Sonntag, 24. Oktober 2010

... über "Didn't I feed you yesterday?" von Laura Bennett

Laura Bennett
"Didn't I feed you yesterday?"
A Mother's Guide to Sanity in Stilettos


Wie man mit sechs Kindern im Großstadtdschungel Manhattans überlebt und dabei nicht den Verstand verliert.





Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Ballantine Books; Auflage: 1 (6. April 2010)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0345516370
ISBN-13: 978-0345516374


Kurzbeschreibung:
Laura Bennett is not a soccer mom or a PTA mom or a helicopter mom—and she’s certainly not mother of the year. Another breed of mother entirely, Laura is surely more Auntie Mame than June Cleaver. As a busy mother of six, Laura is on an impossible mission: raising a brood of fast-moving, messy, wild sons in the jungles of Manhattan. So what other choice does she have than to sit back, grab a martini, and let the boys be, er, boys?
In Didn’t I Feed You Yesterday?, Laura gives her irreverent take on modern motherhood and proves that a strong sense of humor and an even stronger sense of self are the mother’s milk of sanity. In a series of refreshingly candid and hilarious anecdotes, she unapologetically breaks every rule in the Brady Bunch playbook: She gives her kids junk food, plays favorites, and openly admits to having “a genetic predisposition to laissez-faire parenting.” Children, she observes, don’t need constant supervision from neurotic, perfectionist parents. Allow kids to make mistakes and entertain themselves and they’ll turn out just fine—even if you do sometimes forget to pick them up from school.
Beyond the mayhem of a life among males, Laura celebrates the glories of womanhood with a generous helping of wit and style. She gives thanks to the fashion gods for the essentials—red lipstick, Manolo Blahniks, and Lycra shapewear—but reminds us that true style comes from an inner compass that points directly at oneself. In every aspect of life, Laura gives one simple, powerful piece of advice: “Dress like you want it or stay home.”
Brutally honest, outrageous, and sure to raise a few eyebrows, Didn’t I Feed You Yesterday? is a riotously funny read—and it’ll go fabulously well with your new handbag.

Meine Meinung:
"Didn't I feed you yesterday?" ist wahrscheinlich das erste Buch, das ich gekauft habe, weil ich den Titel witzig fand, denn die Autorin sagte mir gar nichts, auch wenn ich schon einmal entfernt von "Project Runway" gehört habe. 
Diese Show, in der Heidi Klum, Tim Gunn, Michael Cors und diverse Gäste vornehmlich nach Nachwuchsdesignern suchen, machte Laura Bennett bekannt, auch wenn sie nicht gewann.
Da sie im Rahmen der Show sozusagen öffentlich schwanger war und wegen ihrer "wahnsinnigen" Kinderanzahl und Offenheit nicht in der Versenkung verschwunden ist, sondern nach wie vor in Interviews nicht nur zu ihrer Tätigkeit als Designerin, sondern auch unablässig zu Erziehungsfragen verhört wird, ist dieses Buch sozusagen eine logische Folge.

Ich habe mir keinen Ratgeber erhofft, wie der Untertitel andeutet, schließlich habe ich keine adäquate Kinderzahl und bin weitestgehend resistent gegenüber Elternratgebern.
Wie sich herausstellte ist Laura Bennetts Buch auch kein wirklicher Ratgeber, sondern eher ein einfacher Bericht über ihr verrücktes, durchorganisiertes Leben mit sechs Kindern (eigentlich 5, denn die Große ist bereits aus dem Haus).
Dabei gibt die heute 47-Jährige auch offen zu, dass sie nicht unbedingt in der Position ist, Ratschläge zu erteilen.
Sie hält nicht damit hinter dem Berg, dass sie sehr wohl verlässliche Hilfe mit der männlichen Fünferschar hat, aber sich dennoch nicht in der Wellness-Oase aalt, während sich Fremde um ihre Kinder kümmern.
Auf amüsante Weise schildert sie, wie sie ihren 12 Jahre älteren (zweiten) Ehemann kennenlernte und ihm dann über einen Zeitraum von 10 Jahren insgesamt 5 Jungs schenkte. Das letzte Kind, Finn (für "finished"), kam 2006 zur Welt, nachdem sie einen Großteil der Schwangerschaft mit Project Runway verbracht hatte. Überhaupt nimmt die Show einen Teil des Buches ein, glücklicherweise keinen zu großen, sodass man ganz gut mitkommt, ohne sie je gesehen zu haben.
Laura Bennett lässt es sich nicht nehmen, Seitenhiebe an die Elternforengeneration zu verteilen, nach dem Motto: "Wenn du dich über meine Mutterqualitäten beschwerst, sag mir doch, wer auf deine Kinder aufpasst, während du hier im Netz belanglose Beiträge verbreitest!" Von modernem Erziehungswahn hält sie wenig und wird  nicht müde, ihre Meinung mit einer ordentlichen Prise Ironie kundzutun. Allerdings erliegt auch sie der großstadttypischen "Verplanung" der Kinder mit Förderunterricht diverser Art, was natürlich zu einem hohen familieninternen Organisationsbedarf führt.
Daneben scheut sie sich auch nicht, zuzugeben, dass sie hin und wieder auch mal eines ihrer Kinder bevorzugt. Schließlich hat man auch Lieblingsessen, Lieblingsfarben usw. Warum also nicht auch mal ein Lieblingskind?
Mit allem Mutterstolz berichtet sie aber von jedem ihrer Kinder.
Es gibt viele kleine Anekdoten, die eben landläufig mit Kindern passieren und im ersten Moment nach Katastrophe aussehen, hinterher aber fast immer amüsant sind.
"Didn't I feed you yesterday" ist eine lockere Lektüre für Zwischendurch und nicht immer ganz ernst zu nehmen. Ein bisschen beruhigt das Buch, denn es vermittelt, dass auch besser situierte, arbeitende Familien mit Loft in Manhattan nur mit Wasser kochen (und in 99-Cents-Läden einkaufen) und mal ein Kind in der Schule vergessen.
Die Botschaft ist weder neu noch unbekannt, aber ganz klar: Auch Eltern sind nur Menschen und müssen auch mal an sich denken.
Danke an Laura Bennett, dass sie uns daran erinnert.
Trotzdem kann ich mich schlecht mit einer Mutter in Highheels identifizieren, sodass für mich der Unterhaltungsfaktor deutlich vor dem Ratgebercharakter im Vordergrund steht.

Ungeachtet einer gewissen Oberflächlichkeit hat mich das Buch mit seiner Ehrlichkeit und seinem flotten Stil wunderbar unterhalten.
Ich habe den Kopf geschüttelt, die Brauen hochgezogen, und ich habe nicht nur gegrinst, sondern manches Mal ordentlich gelacht.

Auch wenn das jetzt oberflächlich klingt, bekommt "Didn't I feed you yesterday" von mir "nur" 4 von 5 Weißdornzweigen, weil es uns nicht ganz ein Otto-Normal-Familienleben darstellen kann und manolobedingt an Identifikationspotenzial einbüßt.


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