Sonntag, 26. September 2010

DVD-Wochenende mit Tinkerbell

Normalerweise müsste nun meine Schreibzeit anbrechen. Das Wetter ist genau richtig: Ich könnte den Kamin anfeuern, die Regentropfen klopfen an die Scheiben und ich habe ein sturmfreies Wochenende.
Pustekuchen ... irgendwie rafft mich selbst dieses Ambiente, das mich normalerweise in Ideen versinken lässt, so gar nicht auf.
Also habe ich meine DVD-Neuerwerbung hergenommen und es mir mit einer Tasse Tee vor dem Fernseher gemütlich gemacht.

Seit Peter Pan, bin auch ich ein Fan von Tinkerbell, und als Disney schließlich die Abenteuer der kleinen Kupferkesselelfe in einen eigenen Animationsfilm verwandelte, bin ich wieder zu einem kleinen Mädchen mutiert.

Trotzdem habe ich ziemlich lange einen Bogen um die DVDs gemacht, weil TinkerBellallein mir lange Zeit zu teuer war, da die DVD nur mit recht mageren Extras ausgestattet ist. Dann kam TinkerBell - Die Suche nach dem verlorenen Schatz, und ich habe die Fernsehausstrahlung verpasst.

Nachdem die ersten beiden Teile endlich im Preis deutlich gesunken sind, kam aber endlich die Trilogie TinkerBell - Feen-Trilogie (3 Discs). Also habe ich eine Billigversion des tapferen Schneiderleins gemimt und drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und mir die Box geholt. Die Extras sind immer noch mager, zumindest in meinen Augen, denn ich mag einfach Behind-the-Scenes-Extras und mehr. 

Neben obligatorischen Hausfrauenpflichten verbringe ich nun ein schönes Wochenende mit Tinkerbell und ihren Freunden, und zwar erst einmal auf Deutsch, weil ich gerade nicht in fremdsprachiger Stimmung bin.

Tinkerbell bedient so ziemlich jedes kindlich-romantische Klischee, das ich von Feen und Elfen habe, aber das macht nichts. Wir Großen brauchen auch hin und wieder einmal bunte Bilder voller Fantasie, und es macht mir Spaß, die kleine Elfe von ihrer "Geburt" im Frühling über die Jahreszeiten hinweg zu verfolgen.
Obwohl sie der Inbegriff der Elfen ist, ist sie es auch wieder nicht, denn sie gehört nicht zu den Naturgestalten, die für Regenbogen, Wind, Tautropfen usw. zuständig sind. 
Als Tinkerfee (die Verwendung der Begriffe Fee und Elfe im Tinkerbelluniversum ist für mich ein wenig verwirrend, weil sie für mich im Grunde alle Elfen sind; man verzeihe mir also, wenn der Terminus "Elfe" bei mir vorrangig verwendet wird) ist sie sehr wichtig, denn sie unterstützt die anderen in ihrer Arbeit. Dass sie dabei aber nur im Hintergrund agieren soll, ist für sie ziemlich enttäuschend. Weil sie aber außergewöhnlich begabt ist, rückt sie quasi alle Elfen ihrer Zunft mehr in den Vordergrund und mischt ihre Welt ordentlich auf ... und bringt sich damit immer wieder in Schwierigkeiten.

Das neueste Abenteuer TinkerBell - Ein Sommer voller Abenteuer führt die Feen und Elfen wieder aufs Festland, denn es muss der Sommer erschaffen und erhalten werden.
Sie beziehen in einem Baum unweit eines Menschenhauses Quartier. Obwohl der Kontakt mit den Menschen untersagt ist, kann es Tinkerbell natürlich nicht lassen, einen Blick auf das Automobil der Bewohner zu werfen.
Die Bewohner des Landhauses sind ein Wissenschaftler und seine neunjährige Tochter Elizabeth, genannt Lizzy. Während der Vater sich in seinen Forschungen zu Schmetterlingen vergräbt, glaubt Lizzy an Feen und stellt als Erstes ein kleines, selbstgebasteltes Häuschen auf, in dem sie alles für eine Fee vorbereitet.
Während sich Tinkerbell und die Schnell-wie-der-Blitz-Fee Vidia, die wir im ersten Teil noch als ränkeschmiedende Antagonistin kennenlernen durften, von der Automobilbesichtigung zum Camp zurücklaufen (müssen, denn Vidia ist dank Tinkerbells Neugier pitschnass und kann nicht fliegen), stoßen sie auf eben dieses Häuschen, das von Tinkerbell natürlich umgehend inspiziert werden muss.
Und prompt sitzt sie im Schlamassel. Vidia will ihr eine Lektion erteilen und sperrt sie dort ein. Als sie dann das Menschenmädchen kommen sieht, will sie Tinkerbell zwar wieder herauslassen, bekommt aber die Tür des Häuschens nicht mehr auf. Aus ihrem Versteck kann sie dann nur noch zusehen, wie Lizzy, außer sich vor Aufregung, das Häuschen samt Fundsache Tinkerbell zu ihrem viel beschäftigten Vater bringt, um ihm ihre Entdeckung kundzutun.
Vidia eilt zum Camp, um die Rettungsaktion zu starten, denn sie wähnt Tinkerbell in einem der zahlreichen Schaukästen des Wissenschaftlers.
Allerdings wäre das Abenteuer kein Abenteuer, gäbe es nicht jede Menge Widrigkeiten. So kann nämlich nicht einfach losgeflattert und eingeschritten werden, denn es regnet in Strömen, sodass die beiden Tinkerelfen Clank und Bobble erst einmal ein Boot ersinnen, das mit vereinten Kräften in Windeseile gebaut wird ...
Während die Feen also auf Mission "Rettet Tink" gehen, stellt diese im Menschenhaus fest, dass das Mädchen ihr nichts Böses will und freundet sich mit ihr an.

Die beiden Vorgängerabenteuer beschränkten sich vornehmlich auf Nimmerland. Im ersten Teil gab es zwar einen kleinen Ausflug in die Menschenwelt und (für den Zuschauer) eine Begegnung mit (der kleinen) Wendy, der zweite Teil hingegen hatte den Menschen dann lediglich in einer Erzählung über den Zauberspiegel zum Gegenstand.
Im dritten Film nun begegnet Tinkerbell erstmals wirklich einem Menschen, freundet sich an, unterhält sich und hilft ihm. Dabei wird die Gelegenheit genutzt, die Feenmythologie noch einmal Revue passieren zu lassen. Außerdem macht dieser Teil einmal mehr deutlich, dass es sich um Familienfilme handelt, denn der pädagogische Zeigefinger ist unverkennbar.
Trotzdem sind die Filme liebevoll gestaltet und zum Teil sehr detailliert und gut beobachtet, wenn es um Blütenknospen geht. 
Natürlich sind sie süß und niedlich, aber das tut dem Filmgenuß an Regenwochenenden wie diesem keinerlei Abbruch. 

Das Einzige, das mich etwas stört, ist die falsche Jahreszeitenreihenfolge. 
Teil 1 spielte im Frühling bzw. in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling, als alles vorbereitet werden musste. Dann gab es in Teil 2 einen großen Sprung zum Herbst, denn der kraftspendende blaue Feenglanz musste gewonnen werden. In Teil 3 kehrt man nun zum Sommer zurück. Das ist ein wenig verwirrend, und ich war mir anfangs auch nicht sicher, ob ich nicht einfach die DVDs in falscher Reihenfolge eingelegt hatte, aber tatsächlich sind sie in der Reihenfolge Frühling, Herbst, Sommer erschienen. Ein vierter Teil soll passend zur Jahreszeit im Winter erscheinen.

Wer also bunte computeranimierte Filmabenteuer mag, bei denen man schmunzeln, seufzen und noch mal Kind sein kann, macht mit den Tinkerbell-Abenteuer nichts falsch.
Und dass sie nicht nur Mädchen zu begeistern wissen, beweist mein Sohn, der Feen und Elfen genauso gerne hat wie seine Ritter und Drachen.

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