Freitag, 9. Juli 2010

[Musik] "Annie Villeneuve" von Annie Villeneuve

Weil ich es vergangenen Freitag versprochen habe, folgt heute die Vorstellung von Annie Villeneuves zweitem Album, das schlicht ihren Namen trägt.




Das Album "Annie Villeneuve" erschien 2009 und hat, obwohl es noch nicht den bahnbrechenden Erfolg des Vorgängers "Quand je ferme les yeux" reproduzieren konnte, bei mir dem Debütalbum längst den Rang abgelaufen.
 
Das mag jetzt nach Klischee klingen, und ich bin beileibe kein Musikexperte, sondern kann lediglich von schnödem subjektivem Gefallen sprechen, aber ich habe den Eindruck, dass Annie Villeneuve in den 4 Jahren, die zwischen diesen beiden Alben liegen, erwachsen geworden ist.
 
Auch "Annie Villeneuve" wartet mit handgemachter, selbstgeschriebener Musik auf und bewegt sich thematisch wieder in den Gefilden der Liebe, ohne Kitsch zu vertropfen.
 
Die 12 Titel sind abwechslungsreich und machen mir Spaß.
 
Los geht es mit zwei bluesig angehauchten Songs, "Ce soir" und "Ton plus grand secret", wobei letzterer eindringlich dazu auffordert, sich nicht immer zu verschließen, sondern sich auch einmal anzuvertrauen, bevor mit "Rêve encore" zum Träumen und Jammen eingeladen wird.
Dann geht es rockiger und beinahe wütend mit "Rien de mieux à faire" weiter, denn da wird - nicht ganz ohne Verbitterung - Schluss gemacht.
So ist man ganz froh, dass "C'est une autre histoire" wieder ruhig-melodische Klänge anschlägt, damit man sich wieder sammeln kann.
"Les mains vides" gleitet dann dem Titel angemessen in den Blues, und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich Annie Villeneuve darin besonders zuhause fühlt.
Liebevolle, ruhige Töne bringt uns dann "Comment te dire", eine Ballade, die nicht etwa einer verlorenen Liebe hinterherhängt, sondern Annie Villeneuves Eltern gewidmet ist. Ein angenehmer Chanson, der durch seine Ausgeglichenheit zu bestechen weiß.
Der Folgetitel "Le désamour" spaltet mich auf unerklärliche Weise.
Manchmal lässt es sich einfach nicht beschreiben, warum man mit einem bestimmten Song nichts anfangen kann.
Ich bin definitiv ein Balladentyp, brauche aber nicht unbedingt hochtrabende Koloraturen, die mir nach Holzhammermethode das Gefühl, das das Lied vermitteln will, einhämmern.
Deshalb fühle ich mich bei Annie Blanchard und Annie Villeneuve gut aufgehoben, denn beide verzichten auf zuviel stimmlichen Schnickschnack.
"Le désamour" ist sehr zurückgenommen und setzt auf wenige Streicher und Annie Villeneuves Stimme, nur überzeugen kann mich dieser Titel nicht.
Ist so, kann ich nicht erklären ...
Was folgt, ist mein Putzsong.
Nun ja, viel putze ich dabei nicht, aber mit dem Schrubber eine Runde zu tanzen, soll ja bekanntlich gut für die Kondition sein. 
"Plus rien" ist, sagen wir mal, fetzig und schon beinahe eine Unabhängigkeitshymne.
Mein Kracher dieses Albums kommt aber erst noch, und zwar direkt nach "Plus rien", wo man noch den Rhythmus im Fuß hat.
"Elle veut parler" ist ein Schmunzelsong und erzählt von dem ewigen Bedürfnis des weiblichen Geschlechts, über Gefühle zu reden.
Ich muss immer sehr breit grinsen, wenn ich dieses Lied höre, und Annie Villeneuve wohl auch, denn ihr Schmunzeln ist manchmal hörbar, und sie lässt "Elle veut parler" mit einem Lachen ausklingen.
"Que feras-tu de nous" leitet das Ende des Albums ein und ist wieder eine Ballade, die vom Vermissen berichtet.
Zum Abschluss erwartet uns mit "Mon héros" eine klavierbegleitete Ballade mit traurigem Hintergrund, denn dieses Lied ist William-Harry Massicotte, einem Jungen, der im Alter von 9 Jahren an Leukämie verstarb und Annie Villeneuve beeindruckt und inspiriert hat, gewidmet.

Hörproben gibt es wie üblich über den Link bei Amazon bzw. bei iTunes.
 
Nun bin ich also erst einmal durch mit den Annies.
Noch grübele ich, wem ich nächste Woche den Stab in die Hand reiche.
Ach, ich lasse mich einfach überraschen.

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