Freitag, 13. August 2010

[Musik] "J'avoue" von Cindy Daniel

Alternativer Beitragstitel:
"... von den Zufällen im Schreiballtag"

Die Vorstellung von Cindy Daniels drittem Album "J'avoue" (2006) und Vorgänger der bereits präsentierten aktuellen "Scheibe" Le tout premier jour fällt heute einmal etwas anders aus.
Doch bevor ich dazu komme, zunächst die üblichen Daten:


Ich bin leider sehr parteiisch, was Cindy Daniel anbelangt, weil sie mich einfach mit ihrer Stimme erschlagen und hypnotisiert hat und mich außerdem im Alltag sehr häufig mit ihrer Musik begleitet (nein, nicht nur beim Putzen!).
"J'avoue" hat zum meinem persönlichen Leidwesen gerade einmal 11 Titel und dauert damit knapp 40 Minuten. Für mich viel zu kurz, denn ich könnte auch gut und gerne noch die Hörstunde vollmachen.
Wie nicht anders erwartet, ist auch dieses Album recht abwechslungsreich, wartet mit Klavier- und Streicher-, aber auch elektronischen Klängen auf, und bietet dem Fan rockigerer Töne mit "La peine d'exister" und "Notre génération" eine - wenn auch ziemlich kleine - Spielwiese, während sich die Balladenliebhaber bei "Les bras d'un autre", "Ta voix", "Sous une pluie d'étoile", "Le droit de t'aimer" und "Tout s'en va" in ihrer Wohlfühloase ausstrecken dürfen und die Unentschlossen mit "Le juste milieu", "J'avoue", "Où es-tu" und "Je pars" bestens bedient sind.

Ein besondere Ballade ist für mich "Sous une pluie d'étoiles".
Ich bin nun einmal einfach abgrundtief, hoffnungslos, unumstößlich (pathologisch?) balladenverfallen.

Dazu muss ich etwas ausholen (wie immer).

Das mit dem Schreiben ist ja so eine Sache.
Da ich immer relativ linear vorgehe (liebe Tanja, zu Mind-Mapping und Co. komme ich an anderer Stelle) und z. B. keine Szene des letzten Kapitels vor Kapitel 3 schreiben kann, treffe ich natürlich häufiger auf das Problem, dass ich unter Umständen eben nicht in der Stimmung bin, die eine Szene erfordert.
Man muss sich das so vorstellen, als müsse man mitten im Sommer bei 38 °C ein Weihnachtsmärchen schreiben.
Oftmals hilft Musik, um sich auf Touren zu bringen.

Für die Romantik habe ich normalerweise meine Standards, die ich dann meist vor dem Schreiben höre, aber nie währenddessen, es sei denn es handelt sich um Instrumentalstücke.
Auch beim Korrekturlesen mache ich das hin und wieder.

Ich erinnere mich, dass ich, ich glaube, vor mittlerweile gut zwei Jahren, an einer vollkommen anderen Szene saß und irgendwie gar nicht in romantischer Stimmung war. Auch so etwas soll ja vorkommen.  
Und es war mir nach etwas Neuem.
Wie wunderbar, dass es youtube gibt.
Also habe ich einmal mehr meiner Céline-Dion-Leidenschaft gefrönt, nachdem ich festgestellt habe, dass es dort einige B-Seiten-Titel gibt, die selbst ich noch nicht kannte.
Während ich mich also mit einem dieser seltenen Songs in Stimmung brachte, schlug mir youtube ungefragt eine mir bis dato unbekannte Cindy Daniel vor.

So stolperte ich also über dieses Video, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, dass das Cindy Daniels Superhit war:


Und nun kommen wir zum alternativen Beitragstitel "... von den Zufällen im Schreiballtag".
Während ich dieses Lied hörte, stand ich um Haaresbreite vor der Ohnmacht.
Was Cindy Daniel da besingt, ähnelt einer Szene in meinem Buch, die ziemlich am Ende vorkommt und wie folgt beginnt: 

"Die Sterne standen klar am Himmel wie in jener Wüstennacht, vielleicht hatten sie sogar dieselbe Konstellation. Meine Schritte wurden langsamer, bis ich stillstand, um versonnen in den funkelnden Himmel zu blicken. Johns Finger umspannten noch immer meine bleiche Hand, und ich drehte meinen Kopf zu ihm, um ihn anzusehen. Das Licht der Sterne ließ den Schnee in der Dunkelheit glitzern, und die Nacht war merkwürdig hell. Es gelang ihr nicht, in tiefe Schwärze zu versinken, der Mond wuchs und wurde runder, um mir mit aller Klarheit den Weg zu meinem Ziel zu weisen.

Ich sah in Johns Augen und las unsere Geschichte. Seine Emotionen waren gänzlich bei mir, und ich war bei ihm. Für die Dauer des Verlöschens einer Sternschnuppe gab es nur uns beide. Unsere gemeinsame Vergangenheit lag in seinem Blick, unsere kurze Geschichte erfüllte ihn. Wie würde sie enden? Keiner von uns kannte das Ende, weder John noch ich."
 
In der Tat war die Szene, obwohl es um etwas anderes geht, so ähnlich, dass ich sie umgehend geändert habe!
 
Trotzdem höre ich immer dieses Lied, wenn ich an diese Szene denke und sehe es fast als eine Hymne.
Im Zusammenhang mit dieser Szene entstand auch das Gedicht, das ich hier schon einmal vorgestellt habe: ... aus der Schreibstube.
Das sind sie, die Zufälle. Verschiedene Personen können zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten ähnliche Gedanken und Ideen haben.

Und somit habe ich wieder eine Geschichte erzählt.



Bisher vorgestellt:
Annie Blanchard: Sur l'autre rive
Annie Villeneuve: Quand je ferme les yeux
Annie Villeneuve: Annie Villeneuve
Cindy Daniel: Le tout premier jour
Céline Dion: D'elles
Natasha St-Pier: Tu Trouveras... 10 Ans De Succès
Garou: Seul

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