Dienstag, 10. August 2010

Was schreibe ich? aka Antwort Nr. 5

Soleil fragte mich:

Warum schreibst Du gerade das, was Du schreibst?

Grundsätzlich schreibe ich, was ich gerne lesen würde und worauf ich Lust habe.
Das mag zwar auch bedeuten, dass ich am Markt vorbeischreibe, aber in erster Linie will ich noch immer Spaß am Schreiben haben und die Gedanken und Fantasien, die in mir brodeln, herauslassen und zu Papier bringen.

In der Vergangenheit habe ich mich durchaus an verschiedenen Genres versucht, mit dem Erfolg, dass ich eben zu der Erkenntnis gekommen bin, besser die Geschichten zu erzählen, die mir am Herzen liegen und in denen ich mich selbst wohlfühle, die ich also auch aus technischer Sicht aufzuschreiben vermag. Wohlfühlen heißt nicht zwangsläufig, dass ich meine eigenen Charaktere und deren Verhalten lieben muss, sondern, dass ich in der Lage bin, sie von A bis Z zu begleiten.

Meine allererste (anhand des Datums rückverfolgbare) Kurzgeschichte war tatsächlich eine Geschichte über eine Vampirin, und sie bestand aus - ich müsste nachschauen - zwei handgeschriebenen Seiten. 
Danach legte ich die Dame erst einmal beiseite und wandelte in Abgründen.

Das heißt, ich wagte mich an kriminalistischen Stoff, auf den das Attribut "kriminell" wohl besser zutrifft. 
Damals wie heute betrachte ich mein Geschriebenes in diesem Bereich als hanebüchen.
Aus irgendeinem wahnwitzigen Grund musste ich mir eine Entführungs- und Tötungsgeschichte aus den Fingern saugen, die ich zwar vom Ansatz her noch halbwegs vernünftig finde, aber einfach nicht umsetzen konnte, da ich in meinem frühen Teenageralter damals weder Interesse noch Sinn für Ermittlungs- und Aufklärungsarbeit hatte und das Wort "Recherche" sowieso im Fremdwörterbuch nachschauen musste.

Ergebnis: unrealistisch, 6, setzen!

Neben unglaubwürdigen Thrillerplots und erotischen Szenerien, die das Dr.-Sommer-Team in den Notfalleinsatz schicken konnten, erfand ich auch noch Orte, die nicht existierten und entwickelte einen Hang zur Vergabe von Namen, die kein Mensch aussprechen konnte.

Wie stellte ich nun fest, dass mir mein selbstauferlegtes Genre des Abgrundes nicht lag?

Es dauerte immer länger, die Geschichten aufzuschreiben.
Ich wusste nicht, worauf ich hinauswollte.
Ich sah mich außerstande, Geschehnisse und Orte zu zeigen, und verfiel in seitenweise Dialoge.
Und ich fühlte mich unsicher und nicht wohl, bei dem, was ich schrieb.

Damals hatte ich die besten Ideen an der Bushaltestelle.
(Vielleicht sollte ich mal wieder den öffentlichen Verkehr bemühen?!)
Eines Tages saß ich wie üblich wartend im Dieseldunst herum und betrachtete ein altes Gebäude gegenüber, und da trapste sie herbei, die Telepathie.
Ich glaube, ich habe das ganze Wochenende nur an dieser einen Geschichte geschrieben und die Hausaufgaben vergessen.
Am Montag bin ich in der Frühstückspause in die Bibliothek gehuscht, um mir ein Buch über die paranormalen Phänomene zu besorgen.
Ich bin sicher, da begann meine Vorliebe für das Paranormale, nicht zwangsläufig das Fantastische im eigentlichen Sinne, denn ich muss mich leider als Banause outen, wenn es um High Fantasy und Co. geht.

Das bedeutet nun natürlich nicht, dass ich festgelegt bin bis zum Ende meiner Schreibtage, aber momentan schreibe ich, was mir Spaß macht, und das sind nun einmal noch immer Vampire, aber auch kleine liebreizende Elfen, undurchsichtige Geister und Hexen, wenngleich ich momentan gar nichts Vampirisches schreibe, sondern mich seit ein paar Wochen nur in der Geisterwelt bewege.  
Daneben gibt es immer Emotionen, vielleicht auch einen Tick zuviel emotionales Gepäck, und Natur.
Ich kann keine Krimis und keine Chick-Lit, habe keine Ideen im Historischen und bin zwar nicht zu prüde, aber zu vorsichtig für Erotisches.

Und wenn ich dem Trend hinterherschreibe ...

Was soll's!

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