Samstag, 3. Juli 2010

... aus der Schreibstube

Mein heutiges Posting ist eine Entschuldigung an alle Brillenträger.
Garamond 10 erweist sich schlichtweg bei dem 17x22 cm-Format als zu klein.

Wovon ich rede?
Von Formatierungen und dem Do-it-yourself-Kampf in Sachen Buchsatz.

On-Demand-Veröffentlichungen sind a priori nichts für Autoren, die gerne viel schreiben.
Also: Fehler Nr. 1.
Ich schreibe gern viel, weil ich gerne dicke Wälzer lese.
Auch meine Schubladenleichen sind sehr umfangreich.
Aber dicke Wälzer werden im On-Demand-Verfahren unbezahlbar.
Na ja, vielleicht nicht unbezahlbar, aber unverkaufbar.
Ein normales Taschenbuchformat kommt somit ganz rasch auf einen Ladenpreis von 25,90 Euro, denn der Ladenpreis wird aufgrund der Seitenzahl berechnet.
Das bedeutet also: je höher die Seitenzahl, umso höher der Preis.

Die erste Konsequenz davon ist: Kürzen, Kürzen, Kürzen, um die Seitenzahl zu reduzieren. 
Gesagt getan, aber immer noch ist die Menge enorm.

Nächste Konsequenz: ungewöhnliches Format.
Als Selbstveröffentlicher hat man bei Books on Demand die Wahl zwischen verschiedenen Buchformaten, von denen sich einige natürlich nicht für Belletristik eignen.
Die Vielseitenschreiber greifen daher gern auf das Format 17x22 cm zurück.

Der nächste Pferdefuß folgt aber sofort, und ich muss hier öffentlich den nächsten Fehler einräumen.
Da ich mich leider nicht mit dem Buchsatzratgeber für Autoren auseinandergesetzt habe, denn der lief mir über den Weg, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war, habe ich mir keinen Kopf gemacht, dass die Lesbarkeit von Schriften mit zunehmender Zeilenlänge abnimmt. Ein kleiner Rettungsanker ist der Zeilenabstand, den ich zum Glück nicht auf "einfach" gesetzt, sondern leicht vergrößert habe.
Die Schrift in "Blutsuche", Garamond, ist eine absolut gängige Buchschrift, die angenehm zu lesen ist, und zwar auch in Schriftgröße 10, ABER das gilt eben nur für das normale Taschenbuchformat mit kurzen Zeilen.
Da ich aber gezwungen war, die Seitenränder zu minimieren, um das Buch nicht noch teurer zu machen, wirkt nun die Schrift viel zu klein und liest sich einfach nicht mehr angenehm, insbesondere in kursiven Passagen.

Ich knie also virtuell im Staub und entschuldige mich für meine Debütantenfehler.
Die Fortsetzung wird gleich richtig gemacht und Band 1 bekommt eine Runderneuerung, sobald Band 2 in Sack und Tüten ist.

1 Kommentar:

Astrid hat gesagt…

Wann isses denn mit Teil 2 soweit. Habe heute ein Buch beendet von dem ich sagen muss: Wie konnte das einen Lektor überzeugen. Da war "Blutsuche" viel besser. Es hat mich nicht losgelassen, aber "Der Kuss des Morgenlichts"? Ne, da würd ich höchstwahrscheinlich nicht mal die Fortzetzung lesen. Obwohl die Idee nicht schlecht war. Ach ich freu mich so auf Deine Fortzetzung.

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