Dienstag, 19. Oktober 2010

Buchstabenmüde ...

... bin ich momentan.

Es gibt sie immer wieder, diese Zeiten, in denen mich die buchstaben-, lese- und schreiblastige Tätigkeit des Übersetzens zwar nicht mengenmäßig erschlägt, aber mich quasi mental auslaugt, sodass es mir gelingt, nach drei Zeilen arbeitsfremder Lektüre einzuschlafen.

So geht es mir momentan.

Deshalb mache ich derzeit auch eine kleine Schreibpause und gehe lieber, sofern es das Wetter gerade zulässt, hinaus und lasse mich visuell inspirieren.

Normalerweise wäre jetzt das beste Schreibwetter; ich kann den Kamin anwerfen, mich in meine Decke mummeln, das Laptop rückenunfreundlich auf den Schoß nehmen und losschreiben, wäre da nicht diese bleierne Unlust auf Wörter und Sätze, ach, was sage ich, Buchstaben!
Während mich als Leseaushilfe mein audible-Abo über Wasser hält, sollte ich für den schriftlichen Part vielleicht über eine Sekretärin nachdenken ... 

Ich arbeite zwar noch in freien Minuten am Layout von "Blutsuche: Annes Reise", inkl. Kürzungen, um die Schriftgröße einen Punkt heraufsetzen und lesbarer machen zu können, drifte aber größtenteils in den Ausnahmezustand, der sich in unserem Haushalt alljährlich im letzten Quartal breitmacht.

In einem früheren Post hatte ich ja bereits erwähnt, dass mein Mann Imker ist, und natürlich muss das entsprechende Produkt, in erster Linie Honig, auch an den Kunden gebracht werden.
Weihnachten ist für uns Geschäfts- und Stresszeit, und die muss vorbereitet werden.

Während der Imker viele große und kleine Gläser mit der gesunden Süßigkeit füllen, ein leckeres Gesöffchen namens Met brauen und ein ebenso klebriges wie leckeres Likörchen zubereiten muss, bin ich mit einer Freundin im kreativen Innendienst eingespannt.
Gut, ich gebe öffentlich zu, dass ich in den vergangenen Wochen arbeitsbedingt durch Abwesenheit geglänzt habe, werde aber nächste Woche wieder aktiv an die Sache herangehen.

Unsere Frauenhändchen dürfen Bienenwachskerzen produzieren, unter anderem gegossene, die mithilfe einer Silikonform entstehen, die mit flüssigem, heißem Bienenwachs gefüllt wird.

Hier ein kleiner Ausschnitt der Arbeit, die mich in den nächsten Wochen erfolgreich vom Schriftlichen abhalten wird (die Fotos entstanden vor zwei Jahren in meiner noch makroobjektivfreien Zeit).
   

Kommentare:

Soleil hat gesagt…

Oh wie schön! Die Kerzen sehen echt toll aus!
Ich musste vor vielen Jahren mal mit der Hand eine Kerze zaubern aus Bienenwachs. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich hochallergisch dagegen bin ... schade.
Was die Unlust angeht. Kenne ich irgendwie, aber es wird erfahrungsgemäß besser. Nimm Dir zwei Tage frei von Buchstaben, so mache ich es immer. ;)

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Ach du lieber Schreck! Was waren denn das für Wachsplatten? Sowas ist aber ärgerlich. Es gibt ja doch recht viele Produkte mit Bienenwachs drin. Ich habe immer etwas Schwierigkeiten mit dem Geruch des geschmolzenen Wachses. Bei den Mengen, die wir verarbeiten, bekomme ich da rasch Kopfschmerzen, aber das Rollen der Wachsplatten macht mir nichts aus. Das macht sogar Hände wie Babypopo :-) Zwei buchstabenfreie Tage wären nicht schlecht, aber sie umzingeln mich ... täglich ... Hilfe!

sayuri's exile hat gesagt…

Ich kann Dich gut verstehen, bei mir ist das von Zeit zu Zeit auch so. Ich glaub, je mehr man dagegen ankämpft desto schlimmer wird es - daher finde ich Soleils Tip genau richtig: zwei Tage Pause und dann ein kleines Ziel, welches Du erreichen musst.
Ich wusste gar nicht, dass diese Kerzen (noch immer) handgemacht werden - ich dachte mittlerweile gäbe es so etwas kaum noch.
Oh je, ich glaube, ich wäre Dir keine Hilfe: der Geruch von Honig (v.a. von viel Honig) würde mir zu schaffen machen... Aber ich finde es grossartig, dass Dein Mann einen so schönen, natürlichen Beruf hat, mich begeistert so etwas immer :)

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Hallo Sayuri,
das mit dem Geruch in Mengen kann ich nachvollziehen. Obwohl ich nun schon seit ziemlich vielen Jahren (recht inaktiver) Teil des Honighaushaltes bin, muss ich offen zugeben, dass zu viel auch für mich zu viel ist. Ich finde es auch gut, dass er sich für diese Tätigkeit entschieden hat, auch wenn wir mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen haben, unter anderem eben dem Unverständnis in Bezug auf Handarbeit.
Es gibt sicherlich industrielle Verfahren für Kerzen dieser Art, aber wir machen sie schön brav mit der Hand. Jede Kerze einzeln, Docht rein in die Form, Wachs aufgießen, erkalten lassen, entnehmen. Neu vorbereiten. Spaß macht es trotz der Mengen auch noch.
LG
S.

Tanja hat gesagt…

Ich könnte es nicht übers Herz bringen, den Engel anzuzünden ;) Wie schön!
Man kann ja nichts erzwingen und eine kleine Schaffenspause im Freien kann sich ja nur zum positiven gestalten. Viele liebe Grüße!

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