Montag, 13. September 2010

... über Wochenendstreifzüge

Momentan scheint uns das Wochenendwetter hold zu sein. Während es die ganze Woche über in Strömen gießt, als hätten wir in diesem Jahr noch nicht genug Wasser abbekommen, strahlte pünktlich am Samstagmorgen die Sonne und lud zum Spazieren ein.
Leider verpasste ich das voller Tau glitzernde Gras wieder knapp, aber trotzdem nutzten wir die Gelegenheit, um noch einmal Licht und spätsommerliche Luft zu tanken.
Wie üblich ging es in den Wald auf die Suche nach Elfenunterschlüpfen. Gut, die suchte eher mein Sohn, denn, ich muss es leider sagen, ich bin noch immer auf der Suche nach Anne.
Deshalb sauge ich momentan alles, was ich sehe, wie ein Schwamm auf, ordnet Gedanken und Handlungsstränge, betrachte das Licht und die Farben mit anderen Augen und beschnuppere, so animalisch das vielleicht klingt, alles irgendwie intensiver. In der Regel werden solche Eindrücke immer von einem Schreibflash gefolgt.
Weil ich solche entspannenden Natur- und Landwochenenden so genieße, habe ich mich wohl eher der "ländlichen" Fantasy verschrieben und siedele meine Geschichten meistens im dörflichen Umfeld an.

Selbstverständlich fanden wir wieder jede Menge dieser begehrten Unterschlüpfe, sprich Pilze, vornehmlich in ungenießbarer Ausführung, nur eben keine Elfen.
Mehr als das Ausbleiben fantastischer Waldbewohner ärgert mich jedoch immer wieder aufs Neue, dass dem Menschen die Kennzeichnung "Naturschutzgebiet" offenbar gänzlich unbekannt ist. Wie jedes andere Fleckchen Erde ist auch die Karstlandschatz Südharz ein wunderschöner, schützenswerter Ort, und ich rege mich jedes Mal wieder auf, wenn ich auf Waldwegen über Flaschen und Co. stolpere, die ich dem Verursacher nach dem Spaziergang gern vor die Tür werfen würde. Nein, so romantisch und berührt, wie man das Landleben manchmal verklären möchte, ist es ist!

Um einige Libellensichtungen und Fotos der letzten Blüten reicher, trollten wir uns am späten Samstagnachmittag wieder nach Hause, aber damit war das Erlebniswochenende noch nicht beendet. 

Am Sonntag feierte nämlich eine der größten Karsthöhlen Deutschlands Geburtstag.
Seit nunmehr 90 Jahren (die schwarzen Kapitel der Geschichte inbegriffen) ist die Heimkehle zugänglich.
1920 nämlich sorgte Theodor Wienrich für deren Erschließung, und am 12. September 1920 wurde sie eröffnet.
Damals bestand die Höhle noch einem großen Teil aus einem See, sodass die Besucher mit Booten und Fackeln auf Besichtigung gingen.
Heute gibt es natürlich elektrisches Licht (und Helme, damit die Geschichtenschmiede heil bleibt), und es wird im größten Hohlraum sogar eine Lasershow gezeigt.

Inzwischen ist auch mein Sohn alt genug, um an einer Besichtigung teilzunehmen, und mittlerweile war er, dank Kindergartenausflügen, schön häufiger dort als ich.

Am Sonntagvormittag starteten wir also zum Höhlenausflug.
Natürlich über den Karstwanderweg.
Bewaffnet mit Kamera und höhlentauglicher Kleidung.
In der 1357 erstmals urkundlich erwähnten Gipskarsthöhle mit ihren 2000 m Länge ist es nämlich ganz schön frisch, sodass man im Sommer einen ganz netten Temperaturschock erlebt, wenn man wieder rauskommt. Mit so 8 oder 9°C ist es nicht nur hübsch frisch, sondern es ist auch noch ziemlich feucht.

Wir kamen genau zur rechten Zeit, um an der ersten Führung teilzunehmen und zu erfahren, dass momentan geologische Probleme leider nicht den vollen Rundgang, das wären 750 m von insgesamt 2000, gestatteten.
Das war schon ziemlich schade, denn so konnten wir dieses Mal nicht den Thyra-See sehen, der dank der unter Wasser installierten Beleuchtung besonders imposant erscheint.
Man berichtet sich zudem von Nixen und Wassermännern, die dort leben.
Auch die haben sich aber bislang immer versteckt gehalten. 
Allerdings habe ich erfahren, dass gegen Jahresende eine Hörspiel-CD mit Sagen der Region veröffentlicht werden wird. Sobald ich Näheres weiß, werde ich auf jeden Fall Bericht erstatten.
Leider konnte ich keine Fotos machen, weil ich, ehrlich gesagt, keine große Hoffnung hatte, dass etwas Gescheites dabei herauskommt.
Zum Glück gibt es ja aber das Internet, das nicht nur ein Foto der Höhle zu bieten hat.

Und da es sich um eine Jubiläumsveranstaltung handelte, gab es nicht nur Spiel und Spaß für Kinder - und genug zu Essen - sondern auch altes Handwerk war eingeladen worden.
So durfte man zuschauen, wie früher Hexentransportmittel, äh, Besen entstanden.
Hier ein paar Auszüge des Geschehens, in das auch Vampirbekämpfungsmittel, sprich Pflöcke, involviert sind ...
Für Unschärfen muss ich mich entschuldigen, denn da ich meistens nur Blumenfotos mit dem Makroobjektiv schieße, muss ich mit anderen Objekten noch eine Weile üben.



Auf einem kleinen Besen sind Möchtegernhexe und Zauberlehrling am Nachmittag wieder nach Hause geritten.

Mit den Impressionen meines Wochenendes wünsche ich Euch allen eine schöne neue Woche!

Kommentare:

Tanja hat gesagt…

Hallo Sinje,
am Samstag waren Olli und ich auch unterwegs...
Es schien auch ausnahmsweise mal die Sonne. Doch am Sonntag war wieder alles beim alten. Es regnete ununterbrochen -wie aus Kübeln. Der Besen ist toll.
Ich finde die Fotos schön. Mit welcher Kamera fotografierst du denn? *neugierig* bin.
Ich fotografier ja selber auch. Zuletzt wegen des Zeitmangels weniger. Du hattest über "The Ghost and Mrs. Muir" geschrieben. Ist ja gruselig. Aber diese Spukgeschichten fallen ja nicht einfach vom Himmel.
Ich hatte mal ein Buch über alte Ruinen und Schlösser in Schottland. Ich muss mal kurz gucken. Vielleicht habe ich es noch. Naja jedenfalls, auch wenn es sich total verrückt anhört, ich kenne ein Haus in dem es tatsächlich gespukt hat. Als ein Bekannter dort mal nächtigte, berichtete er mir von merkwürdigen Geräuschen, so als wäre jemand durchs Haus geschlichen. Ganz ehrlich, ich dachte erst immer ich sehe oder höre nur Gespenster. Es war ein altes Reihenhaus in Bremen, in dem ich vor einem Jahr mit meinem EX lebte. Aber als dieser Bekannte, davon erzählte... war mir klar, das an der Sache was dran war. Es war unheimlich - bevor wir das Haus einst bezogen - berichteten die Verkäufer, das ihre Mutter (eine ältere Dame) im Bett ihres Mannes starb. Wo auch er starb. Die Tochter, die das Haus erbte war total krass. Die war einfach nur froh das Haus verkauft zu haben,uralte Bilder die ich auf dem Dachboden fand hatten sie kein bisschen interessiert. Weißt du was noch schlimmer in Anbetracht des Geschehens war? Das ganze Haus war noch möbiliert. =( Das Bett, das hatte abmontiert. Schrecklich, oder? Das klingt voll Psycho, aber so war es. Leider =(
Liebe Grüße Tanja

Tanja hat gesagt…

Jetzt hab ich so viel geschrieben gehabt. Und alles ist futsch. "Hoffentlich nicht!" LG

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Hallo Tanja,
nichts ist futsch.
Manchmal dauert wohl die Verarbeitung so lange, sodass man meint, der ganze Spaß ist verschwunden.
Wir nutzen momentan jeden Sonnenstrahl, und mein Sohn guckt auch gerne mal durch den Sucher.
Ich habe eine Olympus E520 und habe sie noch längst nicht im Detail entdeckt.
The Ghost and Mrs. Muir ist nicht wirklich gruselig, da gibt es ganz andere Sachen. Ich finde Geister an sich schon sehr interessant, allerdings bin ich auch ein wenig abergläubisch, wenn es um Möbelstücke geht, in/auf denen jemand gestorben ist.
Beim Hierreth-Verlag läuft derzeit eine Ausschreibung zum Thema Sterblichkeit (bis Ende Oktober): http://www.hierrethverlag.de/Autorenvereinbarung--g-Sterblich-g-.htm. Das passt thematisch eigentlich ;-)
Ich hoffe, ihr verschwindet nicht im Regen.
Furchtbar heute ...
LG
S.

Natira hat gesagt…

kein tauglitzerndes Gras, trotzdem wunderschöne Aufnahmen, besonders die schwarz-weißen Aufnahmen mit den Händen!

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Dankeschön, Natira :-)
Das tauglitzernde Gras reizt mich aber auch noch, aber da müssen wir eben schon um 8 los in den Wald, und da hustet mir mein Sohn am Wochenende eins. Der schläft da nämlich gerne aus.

Natira hat gesagt…

;) Glaub ich gerne und würde ich ja eigentlich auch...wenn meine MuMs mir nicht regelmäßig einen Strich durch die Rechnung machen. Allerdings kann ich mich natürlich auch wieder umdrehen :)

Tanja hat gesagt…

Jetzt scheint ausnahmsweise mal die Sonne, aber ansonsten hat es, wie in den letzten Tagen pausenlos geregnet. Klar, das man dann jeden Sonnenstrahl auffängt. ;) Ich kenne von Olympus noch diese ganz alten Kameras - die einer Spiegelreflex gar nicht mal so unähnlich waren. Die so genannte All in One. Das war aber noch im Zeitalter der analogen Fotografie. *HUST* Und als ich gerade mal nachschaute, stellte ich fest, das Olympus gar nicht mal so wenig Spiegelreflexkameras im Sortiment hat . Hätte ich nicht gedacht, denn damals war das anders. Damals war eh alles anders. Ich erinnere mich an Ärzte und Professoren, die auf das magische Wort *digital* gar nicht gut zu sprechen waren. ( Ich auch nicht ) Die ersten Digitalkameras konnte man Qualitätsmäßig ja auch wirklich in die Tonne drücken. Du wunderst dich sicherlich warum ich so ausgiebig über Kameras schreibe. Ich hatte damals meine Ausbildung bei einem Fotografen zur Fotofachkauffrau gemacht. Es ist schon lange her, als ich in diesem Bereich tätig war. Für deine Spiegelreflex kannst du bestimmt auch universelle Objektive von Sigma oder Tamron nutzten, oder? Die sind ja meistens etwas kostengünstiger als die Originalen. Dennoch hast du mit deinem Makroobjektiv das Beste heraus geholt. Die Aufnahmen sind sehr gelungen, aber das schrieb ich dir ja bereits in meinem vorherigen Kommentar.
Ich guck gleich mal auf den Link, den du gepostet hast. Übrigens ist das Buch welches ich meine wahrscheinlich im Keller oder im Umzugsstress verloren gegangen ;( ! Das ist schade! Die Spukgeschichten in den Schlössern waren höchst interessant und mehr als unheimlich.

LG Tanja

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Hallo Tanja,
ja, ich habe auch lange allergisch auf "digital" reagiert. Ich habe noch eine alte Canon, aber damals habe ich mich noch nicht näher mit Fotografie befasst und alles im Automatikmodus fotografiert.
Ein großes Problem bei Olympus ist das Rauschen, als wir uns damals für die Kamera entschieden haben, war immer von minimalen Unterschieden die Rede, aber sie sind schon deutlich und man braucht schon gutes Licht.
Da wir zum Glück keine Objektivsammlung für die Canon hatten, mussten wir nicht das komplette System nochmal beschaffen, sondern haben mit Olympus von vorne angefangen.
Die Aufnahmen hier sind, mit Ausnahme der beiden oberen, nicht mit dem Makro gemacht worden, sondern mit einem Weitwinkel. Makroaufnahmen mache ich nur mit Stativ, nur kann ich das eben nicht überall mit hinschleppen.
Ach, es ist immer schade, wenn ein Buch verloren geht, aber bei Umzügen passiert das nun mal. Ich frage mich zwar immer, wie das gehen kann, aber manchmal sind Dinge einfach weg - verpufft :-)
Schönes Wochenende!
LG
S.

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