Sonntag, 14. November 2010

... über "Krieger des Lichts 02: Ungezähmte Begierde" von Pamela Palmer

Pamela Palmer
"Krieger des Lichts 02: Ungezähmte Begierde"


Ungezähmte Fortsetzung ohne große Überraschungen


Krieger des Lichts 02. Ungezähmte Begierde
Produktinformation (lt. amazon.de)
Broschiert: 347 Seiten
Verlag: Lyx (November 2010)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Wolfgang Thon
ISBN-10: 3802583116
ISBN-13: 978-3802583117
Originaltitel: Obsession Untamed
Ladenpreis: 9,95 €

Kurzbeschreibung (lt. amazon.de)
Die FBI-Agentin Delaney leidet unter furchtbaren Alpträumen. Auf rätselhafte Weise steht sie in mentaler Verbindung mit einem Serienmörder. Wann immer sie die Augen schließt, erlebt sie die Morde, die er begeht, aus seiner Perspektive. Als eines Nachts ein Mann in ihr Haus einbricht, fürchtet sie, es könnte der Serienmörder sein. Stattdessen handelt es sich bei dem Einbrecher jedoch um den unsterblichen Gestaltwandler Tighe. Mit Hilfe von Delaneys Visionen will er ein gefährliches übernatürliches Geschöpf aufspüren. Eigentlich hat Tighe nichts für menschliche Frauen übrig, doch Delaneys verletzliche Schönheit zieht ihn schon bald in ihren Bann.

Inhalt
Krieger des Lichts 02. Ungezähmte Begierde setzt an, wo Krieger des Lichts 01. Ungezähmtes Verlangen aufhörte. Es vergeht also kaum Zeit zwischen den Handlungen der Romane und der rote Faden, der im Reihenauftakt begonnen wurde, wird hier weitergestrickt. Aus diesem Grund sollte Pamela Palmers Reihe auf jeden Fall in der Erscheinungsreihenfolge gelesen werden, um die Hintergründe des Geschehens erfassen zu können.
Fortgesetzt werden nun die Erlebnisse der Tiergestaltwandler, die die Autorin Therianer nennt. Unter der Führung des Löwen, Lyon, der Hauptcharakter des Reihenauftaktes war, leben 9 Tiere, die von den ursprünglichen Therianern übrig geblieben und anhand ihrer Namen (Lyon, Paenther, Foxx, Wulfe, Tighe usw.) leicht zu identifizieren sind,  zusammen.
Dank der Strahlenden, die in Band 1 gefunden und inthronisiert wurde, sind sie wieder in der Lage, sich in Tiere zu verwandeln, um unter anderem auch die Menschen zu schützen.
Sie sind unsterblich und halten sich naturgemäß von den Menschen fern, um nicht aufzufallen.
Leider aber war in Band 1 etwas schief gegangen, und durch die Machenschaften der Hexe Zaphene, die Vhyper auf ihre Seite ziehen konnte, wurden die Gestaltwandler geklont. Mit Ausnahme von Tighes Klon konnten diese jedoch vernichtet werden.
Die Ausgangssituation der Fortsetzung ist nun die, dass Tighes Klon und auch Vhyper mit der wichtigen Dämonenklinge auf der Flucht sind.
Und genau dieser Klon macht inzwischen Karriere als "D. C. Vampir". Er tötet sich durch die Bevölkerung und hat flugs FBI-Agentin Delaney Randall im Nacken. Als sie meint, ihn gestellt zu haben, entkommt sie seinem Angriff nur knapp und wird fortan von Mordvisionen geplagt.
Wie sich herausstellt, teilen sich Tighe und sein Klon die Seele, sodass er visionsartig dessen Taten erlebt. Plötzlich aber werden diese Visionen, die ihn eigentlich den Verstand verlieren lassen, aber notwendig sind, um seinen Klon zu finden, "gestohlen", und er findet heraus, dass diese nun bei Delaney sind, die er für tot hielt. Er muss die junge Frau also finden, um die Visionen aus ihrem Kopf zu entfernen. 
Es gelingt ihm aber nicht, ihren Geist zu bereinigen, anstatt dessen beschert er ihr, wie Lyon schon Kara, ein atemberaubendes erotisches Erlebnis.
Während die übrigen Therianer auf den Tiger einreden, Delaney müsse getötet werden, holt er sie in ihr Quartier, doch auch dort können sie ihre unerklärliche Anziehung nicht verleugnen. Es fällt ihr schwer, Tighe zu vertrauen, immerhin gleicht er ihrem Angreifer aufs Haar. Ganz offensichtlich hat er etwas zu verbergen, versteckt seine Augen ständig hinter einer Sonnenbrille, und dennoch ist Delaney ihm gegenüber machtlos.
Die Zeit wird knapp. Der Klon des Tigers muss dringend gefunden werden, denn seine Seele wird zunehmend schwächer und droht gänzlich zu vergehen. Geschieht das, wird der eigentlich unsterbliche Tiger sterben.
Es kommt schließlich zur unvermeidlichen Paarungszeremonie, bei der Tighe die Sterbliche zwar an sich bindet, sich aber nicht an sie, denn nicht nur Delaney schleppt gewaltige Vergangenheit mit sich herum ... 

Meine Meinung 
Auch nach "Ungezähmte Begierde" bleiben die "Krieger des Lichts" eine Reihe, die mich unentschlossen zurücklässt.
Einerseits gelingt es der Autorin, in diesem Fall mit dem kleinen Nebenhandlungsstrang um Paenther, ihre Handlung so zu gestalten, dass mit Ende des Buches zwar die Liebesgeschichte unter Dach und Fach, aber der rote Faden eben ungeklärt ist. Damit bleibt immer ein Hauch Neugier bestehen. Auch wenn man weiß, dass der nächste Krieger mit einer Gefährtin versorgt wird, muss man nicht unbedingt sofort Schema F befürchten, denn Kara und Delaney sind vollkommen unterschiedliche Charakter mit unterschiedlichem Hintergrund als Mensch.
Andererseits gibt es leider Einiges, das mich nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.
Ich lese gern erotische Romane, aber dann muss für mich eben alles stimmen.
Was in meinen Augen für Pamela Palmers Geschichten zwangsläufig nicht passt, ist das Attribut "Romantik", obwohl das nun rein gar nicht ausschlaggebend für erotische Interpretationen ist. Nun mag jeder einen anderen Begriff mit Romantik verbinden, für mich jedenfalls kann es bei den Gestaltwandlern der Autorin von vornherein nicht wirklich romantisch zugehen. Die tierischen Protagonisten werden animalisch dargestellt und haben, auf den ersten Blick, kein vorangiges Interesse an Beziehungen und Bindungen. Ebenso scheinen sie nicht dazu bestimmt, menschliche Partnerinnen zu haben. Da weibliche "Artgenossen" nicht wie Sand am Meer zu finden sind, müssen zwangsläufig sterbliche Protagonistinnen her. Da Pamela Palmers Geschichten nicht in einer Anderswelt angesiedelt sind, sondern ihre Gestaltwandler, wenn auch zurückgezogen, in der Menschenwelt leben, sind Begegnungen mit Menschenfrauen vorprogrammiert. Der Konflikt, der automatisch entsteht, wenn unsterblich auf sterblich trifft, ist auch bei Pamela Palmer nicht neu. Anders als im Vampirroman sind ihre Therianer erfrischenderweise aber nicht in der Lage, den Menschen zu wandeln, sodass man zunächst einer sorgenvollen Beziehung entgegenblickt, in der irgendwann der Unsterbliche ohne Gefährtin dasteht. Das umschifft die Autorin in "Ungezähmte Begierde" aber gekonnt mit einer kleinen Überraschung.
Kommt es zu Bindungen, spielen Paarungsrituale eine tragende Rolle. Dort geht es eindeutig um Sex, der keine Rücksicht auf das menschliche Schamgefühl nimmt, dem weiblichen Part zwar immer Höhen der Befriedigung verschafft, ihn aber gleichzeitig zum Paarungsobjekt degradiert. Das passt zwar zu den animalischen Hauptcharakteren, fordert aber einige Toleranz vom Leser. Damit halte ich die Reihe auch nicht für eine Empfehlung für Fans von Lara Adrian usw., denn deren Geschichten halte ich für emotional und romantisch deutlich ausgefeilter.
Wie bereits in "Ungezähmtes Verlangen" vermisse ich auch in "Ungezähmte Begierde" die sich anbahnende Liebe. Die Handlung spielt sich in nur wenigen Tagen ab, sodass das Wachsen der Emotionen und Beziehung eher ausgeschlossen ist. Wieder habe ich das Gefühl, es hat ein Unsichtbarer mit dem Finger geschnippt, sodass die Protagonistin endlich erkennt, dass sie ihren Tiger von ganzem Herzen liebt, ja sogar für ihn sterben würde und damit letzten Endes das Tier zähmt. 
Die "Krieger des Lichts" sind Bücher, die ich zwischendurch immer wieder weglegen will, weil mich das aufgezwungene erotische Knistern und dieses "Sie ist so wunderschön, aber ich darf mich nicht an sie binden" buchstäblich erschlägt. Es gibt Elemente, die sich wiederholen, z. B. die Tatsache, dass Tighe Delaneys Gefühle auf der Zunge schmecken kann. Erst hielt ich das für eine Metapher, und kurz bevor dieser Fakt bei mir die Nervgrenze in Sachen Wiederholungen überschritt, wurde erklärt, dass es tatsächlich so ist. Während ich ein Fan von mentalen Verbindungen zwischen Protagonisten bin, fühlte ich mich von Delaneys kursivgedruckten Hilferufen "Tighe, Tighe ..." schon beinahe belästigt, weil sie mir so gar nicht zu ihrem Charakter zu passen schienen. Daneben sind die Romane auch sprachlich keine Lieblingsbücher, was auf keinen Fall an der Übersetzung liegt. Gefühlsbeschreibungen etc. sind in "Ungezähmte Begierde" eher zurückgenommen, sodass mir das Sichhineinleben schwerfiel. Auch wird die erotische Sprache hier wesentlich deutlicher. 
Band 1 hat mir doch einen Hauch besser gefallen, da die Entwicklung der weiblichen Protagonistin Kara dort besser ausgearbeitet ist, während in Band 2 die vermeintlich taffe Delaney in verschiedener Hinsicht unterworfen und manipuliert wird. So nährt sich das Gefühl, dass die weiblichen Parts in Pamela Palmers Reihe nur schmückendes Beiwerk sind (vor allem sind sie wieder einmal schön, nein, wunderschön und wohlproportioniert), während das Maskuline im Vordergrund steht.
Echte Spannung kommt erst gegen Ende auf, während die in "Ungezähmtes Verlangen" noch präsente Gefahr durch die Drager und die drohende Erweckung des Satanan ein wenig im Hintergrund bleiben, weil die Geschichte um Tighes Seelenrettung schon komplex genug ist.

Alles in allem sind diese Fantasy-Romane bislang Geschichten, die mich als Beobachter außen vor, mich also zuschauen lassen, mir aber trotz Settings in der menschlichen Welt kaum Identifikationspotenzial bieten. Ja, auch bei Fiktion und Fantasy wünsche ich mir einen Funken Realität, der es mir gestattet, mich in Stories hineinzuleben.
Leider ist mir hier die Erotik schon fast überpräsent, sodass man rasch Details und Szenen überliest, weil man sie schlichtweg nicht mitbekommt.

Fazit
"Ungezähmt" ist bei Pamela Palmer Programm.
Wer ungezähmte Fantasy-Erotik lesen will, ist mit ihrer Reihe gut beraten.
Ansonsten kann ich mein Fazit zu "Ungezähmtes Verlangen" auf "Ungezähmte Begierde" anpassen:
Pamela Palmers "Krieger des Lichts 02: Ungezähmte Begierde" ist kein atemberaubend spannendes, aber auch kein langweiliges Buch und ein netter Zeitvertreib bei grauem Regenwetter.
Es bietet quasi von allem ein Quäntchen: Magie und Legenden, Gut und Böse, Kampf und Tote, Erotik und Liebe. Anspruch (inhaltlich und sprachlich): 3 von 5 (hier liegt der Inhalt vor der Sprache)
Auf jeden Fall ist diese Reihe etwas für Leser, die (fantastische) Erotik mögen, die nicht durch die Blume dargestellt wird, und sich von starken, maskulinen und animalischen Protagonisten angezogen fühlen.
Freunde zarter Romanzen werden vermutlich enttäuscht, dabei sollte man jedoch weder sprachlich anspruchsvoll sein noch ausgeklügelte fantastische Welten und Szenarien erwarten.

Aufmachung: 4 von 5
Brutalität (Kampfszenen/Gewalt/Gore/Tempo): 3 von 5
Erotik (Häufigkeit/Explizität/Sprache): 4 von 5
Gefuehl/Subtilität: 1 von 5
Humor: 1 von 5
Spannung/Handlungsdichte/Dynamik: 3 von 5

Gesamteindruck:
3 von 5 Weißdornzweigen







In der aktuellen Ausgabe des LoveLetter Magazins gibt es übrigens ein Interview mit Pamela Palmer, das mir durchaus Hoffnung auf einen ansprechenderen dritten Band macht, in dem Paenther gefunden werden muss.

Kommentare:

Marina G. hat gesagt…

Danke für die inforeiche Rezi. Das Buch liegt ganz weit oben in meinem SUB, bin gespannt wie es mir gefallen wird.

Lg Marina

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Hallo Marina,

willkommen bei mir.
Das Schlimme ist, dass mir immer noch was einfällt, sobald ich den Beitrag abgeschickt habe :-)
Wie hat dir denn Band 1 gefallen?
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin übermäßig prätentiös.

LG
Sinje

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...