Freitag, 2. Juli 2010

[Musik] "Quand je ferme les yeux" von Annie Villeneuve

Mein musikalischer "Französischer Freitag" befasste sich in der letzten Woche mit dem Debütalbum "Sur l'autre rive" der Kanadierin Annie Blanchard:

Heute ist wieder Freitag, und es geht französischsprachig weiter. Mit einer weiteren Annie.
Die Rede ist von Annie Villeneuve und ihrem Debütalbum "Quand je ferme les yeux".

Annie Villeneuve wurde 1983 in Saguenay (Quebec) geboren und zählt wie (später) Annie Blanchard zu den ehemaligen Teilnehmerinnen der Casting-Maschine "Star Académie", wo sie es unter die 3 FinalistINNEN schaffte.
Die Interpretin ist inzwischen nicht nur in ihrer Heimatprovinz gefragt und regelmäßig auf Tour. Daneben hat sie häufig die Gelegenheit ergriffen und Zusammenarbeitsangebote angenommen, wodurch sie ihr Können an der Seite etablierter kanadischer Künstler zum Besten geben konnte. 
Zu den wichtigsten Stationen zählen zweifelsohne ihr Auftritt anlässlich der 400-Jahr-Feier von Quebec sowie bei die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver, wo sie mit Nikki Yanofsky die Ehre hatte, den  Theme Song "I Believe - J'imagine" zu singen.
 
2005 erschien mit "Quand je ferme les yeux" ihr Debütalbum, das mit gerade 10 Titeln auf den ersten Blick etwas mager ausfällt, sich aber als durchaus abwechslungsreich erweist, ohne orientierungslos zu wirken.
Villeneuves Texte sind mit Blanchards Vielschichtigkeit nicht zu vergleichen, aber gut verständlich und ebenso von bedachter Diktion geprägt.
Die ersten beiden Titel "Un ange qui passe" und "Quand je ferme les yeux" stimmen ruhig ein und vermitteln einen soliden ersten Eindruck. 
Von diesen beiden Balladen sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn Titel Nr. 3 wartet nämlich mit popigeren Gitarrenklängen auf und lässt keine Langeweile aufkommen, bevor mit "Un homme" ein ganz anderes akustisches Kapitel aufgeschlagen wird, das ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
"S'il fallait" folgt als Nächstes und ist ein wunderbares, anfangs ausschließlich von der akustischen Gitarre begleitetes, unverfälschtes Duett mit Annies gleichsam talentierter Zwillingsschwester Suzie Villeneuve, die sich aber nach eigenen Angaben in diesem Jahr leider bereits wieder aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hat. 
Weiter geht es mit "La moitié de moi", das trotz des sehnsuchtsvoll angehauchten Textes von balladischen Anklängen zu fußreizender Melodie wechselt.
Mittelflott-melodisch wird es dann wieder mit ""Je penserai à toi", bevor "Toi et moi" pur-akustisch die Melancholiker auf seine Seite zieht und auf halber Strecke mit mehr Instrumenteneinsatz und lauteren Klängen überrascht, um am Ende sanft auszuklingen. 
"En silence" gibt sich französisch mainstreammäßig, während "Juste un instant" melodisch (zumindest mich) ein bisschen an alte Tanzschulzeiten mit Diskoranschleichern erinnert, aber einen würdigen Abschluss bildet und Lust auf das nächste Album macht. 
 
Ich denke trotzdem, dass man ein gewisses Faible für französische Musik mitbringen muss, denn die verschiedenen Stilrichtungen, die Annie Villeneuve anschlägt, sind vermutlich nicht jedermans Sache.
Auch wenn man meinen könnte, sie habe ihren Stil noch nicht gefunden, denke ich, dass die 10 Titel einen guten Ausschnitt ihres Könnens zeigen. Die Musik lässt sich nicht zwangsläufig in ein Schema pressen, zumal unsere Radioohren ja anderes gewöhnt sind, sodass es für mich immer wieder eine willkommene Abwechslung ist, die Ohren mal über den großen Teich auszustrecken (man stelle es sich bitte nicht bildlich vor).
 
Annie Villeneuves Debütalbum, dessen Titel "Quand je ferme les yeux", Wenn ich die Augen schließe, beim Hörer durchaus zum Programm wird, denn man schließt beim Hören gern die Augen, war in Quebec ein Riesenerfolg, während ihr 2. Album "Annie Villeneuve" im Vergleich dazu bislang "nur" Goldstatus erreicht hat.
Dieses werde ich aber nächste Woche vorstellen, sonst geht mir ja noch vorzeitig der Freitagsstoff aus.
 
Hörproben gibt es sowohl auf Amazon als auch bei iTunes.

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