice Davidson

Mary Janice Davidson

Unter Wasser liebt sich's besser


Broschiert: 333 Seiten
Verlag: Lyx (15. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Stefanie Zeller
ISBN-10: 3802582535
ISBN-13: 978-3802582530
Originaltitel: Fish out of water
Größe und/oder Gewicht: 18 x 12,2 x 2,6 cm

Kurzbeschreibung

Nachdem der Meeresbiologe Thomas sie für eine reinblütige Meerjungfrau sitzen gelassen hat, gibt Fred dem Werben des gut aussehenden Arturs nach. Der Meermann will sie zur Prinzessin seines Unterwasserreiches machen. Unterdessen trägt sich auch Freds bester Freund Jonas mit Hochzeitsplänen, und er braucht dringend ihre Hilfe bei den Vorbereitungen. Da taucht überraschend Freds leiblicher Vater auf der Bildfläche auf, doch der Meermann scheint nichts Gutes im Schilde zu führen.

Meine Meinung

Das war er nun, der 3. Band von Mary Janice Davidsons Meerjungfrauen-Trilogie, und er steht seinen Vorgängern in nichts nach.
So anschaulich das Cover auch gestaltet ist, so toll es sich anfühlt und so sehr es damit 4 von 5 Punkten auch verdient, umso sehr führt es uns wieder an der Nase herum. 
Dasselbe gilt für den Titel "Unter Wasser liebt sich's besser". 
Wenn es sich unter Wasser so gut liebt und lebt, warum spielt dann dieser Roman vornehmlich an Land?
 
Wieder ist zwischen den Geschehnissen des Vorgängerbandes und dem Start des Trilogieabschlusses einige Zeit verronnen, und wie zu Beginn des 2. Buches steht Fred allein da, wenn man von dem allgegenwärtigen, metrosexuellen Freundinnenersatz Jonas und dessen Neu-Verlobter und Freds Bald- oder Doch-nicht-Ex-Chefin Dr. Barb einmal absieht.
 
Thomas ist von der Bildfläche verschwunden, aber von echtem "Verlassen" kann da eigentlich keine Rede sein, denn wirklich auf und davon gemacht hat er sich nicht, und die gute Fred scheint ohnehin ein besonderes Talent zum "Hineininterpretieren" zu haben.
 
Also mietet sie sich flugs ein Häuschen in Florida, um eine Rückzugsmöglichkeit zu haben. Dass das nicht funktionieren kann, ist vorprogrammiert, und schon bald hat Fred das Haus voller Leute.
So erscheinen Jonas und Dr. Barb sowie auch Freds Mutter Moon (hatte ich erwähnt, dass dieser Name wirklich wie die Faust auf's Auge passt) und deren Mann und Freds Stiefvater Sam.
Jonas  hat natürlich die glorreiche Idee, seine Hochzeit mit Dr. Barb gleich dort zu feiern, was einige nette, wenn auch klischeehafte Szenen mit Hochzeitstortenverkostung und Kleidanprobe nach sich zieht, die das Buch recht kurzweilig vor sich hin plätschern lassen.
 
Nachdem im 2. Roman der Mermaid-Trilogie, Mehr Mann fürs Herz: Mermaid-Serie 2, Freds Vater umfangreich thematisiert worden war, war es von Anfang an unausweichlich, dass der Leser ihn in Band 3 nun auch kennenlernt. So schleicht sich dieser Wassermann namens Farrem bei Protagonistin und Leser ein, und ist plötzlich gar nicht so unsympathisch, wie man erwartet hätte.
 
Selbstverständlich kehrt auch Thomas zurück und spricht aus, was ich insgeheim gedacht hatte, nämlich, dass er keineswegs in Tennian, die reinrassige Meerjungfrau verliebt, sondern lediglich fasziniert von ihr war.
Mary Janice Davidson lässt den Liebesromane klöppelnden Meeresbiologen immer dann auftauchen, wenn der Leser und auch Fred meinen, dass sie sich nun endlich entschieden hat, also für Artur, der ja schließlich einmal ihr König wird und zu dessen Volk sie genauso dazugehört wie zu dem Fußvolk der Menschen. 
Für ihre 30 Jahre ist Dr. Fredrika Bimm reichlich unentschlossen, allerdings ist ihr Wunsch, sich im Schwarzen Meer verkriechen zu wollen, nur zu gut verständlich.
Dummerweise ist sie an der ganzen Misere selber schuld, denn sie war diejenige, die das Unterseevolk animierte, sich den Landbewohnern zu zeigen.

Wie erwartet, musste auch in Band 3 etwas Dramatisches geschehen, und so ist der zukünftige Schwiegervater von Fred, König Mekkam, plötzlich nicht mehr in der Lage, eine Vielzahl seiner Untertanen telepatisch aufzuspüren. Überhaupt ist die telepathische Verbindung der Meermenschen insbesondere in diesem Roman ein zentrales Thema und Dreh- und Angelpunkt für Freds und Arturs gemeinsames Schicksal.
 
Ich muss gestehen, dass ich mit der Auflösung nicht gerechnet hatte. Vermutlich bin ich einfach zu gutgläubig und hoffe auf das Gute im Menschen. Ich habe mich wirklich an der Nase herumführen lassen, genau wie Fred, und der Ausgang des Dramas hat mich nicht einmal schockiert, sondern kalt lächeln lassen.
Und dafür bekommt Mary Janice Davidson einen Extrapunkt.
 
Auch habe ich mich mit meiner Annahme getäuscht, Fred zöge am Ende der Trilogie allein durch die Meere oder durch's Aquarium.
Ihre menschliche Seite gewinnt schließlich die Oberhand, was zu erahnen gewesen war, wenn man bedenkt, wie wenig sich die Meerjungfrauen-Romane tatsächlich unter Wasser abspielen.
Ein bisschen schade ist das schon, wenngleich auch nachvollziehbar, denn Fred ist doch mehr Mensch als Meerjungfrau und die Kluft zwischen ihr und Artur, der adlig antiquiert daherkommt, viel zu groß.
Für diese Erkenntnis wird der Charakter Farrem ungemein wichtig, und ich denke, dass die Autorin ihn gut eingesetzt hat.
 
Sprachlich unterstreicht dieser Abschlussband wieder meine Meinung, dass dieser Reihe ein anderer Übersetzer gut getan hätte. 
Die Interjektion "Jesses" hat sich mir derart stark aus den Betsy-Romanen eingeprägt, dass ich sie aus anderem Munde nicht hören/lesen will. Für das englische Original hätten sich sicherlich andere, weniger idiolektische Aussprüche finden lassen. 
Auch wechselt die Bezeichnung des Messers, das Thomas am Mann trägt, im Text, sogar zwischen den Bänden, immer wieder zwischen Klapp- und Schnappmesser. Wird damit nun ein und dasselbe Ding bezeichnet? Ich weiß es nicht, aber es fiel mir auf. Da hätte man sich begrifflich einigen sollen.
 
Alles in allem findet die Reihe mit "Unter Wasser liebt sich's besser" einen würdigen Abschluss, und ich hoffe, dass Mary Janice Davidson dabei bleibt, und Fred nicht wieder aufleben lässt. Nun gut, Fred lebt ja noch, aber ihre kurze Geschichte ist meiner Meinung nach zu Ende erzählt. Es war keine hochtrabende Geschichte um die Suche nach sich selbst und auch keine herzzerreißende Love Story. Weder Fisch noch Fleisch, aber recht kurzweilig und eine willkommene Abwechslung zu meiner sonstigen, deutlich vampirisch geprägten Lektüre.
 
"Unter Wasser liebt sich's besser" ist für mich der beste Band der Reihe, da es Mary Janice Davidson gelingt, die anfänglich unglaubwürdig erscheinende Liebesgeschichte glaubwürdig abzuschließen und dabei wieder ihren bekannten Humor durchblitzen zu lassen, auch wenn die spannende Nebenhandlung aus dem Hut gezaubert wirkt.
 
Es hat sich trotzdem gelohnt, einen Blick außerhalb der Betsy-Reihe zu werfen, und obwohl meine Bewertung eher im Mittelmaß ausfällt, war die Lesezeit keineswegs vertan.
 
Darüber hinaus bin ich dem Verlag dankbar für die zusätzliche Veröffentlichung von Short Stories der Autorin.
Diese passen thematisch leider überhaupt nicht zu den Meerjungfrauen, aber man muss grundsätzlich dankbar sein, als Leser einen weiteren Einblick in die Arbeit von Mary Janice Davidson zu erhalten, ohne auf das englische Original angewiesen sein zu müssen.  
Wie auch andere bekannte Autoren ist Mary Janice Davidson in zahlreichen Anthologien vertreten, und leider bleiben dem deutschen Leser solche Beiträge oft vorenthalten.
Lyx bietet somit ein zusätzliches Schmankerl, da die Mermaid-Romane zudem vergleichsweise kurz sind.
Allerdings empfiehlt es sich wohl, diesen Short Stories gesonderte Lesezeit zu widmen.
Ich habe die 3 Bonus-Stories noch nicht gelesen, um den Fred-Eindruck nicht zu stören, werde es aber nachholen.
 
Anspruch (inhaltlich und sprachlich): 2 von 5
Aufmachung: 4 von 5
Brutalität (Kampfszenen/Gewalt/Gore): 1 von 5
Erotik (Häufigkeit/Explizität/Sprache): 2 von 5
Gefühl/Subtilität: 3 von 5
Humor: 3 von 5
Spannung/Handlungsdichte: 2 von 5

Gesamteindruck: 4 von 5 Weißdornzweigen

 



... Tag 23 – Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat

Die Bücher mit den wenigsten Seiten in unserem Haushalt sind in der Regel Kinderbücher, aber da ich nun bereits einige Kinderbücher vorgestellt habe, habe ich ein anderes ausgewählt. 

Leider gehört mein erwähltes Büchlein auf meinen SuB, liegt aber schon recht weit oben. 
Mehr als die üblichen Katalogangaben kann ich deshalb noch nicht präsentieren.

Es handelt sich dabei um die Erzählung "Herzbluten" von Martin Andreas Walser.


Broschiert: 88 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 2. Auflage. (30. März 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839162904
ISBN-13: 978-3839162903
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 0,8 cm

Kurzbeschreibung

Hans Mock lebt ausserhalb eines Dorfes in den Bergen. Die Bewohner sagen, er sei eigenartig geworden: Er spricht mit niemandem mehr, grüsst nicht mehr, führt Selbstgespräche. Zu Hause erfindet er sich Gesprächspartnerinnen, mit denen er alles bespricht, was ihn bewegt.Als er sich an einem prächtigen Sommertag gerade anschickt, sich mit Sarah auf eine seiner imaginären Diskussionen einzulassen, klopft es an der Haustür. Hans Mock kann nicht glauben, was er sieht und wird ohne Vorwarnung an die Vergangenheit erinnert. Allerdings ist auch in dieser Geschichte zum Schluss nicht alles so, wie man vermutet hätte ...

Angesprochen hatte mich eine Leseprobe, und ich bin ziemlich sicher, dass ich mich bald zu dieser Erzählung äußern werde.

Sonntag, 30. Mai 2010

... Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat

Das dickste Buch, das ich besitze, mit Ausnahme diverser einsprachiger Wörterbücher und einbändiger Lexika, ist "Krieg und Frieden" von Leo N. Tolstoi.
Eigentlich ist es auch schon wieder nicht DAS dickste Buch, denn ich besitze es nur auf Russisch in einer Ausgabe, die aus zwei Bänden besteht, wobei der zweite Band zum Großteil die Übersetzungen der französischen Textpassagen des Romans beinhaltet.

Auf Deutsch ist dieser Klassiker seitenmäßig aber auch ein "ganz schöner Wälzer".

Z. B.


Gebundene Ausgabe: 1645 Seiten
Verlag: Patmos
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3491960541
ISBN-13: 978-3491960541
Originaltitel: Vojna i mirI
Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 13 x 6,4 cm

Kurzbeschreibung



"Krieg und Frieden" ist eine Ilias des 19. Jahrhunderts, ein Monumentalroman über die für Rußland und die europäischen Staaten schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege zwischen 1806 und 1812 mit einem Ausblick im Epilog auf die folgenden acht Jahre. Tolstois weitgespannte historische Perspektive, die in der atemberaubenden Schilderung der entscheidenden Schlachten von Schöngraben, Austerlitz und Borodino gipfelt, führt über den ursprünglichen Plan einer Familienchronik mit historischem Hintergrund hinaus.
 
Ich habe Tolstois Roman vor nunmehr 20 Jahren gelesen, und fragte mich heute jemand nach seinem genauen Inhalt, müsste ich leider passen.
Damals habe ich das Werk in seiner Komplexität noch gar nicht erfassen können.
Die Schlachten haben mich erschlagen, während mich das umfassende Adelsporträt der Epoche fasziniert hat. Einen besonderen Hemmschuh stellten zu jenem Zeitpunkt die vielen französischen Passagen dar, da ich die Sprache noch nicht ausreichend beherrschte. 
Glücklicherweise hatte ich mir eine zweibändige Ausgabe aus der Bibliothek besorgt, sodass ich die Übersetzungen daneben legen konnte.
Ich weiß noch, dass mich alle für verrückt erklärten, mir freiwillig solch schwere Kost anzutun, aber aus irgendeinem Grund hat dieser Roman in der örtlichen Bücherei immer nach mir gerufen, so lange, bis ich schließlich nachgab.
 
Oft habe ich seitdem meine russische Ausgabe in den Händen gehalten und überlegt, ob ich mich an das Original wage, nachdem ich bereits bei Anna Karenina so mutig gewesen war.
Bislang habe ich immer widerstanden, aber ich bin sicher, dass ich es irgendwann tun werde (und wenn mein Russisch bis dahin verlustig gegangen sein sollte, hole ich mir eben wieder eine deutsche Ausgabe, denn die fehlt mir sowieso im Regal).

Samstag, 29. Mai 2010

... Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

Es gab ein Buch, das ich wirklich total blöd fand und tatsächlich nicht gelesen habe. Ich frage mich immer noch, wie ich die Deutschstunden damals überstanden habe, denn normalerweise war ich immer sehr pflichtbewusst im Unterricht und habe alle Aufgaben brav erledigt, auch wenn ich mit der Schullektüre grundsätzlich auf Kriegsfuß stand und lieber in der Bibliothek wohnen wollte. 
Nur bei diesem Buch ging es einfach nicht, da konnte ich nicht über meinen Schatten springen. 
Irrigerweise kann ich mich noch erinnern, dass ich in der Lage war, auf buchbezogene Fragen hin Worthülsen von mir zu geben, die alles und nichts sagten.
Aber ich konnte von Glück sagen, dass wir keine Klassenarbeit zu diesem Buch geschrieben haben. Es war wohl doch nicht ganz so wichtig. Also bin ich nochmal davongekommen.
Allerdings kann ich mich an den Titel nicht erinnern, ich weiß nur noch, dass es in der fünften oder sechsten Klasse gewesen sein muss, denn die Protagonisten waren Heranwachsende.
Das war's auch schon.
Also kann ich auch an Tag 21 kein Buch vorstellen.

Freitag, 28. Mai 2010

... Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

Schullektüre und ich - das passt einfach nicht zusammen.
Ich habe immer gern gelesen, allerdings zählte der Lesestoff, der mir in der Schule vordiktiert wurde, nie dazu.
Es erschloss sich mir durchaus, dass nicht unwichtig ist, die großen Klassiker der eigenen Muttersprache zu kennen, und aus einem wahnwitzigen Grund habe ich im Deutsch-Abitur dann auch die Aufgabe gewählt, die sich mit Faust 2 auseinandersetzte. Mein Bibliotheksbücherstapel, der wöchentlich erneuert wurde, war mir trotzdem lieber. Deshalb hatte ich es auch am liebsten, wenn wir außerhalb der Schullektüre selbst Bücher vorstellen durften.

Das einzige Buch, das ich in der Schule wirklich gern gelesen habe, ist zwar kein Paradebeispiel der deutschen Literatur, aber ein Klassiker. Ich habe es geliebt, weil wir es nicht zu Tode analysiert haben und die Abenteuer wirklich genießen durften. 

Defoe, Daniel: Robinson Crusoe

Taschenbuch: 312 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 7., Aufl. (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401002562
ISBN-13: 978-3401002569



Kurzbeschreibung



Der Kaufmann und Seefahrer Robinson Crusoe wird nach einem Schiffbruch als einziger Überlebender auf eine unbewohnte Insel verschlagen. Er kämpft ums Überleben - gegen Unwetter, gegen Kannibalen und gegen die Einsamkeit. Er errichtet eine Hütte, baut Getreide an, jagt, stellt Kleidung, Werkzeuge und Waffen her. Nach 28 abenteuerlichen Jahren auf der Insel wird Robinson Crusoe schließlich von einem englischen Schiff gerettet und kehrt nach England zurück.

Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, in welchem Schuljahr dieser Roman an der Reihe war, aber ich weiß noch, dass ich nicht die Schulausgabe, sondern das alte Buch, das meinem Vater gehörte, gelesen habe.
Vor ein paar Jahren hat es mich gerappelt, und ich habe eben dieses alte Buch in A4-Format wieder herausgekramt. Die Übersetzung ist etwas angestaubt, und ich werde für meinen Sohn gewiss eine neuere Ausgabe kaufen.
Allerdings so fesseln wie damals konnte mich "Robinson Crusoe" nicht mehr ...

Donnerstag, 27. Mai 2010

... Bild des Tages

Mal keine Orchideen, sondern Maiglöckchen, aber auch aus Schwiegermutters Garten
(unsere mickrigen Zwiebeln will sicher keiner sehen).

... Tag 19 – Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest

Hm, komische Aufgabe.
Wenn ich bisher ein Buch UNBEDINGT lesen wollte, dann habe ich das auch getan.
Es gibt eigentlich kein Buch, von dem ich sagen kann, dass ich es schon immer lesen wollte, aber Widrigkeiten verschiedenster Art mich davon abgehalten hätten.
Tatsächlich existiert aber eine Reihe von Büchern, die ich bislang vertagt habe, weil andere dazwischen kamen bzw. mir mehr unter den Nägeln brannten. 

Zu diesen "Vertag-Büchern" zählt eine ganze Reihe, nämlich die Meredith-Gentry-Reihe von Laurell K. Hamilton, von der ich bislang nur die ersten beiden Bände, die auf Deutsch erschienen sind, gelesen habe. 

Alle folgenden liegen unberührt auf meinen SuB. Es gibt noch einen 8. Band in dieser Reihe, aber da will ich auf die Taschenbuchausgabe warten. 

Taschenbuch: 432 Seiten

Verlag: Fawcett; Auflage: New title (28. Dezember 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345443594
ISBN-13: 978-0345443595
Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,6 x 3 cm

Kurzbeschreibung:

The third novel in Laurell K Hamilton's Meredith Gentry series, Seduced by Moonlight continues the story of Merry Gentry, a mortal Faerie princess hiding in LA Her aunt, the immortal and insane Queen of Air and Darkness, has ordered her to compete with her cousin, Prince Cel, in making a baby. Whoever produces a child first wins the throne of the Unseelie Court. But Merry still hasn't conceived--and that's not her only problem. Unknown assassins seek her life; her magical powers are becoming potent and uncontrollable; and her sadistic aunt has just commanded her to return to Faerie.


Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ballantine Books; Auflage: Reprint (28. November 2006)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345443608
ISBN-13: 978-0345443601
Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,8 x 2,8 cm

Kurzbeschreibung:

I am Meredith Gentry, P.I., solving cases in Los Angeles, far from the peril and deception of my real home–because I am also Princess Meredith, heir to the darkest throne faerie has to offer. The Unseelie Court infuses me with its power. But at what price does such magic come? How much of my human side will I have to give up, and how much of the sinister side of faerie will I have to embrace? To sit on a throne that has ruled through bloodshed and violence for centuries, I might have to become that which I dread the most.

Enemies watch my every move. My cousin Cel strives to have me killed even now from his prison cell. But not all the assassination attempts are his. Some Unseelie nobles have waited centuries for my aunt Andais, Queen of Air and Darkness, to become weak enough that she might be toppled from her throne. Enemies unforeseen move against us–enemies who would murder the least among us.

The threat will drive us to allow human police into faerie for the first time in our history. I need my allies now more than ever, especially since fate will lead me into the arm of Mistral, Master of Storms, the queen’s new captain of her guard. Our passion will reawaken powers long forgotten among the warriors of the sidhe. Pain and pleasure await me–and danger, as well, for some at that court seek only death.

I will find new joys with the butterfly-winged demi-fey. My guards and I will show all of faerie that violence and sex are as popular among the sidhe as they are among the lesser fey of our court. The Darkness will weep, and Frost will comfort him. The gentlest of my guards will find new strength and break my heart. Passions undreamed of await us–and my enemies gather, for the future of both courts of faerie begins to unravel.


Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Ballantine Books; Auflage: Reprint (30. Oktober 2007)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345443616
ISBN-13: 978-0345443618
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 12,6 x 2,3 cm

Kurzbeschreibung:

I am Princess Meredith, heir to a throne of faerie. My day job, once upon a time, was as a private detective in Los Angeles. Unfortunately, princess has now become a full-time occupation.

My aunt, Queen Andais, will have it no other way. And so I am virtually a prisoner in faerie–trapped here with some of the realm’s most beautiful men to serve as my bodyguards . . . and my lovers. For I am compelled to conceive a child: an heir to succeed me on the throne. Yet after months of amazing sex with my consorts, there is still no baby. And no baby means no throne. The only certainty is death at the hands of my cousin Cel, or his followers, if I fail to conceive.

Now Mistral, Queen Andais’s new captain of the guard, has come to my bed–defying her and risking her terrible wrath in doing so. But even she will hesitate to punish him in jealous rage, because our joining has reawakened old magic, mystical power so ancient that no one stands against it and survives. Not even my strongest and most favored: my Darkness and my Killing Frost. Not even Mistral himself, my Storm Lord. But because Mistral has helped to bring this magic forth, he may live another day.

If I can reclaim control of the fey power that once was, there may be hope for me and my reign in faerie. I might yet quell the dark schemes and subterfuges surrounding me. Though shadows of obsession and conspiracy gather, I may survive.


Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ballantine Books; Auflage: Reprint (28. Oktober 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345495918
ISBN-13: 978-0345495914
Größe und/oder Gewicht: 17 x 10,4 x 3 cm

Kurzbeschreibung:

I am Meredith Gentry, princess and heir apparent to the throne in the realm of faerie, onetime private investigator in the mortal world. To be crowned queen, I must first continue the royal bloodline and give birth to an heir of my own. If I fail, my aunt, Queen Andais, will be free to do what she most desires: install her twisted son, Cel, as monarch . . . and kill me.

My royal guards surround me, and my best loved–my Darkness and my Killing Frost–are always beside me, sworn to protect and make love to me. But still the threat grows greater. For despite all my carnal efforts, I remain childless, while the machinations of my sinister, sadistic Queen and her confederates remain tireless. So my bodyguards and I have slipped back into Los Angeles, hoping to outrun the gathering shadows of court intrigue. But even exile isn’t enough to escape the grasp of those with dark designs.

Now King Taranis, powerful and vainglorious ruler of faerie’s Seelie Court, has leveled accusations against my noble guards of a heinous crime–and has gone so far as to ask the mortal authorities to prosecute. If he succeeds, my men face extradition to faerie and the hideous penalties that await them there. But I know that Taranis’s charges are baseless, and I sense that his true target is me. He tried to kill me when I was a child. Now I fear his intentions are far more terrifying.


Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ballantine Books; Auflage: Reprint (24. November 2009)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345495942
ISBN-13: 978-0345495945
Größe und/oder Gewicht: 17,1 x 19,9 x 2,8 cm

Kurzbeschreibung:



I am Meredith, princess of faerie, and at long last, I am with child–twins, fathered by my royal guard. Now I must stay alive to see my children born, as conspirators from every court plot against me and mine. They seek to strip my guards, my lovers, from me by poisoned word or cold steel. But I still have supporters, and even friends, among the goblins and the sluagh who will stand by me. Those who would defy and destroy me are destined to pay a terrible price. To protect what is mine, I will sacrifice anything–even if it means waging a battle against my darkest enemies and making the most momentous decision ever made as princess of faerie.

Mittwoch, 26. Mai 2010

... aus der Schreibstube

Ist so ein Blog nicht eine feine Sache?
Und noch feiner sind die Stöckchen, Aktionen, Paraden und was auch immer, die man in die Hand nehmen, vorposten und somit täglich vorgaukeln kann, man sei aktiv bei der Sache.

Dieses Posting kommt (wie auch die Rezis) live aus meiner Schreibstube.

Ich plaudere ja so gerne über alles, was ich den lieben langen Tag zu Papier bringe, nur leider hat das momentan nichts mit einer Autorentätigkeit zu tun.
Die Übersetzungen haben mich voll im Griff, und über die zu plaudern, ist a) mir nicht erlaubt und wäre b) sowie eher langweilig.
Da sind sie wieder jene Tage, die dem schnöden Mammon gewidmet sind und die Leidenschaft (für Schreiben und Fotografie) ganz tief vergraben.

Aus der Dokumentenliste des Startmenüs starren mir zwei Dateinamen (= Kurzgeschichtentitel) wütend entgegen und erinnern mich, dass ich sie noch rundschleifen wollte.
Zu meinem Bedauern liegen ein Geist und ein Werwesen momentan auf Eis (und ich kann von Glück reden, dass ihnen Kälte nichts ausmacht). 
Da habe ich nach all den Jahren die Kurzgeschichte wieder für mich entdeckt und getippt, was das Zeug hält, aber nun muss alles brach liegen.
Eine Online-Freundin würde jetzt sagen: "Quatsch und jammere nicht so viel, sondern schreib lieber weiter an deinen Storys."

Recht hat sie, aber ich keinen Nerv.

Ja, auch das gibt.
Ich habe keinen Nerv.
Nach einer Zeilenzahl, bei deren Nennung mir der Berufsverband mit drohend erhobenem Zeigefinger auf's Dach steigen würde, und 2 Stunden Erwachsenenbildung steht mir der Sinn nicht nach Showing und Telling.

Langes Gejammer, kurze Quintessenz: 
Ich entschuldige mich, dass ich gerade nichts aus der Schreibstube zu berichten habe, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Und dann werde ich bestimmt viel zu viel (aus)plaudern und spoilern ...

Zum Schluss noch ein Bildchen aus Schwiegermutters Orchideenparadies.

... Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt

Als Leser lege ich eigentlich nicht besonders viel Wert auf Cover, weil es oft vorkommt, dass das Cover super schön ist, aber überhaupt nicht zum Buch passt. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf den Inhalt, und deshalb hatte die erste Ausgabe meines Buches auch so ein wunderschönes (Achtung, Sarkasmus) Cover. 
(Ja, ja, blablabla, es kommt auf die inneren Werte an, yadayada ... das gilt auch für Bücher ;-))

Spontan kann ich mich gar nicht entscheiden, welcher Buchumschlag mir am besten gefällt. 
Ich bin immer wieder überrascht, was mit neuen technischen Mitteln alles möglich ist, obwohl für mein Gefühl ein Wiederholungstrend erkennbar ist, da offenbar auf identisches Stockmaterial zurückgegriffen wird. So haben zahlreiche Coverbilder tatsächlich denselben Waldhintergrund, oder genau dieselbe Dame - vielleicht mit kleinen Abwandlungen von Kleid und Haaren - blickt sehnsüchtig zum Horizont. 

Allerdings habe ich eine Schwäche für traditionelle Kunst.
Ich mag also alles, das gezeichnet, gemalt oder auf andere althergebrachte Weise gestaltet wurde.

Aus diesem Grund habe ich zwei alte Märchenbücher hervorgeholt, um sie hier zu zeigen. Sie haben mich als Kind immer mit ihren Illustrationen fasziniert, und ich habe sie lange nur als Bilderbücher betrachtet, weil es eine Weile gedauert hat, bis ich die Schrift flüssig lesen konnte.
Ein Erscheinungsdatum ist diesen beiden Büchern im Übrigen nicht zu entlocken.






Dienstag, 25. Mai 2010

... Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen

Ich entschuldige mich allerhöflichst dafür, das mein Regal offenbar nur aus ungelesenen Büchern zu bestehen scheint. Schon wieder liegt ein frisch duftendes, unangetastetes Exemplar in meinen Händen.

Es ist:


Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Auflage: 1. (7. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596184207
ISBN-13: 978-3596184200
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm

Kurzbeschreibung:
 
David Talbot, der Chronist der Vampire, trifft im Paris der Gegenwart Pandora und bittet die, die Geschichte ihrer Jugend und ihrer Initiation in die Welt der Vampire niederzuschreiben. Pandora, die zweitausend Jahre alte Vampirin, kehrt also in der Erinnerung nach Rom zur Zeit ihrer Geburt zurück.
 
Kaiser Augustus ist Herrscher über das Weltreich, auf dem Gipfel seiner Blüte und Macht. Pandora, Tochter einer kultivierten Oberschichtsfamilie, genießt für ein Mädchen eine ungewöhnlich sorgfältige Erziehung und nimmt früh am gesellschaftlichen und intellektuellen Leben teil. Mit der Inthronisation von Kaiser Tiberius beginnt jedoch eine furchtbare Schreckensherrschaft. Pandoras Familie wird ausgelöscht, ihr aber gelingt die Flucht nach Antiochia. Dort taucht sie in einen anderen, geheimen Kosmos ein: in das Schattenreich der Untoten. Pandora beginnt eine Reise durch Zeit und Welt auf der Suche nach dem verlorenen Liebhaber, dem Vampir Marius, den sie als junge Frau kennen und lieben gelernt hatte.
 
Anne Rice erzählt suggestiv und farbig aus der Historie des alten Roms, von der bizarren Geisterwelt der Vampire, der Flüchtigkeit der Zeit und unvergänglichen erotischen Momenten.
 
 
 
Ich glaube, ich muss diesen Roman auf meinem SuB etwas höher befördern.

Montag, 24. Mai 2010

... Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal v. r.

Auch dieser Griff ins Regal führt mich zu einem Buch, das ich noch nicht gelesen habe.

Carson, Paul: Atemstille

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404153065
ISBN-13: 978-3404153060
Originaltitel: Ambush
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,6 x 3,2 cm

Kurzbeschreibung:

Der amerikanische Arzt Scott Nolan ist der Liebe wegen nach Irland gezogen. Dort engagiert er sich im Kampf gegen Drogen. Doch das Drogenkartell schlägt zurück. Die tödliche Kugel, die Scott gelten soll, trifft seine junge Frau Laura. Scott schwört Rache – und taucht ab in die Unterwelt von Dublin.

Über den Autor:

Paul Carson, 1950 in Belfast geboren, weiß, wovon er erzählt, wenn er kleine Bären in weiße Arztkittel steckt und sie mit Stethoskop und Pflaster ausgerüstet nach Patienten Ausschau halten lässt. Denn Paul Carson ist selber Arzt. Seit fast 15 Jahren hat er eine Praxis in Dublin, in der er weniger Bären, dafür umso mehr Kinder behandelt, die an Asthma und Allergien leiden.


Das war es auch schon mit der Vorstellung.

Sonntag, 23. Mai 2010

... über "Me(e)hr Mann fürs Herz" von Mary Janice Davidson

Weil mich die Meerjungfrauen jetzt an der Angel haben, geht es gleich weiter mit Band 2 von Mary Janice Davidsons Mermaid-Serie, solange die Eindrücke noch frisch sind.


Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Lyx (15. Dezember 2009)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Stefanie Zeller
ISBN-10: 3802582527
ISBN-13: 978-3802582523
Originaltitel: Swimming without a net
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 3,2 cm

Kurzbeschreibung

Dass eine Meerjungfrau lieber in einem Aquarium schwimmt als im offenen Meer, ist alles andere als normal. Aber Fred hat auch nie behauptet, normal zu sein. Sie wird jedoch ihre Vorbehalte überwinden müssen, wenn sie Prinz Arturs Einladung, sein Unterwasserreich zu besuchen, annehmen will. Glücklicherweise ist auch der gut aussehende Meeresbiologe Thomas mit von der Partie in seinem nagelneuen Unterwasserwohnmobil! Schon bald muss Fred feststellen, dass sowohl Artur als auch Thomas sie mit ihrem Charme fest an der Angel haben. Sie muss sich entscheiden, wem von beiden sie den Vorzug geben will. Und die Wahl fällt ihr nicht leicht ...

Meine Meinung

Titel, Cover (auch wenn es noch so ansprechend ist) und Klappentext locken wie schon bei Band 1 mit lockerer, spritziger Lektüre, was nun auch die Fortsetzung leider nicht halten kann.

Seit Fred am Ende von "Traummann an der Angel: Mermaid-Serie 1" allein zurückblieb, ist inzwischen ein Jahr vergangen, und sie hangelt sich von einem Blind Date zum nächsten, denn sowohl Artur als auch Thomas sind trotz Liebesbekundungen aus ihrem Leben verschwunden. Diese Dates werden so kurz und bündig abgehandelt, wie sie wohl aus sind.
Von Jonas und Dr. Barbs ewiger (und sehr offenherziger, freizügiger) Turtelei (verständlicherweise) genervt, kommt ihr Arturs plötzliche Einladung zu einem Treffen des Unterwasservolkes, einem sogenannten Pelagial, gerade recht.
Mit Jonas, der schließlich seit zwanzig Jahren ihr Geheimnis kennt und gewahrt hat, im Schlepptau reist sie auf die Kaimaninseln, wo natürlich Dr. Thomas Pearson nicht nur mit von der Partie ist, sondern auch noch für den gesamten Urlaub aufkommt, sprich, die gesamte Hotelanlage anmietet, damit das große Treffen der Meermenschen auch wirklich geheim bleibt. (Offenbar lohnt sich das Schreiben von kitschigen, sexgeladenen Liebesromanen enorm!)
Seiner herausragenden finanziellen Situation sei Dank konnte sich der Meeresbiologe ein spezielles Unterwassermobil (UWM) bauen lassen, mit er nun um die Kaimaninseln schippert und einen auf Kumpel mit dem Großkönig macht. 

Für meine Begriffe kommen die witzigen Momente, in denen die Angehörigen des Unterwasservolkes mit den Zweibeinern in Berührung kommen, viel zu kurz.
Diese Szenen sind natürlich arg überspitzt und auch nicht sonderlich innovativ, denn schon öfter haben wir gesehen oder gelesen, wie Wesen, die nicht der menschlichen Zivilisation angehören, mit Filmen usw. an diese Welt herangeführt werden.
Dennoch ist es recht amüsant, wie der Unterwasserkönig stolz seine Sprachkenntnisse, die er durch intensives Schauen von "Deadwood" erworben hat, präsentiert und sich damit vollkommen im Ton vergreift, weil es sich seiner Tradition nach geziemt, mit dem Gegenüber in dessen "Dialekt" zu sprechen.
Auch wird hin und wieder eingeworfen, dass die Meerjungfrauen und Wassermänner nach ihrer Verwandlung in zweibeinige Wesen stets nackt herumstehen, was nicht in jeder Situation von Vorteil sein dürfte. 
Es sind gerade diese Momente, die eine kurzweilige Lektüre gewährleisten.

Was ich hingegen bereits im ersten Teil vermisst habe, sind die Gefühle, die Fred mit dem Wasser verbindet. Bis auf wenige Szenen, wie der, wo Artur ihr eine Seegraswiese zeigt und sie dort "grast wie eine Seekuh", gibt es kaum Unterwassereindrücke, was ich wirklich schade finde.

Während Fred zu Beginn von "Mehr Mann fürs Herz" noch indifferent mit Artur und Thomas flirtet (sie scheint da gar nicht so wählerisch zu sein und kommt ein wenig gleichgültig herüber), kippt ihre Zuneigung mehr und mehr in Richtung Artur, auch wenn sie Thomas nachzuhängen scheint. 
Der Großprinz des Unterwasservolkes wird auch deutlich sympathischer dargestellt als der Mensch, zumindest scheint sein Interesse an Rika echter, denn Thomas ist viel zu fasziniert von dieser dem Menschen normalerweise unzugänglichen Welt, als dass ihm wahrhaft nur an Fred etwas gelegen sein soll.
Meine anfängliche Befürchtung bewahrheitet sich wohl doch.

Mit diesem zweiten Band nutzt Mary Janice Davidson die Gelegenheit, mehr über Freds Herkunft zu erzählen, und der Leser erfährt, dass das Unterwasservolk gar nicht gut auf ihren leiblichen Vater zu sprechen ist.
Es ist nun nur noch eine Frage der Zeit, bis wir (und Fred) diesen Wassermann kennenlernen.
Ich bin mir sicher, in Band 3 kommt er.
Ich denke allerdings, dass in Sachen Freds Verbleib an Land oder im Wasser noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.
Des Weiteren lernen wir neue, glücklicherweise nicht zu viele neue Charaktere kennen, die wir sicherlich noch einmal wiedersehen werden.

Die Rahmenhandlung von "Mehr Mann fürs Herz" bedient sich eines typischen Problems des fantastischen Genres.
Wann immer Fantasiewesen und Mensch nebeneinander existieren, das Fantasiewesen aber eben vermeintlich ein Geschöpf der Fantasie ist und sich dementsprechend verborgen hält, tritt immer die Frage auf, ob man sich dem Menschen zeigen darf oder nicht. 
(Mit der Frage der Geheimhaltung der Vampire haben sich ja auch die Betsy-Romane schon befasst.)
Dass sich am Ende Meermenschen in die zivilisierte Öffentlichkeit begeben, ebnet den Weg für die Fortsetzung.
Auch Fred muss nun nicht mehr verleugnen, wer bzw. was sie ist, und offenbart sich auch ihrer Chefin, was sicherlich für Jonas eine Erleichterung sein dürfte.

In Sachen Liebe passiert bei Fred allerdings wieder nicht viel, außer, dass sie sich entscheidet, Artur im Schwarzen Meer zu besuchen und ihn vielleicht zu heiraten (weil Thomas kein wirkliches Interesse mehr bekundet), überzeugend wirkt sie dabei aber nicht, und sie scheint nicht zu wissen, was sie will. Wie alt war sie nochmal? 16? Oh, nein. 30.

Der romantische Handlungsstrang gilt wieder den Nebenfiguren Jonas und Dr. Barb, die wieder einen erotischen Moment bekommen und am Ende sogar verlobt sind.
Wenigstens dort geht es voran, und ich muss sagen, dass ich bis jetzt Fred mit überhaupt keinem Mann sehe, egal ob Mensch oder Wassermann.

Band 2 hat ich überhaupt nicht mehr an die Betsy-Reihe denken lassen und mich recht gut unterhalten. Es gibt schlicht und ergreifend Lesemomente, in denen ich nicht anspruchsvoll bin und mich einfach treiben lasse. Da interessiert es mich nicht, ob ein Logikfehler den anderen jagt oder ob die Sprache besonders ausgefeilt ist.

Es gibt Passagen, die extrem dialoglastig sind, vor allem aber gibt es viele Gedankendialoge, die kursiv und ohne graphische Kennzeichnung geschrieben sind. Dort lief ich häufiger Gefahr, den Faden zu verlieren bzw. nicht nachzukommen, wer gerade was denkt. 
Auch kann ich den Humor, den ich an Mary Janice Davidson so mag, in der Mermaid-Reihe nur begrenzt wiederfinde und möchte als Leser hin und wieder gerne mal mit den Augen der Protagonisten "sehen".
Das fehlt mir bei den Fred-Romanen einfach, während ich wiederum die Erotik überhaupt nicht vermisse.
Die Piraten, die für den Thrill sorgen sollten, waren zwar wirksames Mittel zum Zweck, wirkten aber mächtig konstruiert, und wie in Band 1 fand die Geschichte ein rasches Ende.

Alles in allem sind diese Bücher eine passable Zwischendurch-Lektüre, und ich meine aber auch, dass man sie nicht immer an den Betsy-Büchern messen muss, zumal sie eine vollkommen eigene Thematik behandeln.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Mermaid-Serie aus einem Zwang, etwas anderes schreiben zu wollen oder zu müssen, entstanden ist, auch wenn die Autorin in ihren Danksagungen anderes sagt.

Insgesamt gefiel mir "Mehr Mann fürs Herz" ein Quäntchen besser als "Traummann an der Angel" - sowohl inhaltlich als auch sprachlich (vielleicht habe ich ja ein "Jesses" überlesen) - und hat mich überzeugt, den abschließenden Band Unter Wasser liebt sich's besser: Mermaid-Serie 3 ebenfalls zu besorgen.

Anspruch (inhaltlich und sprachlich): 2 von 5
Aufmachung: 4 von 5
Brutalität (Kampfszenen/Gewalt/Gore): 0 von 5
Erotik (Häufigkeit/Explizität/Sprache): 1 von 5
Gefühl/Subtilität: 2 von 5
Humor: 3 von 5
Spannung/Handlungsdichte: 2 von 5

Gesamteindruck: 3 von 5 Weißdornzweigen

 
 
 
 
 
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