Freitag, 6. August 2010

[Musik] "Seul" von Garou

Dieses Mal habe ich brav vorgepostet, damit mir nicht wieder ein Freitagsausfall passiert.

Nachdem ich um ihn herumgeschlichen bin wie der Bär um den Honigtopf, ist er nun heute an der Reihe.

Voilà, je présente:


Zu den bisher vorgestellten Damen gesellt sich heute Pierre Garand, bekannt als Garou (von Loup Garou = Werwolf), und damit ein weiterer frankokanadischer Künstler, der außerhalb der Landesgrenzen bei weitem kein Unbekannter ist.
 
Ich zähle eher zur Zielgruppe weiblicher Stimmen, weshalb mir Garou vermutlich nicht aufgefallen wäre. Wenn etwas an mir vorbeigeht, dann nämlich richtig.
Garou aber ist mir aufgefallen, weil er im Jahr 2000 ein Duett mit Céline Dion aufgenommen hat, und dass ich ein Dion-Fan bin, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein.
Dieses Duett kam nicht von ungefähr, denn Garous erste Alben wurden von René Angélil, Céline Dions Ehemann und Manager, produziert, bevor er eine eigene Produktionfirma gründete und sich nun selbst produziert.
Da die Single erst 2001 erschien, wurde ich sozusagen mit Verspätung auf ihn aufmerksam.
Mit Sous Le Vent hat er mich jedenfalls voll überzeugt und mich direkt zum ganzen Album greifen lassen, das meiner Meinung nach auch für Hörer geeignet ist, die kein Wort Französisch verstehen. Ich habe das erfolgreich im Eigenversuch an meinem Imker getestet.
 
Nach Musicalausflügen zum "Der Glöckner von Notre-Dame", wo er den Quasimodo gab, präsentierte der 1972 geborene Sänger mit "Seul" sein Debütalbum und damit eine schmusig-bluesig-rockige Mischung.
 
14 vergleichweise lange Titel laden zu einer guten Stunde wunderbarer Unterhaltung ein.
 
Gestartet wird mit dem akustikgitarrenbegleiteten "Gitan", in dem Garou gern ein Zigeuner mit Musik im Blut wäre. Zigeuner hin oder her, Musik im Blut hat er auf jeden Fall.
"Que l'Amour Est Violent" zeigt uns dann, dass es auch rockig geht, bevor "Demande Au Soleil" verträumte Lagerfeuerstimmung aufkommen lässt.  
Es schließt sich das titelgebende "Seul", das wieder eine neue Facette zeigt, während "Sous Le Vent" die Herzen der Balladenfreunde höher schlagen lässt.
Ebenso erfreuen werden sie sich "Je n'attendais Que Vous", während anschließend "Criminal" mit Big-Band-Klängen überrascht.   
"Le Calme Plat" klingt, zumindest in meinen Ohren, sexy, und wem das nicht sexy genug ist, der sollte gut auf den Text des Folgesongs "Au Plaisir De Ton Corps" hören.
"La Moitié Du Ciel" zählt zu meinen Favoriten dieses Albums. Ich mag einfach die Melodie und die Solotrompete, die irgendwie an einen Film Ende der 60er erinnern.
"Lis Dans Mes Yeux" lädt wieder zum Träumen ein. Es gibt Titel, die mich verleiten, die Augen zu schließen und zu versinken, bis man nur noch Worte und Melodie wahrnimmt, und dieser gehört dazu.
Aufgewacht wird dann wieder bei "Jusqu'à Me Perdre", denn das ist, sagen wir es alle einmal gemeinsam: mein Putzsong. 
Und auch "Gambler" lässt den Fuß nicht stillstehen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Garou immer in 1980er-Jahre-Serienvorspannmanier im Anzug in ein Casino stürmen und Dollarscheine durch die Luft fliegen.
Danach ist es schon fast schade, dass "L'Adieu" mit passendem Titel und sehr französischem Stil das Ende des rundum gelungenen Debüts markiert.

Zum Glück folgten "Seul" noch mehrere Alben, sodass ich noch Material für weitere französische Freitage habe.

Bisher vorgestellt:
Annie Blanchard: Sur l'autre rive
Annie Villeneuve: Quand je ferme les yeux
Annie Villeneuve: Annie Villeneuve
Cindy Daniel: Le tout premier jour
Céline Dion: D'elles

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